Schlechte Männer - gute Väter?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von a11ure 19.02.11 - 23:01 Uhr

Ich habe hier im Forum mal ein bißchen gestöbert und stoße immer wieder auf Diskussionen bezüglich "Erzeuger versus Vater" in allen Schattierungen...

Was mich interessieren würde: Erzeuger/Väter, die bisher eher negative Vertreter ihrer Spezies waren, d.h. sich nicht gekümmert haben, keine Verantwortung übernehmen, Kinder/Mütter schlecht behandelt haben - aber immer wieder gerne ihre Rechte einfordern... gibt es Fälle aus Eurem Erfahrungsschatz, in denen sich solche Geschichten positiv zumindest für die Kinder entwickeln konnten?

Sprich: kann sich ein Vater/Erzeuger, der sich über Monate/Jahre schlecht verhält, wirklich so ändern, dass zumindest der Kontakt zum Kind sich positiv entwickelt?

Es heißt immer, man solle zwischen Paar- und Elterneben trennen - aber auch dazu gehören immer zwei - und bei Dramen während der SS oder/und sehr kleinen Kindern ist das meiner Einschätzung nach auch lebensfremd.

Und bevor ich gesteinigt werde - nein, manchmal ist im Vorfeld nicht absehbar, was für Abgründe sich da auftun können. Und manchmal ist es nicht die verletzte Mama, die aus Rache handelt.

Was ich gerne wüßte, wenn es eine richtig schlechte Geschichte war, habt Ihr auch mal die Erfahrung gemacht, dass zumindest für die Kinder ein positiver Kontakt entstand oder bleibt es i.d.R. Drama?

Inwieweit konnten Mediation, begleitete Umgänge etc die Situation verbessern?

Bin gespannt auf Eure Antworten. Die Hoffnung stirbt zuletzt...

Beitrag von 16061986 19.02.11 - 23:08 Uhr

Also ich kann sagen, es war sch** und ist es nach fast 14 monaten seitdem die kleien da ist immer noch so.
Getrennt hab ich mich am anfang der schwangerschaft weil ich seinen kontrollwahn,eifersucht etc nicht ausgehalten haben,habe aber immer wieder betont ich will ihm das kind nicht vorenthalten,er kann sich kümmern etc.
ende vom lied? er hat die kleine noch nie gesehen,hat nie nach ihr gefragt oder sonst was, erzählt aber überall herum dass ich ihm den umgang verbiete,damit er natürlich nicht als der buhmann dasteht.

Mir ist es mittlerweile ehrlich gesagt egal,ich bin froh und glücklich so wie es ist,wenn die kleine irgendwann mal fragen stellen sollte werde ich ihr die wahrheit sagen und wenn sie ihn sehen will werde ich ihr keine steine in den weg legen.
ich sag immer,wer nicht will,der hat schon. er hat noch eine andere tochter aus 1.ehe und um sie "kümmert" er sich(das ist aber eine andere geschichte) und zahlt auch unterhalt was er für meine kleine nicht macht!

Ich seh es positiv. wir hatten nur stress und streit und wenn wir keinen kontakt haben gehts mir super und den kindern somit auch

Beitrag von parzifal 20.02.11 - 05:11 Uhr

Dein Ex hat es geschafft solange seinen Kontrollwahn und Eifersucht zu unterdrücken das Du es nicht gemerkt hast?

Normalerweise dauert es ja eine gewisse Zeit bis man merkt dass der Gegenüber zum Partner taugt und noch deutlich länger bis ein gemeinsamer Kinderwunsch entsteht.

Das jemand schafft gerade seine Eifersucht und Kotrollzwang über diesen geraumen Zeitraum zu verstecken ist schon sehr ungewöhnlich.

Ich verstehe auch nicht, warum man erst Kinder will aber dann nichts mit Ihnen zu tun haben will.


Beitrag von a11ure 20.02.11 - 09:24 Uhr

Solche Änderungen der Männer geschehen tatsächlich erwiesenermaßen oft erst in der SS. SS ist auch einer der Hauptauslöser für den Beginn häuslicher Gewalt. Traurig, aber wahr.

Gebt nicht immer den Frauen die Schuld, dass sie es nicht früher gemerkt haben / die falsche Wahl getroffen haben. Erwachsene Männer sind für ihr Sozialverhalten selbst verantwortlich.

Für alle, die sich nicht vorstellen können, dass ihr Partner sich plötzlich so zum Negativen ändert / sein wahres Gesicht zeigt - ich wünsche Euch, es nie zu erleben.

Beitrag von 16061986 20.02.11 - 09:50 Uhr

Ich wusste gar nicht das jedes kind geplant ist... vielleicht erstmal die hintergründe hinterfragen. und nein er hat es nicht geschafft es lange zu unterdrücken,es waren genau 2 monate! und dann war ich schwanger und es wurde immer schlimmer und schlimmer...

Beitrag von parzifal 21.02.11 - 08:32 Uhr

Ich unterstelle immer eine geplante Schwangerschaft solange nichts Gegenteiliges erwähnt wird.

Dies ist ja wohl mit Abstand die Regel.

Du bist also ungeplant nach zwei Monaten von einem krankhaft Gestörten schwanger geworden.

Ich frage mich immer wie so etwas geschehen kann?



Beitrag von a11ure 21.02.11 - 12:31 Uhr

Es gibt viele Umstände, die dazu führen könnten.

Was hilft dieser Ansatz aber jetzt den Kindern für die Zukunft?

Beitrag von berta.in.schwarz 20.02.11 - 08:23 Uhr

Was meinen Bekanntenkreis betrifft: Ja.

Wenn sich das "Schlechte" des Mannes nur auf die Beziehung zur Frau bezieht, hat es mit den Kindern nichts zu tun.

Beitrag von a11ure 20.02.11 - 09:17 Uhr

Läßt sich das immer so klar trennen?

Und wie bekommt man eine konstruktive Elterneben hin, wenn "sich das Schlechte des Mannes (nur) auf die Beziehung zur Frau bezieht"?

Beitrag von berta.in.schwarz 20.02.11 - 09:28 Uhr

Nein, deshalb sagte ich ja "wenn".

Um so eine Elternebene hinzubekommen, müssen beide Seiten mitmachen.
Eine Mediation kann da oft helfen.

Beitrag von lisa1408 20.02.11 - 09:14 Uhr

<< Sprich: kann sich ein Vater/Erzeuger, der sich über Monate/Jahre schlecht verhält, wirklich so ändern, dass zumindest der Kontakt zum Kind sich positiv entwickelt? <<

JA!

Ich hätte mir das selbst nie gedacht, aber es ist möglich!

Ich war mit dem KV 7 Jahre zusammen und mit der Geburt meiner Tochter bzw. als feststand, dass ich das Kind bekomme, hat Beziehungstechnisch der Untergang angefangen.

Er wollte das Kind nicht, hat mir immer wieder vorgeworfen, dass ich das Kind nur bekommen habe um ihm das Leben schwer zu machen. Während der SS hat er schon fremdgechattet, mich belogen und gedemütigt. Als die Kleine auf der Welt war, hat er sich zwar um sie gekümmert - was mich betraf war es die Hölle auf Erden. Lügen, Betrügen, Demütigungen - die ganze Palette. Vor 2 Jahren hab ich mich von ihm getrennt. Er hat das Kind benutzt um mich zu manipulieren und unter Druck zu setzen, hat bei meinen Eltern über mich geschimpft (obwohl wir ihm ermöglicht haben, dass er seine Tochter bei meinen Eltern besucht, bei sämtlichen Familienfeiern teilnimmt und es wurde sogar darauf geachtet, dass er und ich uns nicht über den Weg laufen)wir konnten kein normales Wort miteinander sprechen, die Anspannung war enorm wenn wir im selben Raum waren.
Irgendwann konnte ich nicht mehr und hab alles an einen Anwalt übergeben. Daraufhin betreuter Umgang alle 3-4 Wochen.

Vor 3 Monaten der große Wandel... es ging um Leonies Geburtstag, ich hab ihm ein sms geschickt, ob wir uns wg. den Geschenken vielleicht absprechen können (er hatte das Pech, dass er ihr immer genau das Geschenkt hat, was sie kurz zuvor von uns bekommen hat - war aber reiner Zufall), damit er ihr etwas schenkt was sie noch nicht hat - wir haben telefoniert, eine Woche später alleine auf einen Kaffee getroffen, er hat meinen Mann kennengelernt, war wieder bei meinen Eltern als Leonie dort Ferien machte usw. und morgen kommt er uns besuchen und wird auch hier übernachten.

NIE im Leben hätte ich mir gedacht, dass es einmal so sein wird zwischen ihm und mir!

Obwohl ich noch immer vorsichtig bin (es ist über viele Jahre wirklich viel zu viel passiert), bin ich für den momentanen Zustand sehr dankbar und sehe das als riesen Geschenk für meine Tochter! Der KV und ich versuchen fürs erste sämtliche Reibungspunkte zu vermeiden, da der normale Umgang zwischen uns beiden auch erst wachsen und sich festigen muss - dann kann man über unterschiedliche Erziehungsmethoden o.Ä. sprechen oder diskutieren, ohne dass alles wieder so schrecklich wie früher ist. Fürs erste versuchen wir kompromisse zu finden, mit denen wir beide für den Moment leben können - wissen aber, dass ein ausführliches Gespräch in naher Zukunft ansteht - das soll aber ohne Vorwürfe, Anklagen usw. möglich sein - und daran arbeiten wir!

Liebe Grüße
Lisa

Beitrag von futtersklave 20.02.11 - 10:49 Uhr

Hallo,

<< Sprich: kann sich ein Vater/Erzeuger, der sich über Monate/Jahre schlecht verhält, wirklich so ändern, dass zumindest der Kontakt zum Kind sich positiv entwickelt? <<

Also, bei uns definitv nicht. Der KV ist wegen jedem und alles zum Gericht gerannt, und immer, wenn er was durchgedrückt bekam, basierend auf Lügen, wars für ihn uninteressant. Ich hab mir leider zuviel gefallen lassen und mich massiv unter Druck setzen lassen. Seine Pflichten waren ihm immer völlig egal, aber seine Rechte... ohja, die kannte er.
Ich hab da völlig resigniert, da kein vernünftiger Kontakt möglich war. Dann "verschwand" er von der Bildfläche, tauchte nochmal kurz auf, um mir einen Vortrag zu halten, daß ich ihm seinen Sohn die halben Sommerferien geben muss, um dann wieder nicht zu erscheinen. Jetzt ist schon wieder 7 Monate Ruhe, sein Sohn ist unterdessen 14, und jetzt hab ich mich mal gewehrt, und mometan läuft die Pfändung des Unterhalts.
Wir gehen von aus, daß wir erstmal nichts mehr von ihm hören, aber auch gut so, endlich kehrt Ruhe ein.

LG

Beitrag von a11ure 20.02.11 - 11:53 Uhr

Wie ist das Verhältnis zwischen Deinem Sohn und seinem Vater?

Beitrag von futtersklave 20.02.11 - 12:18 Uhr

"Wie ist das Verhältnis zwischen Deinem Sohn und seinem Vater?"

Hallöchen,

da ist garkein Verhältnis mehr, es war sehr schmerzhaft für meinen Sohn, zu erleben, daß es nie um ihn ging, sondern immer nur darum, mir ein "reinzuwürgen".
Die Beiden hatten nie ein Verhältnis, da die Zeiträume, in denen sich sein Vater nicht gemeldet hat, einfach zu groß waren, und wenn er mal bei seinem Vater war, durfte er sich auch alleine beschäftigen.

Unterdessen hat mein Sohn seine Schlüsse aus dem Verhalten seines Vaters gezogen, und legt auch keinen Wert mehr darauf, daß er sich meldet. Da ist ihm unterdessen seine Freundin wichtiger.

LG

Beitrag von a11ure 20.02.11 - 11:56 Uhr

Danke schön!

Hast Du Tipps, wie man sich als Mama da am besten verhält - bis/damit es sich bessert?

Beitrag von lisa1408 20.02.11 - 12:07 Uhr

Das kann ich dir leider auch nicht sagen!

Denn bei uns war wirklich das Problem, dass sein Stolz gekränkt war weil ich ihn verlassen habe. Er konnte zwischen Eltern- und Paarebene nicht differenzieren.

Eben erst nach knapp 2 Jahren hat er sich beruhigt und das anscheinend gut verarbeitet. Laut dem KV war es auch gut, dass ich geheiratet habe... denn so wusste er, dass Stabilität in meinem Leben ist (ich bin ein absoluter Chaot :-D) und das im Endeffekt auch für Leonie gut ist.
Es kann aber auch sein, dass ein neues Partner genau das Gegenteil bewirkt...

ich hab mir allerdings nach der Trennung von ihm nichts mehr gefallen lassen. Zwar hab ich so lange es ging, geschaut, dass Leonie einen guten Kontakt zu ihm hat - aber als das nicht mehr möglich war, hab ich eben die Konsequenzen gezogen und bin zum Anwalt. Man muss sich dem Kind zuliebe nicht alles gefallen lassen.

Beitrag von redrose123 20.02.11 - 12:40 Uhr

Sicher gehören dazu 2 einer sollte eben den Anfang machen;-)

Beitrag von a11ure 20.02.11 - 21:31 Uhr

Himmel - wenn das die Lösung wäre, gäbe es gar kein Problem. #kratz

Beitrag von redrose123 21.02.11 - 08:21 Uhr

Das wäre die Lösung ist nur manchmal nicht umsetzbar, weil es im wahren Leben nicht um die Theorie geht, sondern Gefühle verletzt worden sind, der Stolz nachzugeben zu gross wäre oder man dem oder der Ex einfach mal eins reindrucken kann wenn man nicht nachgibt....

Beitrag von a11ure 21.02.11 - 12:35 Uhr

...oder auch einfach, weil guter Wille auf einer Seite schlicht nicht reicht.

Geht nicht immer davon aus, dass die "böse Mama" sich rächen will.

Die meisten Mütter wollen das Beste für ihre Kinder und stellen tagtäglich ihre eigenen Bedürfnisse zurück.

Im wahren Leben gibt es auch einfach Väter/Erzeuger, die nicht das Wohl der Kinder, sondern ihre eigenen Interessen in den Vordergrund stellen.

Woher kommt denn eigentlich diese Pauschal-Verurteilung der Mütter?