Tochter extrem aufbrausend und direkt auf 180

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von tamago 17.02.11 - 20:18 Uhr

Hallo zusammen,
ich brauche echt dringend Eure hilfe.
Mein Mann und ich haben unsere Tocher mit extrem viel liebe und Verständnis erzogen. In den letzten 3 Jahren, konnte man (soweit sie es verstanden hat) super mit ihr reden, Dinge erklären und sie war einsichtig. Klar möchte sie sich langsam behaupten, aber das Problem ist folgendes.
Sobald es nicht nach ihrem Kopf geht - und das ist würd ich sagen oft willkürlich - rastet sie aus, schreit aus voller Brust einen an, schlägt sogar in unsere Richtung!!!#zitter
Sie ist nicht mehr ansprechbar und für keine Argumente oder auch Zuwendung offen. Sie bekommt dann richtige Wutanfälle. (Stampft, schlägt nach Sachen etc. Ich bin verzweifelt und wir fühlen uns machtlos.
Normal ist ja die reaktion des Kindes ein Spiegel der Erziehung, aber ich schwöre, ich habe sie noch NIE in meinem Leben angeschrien, geschweige denn nach ihr gehauen!

Ich bin so extrem traurig.
Jeden Tag haben wir solche Situationen so 4-5 Mal. Auch geht sie brav ins Bett, dann fällt ihr alles mögliche ein, sie wolle süßen Tee zu trinken, obwohl es das noch nie Nachts gab. Wenn man ihr es sagt, dass das wegen dem Zucker nicht geht, sie aber morgen diesen zum Mittag haben könne, rastet sie direkt aus.
Ich bin komplett mit meinem Latein am Ende. #schock
Bitte bitte helft mir - wo liegen meine Fehler????
Bin für alles offen, nur bitte sagt mir, was ich machen kann, oder besser nicht machen soll????
Danke schon mal#heul#heul#heul#heul#heul#heul#heul#heul

Beitrag von schwarzesetwas 17.02.11 - 20:40 Uhr

Du bist gerade schwanger?
Herzlichen Glückwunsch erstmal!
Musste Deine VK besuchen, um zu schauen, wie alt Dein Kind ist.

Also, ich denke, Du solltest einfach einen Mittelweg finden.
Lasse Dein Kind manchmal 'gewinnen' und manchmal eben nicht.
Kinder müssen lernen, dass man Eltern vielleicht mal umstimmen kann, aber es Sachen gibt, so das nicht läuft.

Sollte gerade ein 'Nichtgewinnen' sein, wird sie ja mit Sicherheit wütend und rastet aus.
Sag ihr erst im normalen Ton mit Erklärung, dass das eben nicht geht.
Sollte sie weitermachen, einfach Unternehmung oder was auch immer abbrechen.
Oder Sachen wegnehmen usw.
Erkläre ihr danach, WARUM Du das getan hast.
Sollte sie z. B. mal einen 'Anfall' haben und beruhigt sich ganz schnell: Lobe sie.

Mein Großer hat z. B. sehr lange Zeit nicht eingesehen, warum wir nichtmal eben in den Spielzeugladen gehen und ihm neues Spielzeug kaufen. Das zog sich über ein paar mehr Monate hinweg.
Heulattacken ohne Aggressionen von mir durchgezogen, auch wenn das Kind die ganze Straße mit Geheule unterhielt. Mir egal. Zieht bei mir nicht.
Irgendwann hörte der Spuk auf.
Zeitweise fiel er auch noch in dieses Verhalten: Nun bekommt er erstaunlich schnell die Kurve.
Dazu versucht er seiner Schwester (fast 2,5) in solchen Phasen zu helfen.

Vielleicht hast Du auch einfach wegen Deiner beginnenden Schwangerschaft mehr um die Ohren, was Deine Große mit Sicherheit spürt.
Veränderungen bemerken sie schneller, als Dir lieb ist!
Das eine oder andere Gespräch mit Deinem Mann und Dein Kind merkt: Etwas ist anders.
Vielleicht ist auch das die Ursache.

Lg,
SE


Beitrag von tamago 17.02.11 - 20:48 Uhr

Hallo,
lieben Dank für Deine Antwort. Wir haben das Problem seit nun gut 2 Monaten. Und ich habe so Hoffnung, dass das endlich aufhört. Gerade jetzt, wo ich so frisch schwanger bin (unsere Tochter hat sich ds Baby mit uns ganz irre gewünscht) merke ich, wie viel Kraft mich es kostet ruhig zu bleiben.
Ich fühle mich so machtlos.
Und das ganze kommt so oft aus heiterem Himmel - ein paar Beispiele:
Sie regt sich beim gedeckten Tisch über den Teller auf.
Sie regt sich beim Bezahlen im Geschäft auf, dass ich Kleingeld raus gesucht habe.
Sie regt sich über das auf was ich esse, weil ich das nicht essen soll (Wurstbelag auf dem Brot)
Sie kann sogar einen Wutanfall bekommen - gleich ob über Sonnenschein oder Wind, Regen etc. Einfach, weil sie was sucht.
Ich versteh es einfach nicht. Und es fühlt sich schlecht an nicht mehr zu ihr durch zu kommen.
Ich habe mir auch überlegt, ihr ein Spielzeug weg zu nehmen, wenn Sie einen Wutanfall bekommt (wa ich nicht nicht gemacht habe), aber das würde sie auch nicht stören, denn sie spielt eigentlich grundsätzlich nicht in ihrem Zimmer mit ihrem Sachen. Nur wenn man nebendran sitzt.
Das ganze strengt mich so sehr an, dass ich sogar Rückenschmerzen bekomme, weil ich mich so verspanne...

Beitrag von schwarzesetwas 17.02.11 - 20:53 Uhr

Hmm...
Was machst Du denn, wenn sie austickt?

Ist der Teller anders, wünscht sie sich was anderes?
Warum kannst Du nicht essen was DU willst?

Ich glaube, sie will Dich/Euch einfach testen. :-)

Beitrag von bine3002 17.02.11 - 21:03 Uhr

Bei uns war es auch so, dass meine Tochter ausgerastet ist, wenn ich die Wurst gegessen habe, obwohl noch eine da war,obwohl ich sie vorher gefragt hatte, ob sie sie möchte... sie wollte plötzlich genau DIESE Wurst und die war dann eben weg - Ausraster! Es gab einfach so Tage, wo man ihr gar nichts recht machen konnte. Alles war doof, dazu noch heftige Meinungsänderungen... mal so, mal so. Dann kamen in der Regel ein paar Nächte, wo sie schlecht geschlafen hat und plötzlich konnte sie dann irgendwas Neues... Entwicklungsschub.

Beitrag von tamago 17.02.11 - 21:08 Uhr

Das Gefühl habe ich auch :-)

Beitrag von schwarzesetwas 17.02.11 - 21:01 Uhr

Mir ist grad noch was eingefallen.
Mach nen Spiel draus.

Dreh den Spieß sozusagen um, wenn einfach DIR was nicht passt.
Will sie z. B. Nutella: Dann sagst Du: Nein... (genau das, was sie auch sonst immer sagt). Mache das solange, bis sie das versteht. :-)
Irgendwann wird sie lachen und sich selbst erkennen.

Wenn z. B. mein Großer abends Nutella haben will: Sag ich immer das gleiche. 'NEIN (ganz merkwürdig ausgedrückt), das gibt es abends nicht.' Er fragt IMMER: 'Warum?'
'Das ist kein Abendessen.'
Fertig.

Damit sollte ein gewisser Zauber behoben werden.
Allerdings solltest Du nicht hauen oder mit Sachen werfen. ;-)

Beitrag von bine3002 17.02.11 - 21:05 Uhr

"Damit sollte ein gewisser Zauber behoben werden.
Allerdings solltest Du nicht hauen oder mit Sachen werfen."

Hab ich auch schon gemacht. Natürlich nicht das Kind, sondern dann irgendein Kuscheltier. Aber so ein Ich-benehme-mich-wie-Du-Rollenspiel haben wir auch schon gemacht. Fand meine Tochter immer super lustig.

Beitrag von bine3002 17.02.11 - 20:55 Uhr

"Normal ist ja die reaktion des Kindes ein Spiegel der Erziehung, aber ich schwöre, ich habe sie noch NIE in meinem Leben angeschrien, geschweige denn nach ihr gehauen! "

Unsinn, zumindest in dem Alter. Wenn es danach geht, dann hätte ich meine Tochter auch gebissen (das hat sie nämlich). Ich schwöre... niemals!
Du darfst ein 3jähriges Kind nicht nach erwachsenen Maßstäben beurteilen, weil es noch lange nicht über die Sozialkompetenz verfügt wie ein Erwachsener und weil es letztlich auch ganz anders "tickt", allein schon was Phantasie und Realität angeht... oder glaubst Du an Monster unter dem Bett (Magische Phase).

Kinder in dem Alter haben weder ihre Gefühlswelt im Griff noch wissen sie wie man sich "gesellschaftsfähig" ärgert. Und natürlich dürfen sie sich ärgern, ist doch normal. Sie dürfen auch traurig sein. Und naturgemäß sind Mama und Papa ganz oft einfach nur doof. Was hast Du denn erwartet?

Was Du nicht machen solltest?
Du solltest nie versuchen, deinem Kind alles recht zu machen. Du bist die Mama und Du triffst Entscheidungen... Basta! Diese Entscheidungen werden dem Kind nicht immer gefallen, aber manchmal sind sie einfach notwendig. Wenn Du immer alles "beredest" und "ausdiskutierst, tust Du deinem Kind damit keinen Gefallen, weil es schlicht und ergreifend mit vielen Dingen überfordert ist. Du schaffst deinem Kind einen geborgenen Raum zum Aufwachsen, wenn Du wichtige Entscheidungen für dich alleine triffst und sie dem Kind einfach nur mitteilst, anstatt wirklich alles zu "bereden" und zu "erklären".

"Mein Mann und ich haben unsere Tocher mit extrem viel liebe und Verständnis erzogen."
Ehrlich gesagt lese ich in deinem Posting wenig Verständnis für das Kind. Dazu gehört nämlich auch das Verständnis für die Wut eines Kindes. Die ist, wie gesagt, ganz normal und Teil des menschlichen Verhaltens. Außerdem fehlt einem 3jährigen Kind die Frustrationstoleranz. Wenn es süßen Tee möchte, dann möchte es den jetzt und nicht morgen. Und wenn es den dann nicht bekommt, wird es eben sauer. Und zwar sauer wie eine 3jährige eben sauer wird. In dem Fall solltest Du cool bleiben, ausstrahlen, dass Du eine gute Entscheidung getroffen hast und dazu stehst und die Situation gelassen über die Bühne kriegen.

Beitrag von sillysilly 17.02.11 - 21:35 Uhr

Hallo

Spiegel der Erziehung -

süß .....


dann würde ich mich aber wundern wie manche Eltern meiner Kindergartenkinder sich zu Hause wohl benehmen.

und wir wären dann wohl
Rumpelstilzchen
Wutigel
Zornpinkel
Heulsuse
Jammer-Maus

wenn man nach meinen Kindern gehen würde .....


Sie testet Euch einfach aus -

wem das am Anfang erspart bleibt
denn holt das in der Regel doppelt und dreifach so stark ein.


Grüße Silly

Beitrag von almura 18.02.11 - 11:16 Uhr

Hallo und Willkommen im Club!

Mir scheint, da bahnt sich die Trotz-/Ablösephase an, deren Höhepunkt wir gerade überschritten haben.

Ich war mindestens genauso verzweifelt wie Du!

Wir haben Kämpfe ausgetragen, deren Ausmaß ich mir vorher nicht hätte vorstellen wollen.
Totale Schreiattacken mit Hüpfen vor Wut, 60-70mal beim Schlafengehen aus dem Zimmer herausgerannt, Hauen, Spucken, Kratzen
Und das von unserem Schnuckelchen!!!

Habe das Buch 'Meine Freunde dürfen das aber' gekauft und bin begeistert.
Bin vorher viel zu sehr auf das Geschrei und Gezeter eingegangen.

Kann also dieses Buch und viel Konsequenz aber auch mehr Eigenständigkeit für die Tochter sehr empfehlen!!

Alles nur eine Phase!!!!

Alles Gute
Almura

Beitrag von tamago 18.02.11 - 16:42 Uhr

Hallo ihr Lieben,
ich Danke Euch allen für Eure lieben und sehr interessanten Antworten!
Ihr habt mir Kraft gegeben und wirklich auch wieder mehr Verständnis für die Vorgänge im Inneren der Kleinen!
Mit dem Bewusstsein fällt es wirklich wieder einfacher darauf verständnisvoll zu reagieren.
Alles Liebe,
und ein tolles Wochenende Euch allen#torte#tasse#klee

Beitrag von malix81 18.02.11 - 21:22 Uhr

Hallo!

Ein anderes Wort für Trotzphase?...FELIX......
Also, ich werde bei meinem Sohnemann auch noch verrückt! Er macht es mir im Moment auch nicht einfach. Er ist grundsätzlich dagegen, egal was...Er hört wie ein Kotelett, habe im Ernst schon überlegt, nen Hörtest mit ihm zu machen, er ignoriert mich völlig! Wenn ihm etwas nicht passt, dann spielt er Rumpelstielzchen! Letztens im Kindergarten ist er ausgerastet, weil er seine Hausschuhe mitnehmen wollte! Er hat sich auf den Boden geschmissen, geschlagen und getreten und geschrien, wie am Spieß! ALLE haben den Stinker angesehen und dachten, er hätte sich verletzt oder so...Und solche Situationen haben wir ständig! Nun kommt bei uns auch noch dazu, dass Felix im Oktober Bruder von Zwillingen geworden ist und somit habe ich natürlich nicht mehr alle Zeit der Welt für ihn...klar, merkt er das auch! Aber er steckt eben auch in der Trotzphase und hat schon immer nen riesigen Dickkopf! Tja, ich denke und hoffe, dass es bald besser wird, denn es raubt mir auch den letzten Nerv! Durch den Link (unten) kann ich ihn etwas besser verstehen, lies mal nach!

Lg Malix




http://www.kinder.de/Trotzphase.1322.0.html