Was soll ich tun?

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von elfenmariechen 17.02.11 - 21:21 Uhr

Hallo!

Ich wende mich heute an euch, weil ich einfach nicht mehr weiß, was ich machen soll. Vielleicht habt ihr einen Rat für mich?
Ich bin seit 4,5 Jahren verheiratet, wir haben zwei Kinder (3,5 + 2,5), meine Tochter ist schwerbehindert, aber eine Strahlemaus, die es einem leicht macht. Ich mache zur Zeit mein Referendariat, bin wahrscheinlich im November fertig.

Das Problem: Unsere Ehe ist so ziemlich am Ende. Mein Mann ist toll, hilft mir, wo er kann, ist ein klasse Papa... Aber ich liebe ihn einfach nicht mehr. Ich ertrage es kaum noch, mit ihm in einem Raum zu sein, geschweige denn in einem Bett. Das hat natürlich Ursachen: Vor fast drei Jahren hat mein Mann schwerwiegende Entscheidungen getroffen, von denen ich hinterher per Zufall erfahren habe, die mich und uns aber immernoch belasten. Das war kein Einzelfall, er macht Dinge, die uns eigentlich alle betreffen, mit sich aus, und wenn ich Glück habe, werde ich mal irgendwann informiert. Ich vertraue ihm nicht mehr, ich weiß nie, woran ich bin.

So, und nun? Mein eigenes Liebesunglück den Kindern zuliebe hinnehmen? Oder ihn verlassen und meine Kinder zu Scheidungskindern machen? Worunter leiden sie mehr, unter der lieblosen Beziehung ihrer Eltern oder unter einer Scheidung? Und wie soll ich das alleine packen?

Bitte, bitte gebt mir einen Rat!

Vielen Dank!
Mariechen

Beitrag von *Geborgenheit* 17.02.11 - 22:41 Uhr

Erst einmal ziehe ich den Hut vor dir!

Referendariat machen mit zwei Kindern, wovon eines behindert ist (und auch wenn sie ein süße Zaubermaus ist die es dir leicht macht, so ist es für DICH sicher trotzdem belastender als wäre sie gesund denke ich, oder?)

#pro

Nun zu deiner eigentlichen Frage:

Die Entscheidung kann dir keiner abnehmen!
Aber meine Meinung ist, das du nicht nur für deine Kinder lebst. Ein leben in dem sich die Eltern nicht wohl fühlen (oder ein Elternteil), unglücklich ist und Spannungen herschen, sind für ein Kind auch nicht leicht zu ertragen.

Auch wenn man sich bemüht es von den Kindern fern zu halten, diese kleinen Wesen haben sehr zahrte Sensoren und bekommen gerade auf der Gefühlsebene viel mehr mit als es uns lieb manchmal lieb ist.

Scheidungskinder sind nicht gleichzeitig unglückliche Kinder!
Wichtig ist das ihr GEMEINSAM ELTERN bleibt, auch wenn ihr als Paar getrennt seid!

Bevor du diesen Schritt gehst würde ich aber noch einmal in mich gehen und alle Möglichkeite ausschöpfen.
Denn viele Ehen haben tiefe Kriesen gemeistert und waren im Nachhinein froh...

Wenn du aber für dich entschieden hast das es nichts mehr bringt und du aus dieser Beziehung ausbrechen möchtest weil DU darin kaputt gehst dann tu das!

Eine unglückliche Mama ist auch nicht gleich zu setzten mit einer schönen Kindheit. Soll heissen, mit Gewalt kann man sich nix "schönleben" was einfach nicht mehr schön ist... Leider ...

Was auch immer du tust, ich wünsche dir alles erdenklich Liebe und Gute und das du deinen Weg findest!

Geborgenheit

Beitrag von asimbonanga 17.02.11 - 23:06 Uhr

Hallo Mariechen,
es ist schwer hier einen Rat zu geben, zumal du die "schwerwiegenden Entscheidungen" nicht genannt hast.So kann man nicht nachvollziehen was dich belastet und dir ursächlich erscheint.
Mir ist aufgefallen, das du in relativ kurzer Zeit drei mal schwanger warst.Auch ein unkompliziertes schwer behindertes Kind belastet und man macht sich viele Sorgen.Dazu steckst du im Referendariat, hast also einiges zu bewältigen.
Vielleicht kann dein Mann sich erstmal eine Wohnung nehmen und dann sieht man weiter.Entweder du bist total erleichtert oder ihr versucht es noch mal miteinander.
Auch sehr kleine Kinder bekommen derartige Spannungen natürlich mit.Irgendwann erholen sich auch Scheidungskinder, ich würde fast behaupten, je jünger sie sind, umso besser.

L.G.

Beitrag von absentia 18.02.11 - 09:45 Uhr

Das ist wirklich nicht einfach das zu entscheiden.
Vielleicht solltet ihr mal eine Zeit lang eine räumliche Trennung durchleben um zu sehen ob man nicht doch einander vermisst oder ob Gefühle wieder hoch kommen.
Vielleicht belastet alles in allem aber doch zuviel und du stellst deine Bedürfnisse wirklich so weit in eine Ecke das du nicht merkst ob du noch Gefühle hast.
Sprecht miteinander vielleicht hilft das. Aber so eine Entscheidung sollte wirklich gut überlegt sein. Wenn es letztendlich doch dazu kommt das eine Trennung unvermeidlich ist, tragt es bitte nicht auf dem Rücken der Kinder aus. Man kann auch trotzdem gemeinsam Eltern sein auch wenn man nicht mehr zusammen ist.
Ich wünsche dir alles Gute für deine Zukunft egal wie sie denn aussehen mag.

Beitrag von schnee-weisschen 18.02.11 - 08:26 Uhr

Hey,

Dein Mann ist ein liebevoller Vater und hilft Dir.
Für Deine Kinder wäre es mit Sicherheit schlimm, wenn ihr Euch scheiden lassen würdet.
Scheidungskind ist nicht gleich Scheidungskind...
Wenn in einer Familie nur noch Mord und Totschlag an der Tagesordnung ist, ist es sicher besser, die Kinder da rauszunehmen, aber das ist bei Euch ja nicht so.

Ich würde mich nicht übereilt trennen, sondern an dem eigentlichen Problem arbeiten.
Ein Problem (oder mehrere) gibt es bei vielen, und ich halte es für falsch, direkt in den Sack zu hauen.
Versuch doch mal, Dich daran zu erinnern, was Du an ihm besonders liebenswert gefunden hast.

Hört sich pathetisch an, aber Aktion erzeugt Reaktion.
Da würde ich ansetzen und versuchen, eine Änderung herbeizuführen.

Vielleicht weiss Dein Mann gar nicht, dass Du eigentlich nicht mehr möchtest?
Ich würde mit ihm sprechen und es genauso sagen, wie es ist. Und wenn es nicht ankommt, mich entsprechend verhalten (damit meine ich nicht, das Zeug packen...).


Ich würde den Kindern zuliebe nicht vorschnell aufgeben.


LG

sw

Beitrag von manavgat 18.02.11 - 09:08 Uhr

Aber ich liebe ihn einfach nicht mehr.


Aha.


Wie wäre es mit einer Paartherapie?


Ich kann verstehen, dass Dir das Verhalten Deines Partners stinkt. Das wäre aber eventuell zu ändern.


Gruß

Manavgat

Beitrag von frauke131 18.02.11 - 10:16 Uhr

Zunächst einmal musst Du Paar- und Elternebene trennen. Er ist ein liebevoller Vater? Warum sollte sich das nach der Trennung ändern?

Du musst ja nicht das Modell- Vollzeitmami und Wochendpapi- wählen, sondern könntet Euch anders einigen, um den Kindern die Trennung einfacher zu machen.
Ich rate Euch zu einer Paartherapie, um zu sehen, ob nicht doch noch Gefühle da sind. Sollte nichts mehr zu retten sein, wird Euch da auch bei einer vernünftigen Regelung die Kinder betreffend geholfen.

Ich bin fast 14 Jahre mit meinem Mann zusammen und 8 davon verheiratet- wir standen auch schon vor der Trennung und es hat lange gedauert, wieder zusammenzufinden. Aber es lohnt sich, darum zu kämpfen.

Beitrag von nele27 18.02.11 - 11:49 Uhr

***und es hat lange gedauert, wieder zusammenzufinden.***

Neugierige Frage: Wie lange hat es denn gedauert und woran hast Du gemerkt, dass ihr nun wieder zusammengefunden habt??

Wenn Dir das im Forum zu intim ist, gern per VK...

LG, Nele