Guttenberg - Zitateklau

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Beitrag von betty38 17.02.11 - 20:52 Uhr

Haben wir keine andere Probleme in diesem Land als nun die Doktorarbeit von Herrn zu Guttenberg auseinander zu nehmen, um ihn in ein schlechtes Licht zu stellen ?

Natürlich kann man ihm ankreiden, dass er nicht korrekt zitiert hat mit entsprechenden Fußnoten usw. Aber ist das nun ein Fall für die Öffentlichkeit und wer hat sich die Mühe gemacht, diesen Fehler zu suchen, ist ja nun schon eine Weile her, dass er promoviert hat.

Was sagt ihr dazu ? Muss das sein ? Tadel oder Verweis ? Aberkennen des Doktortitels ?

Ich bin fassungslos ob dieser Debatte im Wahljahr 2011.

Beitrag von kaffetante 17.02.11 - 21:08 Uhr

Siehs mal so, wenn es weiter nichts ist, als dass, dann hat der gute Mann doch eine wirklich weisse Weste.

Ich habe bei meiner Diplomarbeit auch hin und wieder nicht supersauber gearbeitet, weil ich vieles auf später verschoben habe und später keine Zeit mehr hatte. Gut, es geht hier um Glaubwürdigkeit. ABER er ist deswegen ein nicht weniger guter oder schlechter Politiker....

Beitrag von mamavonyannick 17.02.11 - 21:55 Uhr

Herr zu Guttenberg hat sich selbst damit gebrüstet, mehr Ethik in die Politik bringen zu wollen! Und dann gibt er fremdes "Gedankengut" als sein eigenes aus und erschleicht sich damit einen Doktortitel. #kratz
Und nicht korrekt zitieren bzw. ganze Textpassagen abzukupfern ohne die Quellen zu nennen, ist ja wohl ein meilenweiter Unterschied.

Für mich ist so jemand unglaubwürdig und mit dem Gesamtbild, welches er in letzter Zeit abgeliefert hat, sollte er zurücktreten.

vg, m.

Beitrag von ayshe 18.02.11 - 08:44 Uhr

Ich denke, er wird jetzt sowieso so duchgekaut, daß er keine Chance mehr hat, er ist durch.

Beitrag von cassiopeia76 09.03.11 - 11:38 Uhr

Bei all den Kritikern würde mich doch mal sehr interessieren, wer von Euch schon mal eine Doktorarbeit oder überhaupt eine wissenschaftliche Arbeit geschrieben hat.

Ich selbst habe diverse wiss. Arbeiten geschrieben und einen Haufen Doktorarbeiten redigiert. Zunächst einmal ist es zwingend erforderlich, durchaus lange Textpassagen anderer Autoren zu übernehmen.....teilweise wörtlich, teilweise abgeändert, um in den Kontext zu passen.

Niemand erfindet mit seiner Doktorarbeit "das Rad neu". Es geht immer darum, aus schon bestehenden Texten etwas Neues zu erarbeiten.

Und niemand, absolut NIEMAND, gibt JEDE Quelle an.....sorry, aber es sieht dann nunmal etwas mehr nach eigenem Gedankengut aus. Das ist Gang und Gäbe! Ich habe keine einzige Doktorarbeit redigiert, in der das nicht der Fall war.

Wenn dieser Tatbestand so verwerflich ist, dann bitte, die Damen und Herren Doktores: Gebt doch alle Eure Titel ab!!!! Dann geht es wenigstens gerecht zu.

Und alle kommenden Doktoranden haben es dann leider etwas schwerer.

Wäre die Doktorarbeit von Herrn Guttenberg tatsächlich ein "Plagiat", so wäre diese Arbeit nicht durch die Prüfungskommission gekommen.

Natürlich geben sich jetzt die Herren Professoren ahnungslos, denn die Uni Bayreuth wird ja mit beschmutzt.

Schade, dass so wenige Menschen überhaupt Einsicht haben in das, was bei wiss. Arbeiten USUS ist....und sich von der Presse zu Vorverurteilungen verleiten lassen.

Beitrag von zeitblom 09.03.11 - 11:56 Uhr

"und sich von der Presse zu Vorverurteilungen verleiten lassen"

#pro

Beitrag von stringersmum 17.02.11 - 22:17 Uhr

Es fordert ja keiner, ihn zu teeren und zu federn.

Im wissenschaftlichen Kontext ist Abschreiben ganz einfach unanständig. Und wer da mitspielen und einen akademischen Titel haben will muss sich halt an die Spielregeln halten. Das gilt auch für Politiker.

Im feinen Restaurant darf auch keiner lauthals das Lied der Schlümpfe grölen - selbst kleine Kinder nicht. Die fliegen dann über kurz oder lang raus.

Darum fände ich es nachvollziehbar - sollten sich die Vorwürfe gegen HzG bestätigen - dass er eben keinen akademischen Titel mehr führen kann.

Bleibt die Frage, ob ein Politiker unbedingt einen akademischen Titel braucht.
Ich meine nicht. Aber ich meine schon, dass er sich anständig verhalten sollte, wo auch immer er gerade unterwegs ist. Sogar an der Uni.

Eine Doktorarbeit muss veröffentlicht werden, die ist keine Privatsache. Seit es Internet gibt, ist es ein leichts, Plagiate zu entdecken und das I-Net gab es auch 2006 "schon". Darum halte ich es für ausgesprochen dumm, soetwas zu machen und dann einen Job in der Öffentlichkeit anzustreben.

unanständig und dumm...

Ja, ich gebe es zu, ich mochte ihn schon vorher nicht und inzwischen habe ich das Gefühl, ich bin damit nicht alleine.

Da erscheint mir der - Gott habe und behalte ihn seelig - FJS in einem ganz neuen Licht. Der war jedenfalls nicht dumm.

Prost und Amen
Helga

Beitrag von moonerl 17.02.11 - 23:05 Uhr

*Wer ohne Schuld ist, der werfe den 1. Stein.*

Der Mann ist sehr beliebt, das vertragen scheinbar einige nicht, daher werden zu Guttenberg immer wieder Steine in den Weg gelegt.


Heute kam bei uns im Radio:

3 % der deutschen Bevölkerung haben einen Doktortitel - aber

19 % der Politiker im Bundestag !!

Beitrag von ayshe 18.02.11 - 08:48 Uhr

Fragt man sich aber auch, wieviele davon nur ein honoris sind.
Und was sagt denn das schon aus?

Beitrag von sillysilly 18.02.11 - 00:32 Uhr

Hallo

meine Meinung

selber Schuld


schaut mal bei Spiegel da kann man toll vergleichen was er so abgeschrieben hat.
Und er hat sich dabei ja nicht mal die Mühe gemacht, die Sätze umzuschreiben.
Nein, Wort für Wort .....


dann noch als "eigene Einleitung" einen Zeitungsartikel zu nehmen #zitter


also

selber Schuld



Grüße Silly

Beitrag von grafzahl 18.02.11 - 06:59 Uhr

Ich bin inzwischen sicher, dass der Herr zu G. ein großer Haufen NICHTS ist.

Ein blendender Verkäufer. Mit nichts als heißer Luft.

Aber jedes Volk bekommt die Politiker, die es verdient.

Beitrag von happy_mama2009 18.02.11 - 15:24 Uhr

#pro

Beitrag von marion2 18.02.11 - 08:08 Uhr

Hallo,

irgendwer muss ihm das Zeug ja abgenommen und für gut genug befunden haben.

#augen

Gruß Marion

Beitrag von triso 18.02.11 - 08:21 Uhr

Das Problem ist auf den ersten Blick so einfach zu beleuchten und auf den zweiten Blick so schwer.
Da ich weiß, unter welchem katastrophalen Druck wir unsere Examensarbeiten abgegeben haben, weil Lektor, Copyshop und Bindemaschine nie so wollten wir und was wir dafür so alles unter den Tisch fallen ließen, würde ich sagen:
so what? Hat ja auch keinen der "Prüfer" interessiert.

Aber er hat ja zu dem Zeitpunkt durchaus gewußt, daß es ihn in die Politik und dort auch in höhere Ämter zieht.
Hätte er da höheren Ansprüchen genügen müssen?
Allein durch seine Vita hätte er sich doch jemanden leisten können, der das alles für ihn regelt - also das Korrekturlesen und Quellenabgleichen, etc.
Hat man ihn da eventuell schlecht beraten?
Hat er sie gar nicht selbst verfasst?

Wenn vorsätzliche Täuschungsversuche vorliegen, müssen wir durchaus abwägen, ob er damit einen solch integeren Posten bekleiden kann.

Ich weiß es nicht und bin froh, daß ich da keine entscheidung fällen muß.

Beitrag von ayshe 18.02.11 - 08:43 Uhr

Er steht als Verteidigungsminister wegen anderer Dinge zur Diskussion.
Die Plagiatsvorwürfe und seine Doktorarbeit stehen für mich nicht damit im Zusammenhang.

Aber es ist doch immer so, daß die Person dann zerpflückt wird.

Man sucht alles gegen ihn, egal, ob es mit den ursprünglichen Vorwürfen zutun hat oder nicht.
Zumindest steht gerade die Doktorarbeit im Vordergrund und hat die eigentlichen Punkte in den Diskussionen verdrängt. Absicht?


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Was sagt ihr dazu ? Muss das sein ? Tadel oder Verweis ? Aberkennen des Doktortitels ?
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Was nun diese Arbeit angeht, frage ich mich schon, wie man dabei so dämlich sein kann.
Wer eine Diplomarbeit oder Dissertation schreibt, hat sich zu informieren, wie man aktuell richtig zitiert und es auch so anzuwenden.
Mag sein, daß man es einmal tatsächlich vergißt, könnte ich noch als menschlichen Fehler akzeptieren, aber wenn es gehäuft vorkommt, ist entweder völlige Blödheit oder Absicht.

Ich habe auch schon Dissertationen gelesen, die nur darin bestanden, daß aus etlichen anderen Veröffentlichungen abgekupfert und alles nur gesammelt wurde. In meinen Augen ist das nichts wert, gar nichts.
Und wenn so eine Dissertation aberkannt wird, finde ich es berechtigt.

Beitrag von erdbeertiger 18.02.11 - 09:16 Uhr

Hallo Ayshe

"Was nun diese Arbeit angeht, frage ich mich schon, wie man dabei so dämlich sein kann.
Wer eine Diplomarbeit oder Dissertation schreibt, hat sich zu informieren, wie man aktuell richtig zitiert und es auch so anzuwenden.
Mag sein, daß man es einmal tatsächlich vergißt, könnte ich noch als menschlichen Fehler akzeptieren, aber wenn es gehäuft vorkommt, ist entweder völlige Blödheit oder Absicht. "

Ich glaub, im wesentlichen war es das - dämlich! Die nicht gekennzeichneten Zitate belaufen sich auf max. 5 von knapp 500 Seiten der Dissertation - die ansonsten über 1000 Fußnoten hat. Also kann er zitieren (und hat das auch reichlich getan), aber an einigen Stellen geschlampt (und da es überwiegend darstellende Texte waren, hat er auch nciht originelle Gedankengänge geklaut)

Vielleicht hat er Exzerpte zusammengepostet und dann nicht mehr an die Quellenbenennung gedacht oder oder.

Aber ich glaube, dass die Arbeit als solche dadurch nicht zwingend weniger wert ist...


Beitrag von ayshe 18.02.11 - 09:29 Uhr

Ich kann dir nur sagen, daß es Dissertationen gibt, die einzig aus einer Zusammenstellung von anderen Leuten besteht, DIE sich wirklich mal etwas erarbeitet haben.
Und manche Arbeit kann ich dann eben nicht ernst nehmen, weil es keine ERarbeitung ist, sondern nur eine reine Fleißarbeit, die wirklich jeder leisten kann. Schade, daß man dafür einen Doktortitel bekommt, vor dem auch noch manch einer Achtung hat.

Beitrag von erdbeertiger 18.02.11 - 09:59 Uhr

Ja, ich weiß, dass es solche Dissertationen gibt - ich habe mehr als genug davon gelesen! Und natürlich ist das eine reine Fleißarbeit - aber diese beurteilung sollte der entsprechenden Fakultät überlassen bleiben, daür sind die ja da.

ich meine nur: wenn die juristische Fakultät der Universität Bayreuth diese spezielle Dissertation mit scl bewertet hat, dann sicher nicht, weil sie nur abgekupfert ist. und wenn eigene originelle Gedankengänge drin sind die ein scl verdient haben, dann werden diese durch mangelnde Sorgfalt im beschreibenden teil nicht weniger originell.

Beitrag von ayshe 18.02.11 - 10:13 Uhr

Ich habe da so meine Zweifel, was die Bewertungen angeht.

Beitrag von ayshe 18.02.11 - 11:59 Uhr

Sieh dir mal den Link von fred-kotelett an, der Hammer.

Beitrag von nele27 18.02.11 - 12:03 Uhr

***Wer eine Diplomarbeit oder Dissertation schreibt, hat sich zu informieren, wie man aktuell richtig zitiert und es auch so anzuwenden.***

Ich kann zwar nur mit bescheidenen 200 Seiten Magisterarbeit aufwarten, ABER: Trotz empirischer Ausrichtung der Arbeit (was die Zitatesammlung verkleinert) und dem Bemühen, mich an die Regeln zu halten garantiere ich, dass auch ich nicht alles bis ins haarkleinste Detail richtig zitiert habe.
Warum?
Na, wenn man 50 oder 100 Bücher liest und Experten um Experten in seinem Kopf diskutiert, dann ist man irgendwann so voller Fachjargon, dass man gar nicht mehr merkt, ob die Erkenntnis x nun auch schon Autor y irgendwo auf der vorletzten Seite formuliert hat oder ob das mein geistiges EIgentum ist
War bei mir zumindest so #gruebel

LG, Nele

Beitrag von ayshe 18.02.11 - 12:11 Uhr

Ich verstehe, was du meinst, es ging mir damals auch nicht anders.
Aber er hat tatsächlich wörtlich zitiert und sieh dir mal im Link an, wie oft er es nicht als Zitat richtig gekennzeichnet hat.
Das ist doch nicht normal.

Beitrag von hinterwaeldlerin09 18.02.11 - 12:15 Uhr

#pro

Beitrag von nele27 18.02.11 - 12:51 Uhr

Ok, so genau habe ich es mir nicht durchgelesen...

Du meinst also, die Diss diesen Herrn ist genauso ein Soufflé wie der Herr selbst?? :-)

Beitrag von ayshe 18.02.11 - 13:15 Uhr

Um ehrlich zu sein, JA.

Heiße Luft eben.