ein bisschen Gejammer - Arbeitgeber, Kind Fieber

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von mentira 19.02.11 - 21:13 Uhr

Hallo allerseits,

meine Tochter hat jetzt das zweite Mal innerhalb von 2 Wochen Fieber, beim letzten Mal hat das sieben Tage angehalten und ich musste der Firma 5 Tage hiervon fern bleiben (bin alleinerziehend).

1. bin ich über das Fieber selbst verwundert, sie hatte ausser als Baby noch nie Fieber (so wie ich selbst übrigens) und der Arzt erklärte mir beim letzten Mal, dass eine regelrechte Fieberwelle momentan herumginge - in dem Fall sogar ohne andere größere Symptome - nur ein bisschen Schnupfennase. Heute ging das Fieber mit Körperschmerzen los, ich habe schon wieder Angst, was auf mich zukommt (seid Ihr auch immer so niedergeschmettert, wenn Eure Kinder krank sind?), weil

2. mein Arbeitgeber und das Kollegenumfeld schlecht auf die Erkrankung meines Kindes reagiert. Ich war noch nie (wie vorletzte Woche) eine ganze Woche weg, meine Vertretung war total angekotzt (wir haben allerdings eigentlich ein sehr freundschaftliches Verhältnis), aber sie musste auch recht arbeitsintensive Dinge für mich erledigen, wir machen ohnehin schon alle recht viele Überstunden und sie war aufgrund meines Ausfalls jeden Abend bis acht Uhr im Büro - ich kann schon verstehen, dass das ätzend ist, weil ich einen Arbeitsbereich betreue, der nicht ohne ist.

Mein Chef (der ohnehin die Ausgeburt der Hölle ist, wie hassen ihn alle), macht nur blöde Sprüche á la "das hat man davon, wenn man eine Mutter einstellt" und ähnliches. Wir stehen alle ziemlich unter Strom und erleiden einiges an Repressalien, 30-40 Überstunden monatlich sind Usus, und da wir so unter Strom stehen, werden die Kollegin neuerdings immer sauer, wenn ein anderer Kollege krank ist bzw. wie in meinem Fall wegen des Kindes zuhause bleiben muss. Dazu sollte man erwähnen, dass 4 von 7 Kollegen einfach noch nie krank waren. Ich musste seit Oktober jeden Monat einen Tag wegen der Kleinen zuhause bleiben, diesen Monat wie gesagt eine ganze Woche!

Ich frage mich vor allem auch, warum mein Kind so oft krank ist, wir machen pro Winter zwei Mittelohrentzündungen und drei Mal Dauerhusten mit Schnupfen durch, meist bringe ich sie da schon in den KiGa. Jetzt neuerdings Fieber, das ist ganz etwas neues. Hab' schon an Schweinegrippe gedacht.

Meine Tochter sieht sehr unterernährt aus, hat allerdings wahnsinns-Kraft, geht zwei Mal die Woche zum Sport, isst auch ausgewogen, viel Gemüse und Obst, eigentlich alles optimal. Sie macht einen glücklichen Eindruck, ist sehr ausgeglichen, hat aber ständig Herpes oder Husten, ich werde noch wahnsinnig. Wenn ich eine Mutter Kind Kur in Betracht ziehe, wird meine Firma ausrasten, dass kann ich echt nicht bringen.

Wir verbringen unsere gemeinsame Zeit recht intensiv, es wird viel gekuschelt, aber muss ich vielleicht befürchten, dass das Kind mit unserem Lebensrythmus überfordert ist? glaube ich allerdings eigentlich nicht, sie kennt es ja auch gar nicht anders, sie ist 5, ich arbeite jetzt seit 3 Jahren VZ. Wir schaffen viel Ausgleich, im Winter Spielen und Lesen, im Sommer Garten, pflanzen, Plantschbecken, an den See fahren usw. usw..

Mein Kinderarzt sagt, dass eine höhere Erkrankungsrate auch nicht für ein schlechtes Immunsystem spricht.

Hat übrigens jemand Kenntnisse darüber, ob die Möglichkeit besteht, dass meine Krankenkasse ggf. eine bezahlte Betreuung im Krankheitsfalle meines Kindes anteilig übernimmt?


Bin über Meinungen/Tipps dankbar!

LG
J.

Beitrag von kati543 19.02.11 - 21:30 Uhr

Nein das tun sie nicht. Du hast 10 Kind-krank Tage dafür und dein Mann auch. Alles was darüber hinaus geht, ist euer Pech.

Beitrag von marionr1 19.02.11 - 23:07 Uhr

Da du bist aber nett.
Ironie off.

Sie ist alleinerziehend.

Beitrag von leonie1984 20.02.11 - 07:55 Uhr

Als Alleinerziehende hat man 20 Tage pro Jahr.
Außerdem könntest du etwas feinfühliger schreiben...

Beitrag von nuckelspucker 19.02.11 - 21:36 Uhr

hey du,

bei meinem großen sohn war es im ersten KIGA-jahr auch schlimm. alle zwei wochen etwa war er krank und ich hatte großen ärger mit meinen damaligen chefs.

mein kleiner sohn hat gerade die eingewöhnung hinter sich und ist natürlich zum zweiten mal innerhalb weniger wochen krank. ab montag ist meine elternzeit vorbei und wir zittern schon. mein mann bleibt erstmal zwei tage zu hause und wir hoffen, dass er dann wieder fit ist.

die vielen infekte sind normal. das kann dir (fast) jeder arzt bestätigen, die kinder trainieren ihr immunsystem.

beim arbeitgeber kommt das in der regel nicht besonders gut an. kann ich teilweise auch verstehen.

wir haben leider niemanden, der im krankheitsfall auf die kinder aufpassen kann und die kindkranktage sind viel zu schnell verbraucht, bevor ein jahr um ist.

die situation in eurer firma ist natürlich schwierig.

kannst du die stunden reduzieren, dass du nur tageweise arbeiten gehst? bei den vielen überstunden sicherlich nicht.

ich hab damals fast meinen job verloren, aber mein sohn war es mir wert. was hab ich davon, wenn ich ein krankes kind in den KIGA bringe, der fiebernde kinder im übrigen nicht annimmt.

mit dem chef reden kannst du sicher auch nicht, bei den sprüchen, die er abgelassen hat?

naja, hab keine tipps für dich, nur den einen. kündige, wenn es sein muss, so schwer die zeit danach auch sein mag. dein kind geht vor!

lg claudia + niclas + lucas

Beitrag von widowwadman 19.02.11 - 22:58 Uhr

Hast du die Moeglichkeit vielleicht von daheim aus zu arbeiten oder anders etwas Flexiblitaet zu zeigen? Wieviel Kind-krank uebernimmt dein Mann?

Beitrag von marionr1 19.02.11 - 23:15 Uhr

Sie hat geschrieben, dass sie alleinerziehend ist!

Beitrag von schlumpfine23 20.02.11 - 08:59 Uhr

Guten Morgen!

Das ist ja eine blöde Situation! Du musst dich ja immer hin- und hergerissen fühlen..

Also, ich muss dir ganz ehrlich sagen, dass ich versuchen würde, einen neuen Job zu finden. Ich weiß selber - leichter gesagt als getan!
Aber die Situation mit den Überstunden, der Druck, nicht krank zu werden, der arschige Chef ( #hicks ).. wäre für mich unerträglich..

Das Kind geht doch vor finde ich. Als Alleinerziehende sicher schwerer, weil man auch finanzielle Sicherheit schaffen muss.. aber es muss halt beides stimmen und glücklich machen!

Ich denke, es ist normal, dass Kinder oft krank werden. Meine Kleine hat ständig etwas und ich habe immer ein schlechtes Gewissen ggü. meiner Arbeit.. aber nützt ja nichts. Wobei ich in der glücklichen Lage bin, nur 3 Tage zu arbeiten und einen sehr verständnisvollen Arbeitgeber zu haben..

Drücke dir die Daumen! . Alles Gute weiterhin!#winke

Beitrag von tabea33 20.02.11 - 10:09 Uhr

Hallo,

vielleicht solltest du versuchen, dir irgendwie ein soziales Netzwerk aufzubauen. Wenn der Kindsvater ausfällt - was ist mit den Großeltern? Oder vielleicht einer netten älteren Nachbarin, die gegen gute Worte (oder ein bißchen Kleingeld) ein paar Stunden aufpasst?

Deine Tochter ist ja auch schon fünf und nicht zwei, da sollte das zumindest zum Ende der Krankheit hin auch mal mit anderen Personen funktionieren. Oder kann der Kindsvater oder eine Freundin vielleicht nach Feierabend aufpassen? Wenn du keine solche Freundin hast, ist es schon traurig. Meine Freundin würde jederzeit nach Feierabend einspringen und sie hat selbst auch ein kleines Kind.

Ich habe teilweise dann von 17 bis 22 Uhr gearbeitet, anders ging es nicht. Bei einem Bürojob ist das vielleicht machbar, vor allem wenn du schreibst, dass deine Vertretung auch bis 20 Uhr bleibt.

LG Tabea

Beitrag von mentira 20.02.11 - 22:24 Uhr

Hallo noch einmal,

vielen Dank für Eure Stellungnahmen und Tipps.

Ich hatte ursprünglich mal einen Notfallbabysitter - meine arbeitslose Cousine mit gleichaltrigem Kind - aber die ist so oft nicht eingesprungen und unzuverlässig, dass die Nummer mittlerweile gestorben ist.

Der Kindsvater wohnt 100km entfernt - wir haben geteiltes Sorgerecht. Er kümmert sich an den Wochenenden regelmässig seit unserer Trennung aber unter der Woche kann er aufgrund der Entfernung auch nicht einspringen. Dazu kommt, dass er privat versichert ist, weil er Selbständig ist, dass heisst, dass ich seine 10 Tage zur Betreuung nicht mal auf meine KK übernehmen kann.

Meine Freundinnen sind selbst berufstätig und haben Familien. Ich kann teilweile von zuhause arbeiten, aber wenn meine Tochter krank ist, lässt mein Chef mich nicht arbeiten, weil es dann Probleme mit der Abrechnung gäbe. Ich arbeite also nur unter der normalen Arbeitswoche abends von zuhause, damit ich auch brav meine Überstunden anhäufe, nachdem der KiGA aus ist. Die Überstunden verfallen übrigens am Ende eines jeden Monats - jedenfalls alles über 15 Stunden. #augen

Meine Schwester holt meine Tochter ein Mal die Woche vom KiGA ab, meine Mutter ein anderes Mal, dient aber auch nur der Ansammlung von Überstunden, sie sind ebenfalls beide selbst berufstätig. Den Arbeitgeber zu wechseln, kommt nicht in Frage, ich habe zwei Jahre lang dafür gearbeitet, dass mein Vertrag endlich in einen unbefristeten verwandelt wird, der AG ist um die Ecke am Rande der Stadt, täglich in die City zu fahren und VZ innerhalb der KiGa-Öffnungszeiten zu arbeiten, ist zeitlich schlicht nicht möglich. Die Stunden zu verkürzen, kommt von der Firma nicht in Frage und löst das Problem ja auch nicht.

Bisher war es ja auch nicht dermaßen akut, bis letzten Oktober hatte ich, wenn es hoch kam, 6 Kinderkrankentage in Anspruch nehmen müssen. Im Frühling/Sommer ist mein Kind die letzten Jahre keinen einzigen Tag krank gewesen. Wenn ich selbst krank bin, schleppe ich mich schon mit jeder Art von Erkrankung zur Arbeit, letztes Jahr musste ich doch mal vier Tage zuhause bleiben, weil ich vor Schmerzen (Rippenfellentzündung) kaum aus den Augen gucken konnte und heulend meinen Arbeitsplatz verlassen habe, als es nicht mehr ging.

Ich werde nicht massiv unter Druck gesetzt - aber dieses genervte Augenrollen wenn mein Kind krank ist oder die Wortkargheit, wenn ich dann wieder am Arbeitsplatz erscheine, setzen mir schon zu. Ich nehme meinen Job sehr ernst (und mag den übrigens sehr!), die Kollegen sind eigentlich auch schwer in Ordnung aber ich will nicht als jemand angesehen werden, auf den man sich nicht verlassen kann, weil er monatlich ausfällt. Wir haben eine Dame in der Abteilung, die wegen jedem quersitzenden Pups zuhause bleibt und der auch egal ist, ob sie ihre Arbeit geregelt bekommt, ich will nicht, dass irgendjemand denkt, dass ich mit der gleichen Einstellung an die Sache heran gehe. Die Frau, die in unserer Personalabteilung sitzt und solche Sachen bearbeitet, sagt immer zu mir, ich soll mich nicht verrückt machen und sagt, ein Unternehmen muss "sowas" einfach mittragen - irgendwer muss ja die Kinder bekommen und betreuen, damit es am Ende auch noch in der Rentenkasse halbwegs klingelt.

Mein Kind fiebert noch immer, morgen springt meine Schwester ein, die selbst wegen einer kürzlich erfolgten OP krank geschrieben aber soweit fit ist, dass sie hier auftauchen kann. Sie ist halt nicht so Kinder-affin und mir tut's immer ein bisschen leid für mein Kind, wenn meine Schwester sie den halben Tag vor die Glotze setzt. Ich weiss schon jetzt nicht, wie ich sie morgen abend überreden soll, es noch einen weiteren Tag zu machen.

Naja, bald kommt der Frühling und ich hoffe, dass dann wieder Normalität einkehrt, im Sommer folgt die Einschulung - bin ja jetzt schon gespannt, was da auf mich zukommt.

Danke Euch allen!
LG
J.