schirftliche Dokumentation der Entwicklung im Kiga (Bayern)

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von friendlyfire 18.02.11 - 16:44 Uhr

Hallo nochmal,

sind die bayerischen Kindergärten verpflichtet, eine schriftliche Dokumentation oder Beobachtungsbögen von der Entwicklung der Kinder zu erstellen?
Wo oder in welcher Verordnung ist das implementiert?

Ich hoffe, ihr könnt mir helfen.

Danke schonmal

friendly fire #blume

Beitrag von sillysilly 18.02.11 - 16:52 Uhr

Hallo

du willst es aber ganz genau wissen heute


Ich - Bayern - Kirche

wir "sollten" den Entwicklungsverlauf kurz zu erfassen, kurze Ziele zu formulieren, Sprachstandserfassungsbögen zu machen.

Aber es halten sich nicht alle Einrichtungen, bzw. alle Erzieherinnen daran.
Teilweise ist so starker Personalmangel das es nicht möglich ist für 25 Kinder alles genau aufzuschreiben.

Mir fiel es immer recht leicht kurz mal was zu notieren, und andere Kolleginnen fehlen dann Stunden in den Gruppen und bekommen trotzdem nichts gutes auf die Reihe.



Bayr. Kindergartenordung
Auszug -
(2)
1
Die pädagogischen Fachkräfte informieren die Eltern regelmäßig über den Stand der Lern- und Entwicklungsprozesse
ihres Kindes in der Tageseinrichtung.
2
Sie erörtern und
beraten mit ihnen wichtige Fragen der Bildung, Erziehung
und Betreuung des Kindes.


Da steht aber nicht das die Erzieherin dafür eine schriftliche Grundlage braucht.


Auch hier nicht bei den Aufgaben vom pädagogischen Personal

(1)
1
Das pädagogische Personal hat die Aufgabe dafür zu sorgen,
dass die Kinder die Bildungs- und Erziehungsziele vor allem
durch angeleitetes und freies Spiel erreichen.
2
Hierzu gehören
insbesondere sinnliche Anregungen und Bewegung, Begegnungen mit der Buch-, Erzähl- und Schriftkultur, der darstellenden Kunst und der Musik, Experimente und der Vergleich
und die Zählung von Objekten, umweltbezogenes Handeln
und die Heranführung an unterschiedliche Materialien und
Werkzeuge für die gestalterische Formgebung.
(2) Das pädagogische Personal soll sich zur Erfüllung der
Bildungs- und Erziehungsaufgaben an den Inhalten des
bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans sowie an den
Empfehlungen zur pädagogischen Arbeit in bayerischen
Horten orientieren.


Warum frägst du ?


Silly

Beitrag von friendlyfire 18.02.11 - 19:03 Uhr

Huhu Silly,

in der Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes (AVBayKiBiG); Vom 5. Dezember 2005 steht es etwas deutlicher:

§ 1
Allgemeine Grundsätze für die individuelle Förderung
[...]

(2) 1 Das pädagogische Personal fördert die Kinder individuell und ganzheitlich entsprechend ihrer sozialen, kognitiven, emotionalen und körperlichen Entwicklung. 2 Es begleitet und dokumentiert den Entwicklungsverlauf anhand des Beobachtungsbogens ,,Positive Entwicklung und Resilienz im Kindergartenalltag (PERIK)“ oder eines gleichermaßen geeigneten Beobachtungsbogens.

Quelle: http://www.gesetze-bayern.de/jportal/portal/page/bsbayprod.psml?showdoccase=1&doc.id=jlr-KiBiGAVBYrahmen&doc.part=X

Das ist juristisch ganz deutlich, dass es schriftlich erfolgen muss...
Warum ich das frage, möchte ich hier nicht näher erörtern, aber ich danke Dir für Deine Hinweise...

LG friendly

Beitrag von sillysilly 18.02.11 - 19:22 Uhr

Hallo

deswegen "sollte" kenne keinen Kindergarten oder Erzieherinnen die wirklich Ärger bekommen haben weil sie es nicht hatten.
Auch bei den Überprüfungen nicht.

Nur wenn es den Sprachstandserfassungsbogen für Migrationskinder nicht gab, war es etwas problematisch.


Ich bin auch dafür kurze Notizen über den Entwicklungsstand zu machen - Ziele im Auge zu behalten ect., Notizen über Elterngespräche und was ich mir in dem Jahr für Ziele für das Kind gesetzt habe.

hier kommt das große ABER

denn erstens können nicht alle Erzieherinnen objektiv etwas ansammeln und auswerten, und wenn es zu subjektiv ist wird es schon wieder schwierig

geht unheimlich viel Zeit verloren die dann an den Kindern fehlt - wenn wirklich bestimmte Bögen erarbeitet werden müssen ....
denn nicht vielen Erzieherinnen liegt dieser massive Schreibkram

haben wir im realen Leben ( kirchliche Einrichtung ) so gut wie keine Vorbereitungszeit auch wenn sie theoretisch zu steht.
Aber wenn sonst keiner die Kinder betreut nützt mir das ja auch nichts


Nur als Aspekt wenn du gegen jemanden vorgehen möchtest weil er nix hat.


Ich kenne Erzieherinnen die seit Jahren ihren Job gut machen - liebevoll zu den Kindern sind, sie toll begleiten und pädagogisch wertvoll sind
aber halt kaum was aufschreiben

Dann gibt es die fleißigen Lieschen die gerne was schreiben - was aber nix über die Qualtiät aussagt wie die Erzieherinnen arbeiten.
Da gibt es dann die Bögen, aber z.B. fehlt es sonst an allen Ecken und Enden

zudem Papier ist geduldig - was ich schon alles gelesen habe ..... was die Erzieherinnen angeblich machen um das Kind zu fördern, ......... was sie für Schlüsse über die Entwicklung ziehen ...... viel bla bla und nichts dahinter.


Nur mal so als Denkanstoß


Grüße Silly

Beitrag von friendlyfire 18.02.11 - 21:30 Uhr

Huhu Silly,

"vorgehen" klingt ja nun wirklich drastisch. Aber gut, in so Foren ist ja alles möglich! Ich wollte mich einfach nur mal schlau machen... :)

Aber danke für Deine Aspekte (die mir aber durchaus klar sind - ich bin im EB, da kriegt man so einiges mit) und für deine flammende Fürrede für alle Erzieherinnen! #pro

Viele Grüße

friendly

Beitrag von sillysilly 18.02.11 - 21:32 Uhr

Hallo

es gibt solche und solche Erzieherinnen

Leider auch einige nicht so gute - oft bleiben sogar nur die übrig
weil die netten Kinder bekommen
oder eben wegen dem knappen Verdienst umsatteln ....
oder die Rahmenbedingungen nicht so gut sind - z.b. eben Vorbereitungszeit

Wollte nur den Aspekt anbringen, daß es eben oft mehr Sichten der Dinge gibt

Wenn du mal wieder Fragen hast gerne

Grüße Silly