Stillen+Zufüttern (7 Tage alt)

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. 

Beitrag von erdbeer-hase 17.02.11 - 20:36 Uhr

Hallo #winke
Also folgendes: Ich habe vor 7 Tagen entbunden und schon im KH angefangen zu stillen. Leider hat das absolut nicht geklappt bis auf ein/zwei Ausnahmen. Grund war die Neugeborenen-Gelbsucht die mein Kleiner hatte. Die Hebamme/Ärztin meinten, dass er deswegen so "stillfaul" sei (er kam in ein Bettchen indem er mit UV-Licht angestrahlt wurde - 24 Std lang)
Die Gelbsucht ging runter, währendessen gab es ein paar Mal ein Fläschen damit er wenigstens etwas Nahrung aufnimmt.

Zuhause hat es dann geklappt mit dem Stillen aber ich habe das Gefühl, dass er einfach nicht satt wird. Klar könnte ich dauerstillen aber ich hab leider zu wenig Milch.
Jetzt hat er gestern und heute Fläschchen bekommen (hat er im KH ja auch bekommen) und er wurde jedesmal satt.
Ich habe aber nicht aufgehört zu stillen da er ja auch ab und zu durch die Brust satt wird - leider eben nicht sooo oft.

Heute Morgen gegen 9h und 18h hat er also ein Fläschchen bekommen. Er hat 60ml getrunken - soviel schafft meine Brust leider nicht #schmoll

Jetzt weiß ich einfach nicht so genau wie ich das weiter handhaben soll
Ich möchte nicht aufhören zu stillen auch wenn ich nicht sooo viel Milch habe.
Ist es denn ok wenn ich beides mache? Oder sollte man das sein lassen?

Hab einfach Angst, dass er allein durch die Brust nicht satt wird.
Er muss ja einiges an Nahrung aufholen da er die ersten 3 Tage im KH wegen der Gelbsucht kaum etwas zu sich genommen hat.

Ich hoffe ich bekomme ein paar hilfreiche Antworten
Gruß Amy+DJ (der nach einem Fläschchen friedlich schläft) #klee

Beitrag von kaka86 17.02.11 - 21:00 Uhr

Mach dir mal nicht so viele Sorgen!

In den ersten 3 Tagen, ist die Menge, die an der Brust getrunken wird, nur sehr gering.
Viel weniger, als Flaschenkinder bekommen (dafür aber nahrhafter), was viele Eltern verunsichert!
Also deshalb muss er nichts aufholen!

Es muss aber nicht unbedingt heißen, dass du zu wenig Milch hast!
Manchmal sind die Kinder so einfach unruhig und stillen wirkt beruhigend...deshalb hast du viell den eindruck, dass er nicht satt wird!

Dann muss deine Brust sich ja auch erstmal drauf einstellen. In den ersten Wochen haben die Kleinen Wachstumsschübe, in denen sie mehr Milch brauchen, die Brust aber nicht so schnell die produktion steigern kann...das dauert ein paar tage, in denen man öffter stillen muss!

Denn die Brust bildet nur so viel Milch, wie benötigt wird. Das bedeutet, je mehr du anlegst, desto mehr milch wird deine brust produzieren!

Wenn du ihm jetzt Flasche gibst anstatt zu stillen, kann deine Brust sich nicht auf den mehrbedarf einstellen.
Das ist das ein teufelskreis, weil dein Kind immer mehr nahrung braucht, aber weniger produziert wenn du weniger anlegst!

Vom Prinzip her ist es natürlich Ok wenn du zufütterst. Es ist aber für deine Milchproduktion eher ungünstig!

Wenn du immer anlegst wenn dein Kind es dir zeigt, wird sich es im normalfall innerhalb 3-4 Tage normalisieren.
Am Anfang ist das alles kein Zuckerschlecken und sehr anstrengend und man ist auch verunsichert, aber es lohnt sich!!!


Wie oft stillst du denn?
Trinkst du genug? -Stilltee?

Du kannst auch bei der La leche liga anrufen.
Da sind alles Stillberaterinnen, die sich mit dem Thema sehr gut auskennen und dich individuell beraten und unterstützen!
http://www.lalecheliga.de/http://www.lalecheliga.de/
Die sollen echt toll sein!

Hoffe, ich konnt dir ein bisschen helfen?!

LG
Carina

Beitrag von erdbeer-hase 17.02.11 - 21:11 Uhr

Danke für die tolle Antwort - das hat mir echt geholfen!

Noch ist es unterschiedlich wieviel ich am Tag stille da noch kein richtiger Rhytmus drin ist und eben auch weil er ab und zu Fläschchen bekommen hat.
Aber wenn ich mal hochrechne hab ich in etwa 4-5 Stillzeiten - jedenfalls kommt der Kleine noch nicht öfters. Liegt aber vielleicht auch daran dass er eben gestern und heute jeweils 2-3x ein Fläschchen bekommen hat.

Ich trinke auf jeden Fall genug - auch Stilltee/saft

Beitrag von kaka86 17.02.11 - 21:24 Uhr

Aber wieso meinst du dass er zu wenig bekommt?
Woran machst du das fest?

Es ist normal, dass die kleinen an Anfang ca alle 2-3 std gestillt werden wollen (oder öffter).
Bei meiner Tochter hab ich die ersten 3 Wochen alle 3 std ca eine std lang gestillt!

Deine Brust muss ja auch erst mal die menge Milch produzieren!
Und wie gesagt: je mehr du anlegst, desto mehr wird auch gebildet!

Versuch ruhig ausschlißlich zu stillen!
So schnell verhungert er nicht!

Am anfang ist es nie leicht und man ist auch sooo verunsichert, dass ich dir gern glaube, dass man dann zur Flasche greift (ich hatte das alles zum glück gar nich zu haus)

"Das Stillbuch" von H. Lothrop kann ich dir auch empfehlen, da steht das alles auch ganz toll beschrieben drin!

LG
Carina

Beitrag von erdbeer-hase 17.02.11 - 21:28 Uhr

>> Aber wieso meinst du dass er zu wenig bekommt?
Woran machst du das fest? <<

Ich denke, dass das einfach noch ein Hirngespinst von mir ist da ich dachte, dass ich niemals stillen könnte. Ich war immer der Überzeugung, dass es nicht klappen kann weil ich eine recht kleine Brust habe (wobei man mir schon gesagt hat, dass die Brustgröße nicht relevant ist)

Ich bin froh, dass man mir hier hilfreiche Antworten gegeben hat und mir Mut gemacht hat weiter zu stillen und nicht aufzugeben!

Danke Euch allen #blume #blume

Gruß Amy + DJ, der jetzt gestillt wird :-)

Beitrag von hoffnung2010 18.02.11 - 06:41 Uhr

hi,
lass dir von keinem einreden, dass du nich genug milch hast (Ja, auch das wird kommen!) - vertrau deinem körper und lass die doofen flaschen weg!

ich hab auch nur ein a-körbchen übrigens und hab knapp 8 monate jetzt voll gestillt und stille auch weiterhin. :-)

lg & ich drück die daumen,dass ihr das schafft!

Beitrag von kaka86 18.02.11 - 09:15 Uhr

Na dann mach dir doch gar keine Sorgen!!!

Still so oft er möchte.
Wie gesagt: manchmal is das ganze leben für die kleinen auch einfach viel und sie sind so unruhig (ohne hunger zu haben), aber auch da hilft das stillen, denn da entspannt dein Kind!

Vertrau deinem Körper!
Und in spätestens 2 Wochen wirst du deinem Kind ansehen, dass es satt wird!
Meine Tochter wurde schon mit 3 wochen richtig propper und man hat gesehen, dass sie nich verhungert!

Und lass dir von NIEMANDEM einreden, dass du zu wenig Milch hast!
Denn durch Streß, kann die Milchbildung auch zurückgehen!
Mach es dir beim stillen bequem und genieß die Nähe zu deinem Kind!

Wie gesagt: Stillberaterinnen sind eine große Hilfe (machen glaub ich auch telefonische Beratung!
Aber auch das Stillbuch wird dir in deiner Situation schon weiterhelfen!

Wenn du wirklich stillen willst, halte durch!
Du wirst sehen, dass sich das lohnt!

Alles Gute!
Carina

Beitrag von natascha88 17.02.11 - 21:17 Uhr

Hallo!

Versuch am Besten mal, ein paar Tage ohne Fläschchen auszukommen. NUR Stillen, sobald du denkst, er hat Hunger.
Verhungern wird er nicht, vielleicht bekommt er dann erstmal nicht so viel, aber die Brust stellt sich meist sehr schnell auf den erhöhten Bedarf ein.
Es ist wirklich so - je mehr Fläschen er bekommt, desto weniger Milch hast du... an sich ein tolles Naturprinzip.

Wahrscheinlich hast du gar nicht zu wenig Milch überhaupt, sondern nur "noch" zu wenig, durch euren schwierigen Stillstart.

Alles Gute, ich wünsche dir, das es mit dem Stillen noch richtig klappt. Es ist sooo schön!

Liebe Grüße,
Natascha

Beitrag von matsel 17.02.11 - 21:20 Uhr

hallo,
klar hast du keine 60ml milch in deiner brust, die muß erst gebildet werden und das passiert nur durch häufige stimmulation sprich häufiges anlegen. stillen ist nicht wie flasche geben, denn die milch wird nur produziert wenn dein kind stillt. milch ist nicht einfach plötzlich mal da, da muß man sich wirklich hinarbeiten. tagsüber würde ich die flasche ganz weglassen und häufig anlegen, so oft er möchte. wenn sichs eingepegelt hat würde ich auch abends die flasche dann ausschleichen. du brauchst keine angst haben, wenn er noch nicht satt ist, legst du ihn halt wieder an und deine brust produziert wieder los.
lg

Beitrag von claudiath 17.02.11 - 22:06 Uhr

Meine Maus hatte extreme Gelbsucht und ich habe dann halt im Krankenhaus gepumpt und sie hat das per Flasche dann bekommen. Zuhause angekommen ging es an der Brust weiter ... von daher Anlegen, Anlegen, Anlegen und vor allem .. lass die Flaschen weg!

Beitrag von lilly7686 18.02.11 - 07:30 Uhr

Hallo!

Wenn du stillen möchtest, dann lass die Flaschen weg und leg dein Baby an, sobald er Hunger hat.

Ja, es kann sein dass du ein paar Tage Dauerstillen musst (nennt sich Clusterfeeding). Aber wenn du diese paar Tage überstanden hast, hast du genug Milch. Dieses Dauerstillen ist ja dazu da, dass genug Milch gebildet wird! Es ist nötig, weil du sonst nie genug Milch haben wirst.
Willst du stillen? Dann halte ein paar Tage durch und dann wird es problemlos ohne Flasche klappen.

Aufholen muss dein Kleiner gar nichts mehr. Er hat doch Fläschchen bekommen! Und selbst wenn nicht, Babies müssen nichts "aufholen" in dem Sinn.

Und hör auf, dich selbst fertig zu machen. Stillen ist das Beste, das du deinem Kind geben kannst. Die Natur hat es so eingerichtet, dass du dein Baby allein mit deinem Busen satt bekommst. Dafür sind die Dinger ja schließlich da ;-)
Und da brauchst du nicht wiegen und nicht messen. Da musst du weder zufüttern noch abpumpen noch sonst was.
Vertrau deinem Körper, deinem Kind und der Natur.
Leg nach Bedarf an und dann klappt das Stillen komplett ohne Flasche.

Du kannst natürlich auch weiter zufüttern. Nur wirst du immer mehr Flaschen geben müssen und in spätestens zwei Wochen hast du dann abgestill. Wenn du das möchtest, kannst du das natürlich machen.
Ansonsten würd ich die Flaschen in jedem Fall weg lassen.

Schau ob es in deiner Nähe eine Stillberaterin gibt:
http://www.afs-stillen.de
http://www.lalecheliga.de
Beide Vereine arbeiten ehrenamtlich, du zahlst also nichts für deren Hilfe.

Alles Liebe!