Darf mein Chef über mein Wissen frei verfügen?

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Beitrag von zora219 18.02.11 - 09:32 Uhr

Hallo!
Hoffe mir kann jemand weiterhelfen.

Ich arbeite in einem Ingenieurbüro als Bautechnikerin. Dabei arbeite ich mit verschiedenen Programmen. Ein großer Auftraggeber möchte nun das ich für deren Mitarbeiter eine CAD-Schulung abhalte.
Eine CAD-Schulung kostet auf dem freiem Markt pro Person etwa 1300 Euro netto.

In meinem Arbeitsvertrag steht nichts von Schulungen. Dieses Wissen habe ich außerdem mit in den Betrieb gebracht. Habe noch nie ne Fortbildung oder ähnliches genießen dürfen.

Muss ich im Auftrag von meinem Chef diese Schulung abhalten?
Darf mir mein Chef verbieten diesen Kurs "privat" abzuhalten?
Was und wo muss ich das alles anmelden. Also Steuerlich, Gewerbe usw.?

LG,
Zora

Beitrag von kathi.net 18.02.11 - 09:39 Uhr

Hab ich es richtig verstanden:

1. Dein Chef möchte, dass Du die Schulung abhälst?
2. Du möchtest sie aber als "Privat"-Kurs anbieten?

Ich denke hier dürfte wohl ein Interessenkonflikt bestehen. Und da es sich wie es scheint um nicht unerhebliche Summen handelt, kann ich nachvollziehen, dass er Dir das untersagen kann.

LG Kathi

Beitrag von vwpassat 18.02.11 - 09:43 Uhr

Hochmut kommt vor dem Fall.

Beitrag von zora219 18.02.11 - 10:13 Uhr

Das hat nichts mit Hochmut zu tun.

Beitrag von vwpassat 18.02.11 - 11:39 Uhr

Deine Überschrift und das Eingangsposting passt überhaupt nicht zu den Fakten, die Du nach und nach rauslässt.

Dein Chef will überhaupt gar nicht über irgendetwas "verfügen".

Beitrag von hinterwaeldlerin09 18.02.11 - 10:43 Uhr

Es hilft der TE nicht, wenn du deine Ängste und deinen angeknacksten Selbstwert auf sie projezierst.

Beitrag von vwpassat 18.02.11 - 11:40 Uhr

Eigenartige Darstellung.

Ich hab bestimmt keine Angst.

Beitrag von hinterwaeldlerin09 18.02.11 - 11:44 Uhr

Ja, nee, ist klar.

Beitrag von ayshe 18.02.11 - 09:58 Uhr

Vorweg, wie es rechtlich aussieht, kann ich dir nicht sagen.


Ein AG kauft sich einen AN ein und auch sein Wissen, dafür bezahlt er ja.
Jeder bringt eine Menge Wissen mit in den Betrieb, das ist doch normal und deshalb wird ja auch eingestellt.

Und ein AG kann je nach Vertrag auch die Aufgaben ausweiten, wenn er es für nötig hält. Wer macht schon 20 Jahre lange immer nur dasselbe, übertrieben gesagt?


Eine andere Frage, welche offiziellen Vorausssetzungen müßtest du denn nachweisen, wenn du als Referent privat Schulungen anbietest?
Was ist mit Zertifikaten?
Wenn du die 1300 Euro nehmen willst, mußt du auch vergleichsweise seriös und kompetent eine Schulung mit Zertifikat anbieten.

Beitrag von zora219 18.02.11 - 10:13 Uhr

Toll das soviele Antworten.

Also, erstmal zu kathi.net:
Nein, nicht mein Chef möchte das ich die Schulung abhalte, sondern ein Auftraggeber von uns.

Ich bin in meinem Betrieb eingestellt um Vermessungen durchzuführen, Straßen- oder Kanalmaßnahmen planen und auszuschreiben und um Bauleitungen durchzuführen.
Ich bin kein zertifizierter CAD-Schuler. Ich arbeite nur mit diesen Programmen. Nach einiger Zeit kennt man sich eben in diesen Programmen recht gut aus.
Ein Auftraggeber, bei dem wir verschiedene Straßenbaumaßnahmen haben, verwaltet sein Werksgelände selbst. Dafür wollen sie Pläne bearbeiten. Und für den Zweck sollen die Mitarbeiter ne Schulung bekommen.

Mit den 1300Euro wollte ich nur eine Vorstellung davon geben, wieviel sowas kosten würde, wenn sie sich jemanden von dem Programmhersteller nehmen würden.
Die wissen das ich keine Zertifikate habe. Sind aber mit meinen Erklärungen zufrieden. Ich hab das mit den Schulungen ja nicht vorgeschlagen.

Beitrag von ayshe 18.02.11 - 10:21 Uhr

Zumindest müßtest du den Nebenverdienst sicher beim AG anmelden.

Würde so etwas öfter vorkommen?
dann könntest du mit deinem AG eine finanzielle Regelung vereinbaren, wenn er seine Dienstleistungen um diesen Punkt erweitert.#kratz

Beitrag von windsbraut69 18.02.11 - 10:21 Uhr

Ja, frag doch mal Deinen Chef, was er davon hält, wenn Du Deine dienstlichen Kontakte für ein Nebengewerbe nutzt und nebenbei dann bei seinen Kunden arbeitest.

Gruß,

W

Beitrag von hinterwaeldlerin09 18.02.11 - 10:40 Uhr

#kratz

Davon war doch an einer Stelle die Rede!

Beitrag von hinterwaeldlerin09 18.02.11 - 10:47 Uhr

#klatsch Davon war doch an KEINER Stelle die Rede!

Beitrag von gh1954 18.02.11 - 10:51 Uhr

Ich habe das aber auch so verstanden.

>>>Darf mir mein Chef verbieten diesen Kurs "privat" abzuhalten?
Was und wo muss ich das alles anmelden. Also Steuerlich, Gewerbe usw.? <<<

Beitrag von windsbraut69 18.02.11 - 11:06 Uhr

Wovon war nicht die Rede?
Sie fragt doch nach einer Möglichkeit, den Kurs "privat" abzuhalten?
Das ist m. E. eine Nebentätigkeit, die der Zustimmung ihres Arbeitgebers bedarf.

LG,

W

Beitrag von hinterwaeldlerin09 18.02.11 - 11:33 Uhr

Tut mir leid, so habe ich das nicht verstanden. Denn sie hat das Zertifikat nicht. Sie kann das gar nicht privat anbieten.

Wenn Sie keine zertifizierte Dozentin ist, kann sie den Teilnehmern keine entsprechenden Teilnahmebescheinigungen aussstellen. Die bei diesen dann ein Wissen auf einem bestimmten Niveau nachweisen.#aha Und die diese Teilnehmer z.B. ihrer Personalakte oder Bewerbungen als Qualifikationsnachweis hinzufügen können.

Ich habe einige Jahre mit SAP gearbeitet, war auch gut darin, habe sogar im kleinen Kreis Mitarbeiter geschult. Aber deswegen konnte ich doch nicht "raus" gehen und Schulungen abhalten und gegen die von SAP zertifizierten antreten!

Was für Bescheinigungen hätte ich den Teilnehmern denn ausstellen sollen? Ich hatte keine Lizenz von SAP! Die Qualität meiner Schulungen ist vom Hersteller doch gar nicht geprüft. Und die achten natürlich darauf, dass nicht jeder gut geübte User losrennt und mit deren Namen teure Kurse anbietet.

Es gibt viel Schindluder in der Szene, aber der Gedanke von Qualitätssicherung durch Zertifizierung ist an sich gar nicht schlecht.

Wie gesagt, wenn die TE als geübte Userin Kurse anbietet, mag sie ja gut sein, aber ihre Teilnehmer haben nichts davon. Denn in der Szene haben nicht-zertifizierte Bescheinigungen keinen Wert.

Das interessiert anscheinend den Auftraggeber so wenig wie ihren Chef, aber das ist ein anderes Thema.

lg die hinterwäldlerin

Beitrag von windsbraut69 18.02.11 - 11:41 Uhr

Doch, natürlich "kann" sie Kurse anbieten, wenn Sie Kunden findet, die das wollen.
Ich würde für eine solche Schulung keinen Cent ausgeben und hätte auch Bedenken, sie anzubieten, ohne die Qualifikation dafür zu haben aber illegal dürfte das nicht sein.

Worauf ich aber hinaus wollte, ist die nötige Zustimmung ihres Arbeitgebers für eine Nebenbeschäftigung. Da es sich offensichlich um seine Klienten handelt und ein Aufgabengebiet, dass direkt mit dem ihren in der Firma zu tun hat, kann er diese m. E. verweigern.

LG,

W

Beitrag von kathi.net 18.02.11 - 11:43 Uhr

"Wenn Sie keine zertifizierte Dozentin ist, kann sie den Teilnehmern keine entsprechenden Teilnahmebescheinigungen aussstellen. Die bei diesen dann ein Wissen auf einem bestimmten Niveau nachweisen. Und die diese Teilnehmer z.B. ihrer Personalakte oder Bewerbungen als Qualifikationsnachweis hinzufügen können."


Sorry, aber eine Teilnahmebescheinigung sagt nie etwas über eine Qualifikation aus - sagt ja der Name schon. Und darum ging es hier auch gar nicht.

Ich glaube es wäre gut, wenn du noch mal ein Auge auf die Ausgangsfrage wirfst.

Beitrag von hinterwaeldlerin09 18.02.11 - 11:47 Uhr

Stimmt! Teilnahmebescheinigung war unsauber ausgedrückt.

Wollte gar nicht so weit rausschwimmen, wollte nur erklären, warum ich eine bestimmte Aussage der TE auf eine bestimmte Weise verstanden habe.

Das war alles.

lg die hinterwäldlerin

Beitrag von kathi.net 18.02.11 - 10:21 Uhr

"sondern ein Auftraggeber von uns....."

Genau das ist der Punkt. Es ist ein Auftraggeber der Firma. Was sagt denn dein Chef zu dieser Anfrage?

Beitrag von hinterwaeldlerin09 18.02.11 - 10:35 Uhr

Hallo zora,

wenn du das Zertifikat nicht hast, ist auch die Schulung nicht zertifiziert, auch wenn du gute User-Kenntnisse hast. Das sollte dem Auftraggeber klar sein.

Wenn deine Aufgaben in deinem Arbeitsvertrag umrissen sind und Schulungen nicht dazu gehören, solltest du mit deinem Chef mal sprechen. Man kann von dir als Arbeitnehmerin schon mal etwas erwarten, was nicht im Vertrag steht, allerdings wenn das zur Gewohnheit wird...muss das neue Aufgabenfeld auch in den Vertrag. Und da wäre der neue Auftraggeber vielleicht der Anlaß, die Dinge perspektivisch neu zu gestalten.

Wenn du z.B. das Schulungs-Zertifikat erwirbst, kannst du bei weiteren Auftraggebern eingesetzt werden und zertifizierte Schulungen anbieten. Davon hätte der Chef etwas und du auch. Es schließt sich dann die Frage an, welche Auswirkungen das auf dein Gehalt hat.

lg die hinterwäldlerin

Beitrag von manavgat 18.02.11 - 14:16 Uhr

Lass Dir von Deinem AG schriftlich bestätigen, dass Du als Nebenjob freiberuflich Schulungen durchführen darfst.

Dann machst Du dem Kunden ein Angebot.

Sofern Schulungen geben nicht von Deinem Arbeitsvertrag abgedeckt sind, so musst Du die für Deinen normalen Lohn nicht abhalten. Ich würde das auch nicht machen!

Gruß

Manavgat

Beitrag von zora219 18.02.11 - 10:53 Uhr

Mein Chef sagt dazu im moment noch nichts. Er ist im Urlaub und kommt erst nächste Woche wieder.

Denke nicht das es häufiger vorkommen würde.

Ayshes Idee find ich gut.
Hab zu meinem Chef eigentlich ein gutes Verhältnis. Denke das ich tatsächlich mit ihm eine finanzielle Regelung für diese Situation finden könnte. Dann könnte ich mir auch die ganze gewerbliche Anmelderei sparen. Und die teure Anschaffung des CAD-Programms.

Danke euch #winke



Beitrag von vwpassat 18.02.11 - 11:43 Uhr

Da Du ja nun endlich etwas genauer darauf eingegangen bist, käme eigentlich nuir folgendes in Frage:

Du klärst das Ganze mit Deinem Chef und der soll sich mit dem Auftraggeber einig werden.

Natürlich sollte es sich für Dich auch finanziell etwas lohnen.

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