Kein Recht auf Frei(z)(h)eit u. eigene Interessen? Vorsicht:XXL-Text

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von countrylady1221 18.02.11 - 13:56 Uhr

Hi, ich hoffe, Ihr habt genug Geduld und Nerven, um das zu lesen:

Ich habe heute mit Schrecken festgestellt, dass ich ein Leben lebe, das ich so nie wollte. Nie im Leben wollte ich - wie meine Mutter - finanziell und emotional von einem Mann abhängig sein. Nie und nimmer wegen Mann, Kinder und Haus auf Freunde und ab und zu ausgehen, Spaß haben, verzichten. Ich wollte nie, nie mehr jeden Pfennig/Cent 5 mal umdrehen müssen, sondern immer mein “eigenes” Geld verdienen, um mir auch mal was gönnen zu können.

Und was hab ich jetzt? Nen Couchpotatoe, der zwar arbeiten geht, aber weiss Gott nicht die große Kohle nach Hause bringt. Aber anstatt sich nen lukrativen Nebenjob zu suchen, hängt er lieber die halbe Nacht vorm PC, kommt morgens nicht in die Pötte und schleppt sich auch ansonsten so durch den Tag. Am Wochenende wird dann gepennt bis in die Puppen und ich kann alles alleine managen. Weil ich auf seinen Wunsch hin und auch den Kindern zuliebe anfangs zu Hause geblieben bin, finde ich jetzt keinen Job mehr (ich bewerbe mich seit 1 ½ Jahren immer wieder auf Mini- bzw. Teilzeitjobs - mehr ist zeitlich einfach nicht drin). Ich bin komplett alleine für Haushalt, Kinder und Termin-Abgehetze zuständig. Ich habe null Kontakte mehr, ist alles eingeschlafen, da wir auf keine Einladung mehr gegangen sind (keine Lust seinerseits). Wir kennen absolut niemanden hier in diesem Kaff, keiner will was mit uns zu tun haben, weil wir uns in keinem Verein, auf keinem Dorffest blicken lassen. Anfangs war ich immer alleine auf solchen Festen - ich muss jetzt aber nicht näher beschreiben, wie sich das anfühlte, oder? Wenn ich dann mal schlechte Laune habe, weil mir der immer gleiche Trott, die immer gleichen Gesichter, die immer gleichen Streitereien auf die Nerven gehen, dann soll ich “mir professionelle Hilfe” suchen! Ich sei nicht mehr normal und überhaupt ist das doch eh alles meine eigene Schuld. Ja, klar.

Der absolute Hammer war dann letzte Woche, als ich ihm vorschwärmte, dass ich soooo gerne mal nach Hamburg fahren wolle (wir wohnen in Süddeutschland - wäre also schon ne halbe Weltreise) und mir das Musical “Tarzan” ansehen möchte. Ich bin ein absoluter Norddeutschland-Fan, es wäre das totale Highlight für mich, mir diese Stadt mal in Ruhe anzugucken, bis jetzt sind wir immer nur durchgefahren. Jedenfalls rechnete er mir vor, was das wieder alles kosten würde und Hotel für 4 Personen, blablabla. Als ich ihm dann eröffnete, dass ich eigentlich geplant hatte, alleine hinzufahren, ist er total ausgeflippt. WIR sind EINE FAMILIE, da fährt man nicht alleine irgendwohin. ER käme doch auch NIE auf die Idee, alleine wegzufahren. Und überhaupt, wie ich das denn bezahlen wolle? Da hab ich ihm an den Latz geknallt, dass ich heilfroh wäre, wenn er mal für ne Weile wegfahren würde, damit ich mein Schlafzimmer mal wieder schnarchfrei hätte und was für ihn gelte, würde doch nicht automatisch für mich auch gelten. Ich will mal familienfrei! Ich möchte mal weg, um meine Batterien aufzuladen, mal was anderes sehen als unsere baufällige Bruchbude, mal was anderes hören, als das ständige Gezanke der Jungs und das Rumgemotze eines 14-jährigen Pubis.

Tja, seitdem hängt der Haussegen schief und natürlich bin ich da wieder schuld dran. Ich werde mit giftigen Blicken traktiert, man redet kaum mit mir und auch die Kinder sind deswegen total neben der Spur. Muss ich tatsächlich den Rest meines Lebens auf alles verzichten und immer Rücksicht nehmen? Tatsache ist, dass ich nebenbei einen Putzjob habe (ist stundentechnisch nicht sonderlich aufwändig, nur auf Dauer ist das keine Option für mich - ich putze zu Hause schon genug), mir damit aber echt keine goldene Nase verdiene und mein “Verdienst” sowieso als Aufstockung meines mir zugeteilten Haushaltsgeldes dient, da jenes weder vorne noch hinten reicht. Ich bekomme also absolut nichts auf die Seite gespart, was wiederum bedeutet, dass ich mir den Hamburg-Trip in die Haare schmieren kann. Boah, ich könnte…. Und ja, ich weiss, dass mein Herr Gemahl mich erste Sahne im Griff hat, weil ich mich so gar nicht wehre. Von wegen - der ist nur kritikresistent und hat es bestens drauf, den Schwarzen Peter mit irren Anschuldigungen zurückzuschieben. Ich hab so was von gestrichen die Schnauze voll!

Trotzdem schönes Wochenende Euch allen

die Unzufriedene

Beitrag von landmaus 18.02.11 - 14:13 Uhr

Entschuldige, aber da stellen sich mir die Nackenhaare auf. Ob Dein Mann ein Faulpelz, ein Stoffel oder ein Langweiler ist, kann ich gar nicht beurteilen, aber das tut doch bei Deinem Leben auch gar nichts zur Sache. DU bist verantwortlch für Dein Leben. DU kannst Dich entscheiden, wie es verlaufen soll und DU musst Dch auch darum kümmern.

Auszuflippen, wenn Du mal ein paar Tage frei haben willst, ist total unverschämt, aber wieso machst Du das mit. Wieso lebst Du diese passive Rolle, in der Dir alles passiert. Das macht Dich doch offensichtl ich weder glücklich noch zufrieden. Vielleicht solltest Du in Deinem Leben mal das große Reinemachen beginnen, dann ändert sich auch was.

Alles Gute dabei.

Beitrag von katinka72 18.02.11 - 14:22 Uhr

Hallo Unzufriedene,

die Frage ist doch: was willst du wirklich und was würdest du dafür tun?

Was ist der Grund dafür, dass du die Tretmühle so mitmachst, wie du es selbst nie wolltest?

Ich lese so gar nichts Positives von deinem Mann. Liebst du ihn? Was hat es für Vorteile, wenn du so weiter machst wie bisher? Was für Nachteile?
Du musst dein Leben leben und trotz Alltag, Family usw. zumindest dir selbst in die Augen schauen können und sagen: ja, so fühlt es sich richtig an! Eine Ehe, eine Familie bedeutet Kompromisse, natürlich, aber von allen Seiten. Ich könnte und wollte so nicht leben. Für mich bedeutet Familie auch, dass jeder Auszeiten hat, nach seinen Neigungen,aber unbedingt auch zusammen, Partnerschaft/ Liebespaar pflegen.
Dafür braucht man kein Geld , sondern Ideen und Zeit, die man sich dafür nehmen sollte.

Gruß

Katinka

Beitrag von xyz74 18.02.11 - 14:34 Uhr

dann soll ich “mir professionelle Hilfe” suchen!
----------------

Den Vorschlag finde ich sehr gut und würde ich auch so umsetzen.
Nicht weil ich denke, dass Du bekloppt bist sondern weil Hilfe von Außenstehenden einem oft sehr gute Impulse gibt um aus seinem Trott heraus zu kommen.
Dein Mann wird nämlich ziemlich dämlich gucken, wenn Du sagst:
"Schatz, hast recht! Ich such mir profesionelle Hilfe!"
Vor allem wenn der Schuß nach Hinten los geht und der Profi dir sagt:
"Also, Frau Soundso. So geht das aber nicht, dass sie sich so unter Druck setzen und manipulieren lassen! Sie haben ein RECHT auf ein eigenes Leben!"

Beitrag von lisa1408 18.02.11 - 16:29 Uhr

Hallo,

ich hab gesehen, dass deine Jungs 9 und 14 Jahre alt sind. Warum suchst du dann nur einen Teilzeit- oder Minijob?? Eine Vollzeitstelle mit 2 Kindern in dem Alter sollte doch möglich sein.

So kommst du raus, hast dein eigenes Geld und auch genügend Sozialkontakte.

Was dein Mann den lieben langen Tag macht... naja, entweder du spielst das Spiel mit oder du brichst aus. So oder so hast du dein Leben selbst in der Hand... es liegt an dir, alles so zu organisieren damit du dich wohlfühlst.

Viel Kraft wünsch ich dir dafür!

Liebe Grüße
Lisa

Beitrag von berry26 18.02.11 - 16:32 Uhr

Hi,

also mal ehrlich... Dieses Leben hast DU dir ausgesucht!

Deine Kinder sind schon lange aus dem Alter raus, wo sie eine Vollzeitmutti bräuchten. Hättest du arbeiten wollen, hättest du das schon vor Jahren angehen können.
Mit Kindern in deinem Alter könnte man sogar Vollzeit arbeiten ohne Probleme und dann könnte man auch ohne Probleme mal nach Hamburg fahren. Zudem hast du dir auch deinen Mann ausgesucht. Wenn du ihm jetzt so gar nichts mehr abverlangen kannst, würde ich über eine Trennung nachdenken, denn das was du schreibst klingt einfach nur lieblos.

Ich frage mich was du von deinem Mann verlangst? Du hast dich doch selbst ins Abseits geschossen... Dafür kannst du deinem Mann nicht die Schuld zuschieben! Für dein Leben bist einzig und allein DU verantwortlich!

Also jetzt nicht jammern, sondern die Sache anpacken und ändern!

LG

Judith

Beitrag von anyca 18.02.11 - 17:08 Uhr

Mich wundert jetzt auch, daß Du Dich erst seit 1,5 Jahren bewirbst? Wer die Heimchen-am-Herd Rolle nicht möchte, kann doch nicht daheim sitzen, bis Kind Nr. 2 in die Schule kommt!

Und wieso Du von einem vermutlich doch Vollzeit arbeitenden Mann erwartest, sich einen "lukrativen Nebenjob" zu suchen, bloß weil er kein Großverdiener ist, erschließt sich mir auch nicht. Auch für Deine Sozialkontakte ist nicht er verantwortlich.

Klar willst und brauchst Du mal familienfrei, aber auch das gehst Du echt spät an. Meine Mutter z.B. war zwar sieben Jahre zuhause, hatte aber einmal in der Woche ihr Hobby und jedes Jahr ein, zwei Wochen Ferien ohne Familie - und hinterher war mein Vater immer viel hilfsbereiter ;-)

Deine Kinder sind 9 und 14, fahr doch einfach weg! Ist ja nicht so, als ob Du Kleinkinder allein lassen würdest! Zur Not ernährst Du die Familie mal vier Wochen mit Kartoffeln und Quark, wenn Monsieur den Daumen auf dem Geld hält ...

Beitrag von hinterwaeldlerin09 18.02.11 - 17:25 Uhr

Wir Frauen müssen endlich damit aufhören, uns vorzugaukeln, dass die Abgabe von Verantwortung für unser Leben ein Akt der Liebe zu einem Mann wäre, noch dazu ein notwendiger Akt!

Wir Frauen müssen endlich damit aufhören zu glauben, dass Liebe bedeutet, um der Harmonie willen die eigenen Interessen zurückzustellen und auf gar keinen Fall den Kerl verstimmt und sauer zu machen. Wir müssen aufhören zu glauben, dass nur Harmonie Liebe ist und nicht das Austragen von Interessenkonflikten.

Wir Frauen müssen endlich aufhören zu glauben, dass wir uns um der Liebe Willen selbst in die Fresse schlagen müssen.

Es ist wirklich sehr erschreckend, wie du wirklich bis Unterkante Oberlippe voll bist mit dem Gift der Unzufriedenheit.

Du schreibst, du wolltest nie wie deine Mutter sein...und jetzt lebst du deinen Kindern dieses erbärmliche Leben vor...

Mach was! Heul nicht rum, dass er den Arsch nicht hochkriegt - krieg ihn selbst hoch!

Du willst eigene Dinge machen, aber nicht wirklich! Du willst nur dann eigene Dinge machen, wenn dein jammerlappiger Kerl damit einverstanden ist. Und da das ja nie eintritt, brauchst du dir keine Mühe geben. Denn eigentlich hast du Angst, was passiert, wenn du aus der Scheiße wirklich ausbrichst. Und die Schuld kriegt er, weil er es dir ja verbietet!

Hallo?

Wage es, sieh deinen eigenen Ängsten ins Gesicht, statt dich mit dem Jammerlappen zu beschäftigen - fahr in Gottes Namen zu Tarzan!

lg die hinterwäldlerin

Beitrag von gh1954 18.02.11 - 17:54 Uhr

#pro#pro#pro

Ich verstehe nur nicht, wieso du den Mann als Jammerlappen bezeichnest.

Beitrag von hinterwaeldlerin09 18.02.11 - 18:02 Uhr

Ne Couchpotatoe ohne Ehrgeiz, ohne Motivation, ohne rechte Interessen, dessen Leben aus der Beschreibung der TE eher nach Zeit totschlagen denn nach Gestalten klingt, der nicht mal für ein Dorffest den Arsch hochkriegt, aber mault, wenn die Frau mal was eigenes machen will...ist für mich ein Jammerlappen!

lg die hinterwäldlerin

Beitrag von gh1954 18.02.11 - 18:11 Uhr

SO wäre das auch nicht mein Ding, aber es ging ja lange so. Dass das Ansinnen seiner Frau ihn jetzt erst mal schockt, kann ich irgendwo verstehen, zumal das Geld nicht dafür da zu sein scheint.

Beitrag von hinterwaeldlerin09 18.02.11 - 18:23 Uhr

Nö, ich kann nicht das nicht "verstehen", aber mir natürlich erklären.

Da sind zwei Menschen, die beide Angst haben, mal richtig was zu machen. Die Riesenangst haben, sich mit ihren Problemen, ihrem angeknacksten Selbstwert und der Frage, was sie eigentlich vom Leben wollen, auseinanderzusetzen. Und daher in Stagnation verfallen und einander dafür die Schuld geben.

Ist doch ein Klassiker.

Ihn schockt ihr Ansinnen deshalb, weil es die Stagnation aufbricht. Alles andere ist blabla.

lg die hinterwäldlerin

Beitrag von gh1954 18.02.11 - 19:12 Uhr

>>>Nö, ich kann nicht das nicht "verstehen", aber mir natürlich erklären.<<<

Ich meinte "verstehen" eher im Sinne von nachvollziehen, nicht im Sinne von "Verständnis haben"

Beitrag von gh1954 18.02.11 - 17:51 Uhr

>>>Aber anstatt sich nen lukrativen Nebenjob zu suchen, hängt er lieber die halbe Nacht vorm PC, <<<

Und du hängst weiter nur zu Hause rum?

Beitrag von countrylady1221 18.02.11 - 18:35 Uhr

Ok, danke für die Kritik

würde nur gerne noch ein paar Kleinigkeiten zum allgemeinen Verständnis mitteilen:

1. Ich hatte vor ca. 3 Jahren einen lukrativen, aber körperlich ziemlich anstrengenden Nebenjob, der mich immer abends von Mo - Sa für ca. 3 Stunden aus dem Haus holte. Das ganze konnte ich gerade mal 3 Monate durchziehen, dann bin ich zusammengebrochen, weil zu Hause die komplette Arbeit liegenblieb. Mein Mann konnte noch nicht mal - trotz mehrmaligem Bitten, Anschnauzen, Streik androhen und Streik durchziehen - die Spülmaschine ausräumen oder mal die Wäsche aus der Waschmaschine holen. Morgens musste ich das Chaos des Vorabends beseitigen, mittags die Kids bei den Hausis etc. betreuen. Oft noch vor der Arbeit einkaufen. Kommentar meines Mannes: "Ich hab dir ja gleich gesagt, dass du das nicht schaffst."

2. Mit dem Thema Trennung habe ich mich schon oft befasst. Und was dann? Dann muss ich tatsächlich Vollzeit arbeiten gehen und habe allein beide Kids an der Hacke. Warum ich mir keinen Vollzeitjob suche? WANN sollte ich den denn ausführen?? Auch mein Tag hat nur 24 Stunden. Und auch wenn meine Kinder schon so "groß" sind: Der Große hat ADHS (das soll keine Ausrede sein) und muss permanent kontrolliert werden, braucht Therapie. Der Kleine ist entwicklungsverzögert, braucht sehr viel Unterstützung bei schulischen Angelegenheiten, muss zu Therapien. Wer macht das, wenn ich arbeite???

3. Bin ich bereits in therapeutischer Behandlung. Habe über ein Jahr Antidepressiva gefressen mit all seinen Nebenwirkungen, bin seitdem noch labiler wie vorher - warum? Weil mein Mann nicht mit meiner Art klarkam. Aber ich soll seine hinnehmen. Und Nein, er war vor 15 Jahren, als wir uns kennenlernten, nicht so apathisch und faul. Ich habe ihn als lustigen, energiegeladenen, sportlichen Mann kennengelernt, der immer für nen Spaß zu haben war. ER hat sich genauso zu seinem Nachteil verändert, nicht nur ich. Also bitte, warum soll dann nur ICH zum Psychotherapeuten?

4. Einfach wegfahren, wie jemand vorgeschlagen hat? Himmel Herrgott - genau das ist doch das Problem. Wie soll ich einfach wegfahren, wenn ich keine Kohle habe? Wie soll ich Kohle verdienen, wenn ich keinen gescheiten Job finde? Wie soll ich nen gescheiten Job finden, wenn die Kinderbetreuung nicht gesichert ist? Wie soll die Kinderbetreuung gesichert sein, wenn mein Mann mir in den Rücken fällt und mich nicht unterstützt? Was mache ich also bei Schulferien oder Krankheit? Ich hab keine Omas und Opas, die mich unterstützen, ich hab keine Freundin, die mal einspringen könnte. Und wieso sollte ich meinem Mann den Gefallen tun und mich trennen? Ihm könnte doch gar nichts besseres passieren. An mich bräuchte er keinen Unterhalt zahlen, für die Kids sowieso nur den Regelsatz. Ich wäre komplett ohne Geld, Wohnung, Möbel. Nix. Da gings mir ja noch beschissener als jetzt! Davon abgesehen, dass er ein recht bequemes Leben führt, damit hab ich mich abgefunden. Stimmt, ich bin da nicht unschuldig dran. Allerdings: ich respektiere ihn, ich respektiere, dass er nach einem langen Arbeitstag müde ist. Ich verlange lediglich, dass er dasselbe tut und mir nicht permanent vorrechnet, wie teuer ich doch bin. Und dass er versteht, dass seine Art, sein Leben zu verbringen, nicht automatisch meine Art ist, sondern dass ich mir was anderes vorstelle.

Trotzdem vielen Dank an alle, die geantwortet haben. Scheint so, als wäre ich ziemlich exotisch.

C.

Beitrag von hinterwaeldlerin09 18.02.11 - 18:41 Uhr

Nein, du bist nicht exotisch, was du da schilderst, ist ein Klassiker, finde ich.

Aber du musst dich grundsätzlich entscheiden:

Will ich jetzt mein weiteres Leben lang jammern, bedauern, wehklagen, Antidepressiva fressen und mir jeden Tag aufs Neue einreden, das es in keine Richtung eine Änderung geben kann?

Will ich das?



Beitrag von anyca 18.02.11 - 19:31 Uhr

"Ich wäre komplett ohne Geld, Wohnung, Möbel."

Das stimmt schon mal nicht, wenn die Kids bei Dir bleiben, bleiben Dir auch die Möbel und - wenn finanzierbar - die Wohnung.

"Also bitte, warum soll dann nur ICH zum Psychotherapeuten? "

Weil ein Psychotherapeut keine Strafeinrichtung ist, sondern jemand, der einem bei Veränderungen helfen kann. Du willst (?) Veränderung, Dein Mann offensichtlich nicht, daher ist es müßig, darüber nachzudenken, daß er zum Therapeuten müßte.

"Wie soll ich einfach wegfahren, wenn ich keine Kohle habe?"

Hast Du denn keinen Zugriff aufs gemeinsame Konto? Bzw. seid ihr derartig blank?

"Wie soll ich nen gescheiten Job finden, wenn die Kinderbetreuung nicht gesichert ist?"

Deine Kids sind 9 und 14, als ich und mein Bruder so alt waren, hat unser Vater Vollzeit und unsere Mutter Teilzeit gearbeitet. Dann haben wir uns eben eine Suppe oder eine Pizza gemacht, wenn wir vor der Mutter zuhause waren - und irgendwann haben wir selber gekocht.

Sicher ist Deine Situation nicht einfach. Aber was wohl auf jeden Fall KEINE Lösung ist, ist, noch darauf zu warten, daß Dein Mann sich ändert! Nur DU kannst etwas ändern!

Alles Gute ... #klee

Beitrag von frischerduft 18.02.11 - 21:21 Uhr

Hallo du,

merkst du was? Du findest 1000 Gründe vor dir selbst, warum keine Veränderung möglich ist.

Mit dieser Einstellung wird dir keiner helfen können. Du wirst voraussichtlich die nächsten 10 oder 20 Jahre deines Lebens so unzufrieden verbringen, wirst ab und zu einen Ausraster haben - aber ändern wird sich nichts.
Erwarte nicht, dass jemand anders dir die Lösung auf dem silbernen Tablett serviert.

Du musst selbst tätig werden, wenn du etwas verändern willst. Allerdings musst du dann auch mit den Konsequenzen leben - positiven als auch negativen.

P.S. Ich bin in der ehemaligen DDR aufgewachsen - meine 2 Brüder und ich sind bei vollzeit berufstätigen Eltern groß geworden. Meine Mutti ist bei uns allen nach 8 Wochen wieder Vollzeit arbeiten gegangen (Elternzeit und so was gab es noch nicht). Den Haushalt musste sie auch größtenteils allein bewältigen. Ging alles. Und damals gab es noch keine Spülmaschinen, vollautomatischen Waschmaschinen, Trockner etc.
Ich finde, ich hatte eine sehr schöne Kindheit.

Meine Freundinnen und Bekannten haben fast alle 1 - 3 Kinder. Die Frauen arbeiten ausnahmslos auf 75 - 100 %-Stellen. Alle wieder nach spätestens einem Jahr. Ok, sie mögen wohl manchmal gestresst sein. Aber auf keinen Fall müssen sie ihren Mann fragen, wenn wir uns 2 x im Monat zum Weiberabend in einem Restaurant treffen und es auch gerne mal länger wird.

Du hast mit der Entscheidung, Hausfrau zu sein, deine finanzielle Selbständigkeit leider an deinen Mann abgegeben. Die KOnsequenz daraus ist, dass du deinen Mann um jeden Cent anbetteln musst.
Würde mich sowas von ankotzen, ehrlich.

Dir alles Liebe

Nici

Beitrag von flogginmolly 18.02.11 - 21:37 Uhr

Hi.

ach herjemine was ist denn bei dir los???

Du wohnst in einem baufälligem Haus, hast ein Entwicklungsverzögertes Kind und eines mit ADHS, hast kein Geld um dir mal ein schönes WE so gönnen, wenn du 3 Monate arbeiten gehst brichst du zusammen und pumpst dich seit Jahren mit Antidepressiva voll, gehst zur Therapie, hast keine Hobbys und keine Freunde??? Und Schuld daran hat dein Mann???

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH.

Klar ist es leicht sein vor die Wand gefahrenes Leben zu reflektieren und jemand anderem die Schuld daran zu geben. Wer möchte sich schon eingestehen sein Leben selber versaut zu haben. Aber sorry... so einfach geht das nicht.

Du hast dich doch selber in diese Abhängigkeit begeben. Warum konntest du dich denn nicht alleine mit deinen Freunden treffen

''mein Mann hat keine Lust???'''

Das ist aber nun wirklich keine Ausrede. Was haben denn Männer z.B. auf nem Mädelsabend verloren??

Du findest keine Anschluss im Ort?
Weil dein Mann nicht auf Feste geht???
Wer hindert dich denn daran Bekanntschaften zu knüpfen wenn du allein irgendwo hin gehts? Dein abwesender Mann?
Oder lag es eher daran, dass du zu sehr damit beschäftigt warst dich selbst zu bemitleiden als offen auf die Leute zu zu gehen???
Dein Mann verdient nicht genug??? Du kannst nicht arbeiten gehen??? Deine Kinder sind 9 und 14, ich nehme mal an beide in der Schule... was musst du machen??? Einen Wolkenkratzer sauber halten, dass du morgens nicht arbeiten gehen kannst? Du drängst dich jetzt selber in die Opfer Rolle, obwohl du es selber in der Hand hattest wie dein Leben verläuft. Aber jetzt mit 40 zu sagen, dein Mann wäre daran schuld dass dein Leben quasi ein Trümmerhaufen ist, ist echt absurd. Es lag doch an dir DEINE Freundschaften zu Pflegen, DEINEN Hobbys nach zu gehen.. du hast einen Mann geheiratet, du bist doch nicht an der Hüfte mit ihm zusammengewachsen, dass du nicht mal alleine was machen kannst.
Herrgottnochmal.... die meisten Frauen schereien nach Emanzipation, Freiheit und Gleichberechtigung, aber wenn dann mal was schief läuft ist der Mann dran schuld weil man als Frau ja nicht arbeiten kann, weil der Mann dafür verantwortlich ist, dass die Familie finanziell versorgt ist.
Ich bin weiß Gott noch lange keine 40, aber ich habe einen Mann, eine Tochter und wir haben ein großes Haus, ok, ich weiß nicht was dein Mann verdient, aber ich kann mich über das Gehalt meines Mann nicht beklagen, trotdem gehe auf 400€ Basis arbeiten. Wenn ich nach Hamburg wollen würde, müsste ich nicht rum jammern dass mein Mann zu wenig verdient, ich würde mein Gehalt dafür nehmen, ich lebe in einer Ehe, ja, aber ich bin immernoch eine eigenständiger Mensch wenn ICH etwas möchte muss ICH etwas dafür tun, im Rahmen meiner Möglichkeiten, und ich glaube du hast dich zu lang darauf ausgeruht immer nur davon auszugehen dass dein Mann für deine Belange verantwortlich ist.

Gruß

Beitrag von xanadu1977 19.02.11 - 19:16 Uhr

Dieses Post hat mich jetzt so richtig erschreckt!

Das ist jetzt kein Vorwurf:
Kannst du eigentlich noch über den Rand deines Unzufriedenheits-Hass-Eimers schauen?
Ich hab den Eindruck du sitzt da ganz tief unten drin und siehst nix mehr von draußen!
Das tut dir nicht gut! (Hast ja selber schon gemerkt).
Mal Hand auf's Herz: liegt dur noch was an deinem Mann und eurer Ehe? Dann solltest du versuchen irgendeinen Zugang zu ihm zu finden.
Manchmal hift es, die Perspektive und die eigene Einstellung zu einer Sache zu ändern um zumindest einen Anfang zu machen!

Ich wünsche dir viel Kraft und Energie auf deinem Weg! Kämpfe warum es sich zu kämpfen lohnt, gib auf was dich kaputt macht!

Beitrag von asimbonanga 18.02.11 - 20:59 Uhr

Hallo,
ich hätte so einiges zu deinem Werdegang und dem Zustandekommen deiner Unzufriedenheit zu schreiben-bringt dir aber jetzt nicht wirklich was.

<<<ch möchte mal weg, um meine Batterien aufzuladen, mal was anderes sehen als unsere baufällige Bruchbude, mal was anderes hören, als das ständige Gezanke der Jungs und das Rumgemotze eines 14-jährigen Pubis. <<<

Kann ich sehr gut verstehen, wie wäre es mit einer Kur?<Alleine natürlich.Bringt deine drei ( ja drei ) Jungs auf Trab.
Such dir eine Kurklinik an der Nord-oder Ostsee aus.:-)

L.G.

Beitrag von ronja74 19.02.11 - 13:10 Uhr

Ich wohn in Hamburg und lade Dich hiermit herzlich ein, mich besuchen zu kommen. Können dann gemeinsam ins Musical gehen.
Die Einladung gilt selbstverständlich nur für DICH. Deinen Macker und die Kinder lässt Du zu Hause und dann kann er sich mal drum kümmern.

Hab nur die Hälfte von Deinem Text gelesen, da hatte ich schon die Schnauze voll...

Schönen Gruß
Ronja