Bauchbesetzerin wählte einen anderen Ausgang!

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von agrokate 19.02.11 - 20:39 Uhr

Da ich nun mit unserem 2.Krümel schwanger bin und ich den ersten Geburtsbericht noch nicht verfasst habe, mache ich mich jetzt mal ans Werk;-).

Der eigentliche Geburtstermin unserer Püppi war am Faschingsdienstag, der 05.02.2008.
Doch obwohl sie die ganze Zeit schon fest im Becken lag, tat sich an diesem und an den nächsten Tagen nichts.
Auch der Samstag verlief ganz normal, nur am Abend sind mein Schatz und ich aus unerfindlichen Gründen bereits um 21 Uhr ins Bett, da wir sooo müde waren.
In der Nacht um 2 Uhr bin ich von einem bisher unbekannten Bauchkrampf aufgewacht...#zitter!
Nachdem ich auf Toilette gegangen bin und sich rotes Blut auf dem Toipapier befand, war mir zumindest bewusst, das es in Richtung Geburt geht.
Um ca. 4 Uhr wurden die „Krämpfe“ etwas extremer, so das ich sie am besten veratmen konnte, wenn ich mich an unser Treppengeländer gehängt habe.
Zu dieser Zeit wurde auch meine bessere Hälfte wach und als im klar wurde, daß es langsam ernst wird, musste er erst mal ganz schnell zum Zigaretten holen, gehen#schwitz.
Als die Wehen in einem Abstand von unter 5 Minuten kamen, sind wir um 6 Uhr ins KH gefahren.
Dort angekommen wurde ich erst einmal untersucht und der Befund war ernüchternd:Portio verstrichen und Muttermund 1 fingerdick durchlässig:-(.
Da die Wehen noch unregelmäßig stark waren, schickte uns die Hebamme um die Häuser zu laufen.
Nach einer Stunde kamen wir wieder ins KH zurück und stärkten uns erst einmal an einem Frühstück (ich ahnte schon, daß das eine längere Geschichte wird).
Wehentätigkeit war durch den Spaziergang stärker geworden, aber am Muttermund hatte sich leider wieder nichts nennenswertes getan-soviel dazu, wie es in einem Lehrbuch steht:Muttermund öffnet sich pro Stunde um ca. 1 cm!
Meine kleine Maus mußten wir bereits zum 2.Mal wecken, da sie beim CTG wieder mal eingeschlafen war und ihr die Wehen wohl überhaupt nichts an haben konnten:-[.
Der Nachmittag verlief mit mäßigen Erfolg und schlimmen Wehen, die ich aber gut im Stehen (auf einen Tisch gestützt) veratmen konnte.
Muttermund um 17 Uhr auf 2-3 cm!
Zur zwischenzeitlichen Entspannung war ich dann auch mal in der Badewanne, was ich sehr genoß!
Tja, es wurde abend und so langsam ließ meine Energie nach und es stellte sich eine große Erschöpfung ein.
Hebamme gab mir nach Absprache ein Wehenhemmer und ich konnte mich etwas erholen, da die Wehen etwas weniger wurden.
Muttermund um 18 Uhr auf 4 cm!
Nach 2 Stunden Dauerwehen (nach einem Wehentropf) war ich am Ende meiner Kräfte und willigte einer mir angebotenen PDA ein.
Umzug in den Kreissaal!
Nachdem mir Blut abgenommen wurde und ein Blutgerinnungswert erst zu gering war, zögerte sich das Setzen der PDA noch bis 21.30 Uhr hinaus#schock.
Bis dahin dachte ich noch, ich könnte mit der PDA weiterhin stehen, ich hatte extra noch mit der Hebamme kurz darüber gesprochen und freute mich nur über die Schmerzerleichterung.
Als es dann endlich soweit war und nach einem Schnelltest, der doch ewig dauerte, meine Werte doch ok waren, die PDA gesetzt wurde (tat überhaupt nicht weh, obwohl sie 2x stechen mussten),
lag ich auf einem Bett (Pritsche würde es besser bezeichnen), wie ein Käfer auf seinen Flügeln und konnte mich nicht mehr bewegen#contra.
Als dann auch noch die erste Wehe kam und ich absolut nicht wußte, wie ich diese im Liegen veratmen soll, war dies der schlimmste Moment der ganzen Geburt#wolke.
Ich fühlte mich komplett ausgeliefert und entmündigt, wie ich so hilflos auf dieser Liege lag, die mitten im Raum stand und noch gefühlte 5 Meter über dem Boden.
Danach waren wir die halbe Nacht eigentlich mehr oder weniger auf uns allein gestellt, da die 2 diensthabenden Hebammen 8 weitere Geburten zu betreuen hatten (in meinem Geburtsprotokoll steht auch immer:Frau veratmet Wehen gut!-hieß wahrscheinlich für die 2-braucht weniger Betreuung#kratz)
Es kam ab und zu mal schnell eine reingeflitzt, hat an den Infusionen rumgeschraubt und dann war sie auch schon wieder weg.
Als um 4 Uhr der MM endlich nach über 24 Stunden Wehentätigkeit komplett geöffnet war#schwitz,
und die ersten Pressversuche mißglückten, wurde noch ein Ultraschall gemacht, auf dem aber nichts mehr ersichtbar war, da die Kleine schon zu weit im Becken war.
Danch haben sich abwechselnd die Oberärztin, Hebamme und die Assistenzärztin durfte natürlich auch mitmischen, am Kopf meiner Kleinen (zwischen meinen Beinen) zu schaffen gemacht, um herauszufinden, wie der Schädel steht.
Es wurden Bildchen gemalt, es wurde diskutiert-nur ich war anscheinend nicht existent, denn mit mir sprach keiner#heul.
Dann kam die Frage:“Wie sind Sie denn auf die Welt gekommen?“
Ich: „Mit der Saugglocke!“
Ärztin:“Das habe ich mir schon gedacht!“
Ich fiel aus allen Wolken, da ich bei der Krankenhausvorstellung genau über dieses Thema mit dem Chefarzt sprach und er keinerlei Parallelen zwischen der eigenen Geburt und der seines eigenesKindes,sah.
Dann wurde der Wehentropf auf höchste Stufe gedreht und ich lag da und wußte nicht, wie ich mit
diese Hammerwehen ohne Pausen, umgehen sollte.
Ich hatte solche Schmerzen, daß ich das erste Mal nach über 24 Stunden, ans Aufgeben dachte.
Als die Mannschaft nach einer Viertelstunde wieder kam, hatte sich an der Lage von unserer Maus absolut nichts geändert.
Sie vermuteten, daß sich meine Kleine mit dem Kopf falsch eingestellt hatte und deswegen nicht weiter rutschen konnte#aerger!
Dann wurde mir der Vorschlag zum Kaiserschnitt unterbreitet, den ich dankbar annahm.
Ab da war es für mich, wie eine Erlösung, ich wollte nur noch meine Prinzessin auf meinem Arm halten.
Es hört sich zwar schizophren an, aber ich freute mich auf die OP und hatte entspannt die Augen geschlossen.
Als mein Freund verkleidet in den OP-Raum kam und sich zu mir setzte, fragte er plötzlich ganz ängstlich, ob der Stuhl niedriger geht oder das grüne Tuch höher.
Mein Süßer ist 1,98 m groß und hatte im Sitzen volle Aussicht auf meinen Bauch#schock.
Wir haben uns dann so geeinigt, daß er sich mit dem Kopf zu mir gelegt hat und dann ging es los.
Ich merkte überhaupt nix, da ich sowieso schon die ganze Zeit am ganzen Körper gezittert habe, habe ich nichts vom Ruckeln bemerkt.
UND DANN: Um 6.08 ein lauter Schrei und ich sah mein kleines Mädchen das erste Mal (sie wurde über das grüne Tuch gehoben)-
ein kleines strampelndes, boxendes, wütendes, schreiendes Wunder#verliebt.
Dann wurde sie der Hebamme kurz übergeben und ich hörte, wie ein Arzt zum anderen sagte, „Du hast Blut an der Stirn!“ Daraufhin er:“Da hat sie mich mit dem Fuß getreten!“;-)
Danach habe ich Zeit und Raum verloren, da meine Maus Haut auf Haut zu mir gelegt wurde und
unsere Kennenlernzeit beginnen konnte#liebdrueck.
Ihre erste Amtshandlung war, mir einen schönen Knutschfleck auf die Brust zu saugen.

Auch heute drei Jahre später, befinden wir uns immer noch in unserem so genannten Engelskreis, aus dem ab und zu einer von uns beiden ausbricht:-p!

Résumé: Unsere Maus hat leider ein anderes Tor zur Welt gewählt!








Beitrag von moon1 22.02.11 - 20:24 Uhr

ich kann da voll und ganz mitfühlen, mir ging es fast genau so....... :-)