Wahrnehmungsstörung?Gestörtes Schmerz empfingen?

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Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von luca2006 18.02.11 - 20:38 Uhr

Hallo
Wollte mal fragen wie sich so eine Wahrnehmungsstörung so äußert?Hoffe es ist auch richtig geschrieben bzw beschrieben.
Und ein gestörtes Schmerz empfinden?Mein Sohn ist mit 2,5 Jahren noch sehr wackelig,fällt andauernd hin,stößt sich immer wieder den Kopf,läuft gegen Türen usw.Aber er weint nicht,packt sich nur an die Stelle und das wars.
Sonntag sind wir mit dem RTW in die Klinik gekommen,er ist so heftig gestürzt und mit dem Auge an die Bettkante,das ganze Auge war verdreht,er hat nur einmal kurz aufgeschrien dann war ruhe.
Sonst ist er seeeehr aktiv,kann nicht still sitzen,sich auf keine sache wie zb Puzzle oder so konzentrieren usw.
Vielleicht könnt ihr mir ja etwas über die beiden sachen erzählen.
GLG

Beitrag von megapapa 18.02.11 - 21:19 Uhr

luca ist genau so


außer wenn er sauer ist ,dann weint er aus trotz

lg sonja u herzkind luca

Beitrag von luca2006 18.02.11 - 21:24 Uhr

Und wurde bei ihm deswegen was getestet oder ist es normal???
Lg

Beitrag von megapapa 19.02.11 - 09:28 Uhr

hallo
es heißt herzkinder haben nicht so ein großes schmerzempfinden

luca ist sonst normal entwickelt ,nur motorisch zurück und ängstlich

lg sonja

Beitrag von maja68 18.02.11 - 21:24 Uhr

Deiner Beschreibung nach zu urteilen würde ich sagen, dein Sohn leidet unter einer Störung der Körperwahrnehmung und der Tiefensensibilität.

Dafür spricht, dass er mit seinen 2,5 Jahren immer noch wackelig auf den Beinen ist, ein Alter in dem die meisten anderen Kinder ihren Körper schon gut beherrschen. Es ist auch nicht normal, dass er gegen Türen rennt und sich so oft verletzt. Du selber vermutest, dass sein Schmerzempfinden irgendwie anders zu sein scheint.

Probleme im Bereich der Basissinne äußern sich oft in Bewegungsvermeidung oder übermäßigem Bewegungsdrang, in mangelnder Bewegungsplanung oder in Problemen der Körperkoordination. Die Kinder wirken oft ungeschickt, stolpern, stoßen etwas um oder haben Probleme in der Raumorientierung.

Was ich dir dringend empfehlen würde ist Ergotherapie oder Psychomotorik. Da werden diese Sinne speziell trainiert und aufgrund des Alters deines Sohnes kannst du damit schnell erreichen, dass er keine zu großen Entwicklungsrückstände entwickelt. Sprich am Besten den Kinderarzt darauf an. Von dem könntest du ein Rezept für Ergotherapie bekommen.

Setzen Förderungen in diesem Bereich zu spät ein, so kann das später im Schulalter zu Problemen führen z.B. in der Koordination der Hände, Stifthaltung und Schrift, was dann unter dem Zeitdruck eines Lehr- und Stundenplans nicht immer einfach zu korrigieren ist. (Ist mir mit meiner Tochter passiert).

Genauere Infos kannst du auch unter diesem Link nachlesen.
http://www.kinderzentrum.de/ergotherapie_stoerbilder.php

LG
Maja

Beitrag von luca2006 18.02.11 - 21:30 Uhr

Danke dir für deine schnelle und ausführliche Antwort!!!
Wir fangen nun wieder mit Frühförderung an,meinst du damit wird es auch besser?Oder muss es Ergo sein?
Wir haben nächste Woche ein EEG und neurologische Untersuchungen,können die da sowas "testen"?
Zudem hat er auch Probleme mit dem Gleichgewicht,kann nicht Laufrad fahren,es nicht mal halten wenn er steht zb,oder Puzzeln,diese Kleinkinder Holzpuzzle,das schafft er auch noch nicht und verliert dann auch sehr schnell die Lust und ich soll es machen und gut ist,zudem ist er auch sehr zurück gezogen wenn mehrer Kinder in der Nähe sind,er spricht nicht mehr und spielt nicht mit ihm,haut mich oft und rastet dann aus...
Alles so Kleinigkeiten die mir aber keine Ruhe lassen...
Er wurde damals im Babyalter 3mal reanimiert,vielleicht hatte es ja doch Spätfolgen?!
GLG und danke nochmal!!!

Beitrag von maja68 18.02.11 - 22:45 Uhr

Frühförderung ist auf jeden Fall nicht schlecht, aber sie kann gezielter eingesetzt werden, wenn ihr wisst, wo das Kind die Probleme hat.

Eine Reanimation im Babyalter kann natürlich auch Sauerstoffmangel mit sich ziehen und daher ist es schon sinnvoll mit EEG und neurologischen Untersuchungen der Sache auf den Grund zu gehen. Da könnt ihr wenigstens erkennen, ob da irgendwelche Verarbeitungsstörungen im Gehirn vorhanden sind, oder ob Nerven gestört sind. Erzähle auf jeden Fall von deinen Beobachtungen und Vermutungen, dann kann man dir auch Auskunft geben, wie du der Sache auf den Grund gehen kannst.

Probleme mit dem Gleichgewicht sprechen auch wieder für eine gestörte Körperwahrnehmung. Das hatte meine Tochter auch und sie konnte zwar mit 4 Jahren schon Schwimmen, aber hat erst mit 8 Jahren das Fahrrad fahren gelernt. Vorher hat sie sich sogar auf dem Fahrrad mit Stützrädern panisch festgekrallt und hatte das Gefühl sie falle herunter.

Die Körperwahrnehmung hat bei uns die Ergotherapeutin getestet mit einem Test der nennt sich KTK Körperkoordinationstest und ist für die Altersstufe von Kindern zwischen 5 und 14 Jahren gemacht. Dabei war natürlich auch ein gewisses Maß an Mitarbeit gefragt, als sie z.B. rückwärts über eine Linie auf dem Teppich laufen sollte. Meiner Tochter wurde dabei schwindelig. Vielleicht gibt es ja ein Testverfahren für kleinere Kinder.

Schwierig ist es natürlich für dich, dass sich dein Sohn noch nicht richtig verständlich machen kann und mit dir redet. Das kann ich sehr gut nachvollziehen.
Bei meiner Tochter hat es sich letztendlich herausgestellt, dass sie ein Asperger Syndrom hat, eine Form von Autismus, bei der motorische Defizite auf diese spezielle Form von Autismus zurückzuführen sind. Es handelt sich dabei um eine Entwicklungsstörung.
Die Motorik ist auch jetzt trotz Förderung noch nicht richtig ausgereift, aber zumindest verbessert und im Verhalten sind auch heute noch viele Besonderheiten.
Sie wird damit leben müssen anders als andere Kinder zu sein, aber es ist sehr erleichternd zu wissen, wie man ihr genau helfen kann. Dass sie heute mit mir über ihre Probleme sprechen kann ist ebenfalls erleichternd für mich.
Vieles über das ich mir früher den Kopf zerbrochen habe, hat sich wie ein Puzzle zusammen gefügt, seit ich die Diagnose habe. Ich denke mit der Zeit und mit einigen Beobachtungen wirst auch du mit der Situation besser umgehen können. So manche Sorge wird verschwinden und vieles wird klarer. Jedes Kind ist einzigartig, ob mit Handicap oder ohne. Bleib optimistisch und vergiss nicht auf der Suche nach Schwächen und Störungen die Fähigkeiten deines Kindes zu entdecken.

LG
Maja

Beitrag von girl08041983 19.02.11 - 08:37 Uhr

Huhu,

so ähnlichn war es bei meinem Sohn auch, er wurde aggressiv gegen sich selber, schlug um sich, heulte und schrie. Er hat mal auf die Herdplatte gepackt und liess die Hand dort liegen. usw.

Momentan ist er ziemlich ruhiger geworden, er hat zur Unterstützung der Konzentration Ergo bekommen, was ihm auch sehr gut half. Seine Wahrnehmung wurde auch immer besser.

Lg

Beitrag von mukkelchen 20.02.11 - 13:52 Uhr

Du könntest auch von meiner Tochter sprechen :-)
Sie wird jetzt Ende März 2 und wir haben nen Antrag auf Frühförderung gestellt, bezüglich taktiler und auditiver Wahrnehmungsstörungen.

Hoffe der geht durch, sonst bestehe ich auf eine Rezept für ERGO !!!

Mukkelchen

Beitrag von enni12 23.02.11 - 08:31 Uhr

Hallo,

Leon hat das auch #schmoll
Er hatte mal eine riesige Beule weil er zweimal auf die gleiche Stelle gefallen ist (seine Grobmotorik ist für 2,5 Jahre auch schlecht) und wir waren in der Notaufnahme. Die Ärztin da hat da richtig drauf rumgedrückt um zu sehen, ob mit dem Knochen was ist und er hat die ganze Zeit gelacht #schock
Er beßt sich auch manchmal selbst bis es blutet oder schlägt mit dem Kopf irgendwo dagegen :-(
Wir sind ja gerade in der Diagnostik also kann ich dir nicht wirklich sagen, was es ist....
Aber es macht einem Angst....

LG

Dani

Beitrag von 23061982 06.03.11 - 12:32 Uhr

Hallo,

auch bei meinem Sohn Kai (4 Jahre) wurde vor kurzem ne Wahrnehmungsstörung diagnostiziert.... Er bekommt jetzt seit 7 Wochen Ergo, da geht er sooooooooooo gerne hin, freut sich die ganze Woche drauf, was mich wiederum natürlich sehr freut :-).

Auch bei ihm äusserte es sich so, dass er eben ziemlich tollpatschig war, oft hinfiel, gegen Türen lief, auch manchmal beim essen sogar vom Stuhl fiel, sich die einfachsten Dinge, wie zum Beispiel ins Auto steigen (haben nen T4) wahnsinnig umständlich machte... Ausserdem gibt er sehr schnell auf, resigniert regelrecht und ist dann am Boden zerstört. Er kann sich gegen andere Kinder net durchsetzen und hat null Selbstvertrauen / Selbstbewusstsein.
Sein Schmerzempfinden ist meiner Meinung nach jedoch nicht gestört..... Obwohl er sich auch manchmal selbst haut, denke aber das ist ne Art seine Aggressionen abzubauen.... Er ist zwar so eigentlich überhaupt nicht aggressiv, jedoch wenn er sich ungerecht behandelt fühlt oder mit irgendwas stark überfordert ist, schmeisst er Spielsachen durch die Gegend, schreit laut oder haut sich eben an den Kopf....
Zu Glück habe ich schon relativ früh rausgefunden, wie ich ihn am schnellsten beruhigen kann, und dann kann man auch wieder ganz normal mit ihm reden.... Er weiß auch ganz genau, dass das nicht schön ist wenn er so ausrastet, aber er kanns halt net anders ausdrücken. Ich mache es ihm ja auch nicht zum Vorwurf - nicht das ihr mich da jetzt falsch versteht - aber manchmal fehlt mir doch leider die Geduld, die man eigentlich unbedingt aufbringen muss.

Manchmal ist es echt so, als ob er 2 Persönlichkeiten hat, wenn er nen schlechten Tag hat, und es richtig schlimm mit ihm ist, erkenne ich ihn gar nicht wieder. Er ist dann auch wie in ner andern Welt, man sieht ihm das sogar an den Augen an, die sind dann irgendwie - ich weiß net wie ichs beschreiben soll - die sehen dann halt anders aus, so als wenn er total müde ist, und man hat auch das Gefühl, das er durch einen hindurch schaut wenn man mit ihm spricht. Er ist halt irgendwie total abwesend dann. Manchmal tut mir das so richtig weh, wenn er so ist, weils mir auch so leid tut für ihn. Am 17. haben wir nochmal nen Termin im SPZ, da wird dann endlich ein EEG gemascht, ich hoffe sehr, dass dieses unauffällig sein wird! Könnte ein paar Daumen gebrauchen :-(
Ich denke die Ergo wird ihm schon sehr helfen, die Therapeutin meinte er hat schon gute Fortschritte gemacht :-)

Mal schauen was die Zeit bringt....

LG Karo