Ein Jahr früher einschulen lassen

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von nadineka79 18.02.11 - 20:23 Uhr

Hallo ihr Lieben,

ich habe folgende Situation:

Ich war heute mit meiner Tochter zur U9. Sie ist jetzt 5 Jahre und 3 Monate. Sie hat alles super hin bekommen und ich hab schon schon gefreut. Am Ende der Untersuchung meinte die Kinderärztin auf einmal, das sie schon schulreif wäre. Ich glaub ich hab geschaut wie ein Auto. Ich muß es zugeben, ich bin mächtig stolz. Ich sagte dann zur Ärztin, das sie aber eigentlich erst nächstes Jahr dran wäre zur Einschulung. Habe dann als Antwort bekommen, das müsste ich wissen, aber sie könnte ebend auch schon dieses Jahr gehen. Sie will ja schon seit einen Jahr in die Schule, wobei ich schon denke, das sie die Tragweite nicht erkennt, obwohl sie ja einiges von ihrem großen Bruder mitbekommt.

Jetzt überlege ich doch schon irgendwo, weil sich auch noch 2 folgende Problem darstellen. Und zwar kommen dieses Jahr so viele Kinder aus unserem Kindergarten in die Schule, wir sind ein Dorfkindergarten mit nur einer Gruppe, das unsere Kindergarten im Sommer geschlossen wird, weil keine neuen Kinder kommen. Ich müßte dann meine beiden Mädels in einen anderen bringen, falls ich einen Platz bekomme. Das 2. Problem ist, das sie in ihrem Jahrgang hier aus dem Dorf das einzige Mädchen ist. Sie käme nächstes Jahr mit 6 Jungs in die Schule und würde somit kein weiteres Mädchen kennen und sozusagen erstmal "alleine" da stehen.

Jetzt hab ich den Entschluß gefasst, mich einmal rum zu hören und zu lesen und mir mehrer Meinungen dazu anzuhören. Ich will sie nicht aus Stolz schon Einschulen, sondern wegen der U9 und die Probleme mit dem Kindergarten. Allerdings hab ich noch überhaupt keine Ahnung, wie es sich verhaelt und ob es so gut waere. Hab mich damit nie beschäftigt, weil ich nie gedacht hätte, das für mich mal interessant würde.

Kann mir jemand Tips geben oder hab jemand schon das gleiche "durch" und kann mir seine Erfahrungen berichten.

Danke und LG Nadine

Beitrag von marathoni 18.02.11 - 20:32 Uhr

Wende dich doch mal an die zuständige " Schulpsychologische Beratungsstelle " in der nächsten Stadt. Dort können Profis dir helfen und dein Kind auch ganz gut einschätzen.

Beitrag von nadineka79 18.02.11 - 20:36 Uhr

Danke für den Tip, werd mich nächste Woche gleich mal erkundigen. Super, danke dir.

LG Nadine

Beitrag von doremi05 18.02.11 - 20:45 Uhr

Ich weiß ja nicht, wann bei Euch Einschulung ist, aber mal angenommen Ihr wohnt im Sueden: bis September ist sie ja dann auch schon fast sechs.
Wenn sie selbst will, Ihr ihr das zutraut und wg. Kindergarten und Freunden einiges dafür spricht: ich wuerde sie anmelden. Und falls Ihr im Sommer dann doch anderer Meinung sein solltet, koennt Ihr sie immer noch abmelden.
lg, doremi

Beitrag von nadineka79 18.02.11 - 21:16 Uhr

Bei uns ist Einschulung im August und sie würde im November 6 werden.

Beitrag von froehlich 18.02.11 - 21:01 Uhr

Eigentlich sind das immer dieselben Diskussionen hier bei urbia - frühe Einschulung ja oder nein? Viele, deren Beiträge ich verfolge (ich auch) verneinen. Auch, wenn ich mich gebetsmühlenartig wiederhole: zu einem Schulkind gehört weit mehr als die geistige oder auch die soziale Schulreife. Natürlich ist es toll, daß die U9 so gut lief und Du darfst mit Recht stolz auf Deine Kleine sein. Andererseits würde ich die Worte der Ärztin nicht ZU hoch hängen. Viele Kinder die ich kenne (vor allem Mädchen) sind mit 5 Jahren schon flott dabei, beginnen bereits ein wenig zu lesen oder zu rechnen und MÖCHTEN gerne zur Schule gehen.....aber weiß Deine Kleine, was da wirklich auf sie zukommt? Kann sie sich wirklich 5 Tage die Woche jeden Vormittag über mehrere Stunden konzentrieren, still sitzen, lernen, am Nachmittag Hausaufgaben erledigen...? Wird sie mit dem manchmal rauen Schulhofklima zurecht kommen? Aus eigener Erfahrung (und mein Sohn geht NICHT in eine sogenannte Brennpunktschule) ist der Sprung vom Kiga in die Schule rein von den kommunikativen und sozialen (und vor allem auch emotionalen!) Anforderungen her riesig. Auf dem Schulhof mit zig Kinder kümmert sich niemand groß darum, wenn mal jemand angerempelt oder angeschimpft wird, damit müssen die Kinder in der Regel selbst klar kommen. Gerade jüngere Kinder haben es da oft schwer. Und selbst wenn die 1. Klasse noch gut läuft - Probleme kommen dann in der Regel später, in der 3. oder 4. Klasse. Deine Tochter (die im Dezember geboren ist?) wird IMMER zu den jüngsten gehören. Das solltest Du bedenken. Sicherlich kennst Du Dein Kind am besten und es macht auf jeden Fall Sinn, sich umzuhören. Frag vor allem auch die Erzieherinnen im Kindergarten. Die erleben Deine Tochter jeden Tag in der Gruppe, nicht isoliert und alleine an einem einzigen U9 - Nachmittag!

Gruß, b.

Beitrag von marion2 18.02.11 - 21:21 Uhr

ich ergänze:

Mein Sohn wäre mit 4 schon für schulreif erklärt worden. Seine reguläre Einschulung einen Tag vor dem 6. Geburtstag war trotzdem eine Katastrophe. Och keine Brennpunktschule

Gruß Marion

Beitrag von nadineka79 18.02.11 - 21:25 Uhr

Also Einschulung wäre im August und sie würde Ende November 6 werden.

Genau das, was du geschrieben hast, sind auch die Dinge, über die ich mir Gedanken mache, deshalb sage ich ja auch, ich will sie nicht aus puren Stolz einschulen lassen. Es gibt halt noch andere Faktoren.

Aber es gibt auch vieles, was dagegen spricht und es ist keine leichte Entscheidung. Hab auch keine Ahnung von sowas, bisher dachte ich ja nicht, das dies überhaupt mal für uns in Frage kommt,weil bei unserem Sohn war es eher so, das wir ihn zurück stellen lassen wollten und ich heute mehr denn je der Meinung bin, ich hätte es machen sollen und da haben alle abgeraten von.

Naja, ist ja noch etwas Zeit und ich werd mich genau Informieren und auch mal mit meiner Schwägerin reden, die ist Grundschullehrerin und hat so ein ähnliches Problem mit iher Tochter, nur das die dieses Jahr regulär in die Schule kommt, aber überlegt wird, sie gleich in die 2. Klasse zu tun, weil sie wohl auf dem Stand eines 2.Klässlers wäre.

Schwere Entscheidung, bisher war ich ja viel mehr der Meinung, sie soll lieber noch ein Jahr im Kiga bleiben und das Kindsein genießen.

Beitrag von zabageck 18.02.11 - 21:58 Uhr

Beitrag von froehlich
ich unterstütze diesen Beitrag. Mein Sohn ist zwar schon im August 6 Jahre geworden, wurde dann im Sept. eingeschult. Er ist nun in der 3. Klasse. Man merkt den Unterschied zu den später eingeschulten Kinder schon sehr. Diese sind einfach belastbarer und reifer in ihrer sozialen Entwicklung. Es stimmt, dass die Schwierigkeiten erst später anfangen. Es wird in der 3. Klasse schon sehr viel von den Kindern verlangt. Meine Tochter wird im November 6 Jahre alt und ich werde sie sicherlich nicht frühzeitig einschulen lassen. Lieber noch ein zusätzliches Jahr im KIGA und vielleicht nebenbei noch ein paar tolle Vorschulprogramme für sie suchen!!'(gibts auch manchmal im KIGA oder VHS). LG

Beitrag von lulu2003 19.02.11 - 14:45 Uhr

Super Beitrag. #pro

Unser Großer war immer ein kleiner Pfiffikus. Unser Kinderarzt hat uns damals auch gefragt ob wir ihn eher einschulen lassen wollen. Raúl ist am 21. Dezember 2003 geboren. Wir wollten es nicht, da er sozial einfach noch nicht so weit war.

Nun geht er seit September 2010 in die erste Klasse, wurde im Dezember 7, er ist gerade Klassenbester #verliebt und wir hoffen es läuft alles so super weiter wie bisher. Wir bereuen es nicht. Es gibt zwei Kinder in der Klasse die ganz knapp vor der Einschulung 6 Jahre alt wurden und man bemerkt deutlich den Unterschied. Sie sind körperlich weit unterlegen und auch noch sehr verspielt.

Wir würden es immer wieder so machen.

LG
Sandra

Beitrag von waldwuffel 18.02.11 - 21:07 Uhr

Hallo,
unsere Jüngste ist mit 5 Jahren und 1 Monat in eine amerikanische Grundschule eingeschult wurden, ohne ein Wort Englisch zu können.Hier geht der Unterricht von 8-3 und es gibt nur eine Pause (Mittag).Sie hat das super geschafft und kann jetzt lesen und rechnen, ...
Die Kids sind stärker als man glauben mag.Wenn dein Kind auch sozial mit den "Großen" mithalten kann, sich auf die Schule freut, ihre Freunde dieses Jahr gehen ... warum nicht.Ich würde es machen!

LG waldwuffel

Beitrag von steffken80 18.02.11 - 21:25 Uhr

Hallo,

also ich kann dir davon nur abraten. Wir haben unsere Tochter auch mit 5 Jahren einschulen lassen, weil man uns von allen Seiten (Kita, Kinderarzt und alle die sie so kennen) gesagt bekommen haben, sie ist so weit und es bei uns auch gerade gut gepasst hat, weil wir in ein anderes Bundesland gezogen sind.

Tja was soll ich sagen, sie kommt zwar mit und ist auch nicht die schlechteste, aber es ist schon sehr mühsam. Da ich Elternsprecher in der Klasse bin und somit auch bei Klassen und Notenkonferenzen dabei bin, weiss ich so etwa den Leistungsstand ihrer Klassenkameraden und sehe immer wieder, dass die Kinder die ein Jahr älter sind, bedeutent besser sind und es auch viel leichter haben.

Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass ich es bereue, meiner Tochter nicht noch dieses eine Jahr gegeben zu haben. So ein Jahr macht eben doch noch viel aus, auch wenn alle schon der Meinung sind sie schaffen es. Heisst halt auch nur schaffen und keiner redet von erfolgreich.

Es tut mir schon sehr weh, wenn meine Tochter über sich selbst sagt sie ist dumm, nur weil sie in der Schule nicht so schnell ist wie Ihre beste Freundin die ein Jahr weiter ist.

Und das sie im nächsten Jahr nur mit den Jungs eingeschult wird find ich nicht schlimm. In der Schule wechselt sich der Freundeskreis sowieso noch mal. Es heisst nicht, dass nur weil sie im Kindergarten mit einen Mädchen befreundet war, dass auch in der Schule ist.

Wünsch euch alles gute
Gruss Steffken



Beitrag von nadineka79 18.02.11 - 21:30 Uhr

Danke für deinen Erfahrungsbericht. Er ist sehr hilfreich und wird meine Entscheidung sicherlich beeinflussen.

Viel Glück für eine Tochter.

LG Nadine

Beitrag von blumeblau1 18.02.11 - 21:29 Uhr

Hallo
lass es von einer Fachperson beurteilen !
Ich würde es trotzdem nicht machen. Lass ihr die Zeit zum Wachsen, zur Entwicklung. Schule ist zwar wichtig, macht aber eben noch nicht die ganze Welt aus.
Es gibt nicht nur Rechnen, Schreiben und Lesen im Leben. Dazu gehört noch viiiel mehr - wie zum Beispiel praktische Fähigkeiten entwickeln, Spielen, Experimentieren, Träumen. Was gibt's denn am Ende als Belohnung ? "XY hat das Abi 1 Jahr früher bestanden" ? Ist denn das die ganze Belohnung nach den Jahren der Anstrengung und des Verzichts ? Leben sollte auch zum Leben da sein.
LG Erika :-D

Beitrag von titarosali 18.02.11 - 22:12 Uhr

Leben sollte auch zum Leben da sein.

Das vergessen wir wohl zu oft... Schöner Satz!
#herzlich #fest Ines

Beitrag von bluehorse 18.02.11 - 21:48 Uhr

Hallo Nadine,

wir haben unseren Sohn (Januar-Kind) im September vorzeitig eingeschult. Diese Entscheidung ist auch nicht leichtfertig gefallen, wir haben lange überlegt. Er hat aber alles mit den Vorschulkindern mitgemacht (Vorschule, Schultest, Gesundheitsamt, zusätzlich schulpsychologisches Gutachten und eine Woche Schule zum Testen). Die Schule war nicht begeistert (weil sie eigentlich grundsätzlich nicht vorzeitig einschulen). Heute hat er sein erstes Zeugnis bekommen. Er hat durchweg sehr gute Beurteilungen - und das nicht nur in den Unterrichtsfächern, sondern auch beim Sozial- und Arbeitsverhalten. Ich stehe auch immer in Kontakt mir der Lehrerin und die ist auch sehr zufrieden mit ihm. Natürlich bin ich mir bewußt, dass auch noch Probleme in späteren Schuljahren auftreten können. Trotzdem war es aus unserer Sicht bisher eine gute Entscheidung. Diese kann dir aber keiner abnehmen (v.a. weil das immer vom Kind abhängig ist und ein Außenstehender das nicht beurteilen kann, schon gar nicht mit irgendwelchen pauschalen Meinungen). Ich wünsche euch, dass ihr den richtigen Weg findet.

LG bluehorse

Beitrag von dk-mel 19.02.11 - 10:16 Uhr

ich empfehle dir auch den schulpsychologischen dienst, die können das neutral testen...

und entgegen den meinungen vieler hier, sehe ich, dass die, die SPÄT oder SPÄTER eingeschult werden, viel mehr probleme haben, sich an das stillsitzen, die wenigen pausen etc. zu gewöhnen. die jüngeren haben das schnell drin. und ebenso ist das lernen noch sehr spielerisch für die jüngeren und meist kein problem. für die älteren schon...

kann nur aus unserem umfeld sprechen, aber so sieht es nunmal aus.

eine bekannte ist auch gerade mal fünf geworden und ich habe, als sie damals drei war, schon gesagt, sie wird sicherlich früher eingeschult. und nun ist es soweit.

meine tochter ist auch als kannkind etwas früher eingeschult worden. es waren aber viele dagegen. inzwischen ist sie 9 und alles läuft super.

meld sie einfach schnell an und schau, wie die untersuchungen laufen...

ps: zurückstufen wäre ja heutzutage auch kein drama mehr.

Beitrag von erstes-huhn 19.02.11 - 12:04 Uhr

Die Ärztin kann ja nur einen Teil der Schulreife beurteilen, andere Faktoren fallen weg. - Was sagen die Erzieherinnen? Bei uns war es so, das ich schon lange vom Kindergarten zu hören bekam, der muß aber eher in die Schule, ohne Nachfragen.

Dann nimm Kontakt zur Schule auf, ob das überhaupt noch möglich ist für das kommende Schuljahr. Mein Sohn mußte dann im Mai 2 Tage für drei Stunden in die Schule, dort wurde er beobachtet und beurteilt, dann ein Gespräch, dann erst war klar, er kann eher kommen.

Was sagt deine Tochter dazu? - Mein Sohn ist mit drei Jungs seiner Kitagruppe in eine Klasse gekommen, das war völlig unwichtig für ihn, er hat sich in der Klasse sofort anders orientiert.

Meine größte Sorge war nicht das schulische, sonderns das soziale. Mein Sohn ist recht zurückhaltend, er nimmt auch mal Tritte und Schäge hin, ohne sich zu wehren. Das ist mein Problem, noch immer. Ich bin aber im Kontakt mit der Lehrerin, die mich unterstützt und mir auch schon sagte: Es ist richtig, das ihr Sohn jetzt schon zur Schule geht." - Das hat mich beruhigt.

Beitrag von barbarelle 19.02.11 - 14:16 Uhr

Hallo Nadine,

wir hatten das Problem mit dem Kindergarten. Sie wollten meine Tochter(März geboren) frühzeitig einschulen. ABER ... unser Kinderarzt erklärte mir mal die Politik die dahinter steckt.

Wo immer weniger Kinder geboren werden (Geburtenrate in D geht ja zurück) sollen die Ärzte/Erzieher etc. die Eltern dazu anhalten die halbwegs fitten Kinder in die Schule zu tun.

Warum? Weil man dann diese Kinder ein Jahr früher dem Arbeitsmarkt zuführen kann.
Ich habe nichts dagegen einen kleinen Totalüberflieger früher in die Schule zu stecken ... aber das ist deine Tochter wohl nicht. Vermutlich recht fit, clever und pfiffig. DAS reicht aber nicht.

Bevor du eine Entscheidung triffst, tu mir den Gefallen und unterhalten dich vor allem mit Eltern, die ihre Kann-Kinder vorzeitig eingeschult haben und deren Kinder (ganz wichtig!) nun in der dritten Klasse sind.

In der Klasse meiner Tochter sacken nämlich gerade die Kinder derzeit drastisch ab. Die 1 und 2 gehen noch ... da ist alles spielerisch. Ab der dritten weht, zumindest hier in BW, ein ganz anderer Wind.

LG
B.

Beitrag von nadineka79 19.02.11 - 15:31 Uhr

Also der Kindergarten hat noch nie etwas gesagt, bei uns sind sie eher bemüht, die Kinder so lange wie möglich zu halten, weil er ja zu gemacht werden soll. Ansonsten kann ich die Politik schon verstehen.

Woher willst du wissen, das meine Tochter kein kleiner Totalüberflieger ist, ich weiß es ja nichtmal selber.

Danke mit dem Hinweis für diese Kinder ab der 3. Klasse. Leider kenn ich keine Eltern, mit denen ich mich darüber unterhalten kann, deshalb hab ich ja hier gefragt mit der Hoffnung, das ich Erfahrungsberichte bekomme, was ich ja auch habe.

Natürlich werden wir die Entscheidung nicht leichtfertig treffen,sondern das für und wieder abwägen und im Interesse unserer Tochter entscheiden und das nicht alleine, werde die vielen Tips hier beherzigen und mir noch andere Meinungen einholen.

LG Nadine

Beitrag von barbarelle 19.02.11 - 17:37 Uhr

Hallo Nadine,

dieses "total überflieger" bezog sich auf Kinder die z.B. hochbegabt sind, sich selbst lesen beibringen etc.

Davon stand in deinen Posting nichts, oder ich habe es überlesen. Dein Kind ist pfiffig und clever und hat einen guten Eindruck hinterlassen bei der Kinderärztin.

Du handelst ja sehr gewissenhaft indem du dich informierst und ihr werdet schon das richtige tun. ;-)

Beitrag von nadineka79 19.02.11 - 18:14 Uhr

Hallo,

ach so, ne ich weiß nicht, ob sie hochbegabt ist. Sicher kann sie schon einiges, aber selbst lesen oder so hat sie sich noch nicht beigebracht.

Allerdings halte ich nichts davon (ob früher einschulen oder nicht), wenn die Kinder schon so viel können. Meiner Schwägerin ihre Jüngste kommt dieses Jahr regulär in die Schule, soll aber gleich in die 2. Klasse, weil sie auf dem Stand 2. Klasse 2. Halbjahr ist. Allerdings wurde da auch viel für getan, das es schon so ist. Aber früher einschulen wollte sie nicht, weiß nicht warum, für mich kommt es jetzt aufs gleiche raus. Ich denke, egal ob die Kinder früher oder später in die Schule kommen, sie sollten schon die gleichen Vorraussetzungen haben wie die anderen, denn was bringt es, wenn sie schon so viel können und sich dann langweilen. Andererseits will ich auch nicht, das es meine Kleine unnötig schwer hat.

Ich kann es selbst schlecht beurteilen. Ich weiß, sie kann sich für ihr Alter schon sehr lange konzentrieren, macht im Kiga schon die Vorschulsachen mit und hat auch ein gutes Durchsetzungsvermögen (naja, als mittleres Kind von 3en). Und sie will schon sehr lange in die Schule gehen, aber wie gesagt, das sie die Tragweite schon abschätzen kann, weiß ich nicht, aber sie bekommt ja auch viel von ihrem Bruder mit. Und sie ist sehr ergeizig, will immer besser sein, als ihr Bruder.

Es gibt allerdings noch eine Sache, sie ist Linkshänderin, ob man das auch in die Entscheidung mit einbeziehen sollte, weiß ich nicht, denn nächstes Jahr muß sie auch als Linkshänderin gehen.

Hauptsächlich bin ich aber deshalb ins Grübeln gekommen, weil unser Kindergarten zu macht und ich nicht weiß, ob ich für sie einen anderen Kiga Platz bekomme, weil es in den anderen doch voll ist, aber aus den anderen Orten keine Kinder zu uns kommen. Ich will sie aber auch nicht das letzte Jahr vor der Schule zu Hause lassen, das kann auch nicht gut sein. Außerdem hab ich noch eine jüngere Tochter, die auf jeden Fall in den Kiga muß, denn sie geht ja noch länger und daher würd ich die jüngere auf jeden Fall als ersten in einen freien Platz tun. Und trennen will ich die beiden auch nicht, also zumindest nich so, das eine dahin geht und die andere dahin (Kindergartenmäßig). Und nach der U gestern kam halt der Gedanke wieder auf, obwohl ich ja manchmal schon den Verdacht hatte, das es bei ihr so ist, das sie früher gehen könnte. Ein KannKind ist sie ja auch. Wenn das Kindergarten Problem nicht wäre, wäre ich vieleicht auch nie auf den Gedanken gekommen.

Ach man, gar nicht so einfach. Ich werd mich einfach kundig machen und dann sehen wir weiter.

Danke euch.

LG Nadine

Beitrag von liki 19.02.11 - 22:06 Uhr

Hallo Nadine,

ich möchte Dir meine Erfahrung schildern, als Mutter einer sehr früh eingeschulten Tochter, die im nächsten Jahr Abitur machen wird.

Aufgrund größter psychischer Probleme im Kindergarten (nahezu tägliches Kopfweh, suizidale Gedanken aufgrund extremer Unterforderung --> mehrere unterschiedliche Kinderpsychologen rieten dazu, das Kind einzuschulen, auch der Schuldirektor, der das Kind nochmal testete und zunächst skeptisch war, stimmte nach dem Test sofort zu) wurde unsere Tochter einen Tag nach ihrem 5. Geburtstag eingeschult (Deutschland, Baden-Württemberg).

Man muss dazu sagen, dass ich das mit großen Bauchschmerzen tat und erst nachdem ich meine Tochter von mehreren Psychologen habe testen lassen, unter anderem einem sehr guten Kinderpsychologen, der ausschließlich auf ihre soziale und emotionale Reife achten sollte und ihren IQ außen vor lassen sollte (das finde ich sehr wichtig!) - als der mir sagte, er hielte meine Tochter für sozial und emotional deutlich reifer als ihrem Alter entsprechend, konnte ich der Einschulung zustimmen.

Meine Tochter ist nun in Klasse 12 (bzw. "Kursstufe 1") und hatte intellektuell nicht einen einzigen Tag Probleme dem Unterricht zu folgen.

Allerdings kamen erhebliche Probleme in Klasse 5-7 auf sie zu... die Schulkollegen kamen in die Pubertät - sie noch nicht. Das kam zu problematischen, mobbingähnlichen Situationen. (Zum Glück ist meine Tochter psychisch sehr stabil!) und es gab oft Tränen bis hin zu Gedanken an Schulwechsel inklusive freiwilligem Klassen-Wiederholen, um künstlich das Alter wieder herunterzusetzen. Letztlich wollte meine Tochter sich aber doch der Situation immer wieder stellen. Ab Klasse 8 entschärfte sich die Situation.

Ab Klasse 10 wurde es für mich als Mutter problematisch..: meine Tochter wollte/will nämlich natürlich immer auf die Parties mit den deutlich älteren (in ihrem Fall bis zu 2,5 Jahren älter) Schulkollegen, und es galt dann immer abzuwägen, was erlaubt man, wann muss sie heim, wie viel muss ich ihr aufgrund ihres Alters verbieten, etc.

Heute würde ich sagen: ich würde es nicht mehr tun. Allerdings ist der Leidensdruck von damals auch extrem lange her... möglicherweise würde ich es unter dem selben Leidensdruck wieder machen. ich habe sie nicht zum Spaß früher eingeschult, sondern weil ich mir wirklich nicht mehr zu helfen wusste.

Meine Tochter hingegen sagt: ich bin froh, dass ich so früh eingeschult wurde, ich möchte es nicht anders gehabt haben.

Meinen Sohn, 3 Jahre jünger, genauso intelligent aber ohne die psychischen Probleme im Kindergarten, habe ich übrigens _nicht_ vorzeitig eingeschult (also, ich habe ihn mit exakt 6 Jahren eingeschult). Ohne Not gabs für mich keinen Grund.

Du siehst, es ist ein sehr zweischneidiges Thema, und letztlich kann man erst am Ende einer Schullaufbahn sagen, war es richtig oder nicht...

ich bin allerdings froh, dass ich gerade in den schwierigen, tränenreichen Zeiten (Klasse 5-7) wusste, dass ich die Entscheidung nicht leichtfertig getroffen hatte, sonst hätte ich mir damals wohl sehr große Vorwürfe gemacht.

Wie gesagt, am wichtigsten ist es, die emotionale Reife des Kindes zu überprüfen. ist die nicht überdurchschnittlich, würde ich es eher lassen.

Alles Gute.

Liki

Beitrag von froehlich 19.02.11 - 22:40 Uhr

Täglisches Kopfweh und suizidale Gedanken im KINDERGARTEN?!#schockDas ist aber nun wirklich starker Tobak! Und ein absoluter Ausnahmefall würde ich behaupten....selbst für ein Kind, das intellektuell unterfordert ist.... . So einen Extremfall kann man doch nicht als Beispiel heranziehen, sei mir nicht böse!!!!

Beitrag von liki 20.02.11 - 09:40 Uhr

ich habs nur geschrieben, wie es bei uns war. Da ich die Fakten dargelegt habe, weiß die TE ja, ob sie es als Beispiel nehmen kann oder nicht.

Nichtsdestotrotz hat meine Tochter eine Schullaufbahn als ewig jüngstes Kind nun fast hinter sich und ich wollte von den Konflikten berichten, die in der Pubertät auf ein früh eingeschultes Kind zukommen. Und die kommen glaube ich auf jedes früh eingeschulte Kind zu, egal, aus welchen (dramatischen oder banalen) Gründen es vorzeitig eingeschult wurde.

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