Burnout

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von jill1976 18.02.11 - 11:58 Uhr

Hallo

Ich mach es mal kurz und knapp.

Ich hab schon länger die Vermutung ,das ich unter einem Burnout-Syndrom leide.Alles deutet darauf hin.

-Das Gefühl der innerlichen Leere

-Das Gefühl"Ich kann nicht mehr" und "Alles wird mir zuviel""Mir ist bald alles egal"

-ich komm morgens nur noch schwer aus dem Bett ,bin dauernd krank usw..bin jetzt seit über 6 Wochen krankgeschrieben,mich hat schon der Medizinische Dienst angeschrieben wo ich Dienstag nä. Woche hinsoll....

ich weiß gar nicht was ich da sagen soll bzw. sollte und was nicht.Einerseits will ich meine Arbeit nicht verlieren andererseits schon(nicht falsch verstehen...ich arbeitete immer gerne nur im moment geht nix mehr hab ich das Gefühl).Mir wurde heute im Gespräch am Tel. mit der KK vorgeworfen ich würde mir das schon so zurechtlegen mit dem Stress bzw. mich da hineinsteigern...war danach völlig fertig und am heulen.Ich hab das Gefühl,ich werde nicht ernstgenommen bzw. mir wird nicht geglaubt.Ich habe 2 Kinder ,ghe halbtags arbieten als Krankenschwester in der ambulanten Pflege und hab das gefühl,gerade da ich vom Fach bin,das mir nicht geglaubt wird bzw. ich ständig Rechenschaft aufgrund meines Befindens geben muß.Wann glaubt man jemandem denn mal.Muß ich erst zusammenbrechen,damit alle sehen,das es ernst ist?Ich bin sehr traurig und ratlos.Wer hat viell. einen Rat für mich ,v.a. was ich beim MDK erzählen soll?Soll ich so tun als wäre balsd alles in Ordnung und ich mich auf dem Weg der Besserung befinde obwohl das nicht stimmt?Oder soll ich so ehrlich erzählen,wie es mir geht?Langsam werd ich nämlich echt sauer da ich nicht als Hypochonder hingestellt werden möchte weil ich es nicht bin und faul schon mal gar nicht:(
Ich befinde mich auch in einer SCH*** Ehe,in der ich total unglücklich bin und ich von meinem mann keinerlei Unterstützung erfahre,zudem ist er die ganze Woche als Berufskraftfahrer unterwegs und am WE muß ich meistens seine schlechte Laune ertragen und das Gezanke mit meiner Großen und ihm.Meine Große ist 13 und aus erster Ehe.Wir haben ein Haus und auch Schulden und eine gemeinsame Tochter von 5 jahren,weswegen es mich abschreckt ,mich ein 2.mal scheiden zu lassen.(v.a. wegen den vielen Schulden ,Haus usw...).ich weiß im Moment nicht wo mir der Kopf steht.Mein mannn macht mir schon wieder Druck,arbeiten zu gehen,obwohl ich mich fühle wie kurz vorm Nervenzusammenbruch.Ich fühl mich wie in einer Zwickmühle.Würde ich jetzt kündigen wäre das ja auch alles andere als sinnvoll,da ich dann ne Sperre vom Arbeitsamt bekommen würde.Ach man,was soll ich nur tun..bin echt verzweifelt.Überall muß ich nur Kritik ertragen anstatt das mal gesagt wird,was ich viell. gut mach:(
Ich will auch kein Mitleid,ich will nur das mich jemand versteht und ernst nimmt.

LG jill

Beitrag von shiela1982 18.02.11 - 19:24 Uhr

hallo,

oh man du arme!
das ist echt heftig.

da mit dem burnout versteh ich. hatte das selber, nach der geburt.
hab mit aber schnell wieder gefangen! gott sei dank.

meine mama hatte das aber länger,mit dem ausgebrannt sein.
sie ist zum hausarzt und der hat ihr eine kur verschrieben.die
hat ihr ganz gut getan.
vielleicht wäre eine psychologische hilfe bei dir auch nicht verkehrt?!
die können das dann gut beweisen das du burn out hast.
aber der hausarzt meiner mama hat das auch so geglaubt, war ja auch so!
außerdem versteh ich dich, da du krankenschwester bist.
ich bin auch aus der medizin und in unserem krankenhaus hatten oder haben schon sooooo viele burn out weil sie einfach überbelastet sind und dann privat natürlich auch noch vieles zu tun haben!

ich hoffe das du bald wieder gesund wirst und das in den griff bekommst, das kann sonst ganz schnell in eine depression rutschen..... deine ehe muss man natürlich auch erst wieder "retten" oder wie auch immer!
privater rückhalt ist halt auch sehr wichtig!

alles gute
shiela

Beitrag von jill1976 18.02.11 - 22:41 Uhr

Vielen Dank für deine Antwort.Es tut alleine schon gut verstanden zu werden in so einer Situation:)))

LG und auch dir alles Gute

Beitrag von inessa73 19.02.11 - 07:57 Uhr

Hallo Jill !

Das Dir der Stress (vor allem auch der emotionale) über den Kopf wächst, glaube ich Dir wirklich.

Mir selber geht es oft ähnlich. Ich gehe auch halbtags (30 h/Woche) arbeiten, mache daher früh den Großen und die Zwillis fertig, dann ab zur Arbeit, Kinder wieder abholen. Zu Hause dann die Kinder bespaßen, Abendbrot und ab ins Bett.

Abends bin ich dann meistens auch total kaputt, wobei ich ja noch das Glck habe, daß ich einen Mann habe, mit dem ich mich verstehe. Durch seinen Schichtdienst kann er mir zwar oft nicht helfen, aber ich habe wenigstens keinen Strei mit ihm, was mich wahrscheinlich extrem fertig machen würde.

Ich kann Dir auch nur raten, gehe mal zum Arzt und schue zu, daß Du eine Kur bekommst. Du brauchst dringend mal eine Auszeit.

Evtl. wäre ein Psychologe auch was, denn wenn das so weitergeht, bekommst Du am Ende ´ne richtige Depression.

Versuche auch mal, Dir bischen für DIch abzuknapsen, ist auch extrem wichtig.

Also dann - alles Gute für Dich

Ines

Beitrag von branda 19.02.11 - 10:30 Uhr

Hallo

Erwarte nicht von anderen das sie dich ernst nehmen- nimm dich selber Ernst!! Du hast etwas, was man nicht sehen kann. Keine roten, juckende Flecken im Gesicht, keine triefende Nase, kein Gips am Arm- da sagen alle "och du arme" aber bei Migräne, Burn out, Depressionenen- da stößt man bei vielen auf ihre geistigen Grenzen.
Der einzige der dich da raus holen kann bist du selber. Dir kann von außen nur ein Fachmann helfen. Keine Familie, keine Arbeit, kein Forum- höchstens unterstützend.

Nimm dein Leben in die Hand- geh zum Arzt, lass dich beraten, mach ne Therapie oder was auch immer nötig ist und nimm dich und deinen Zustand ernst. Es ist wie mit ner Schwangerschaft, die kann man sich nicht wegreden!!!

Und ganz ehrlich- hör auf dir von den anderen in deinem Umfeld unterstützung zu erhoffen- die machen das nur noch schlimmer mit dem Unverständnis. Kümmer dich drum und lass die anderen außen vor.

Ich wünsche dir viel Kraft und Mut, lass dich nicht hängen, lass dir nichts einreden, aber reg dich auch nicht auf, dass dir keiner Glauben schenkt. Das ist nun mal so, leb damit und mach das beste draus. Halt die anderen raus- Kämpfe! Du bist krank- werd wieder gesund- für DICH!
#winke alles gute

Beitrag von niggi1983 20.02.11 - 22:56 Uhr

Hallo Jill!

Ich kann dich gut verstehen, ich habe momentan das gleiche Problem und befürchte, dass ich auch ein Burn out habe.#zitter
Ich arbeite ca. 50 Stunden die Woche (selbstständig) auch in der Gesundheitsbranche-wobei ich übrigens gelesen habe, dass es in dieser Berufsgruppe die meisten BO-Patienten gibt-und zu Hause wartet dann ja auch noch der Haushalt. Ich hab das Gefühl, alles wächst mir über den Kopf, ich bin kaum noch belastbar, vor ein paar Tagen hab ich einfach so angefangen zu weinen und wusste nicht warum.#schmoll Abends nach der Arbeit und am Wochenende hab ich dann zu gar nix mehr Lust, ich will niemanden sehen, einfach nur meine Ruhe haben. Ich leide schon seit dem Kleinkindalter an Migräne...die Anfälle häufen sich immer mehr so dass ich jetzt schon einen Leberschaden hab von den ganzen Medikamenten.:-[ Ich habe regelmäßig Rückenschmerzen und Verdauungsprobleme. Dazu kommt, dass mein Mann an Depressionen leidet und meine Eltern vor kurzem eine schwere Ehekrise durchmachen mussten, was natürlich auch an meinen Nerven sehr gezerrt hat. Ich habe jetzt mal bei einem Neurologen angerufen, habe aber erst Ende März einen Termin bekommen.#augen Manchmal denk ich aber ich kann nicht mehr so lange warten, es muss sofort etwas passieren, weil ich einfach am Ende meiner Kräfte bin. Wenn ich dran denke, dass morgen Montag ist und ich diese Woche wieder so viel Arbeit vor mir habe, wirds mir grad anders. Aber ich würde dir auch empfehlen zu einem Neurologen oder Psychologen zu gehen!
Sorry, aber musste mich jetzt auch mal ausheulen. Ich denke, wenn man sieht, dass es auch anderen so geht und man kann sich mit denen austauschen, tut einem das schon ganz gut.#bla

Liebe Grüße
niggi#winke

Beitrag von branda 11.05.11 - 13:27 Uhr

Hallo an alle,

mensch Leute, macht euch mal die Mühe, lest eure Beiträge noch mal durch!!! Wie geht es euch dabei? Wenn ihr euch vorstellt, das nicht ihr das geschrieben habt sondern eine andere Person, was würdet ihr diesen Personen raten? Sicher nur das gute und richtige: mach mal langsam, arbeite weniger, kümmere dich um dich.....und so weiter.

Gerade in Berufen, in denen man sozial sehr engergiert ist, ist Burnout weit verbreitet. Man nimmt viel mit, man ist immer für andere da- außerhalb der Familie, innerhalb...! Man denkt zu schnell und zu leicht, man muss einfach funktionieren- wenn nicht ich wer dann? Wenn ich es nciht mache macht es keiner. Und schau mal, der Herr K. im Zimmer 17 wie schlecht es dem geht, dagegen ist ja meines ein Fliegenschiss...aber so kann man eben nicht immer denken. Man muss sich auch mal selbst reflektieren, sich klar machen, das man viel leistet, viel mit nachhause nimmt an seelischem Müll und Abfall- den man dann auch noch zuhause wegpacken muss denn da sind ja die kleinen und der Mann- die Frau....!

Ich kann allen nur raten, die Warnzeichen ernst zu nehmen! Burnout ist schnell chronisch, man unterschätzt es und denkt leicht- es kommen andere Zeiten, ruhigere, bessere, finanziell abgesicherte, die Kinder sind bald aus dem gröbsten raus, wenn erst mal der Umzug rum ist, wenn erst mal...NEIN, dann kann es längst zu spät sein. Man steckt zurück, immer mehr und die Sorgen, Probleme, Ängste und die vielen, verdrängten Kleinigkeiten werden doch nicht weniger...im Gegenteil.

Nehmt euch bitte alle selber ernst und macht euch nicht nur klar, wie unentbehrlich ihr seit, sondern was passiert, wenn ihr plötzlich nicht mehr da seit!! Zusammenbruch, Krankenhaus, Kur...! Das ist es dann gewesen?

Mitten am Tag einfach so in Tränen auszubrechen- ist nicht normal! Also holt euch Hilfe, helft euch vor allem selber und seit nett zu euch und eurem Körper. Ich gehe mal davon aus, das ihr nur den einen habt und übrigens, solange mich keiner vom Gegenteil überzeugt, habt ihr nur dieses eine Leben- VERMASSELT ES NICHT!!!!

Dies ist ein feuriger Apell an alle die meinen immer alles geben zu müssen, sich nicht schonen und dann "plötzlich" ein Burnout bekommen! Das ist keine Grippe, keine ansteckende Krankheit- das ist Selfmade!

Liebgemeinter Gruß von Branda