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Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von schnuki28 18.02.11 - 15:56 Uhr

hallo hatte heut ein gespräch mit dem ergoth. er meint das mein mitt. sohn ads hat und medis bekommen soll.es ist die frage ob er überhaupt eine normale grundschule schafft?!!!!!!förderschule????????sein iq ist wohl nur bei 80.was soll ich nur machen?habe angst das er den gleichen weg wie sein papa einschlägt.kein schulabschluss,ausbildung ect. er kann sich nicht an regeln halten,klaut,lügt usw. wo soll das enden.bringen die medis etwas?der sohn meiner bekannten ist seit dem er medis bekommt wie betäubt!die anderen beiden kinder sind total anders,meine große tochter will nicht mit ihm spielen weil er "dumm" ist!es macht mich so traurig das er einen so schweren weg vor sich hat.:-[

Beitrag von munirah 18.02.11 - 17:50 Uhr

Wie? Der Ergotherapeut meint, dein Sohn hat ADS??? Ergotherapeuten dürfen keine Diagnosen stellen! Dafür sind Ärzte zuständig!
Ergotherapeuten haben allerdings mehr Zeit, ein Kind zu beobachten und zu testen als ein Arzt. Trotzdem sollte ein guter Ergotherapeut einen Besuch beim Kinderarzt empfehlen und diesem einen Behandlungsbericht zuschicken!
Also macht bitte erst einen Schritt nach dem anderen, bevor du dir den Kopf zerbrichst und zu viele Sorgen machst! Also erst zum Kinderarzt...
Die Medikamente bringen für EINIGE Kinder mit ADS etwas, aber nicht für alle! Erst braucht man eine genaue Diagnose, dann kann man Therapien planen!

LG Munirah

Beitrag von goldangel81 18.02.11 - 18:31 Uhr

Hallo schnuki28,

heute werden viele Kinder, nur weil sie aktiver sind als andere, fälschlicherweise in die Gruppe der ADS oder ADHS Kinder eingeteilt.

Ich verstehe Deinen Ärger. Ergotherapeuten sind nur nicht befugt eine solche Diagnose zu stellen. Dazu bedarf es eine medizinische, psychologische und pädagogische Begutachtung. Hinzu kommt, dass sie ebenfalls keine Auskünfte über den IQ Deines Sohnes geben kann. Das kann nur ein Intelligenztest durch Psychologen bestätigen.

Also, ich würde Dir erst einmal empfehlen Deinen Kinderarzt aufzusuchen oder am Besten gleich eine Frühförderstelle. Dort erhält Dein Sohn eine umfangreiche Diagnostik und ggf. gleich eine Therapie/Förderung (bis zur Einschulung für Kinder zuständig). Danach SPZ (Sozialpädiatrisches Zentrum).
Vielleicht solltest Du auch in Erwägung ziehen eine neue Ergotherapeutin zu suchen. Denn ehrlich gesagt, ist diese Arbeitsweise unprofessionell. Wenn Ihre Annahme auch korrekt wäre, ist sie nur befugt Dir den Hinweis zu geben ihn bei den Fachkräften vorzustellen.

Zu Medis... ich empfehle Dir keine Medis. Denn vieles kann man auch mit Normen und Regeln in den Griff bekommen.

Ganz liebe Grüße
Andrea

P.S. Ich bin Sonderpädagogin... für Kinder von 0-6 Jahren.

Beitrag von kati543 18.02.11 - 22:02 Uhr

Also ehrlich gesagt macht es mich wütend, wenn ich deinen Post lese. Wie kann es sein, dass er Ergotherapeut Diagnosen stellt? Er hat die Aufgabe, jemanden nach Rezept zu therapieren und nicht mehr oder weniger. Er darf weder Diagnosen stellen, noch IQ-Tests machen oder Medis verordnen. Und schon gar nicht darf er Mamas in Panik versetzen.
Ganz ehrlich - ich würde da nie wieder hingehen.
Und nun klauben wir das mal alles auseinander:

"er meint das mein mitt. sohn ads hat und medis bekommen soll"
Also wenn dein Sohn tatsächlich ADS haben sollte, werden ihm Medis helfen. Nur müssen dafür die richtigen gefunden werden. Medis (insbesondere die, die permanent genommen werden) haben eigentlich immer Nebenwirkungen. Aber um das festzustellen, solltest du dich vertrauensvoll an deinen KiA wenden und dort deine Bedenken äußern - und das auch ruhig mit dem Ergotherapeuten erwähnen.

"es ist die frage ob er überhaupt eine normale grundschule schafft?"
Ein Besuch in einer Sonderschule hat viele Vorteile für besondere Kinder. Aber auch Nachteile. Wenn dein Sohn keinerlei Schwierigkeiten mit anderen Kindern hat oder einer großen Klassenstärke, dann kann er auch noch in eine normale Regelgrundschule mit GU (gemeinsamer Unterricht) gehen. Von Inklusion hat der Ergotherapeut noch nie etwas gehört, oder? Dass Deutschland der UN-Konvention zugestimmt hat, ist wahrscheinlich auch Neuland für ihn. Möglich wäre auch der Besuch einer Regelgrundschule mit Nachteilsausgleichen. Ich wollte dir damit nur zeigen, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt, sondern auch alle Zwischenformen.

"sein iq ist wohl nur bei 80"
Also akzeptierte/gültige IQ-Tests bei Kindern dürfen eigentlich nur von Kinderpsychologen durchgeführt werden. Diese müssen auch ganz genau prüfen, welcher Test für dieses bestimmte Kind nun geeignet ist. Ich bezweifle, dass ein Ergotherapeut über entsprechendes Wissen verfügt. Mein Großer wurde mit exakt 4 Jahren getestet. Der Test ging über 3 Stunden an 3 Tagen - ohne mich. Da er sprachlich extrem hinterher hinkt, wurde bei ihm ein sogenannter nonverbaler Test (SON-R) gemacht. Er hat (für alle überraschend) einen IQ von 100. Wäre das ein sprachlicher Test gewesen, wäre er durchgefallen. Nur weil er bei vorhergangenen Entwicklungstests (Baileys) einen extremen Unterschied zwischen dem nicht-sprachlichen und dem sprachlichen Teil gezeigt hatte, wurde eben dieser IQ-Test gemacht.

"kein schulabschluss,ausbildung ect. er kann sich nicht an regeln halten,klaut,lügt usw."
Also da hast du doch alle Fäden in der Hand. Bringe deinem Sohn entsprechende Werte bei und er wird das nicht machen. Mehr Möglichkeiten hast du nicht.

"bringen die medis etwas?"
Das kann dir nur ein Arzt sagen - und auch er nur nach einem Test. Jeder reagiert auf Medis anders.

"es macht mich so traurig das er einen so schweren weg vor sich hat."
Wieso muß der Weg denn schwer sein? Sicher, er muß seine eigenen Erfahrungen sammeln, aber das müssen doch nicht immer negative Erfahrungen sein. Ich habe z.B. gemerkt, dass oft Familien mit identischen oder ähnlichen Problemkindern sich gegenseitig sehr gut helfen und unterstützen können. Da gibt es auch keine ablehnende oder abwertende Haltung.

Beitrag von lisschen 28.02.11 - 17:12 Uhr

huhu, also mein Neffe (der in der woche bei mir wohnt) bekommt seit 3 wochen medis, wegen AdHs . Ich denke das ist das beste was ich für ihn tun konnte, da er in der schule sehr aggressiv war, nicht konzentrieren konnte und absolut nich tbei der sache war. Am anfang war ich auch dagegen und dachte das kann ich nicht machen !6jahre, aber jetzt nach den 3 wochen muss ich sagen bin ich völlig begeistert.
Seine Hausaufgaben laufen 1a, in der schule benimmt er sich , er macht die hausaufgaben jett sogar von alleine, was davor absoluter horror war....(es gab keinen tag wo er sie alle vollständig hatte)...ich denke es war erst mal die richtige entscheidung, vll. nicht nur für ihn sondern auch für mich .Er bekommt morgens eine , die hällt bis zum nachmittag an und dann heißt es bewegung bewegung bewegung.Man könnte die dosis auch erhöhen, aber nee dafür ist er mir auch zu jung.
Vielleicht muss es jeder selber wissen .,ob er das mit seinem gewissen vereinbaren kann, abe4r ich habe gemerkt mit medikamenten läuft es besser und er fühlt sich wohler....er sagt es immer wieder :)
(aso, er geht auf eine besondere Förderschule,da dort weniger Kinder in den klassen sind und das für ihn besser ist zum Lernen)

lg Lisschen