Hilfe: Was ist angemessene Frist bei Elternzeitantrag?

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Beitrag von need83 19.02.11 - 14:08 Uhr

Hallo,

wer kennt sich hier aus: Habe eine große Diskussion mit meiner Krankenkasse. Ich habe ein Frühchen (8Wochen zu früh) zur Welt gebracht. War die ganze Zeit im Krankenhaus... und habe bei der Krankenkasse persönlich das Mutterschaftsgeld vor Ort beantragt. Die Sachbearbeiterin meinte zu mir, dass ich nun 12 Wochen MuSchu + die 6 Wochen hätte (sprich bis zum 14.4. MuSchu).
Eine neue Sachbearbeiterin der KK meinte mir nun schriftlich mitteilen zu müssen, dass mein MuSchu bereits am 03.03. endet (die 6 Wochen werden zurückgerechnet: wir reden von einem Frühchen das 8 Wochen eher kam).
Panik: hatte natürlich den Elternzeitantrag noch nicht an den AG versandt (war ja noch alles im grünen Bereich).
Den Elternzeitantrag habe ich natürlich sofort fertig gemacht und abgeschickt, ist jedoch, wenn man vom 03.03. ausgeht 4 Wochen vor Elternzeitantritt viel zu spät. #bla

Eigentliche Frage: Was bedeutet eine angemessene Frist? Soll es bei Frühchen ja geben...

Ps. nach Rücksprache mit diversen anderen Krankenkassen handhaben diese übrigens auch 12 + 6 Wochen nach Entbindung! #aerger

Beitrag von catch-up 19.02.11 - 15:14 Uhr

Hä? Ich versteh deinen Text nicht, versuch es aber trotzdem mal!

Elterngeld: Elterngeld beantragst du NACH der Geburt AB TAG DER GEBURT (nicht ab Tag nach dem Muschu)!!! Du kannst den Elterngeldantrag eigentlich auch erst abschicken, wenn du den Muschu-Bescheid von der KK bekommen hast! Hat die Elterngeldstelle diesen Bescheid nicht, wird dein Antrag eh auf den "Unterlagen nicht vollständig Berg" gelegt!

Ist dein Baby ein Frühchen von 8 Wochen, dann beträgt dein Muschu 12 Wochen + die 6 Wochen, die du vor der Geburt keinen Muschu nehmen konntest!

Guck mal §13 und 14 MuschG!

Beitrag von catch-up 19.02.11 - 15:17 Uhr

Achso, wegen Elternzeit (hab mich ja verlegen *hups*)

Da gilt als angemessene Frist 6 Wochen vor der Geburt! Gut, da fällst du raus! Würd ich jetzt einfach nachreichen! Kannst ja nu nix für!

Beitrag von windsbraut69 20.02.11 - 10:10 Uhr

6 Wochen vor der Geburt ist völliger Unsinn.
Sie muß die Elternzeit 7 Wochen vor Antritt anmelden.

Gruß,

W

Beitrag von susannea 19.02.11 - 15:51 Uhr

Ja, das Problem kenne ich schon von der KK, sobald du das Mutterschaftsgeld erst nach der Entbindung beantragst, gehen die vom tatsächlichen Entbindungstermin aus (meine Neffe kam in der 35. SSW zur Welt, es gab nur nach Bescheinigung über Frühchen von der Klinik (hast du die eingereicht, damit es 12 Wochen gibt?!?) ab der Geburt 12 Wochen Mutterschutz!).

Totaler Beschiss, wie soll man das denn bei solchen Frühchen machen, gerade bei dir, wenn man die Bescheinigung vom Arzt ja noch nicht haben kann.

Da du ja aber mit einer Sachbearbeiterin von der KK gesprochen hast, würde ich mich darauf beziehen und schriftlich widersprechen (bei uns half nur Anwalt für Sozialrecht dabei).

Dem AG würde ich mitteilen, dass du nach Rücksprache mit einer Mitarbeiterin der KK bis 14.4. Mutterschutz haben solltest udn von welchem Datum er nun ausgeht. Aus wichtigen Gründen (KKH Aufenthalt ist einer), kann eine angemessenere kürzere Frist genommen werden. Also gehe ich davon aus, dass der AG dies so hinnehmen wird, denn er hat doch mit dir zwischendurch nicht gerechnet und müsste dich ja sonst voll beschäftigen und bezahlen!

Beitrag von need83 19.02.11 - 18:03 Uhr

Hey, danke für die Antwort.
Ich habe tatsächlich schon Widerspruch eingelegt, aber die KK hat trotzdem abgelehnt und gemeint, hierfür kommt eben der §200 Abs. 3 (wenn ich es richtig im Kopf habe) des Versicherungsgesetzes in Kraft in dem steht, dass die Bescheinigung des FA (7Wochen vorher) nicht vorlag und daher zurück gerechnet wird.
Ärgert mich natürlich, weil jetzt mein Gehalt von Oktober und November korrigiert wird und mir damit Geld entgeht. Ist aber ein anderes Thema.

Hattest du den selben Fall mit deinem Anwalt? Die Frage ist ja, kann das Versicherungsgesetz das Mutterschutzgesetz einschränken? Ich kannte das ja vorher auch nicht und dachte, das wäre so eine interne Regelung der KK.

Wie gesagt, die anderen KK machen das (laut tel. Rücksprache) nur leider die liebe AOK nicht.

:-[

Schönes Wochenende schon einmal.

Beitrag von derhimmelmusswarten 19.02.11 - 20:13 Uhr

So wie sich das anhört, ist die Krankenkasse doch im Unrecht. Notfalls Anwalt einschalten. Aber Klagefrist beachten, wenn du den Widerspruch schon nicht durch gekriegt hast.

Beitrag von kati543 19.02.11 - 21:27 Uhr

Du bist aber GKV-Versichert, oder?

Das mit der Zurückrechnung stimmt. Wenn der Schein des FA nicht vor der Entbindung vorlag, werden bei einer normalen Geburt immer nur die Mindestwochen berücksichtigt (Also bei einer Geburt NACH ET, bekommt man trotzdem nur 14 Wochen).
Die Dame meinte bestimmt die Reichsversicherungsverordnung, oder? Nur hat sie damit absolut Unrecht. Sie sollte sich den Paragraphen mal durchlesen:

"(3) Das Mutterschaftsgeld wird für die letzten sechs Wochen vor der Entbindung, den Entbindungstag und für die ersten acht Wochen, bei Mehrlings- und Frühgeburten für die ersten zwölf Wochen nach der Entbindung gezahlt. Bei Frühgeburten und sonstigen vorzeitigen Entbindungen verlängert sich die Bezugsdauer um den Zeitraum, der nach § 3 Abs. 2 des Mutterschutzgesetzes nicht in Anspruch genommen werden konnte. ...."

§200 (3) RVO Also ganz klar. Die TE ist im Recht. Der KK-Dame würde ich den Paragraphen mitnehmen und sie soll ihn doch bitte LAUT und LANGSAM vorlesen, damit sie es auch versteht.

Beitrag von kati543 19.02.11 - 16:07 Uhr

Jede Frau bekommt MINDESTENS 14 Wochen Mutterschutz (wenn man vor und nach der Geburt zusammenzählt und natürlich die Frau eine AN ist und nicht noch freiwillig arbeitet). Für jeden Tag Mutterschutz, den du vor der Geburt nicht nehmen konntes, wird dir ein Tag nach der Geburt dazuaddiert. Bei Frühchen gilt statt der normalen 8 Wochen nach der Geburt 12 Wochen Mutterschutz. Alles nachzulesen im Gesetz. (http://bundesrecht.juris.de/muschg/__6.html)

Nach Meinung deiner KK hättest du also als Frühchenmama noch weniger Mutterschutz als eine Mama eines voll ausgetragenen Kindes. Drucke o.g. Link aus und lege das deiner KK vor. So einen Blödsinn geben die Kassen doch sonst nicht von sich. Mutterschaft ist soooo selten ja nun auch wieder nicht.