ADS Sohn plötzlich agressiv in der Schule?!

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von madmat 18.02.11 - 09:07 Uhr

Es geht um meinen Sohn. Er ist 11 Jahre alt.
Vor 4 Jahren wurde ADS bei ihm diagnostiziert, und er wurde gut auf Medikinet eingestellt.
Er ist sehr intelligent (IQ bei 128 ohne Medis).
Im Sommer ist er, aufgrund seiner Arbeitsweise auf die Realschule gekommen. Er hat zwar eine äußerst schnelle Auffassungsgabe, aber er träumt recht viel, verweigerte Arbeiten und Hausaufgaben sind kein Hobby ;-)
Uns wurde gesagt, daß er notentechnisch auf ein Gym gehen könnte. Die Lehrer waren aber wegen seiner Arbeitsweise garnicht dafür.
In den letzten Monaten ist er sehr agressiv in der Schule. Er ist eher ein Außenseiter, weil ihn Dinge interessieren, "die sonst keinen A... interessieren",.. so eine Lehrerin bei einem Elterngespräch.
Er beschimpft andere mit Schimpfwörtern, und schlägt. So kennen wir ihn nicht. In der Grundschule war er nie ein Draufgänger,.. eher ein Junge, der keiner Fliege war zuleide tun kann, der sich nie wehrte, wenn etwas passierte. Und jetzt so?!?
Zuhause hat er sich nicht geändert, genauso, wie es hier nicht irgendwelche Vorfälle gab, die sein Verhalten erklären könnten.
Seine Lehrerin sagte, er möchte zwar Teil der Klasse sein, tut aber alles dafür, daß es nicht soweit kommt.
Am 1.3. haben wir wieder einen Termin im SPZ. Uns wurde von der Schule nahegelegt, ihn verhaltensmäßig therapieren zu lassen.

Habt ihr mit Euren Kindern ähnliche Probleme?

Liebe Grüße und Dankeschön

Mm

Beitrag von marion2 18.02.11 - 09:38 Uhr

Hallo,

er ist unterfordert.

Was macht ein Kind mit einem IQ von 128 auf ner Realschule????

Gruß Marion

Beitrag von madmat 18.02.11 - 12:22 Uhr

Weil die Lehrer der Grundschule das aufgrund seiner Arbeitsweise empfohlen haben. Er arbeitet eben sehr langsam oft auch unkonzentriert, wenn ihn ein Thema nicht weiter interessiert.
Wir haben Angst, daß er mit dieser Problematik auf einem Gym noch mehr untergehen würde.
Er sagt sehr oft, daß ihm das alles langweilt. Er haßt die ständigen Wiederholungen.
Eine einzige Lehrerin geht darauf ein. Dort braucht er keine ellenlange Texte schreiben, sondern erledigt die Aufgaben mündlich!... sie geht sehr viele Kompromisse mit ihm ein. Aber das ist eben in allen anderen Fächern nicht der Fall.

Wir wissen nicht, was wir richtig machen! Wir wissen nur, daß es so, wie es im Moment läuft, nicht mehr lange geht! Wir wollen ihn auch nicht überfordern.
Wir können ihn hier zu Hause fordern,... aber so, wie wir es können, können das die Lehrer nicht.
Er hat jetzt ein Zeugnis im Schnitt von 2,7. In den wichtigen Fächern (Deutsch, Mathe, Englisch?) hat er jeweils eine drei. Das wären ja nicht unbedingt Noten für das Gym.
Sein Glück ist, daß die Kopfnoten weggefallen sind, denn diese wären katastrophal.

Am 1. März haben wir einen ermin im SPZ und ich hoffe, daß unser behandelnder Arzt uns sagen kann, was wir machen sollen.

Liebe Grüße

Beitrag von marion2 18.02.11 - 13:18 Uhr

Hallo,

unterfordern ist so schlimm wie überfordern.

Ihr macht also - wie alle Eltern - so oder so alles falsch.

#tasse rüberschieb

LG Marion

Beitrag von nanoukaladar 18.02.11 - 10:55 Uhr

Die Lehrer haben deinen Sohn anhand seiner Defizite beurteilt und für die Realschule empfohlen. Wen wunderts, dass nun die Defizite stärker hervortreten?
Wäre der Fokus auf seine Stärken, Talente, seine Begabung gerichtet worden, dann würden wohl die nun dominieren.

Besteht die Möglichkeit, dass er jetzt oder im Sommer aufs Gymnasium wechselt?
Wenn er dann an einer Schule ist, welche seinen kognitiven Fähigkeiten entspricht, kann er unterstützend durchaus in eine Sozialverhaltenbstherapie.

Beitrag von madmat 18.02.11 - 12:32 Uhr

Hallo,

wir achten hier natürlich sehr darauf, daß er gefordert wird. Aber so individuell, wie wir das machen, kann man das nicht im Klassenverbund.

Wenn Lehrer,... die ja Ahnung von ihrem Job haben sollten, Dir sagen, daß Dein Kind zwar notentechnisch aufs Gym gehen könnte, es aber wegen seiner Arbeitsweise nicht schafft,... dann geht man doch normalerweise davon aus, daß sie recht haben, oder?

Ob die Möglichkeit besteht zu wechseln, weiß ich nicht, denn seine Noten sind derzeit nicht mehr so gut, wie auf der Grundschule. In den Hauptfächern steht er momentan jeweils auf 3. Das wären eigentlich keine Noten fürs Gym, oder?

Viele Grüße und Vielen Dank

Beitrag von lisschen 18.02.11 - 13:51 Uhr

hy,

ich würde sagen erst absolut unterfordert und langweilt sich in der Schule.

Ist bei meinem neffen (der größtenteils bei mir lebt seit 6 jahren) auch so . bei uns hat es dank medis besser geklappt.
gruß

Beitrag von cappu55 28.02.11 - 18:55 Uhr

Hallo,

ich bin auch der Meinung, das dein Sohn unterfordert ist! Bei meinem
Sohn (IQ 130) auch ADS war die vorherschende Meinung der Grundschul-
lehrer auch bloß nicht aufs Gymi, das schafft er nie. (Notenschnitt 2,0)
Auch der Beratungslehrer eines Gymnasiums riet uns ab, er meinte sogar
wir sollen ihn auf die Hauptschule gehen lassen und dann den M-Zweig !
Glücklicherweise haben wir dann noch einen Termin mit dem Direktor eines anderen Gymnasium gemacht, und dieser hat dann gesagt: " Wir versuchen das, wir werden versuchen ihn zu unterstützen" Was soll ich sagen zum Glück haben wir uns dafür entschieden, er ist jetzt in der 8. Klasse und schlägt sich tapfer!!Sein Notendurchschnitt schwankt jetzt zwischen 2,8 und 3,3 aber das ist bei den meisten Kindern in seiner Klasse so. Wenn es möglich ist versuche ihn auf ein Gymnasium zu bekommen , ich würde aber offen mit dem Direktor über euer Problem sprechen!

Liebe Grüße und viel Kraft

cappu55