Anspruch auf Kitaplatz

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von kati543 19.02.11 - 19:56 Uhr

Nun hat es uns auch erwischt. Nachdem das bei unseren Großen so reibungsfrei und problemlos war...

Mein Jüngster hat ja I-Status, bzw. er würde ihn bekommen, wenn denn eine I-Kraft im Kiga mehr wäre. Nun kann er deswegen gar nicht in den Kiga. Also die Untersuchungen die alle nötig sind, hat er hinter sich. Die Bestätigung des Sozialamtes ist auch da. Nur fehlt eben den I-Kraft. Der Platz im Kiga ist auch für ihn seit Anfang Januar da und reserviert. Nur hilft mir das ja nicht wirklich. Ich will endlich wieder arbeiten gehen. Habe ich igrendeinen Anspruch darauf, dass der Kiga ihn (wenn auch erst einmal halbtags) auch ohne I-Kraft nimmt? Eigentlich hat doch jedes Kind ab dem 3. Geburtstag einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz - halbtags. Es kann doch eigentlich nicht sein, dass mein Sohn benachteiligt wird, weil er behindert ist, oder?
Versteht mich nicht falsch, ich habe kein Problem damit noch 1-2 Monate länger zu Hause zu bleiben, aber kein Mensch weiß ja, wann die eine I-Kraft finden. Es wurde gerade eine neue I-Kraft eingestellt für ein Kind, was mit meinem Großen parallel angefangen hat - er ist jetzt 1,5 Jahre im Kiga. Ich will und kann nicht so lange warten.
Also nach dem ganzen Aufsatz ;-) ... Weiß jemand, ob ich einen Rechtsanspruch auf einen Kigaplatz habe auch ohne I-Kraft?

Beitrag von luca2006 19.02.11 - 20:00 Uhr

Helfen kann ich dir da leider nicht,nur ich wollte mal fragen,was macht eure I Kraft im Kiga???
Bei uns ist es ja so das sie 1-2mal die Woche meinen Sohn holt und mit ihm spielt...Kann auch mal öfters vorkommen,dann aber nur für paar Minuten....
Sieht das bei euch anders aus?Das ist ja der Grund wieso wir in den HPK wechseln.
Unser jetzige Kiga Leitung meinte wenn Cihan wechselt muss die I Kraft zum Arbeitsamt#klatsch
Komisch,sie arbeitet seit August dort,Cihan hat den I Status erst seit Februar...Und kann ja nicht sein nur weil Cihan wechselt das die Dame dann arbeitslos ist...
Die versuchen mich zu überreden das Cihan dort bleibt,und es geht ihnen auch nur ums Geld:-[

Beitrag von kati543 19.02.11 - 21:02 Uhr

Es gibt in unserem Landkreis keine HPK's mehr. Wurden alle abgeschafft - eigentlich ein guter Schritt in Richtung Inklusion von Behinderten.
Die Regeln, was ein I-Status im Kiga bedeutet und wie genau gefördert wird, sind in jedem Landkreis verschieden. Bei uns wird eine I-Kraft für ein Kind für 15h/Woche eingestellt. Diese Kraft kommt dann in die Gruppe und beschäftigt sich mit dem Kind. Da meistens die I-Kinder doch Probleme haben, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, wäre es ja blöd, das I-Kind dafür aus der Gruppe zu holen. ;-) Bei uns nimmt die I-Kraft sich noch 2-3 andere Kinder und spielt dann eben ein Spiel oder im Stuhlkreis hilft sie ganz gezielt diesem einen Kind. Die Förderung ist bei uns so, dass es eben keine Einzelförderung ist. Die bekommt mein Sohn auch genug bei Ergo und Logo. Im Kindi soll er eben in der Gruppe klar kommen. Bei meinem Kleinen ist die Situation eine Andere. Er hat große Probleme beim Erfüllen von existenziellen Grundbedürfnissen. Er kann nicht selber essen/trinken,.... Er kann auch nicht zeigen oder sagen was er will. Man muß einfach immer raten. Eine I-Kraft muß dann eben auch diesen kompletten Bereich mit abdecken.

"Die versuchen mich zu überreden das Cihan dort bleibt,und es geht ihnen auch nur ums Geld"
Naja, des Kindes willen wird das kein Kiga machen. Letztendlich geht es immer nur ums Geld. LEIDER. Aber wir können es nicht ändern. Unser Kiga bekommt pro I-Kind im Jahr knapp 25.000€ ZUSÄTZLICH. Das ist schon eine Menge Geld.

Beitrag von lena1309 19.02.11 - 22:30 Uhr

Hallo Kati,

hast du mal geschaut, ob du nicht über den KIGA sondern über das Jugendamt eine I-Kraft kriegst?
Bei uns in der Umgebung wird das dann an andere Träger weiter gegeben, an die man sich auch direkt wenden kann und die haben ganz oft einen gewissen Fundus an Unterlagen über mögliche Kräfte.
Da kenne ich es auch so, dass der Dienstweg so kurz wie möglich gehalten wird.
Caritas, AWO, Diakonie oder andere haben das mittlerweile im Angebot.

Wie der Anspruch sich bei einem integrativen Kind verhält, weiß ich nicht genau, aber da können dir die oben genannten Institutionen ganz schnell und kurz Auskunft geben.
Frag da mal nach. Die sind da fit und könne schnell helfen. Dann klappt es auch schnell wieder mit der Arbeit.

LG
M.

Beitrag von parzifal 20.02.11 - 05:28 Uhr

Ich denke das Ganze steht und fällt mit der Frage wer die Integrationskraft stellen muss und wie schnell.

Eine Intergrationskraft ist soviel ich weiß ja notwendig, weil das Kind einen erhöhten Betreuungsbedarf hat den die normalen Erzieher nicht leisten können.

Wenn die Kita ohne Integrationskraft ein Kind mit Intergrationsbedarf nehmen müsste stellt sich für mich die Frage wie das die Kita schaffen soll?
Sie hat ja gar nicht die personelle Besetzung.

Insofern gehe ich davon aus, dass ohne Intergrationskraft auch kein Intergartionskind genommen werden muss.

Eine andere Frage ist halt die, ob für eine Intergrationskraft gesorgt werden muss.

Ich habe aber keine Ahnung von der Materie. Wie es tatsöchlich ist weiß ich nicht.

Ich persönlich würde mich aber insbesondere dahingehend erkundigen ob und falls ja wer eine Intergartionskraft zu stellen hat.

Beitrag von kati543 20.02.11 - 12:04 Uhr

Der Kiga muß sie suchen und stellen und auch gegenüber dem Sozialamt den Nacdhweis erbringen. Erst dann gibt es die zusätzlichen Gelder. Nur wenn es kein Personal gibt, dann kann der Kiga versuchen, was er will.
Mein Großer war ein halbes Jahr als Regelkind im Kiga, obwohl er bereits die Zusage zur Integration hatte - auch personelles Problem gewesen. Ein weiteres Kind in seiner Gruppe hat das auch durch. Nur damals wußten wir, dass die I-Kraft ab Januar arbeiten kann. Da war das egal und außerdem war mein Großer nicht so sehr behindert. Bei ihm ging es nicht darum, Bedürfnisse zu erfüllen, sondern ihn optimal zu fördern.

Beitrag von bibi.d 25.02.11 - 21:22 Uhr

Bei meinen zweiten Sohn habe ich das Jugendamt angerufen und mich lauthals beschwert das ich eine absage vom I Kiga bekommen habe. Es gibt tatsächlich denn Rechtsanspruch ab 3 Jahre!!
Wenn keine kraft da ist muß eine eingestellt werden das Jugendamt führt listen über Erzieherinen aus der Umgebung das wichtigste lass dich nie abwimmeln danach habe ich meinen Sohn in einen I Kiga wechseln lassen es ist einfach besser! Bei meinen dritten Sohn haben sie sogar einen platz geschaffen denn es eigentlich gar nicht gibt nämlich eine 6 zu 9 betreuung kann in ausnahme Situationen genehmigt werde.

Glg Bibi