Frag mal nach eurer Meinung -Kigaauswahl-

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von jimmytheguitar 20.02.11 - 01:18 Uhr

Guten Abend zusammen!

Ich habe nun von zwei Kindergärten ein Platzangebot jeweils zum Sommer für meinen kleinen Sohn (z.Z. 1 1/2Jahre alt, dann 2) bekommen. Wir sind darauf angewiesen und freuen uns sehr. Jetzt die Qual der Wahl; ich versuche mich in Stichworten zu fasssen:

Kiga 1:
POSITIV:
-wird aktuell noch von meinem großen Sohn besucht (wird aber im Sommer eingeschult), geht dort seit 4 1/2 Jahren hin
-sehr nette Erzieherinnen (vorallem in der Gruppe meines Sohnes, hoffe der kleine kommt auch da rein, ist aber wahrscheinlich)
-neue und sehr schöne Räumlichkeiten (es wurde extra vorletztes Jahr ein neuer Kiga für uns gebaut, waren vorher in einer alten fabrik)
-gesunde ausgewogene Vollwertkost (fleischlos), meine Schwiegermutter ist dort als Köchin angestellt und kocht jeden Tag frisch für die Kinder (Bioqualität)
-anspruchsvolle Pädagogik (Einflüsse aus Montessori, Waldorf u.a. und eigene Ansätze)-z.B. einige Monate im Jahr SPIELZEUGFREIE ZEIT und regelmäßige Waldtage (meist monatlich)
-relativ kleine u. familiäre Einrichtung
-geniesst sehr guten Ruf und ist vorallem bei Akademikern und besser situierten Familien hoch angesehen
-wir fühlen uns alles in allem sehr gut dort aufgehoben und können uns auch mit vielem identifizieren
-fußläufig in ca. 20 Min. zu erreichen (entlang an Hauptverkehrsstr.), im Auto in 5-15 Min (nach Verkehr)
-kurze Schließzeiten in den Schulferien (Sommer nur 2 Wochen)

NEGATIV:
-ist weiter weg als der andere Kiga (sind 2008 nach Hauskauf umgezogen), liegt in anderem Stadtteil, Weg dahin ist aber recht einfach. Aber vorallem im Berufsverkehr kommt man oft in einen Stau
-Elterninitiative, es wird viel Einsatzbereitschaft zur Mitarbeit der eltern gefordert (min. 30Stunden im Jahr, Geldbuße 20€ je nicht geleistete Stunde)-da wir beide berufstätig sind im Schichtdienst oft schwierig
-Jeden Freitag "Elternkochen", bedeutet auf die Familien aufgeteilt i.d.R. 2-3x im Jahr Freitags vollwertig kochen für ca. 60 Personen (und das wo ich nicht gut kochen kann :-( )
-leider eher negativ belastete Beziehung zu der Einrichtungsleitung ( persönliche negative Einstellung uns Eltern gegenüber, woher dies kommt wissen wir nicht recht, die Leitung hat damals gewechselt als unser großer in den Kiga kam, evtl. vorbelastet durch die kochende Schwiegermutter welche schon häufiger Probleme mit vertraglichen Dingen hatte etc. und dadurch auch Probleme mit Leitung) Aber als sie uns beim letzten Mal so angefahren hat (leider fehlerhafte Kommunikation bei Terminabsprache zum elterngespräch) hat mein Freund ihr ganz nüchtern die meinung gesagt-vielleicht hat das jetzt mal geholfen
-durch das besondere Konzept unseres Kigas und den dadurch überwiegenden Besuch von Akademikerkindern zeitweise sehr elitären Touch und wir als "Otto-Normal-Verbraucher" haben manches Mal das Gefühl des Abgewertetwerdens durch andere Eltern (kann aber auch nur subjektiv sein)

Kiga 2:
POSITIV:
-vorallem die Nähe: 50 Meter Luftlinie, 5 Min. Fußweg (eine Straße entlang), Grundschule in die mein Großer eingeschult wird liegt fast direkt daneben
-durch die Wohnortnähe habe ich die Hoffnung auf möglichst viele Kinder aus der direkten Nachbarschaft-leichtere nachmittägliche Verabredungen möglich etc.
-große Einrichtung= viele neue Kontakte möglich
-Einrichtung wird dieses Jahr modernisiert
-städtische Einrichtung, keine Elterninitiative-keine Elternarbeit wie bei Kiga1 gefordert

NEGATIV:
-ICH kenne den Kiga nur von aussen, beim anmeldetermin war mein Freud da ich arbeiten musste
-Infostände des Kiga bei Veranstaltungen (z.B. Kinder-u. Jugendtag) haben mir eher wenig bis gar nicht zugesagt. Mein erster Eindruck der Erzieher dort war eher negativ (schwer zu beschreiben warum, habe aber Vorstellungen wie mein Kiga NICHT aussehen sollte, nämlich regelmäßiges Basteln nach vorgefertigten Schablonen u.ä. Die Erzieherinnen riefen schon allein optisch solche Vorurteile in mir hervor-rosa lackierte Fingernägel, Goldkettchen und blondierte Dauerwelle...)
-extrem hoher Anteil von Ausländern und sozial benachteiligten Familien (haben das Haus in einem Stadtteil gekauft der dafür bekannt ist, die eine Hälfte des Viertels besteht aus Sozialwohnungen)
-Konzept sagt mir nicht hundertprozentig zu

So, weiß nicht, ob ich etwas vergessen habe. Ich habe die Fakten jetzt für mich persönlich als positiv und negativ bewertet.
Die Zusage zum Kiga in dem wir auch bisher sind habe ich mündlich vor ca. 2 Wochen bekommen, schriftlich am Donnerstag, haben aber noch nichts unterschrieben. Habe dann gestern Nachmittag einen Anruf aus Kiga2 auf meinem AB gehabt wo eben die Leitung mir auch einen Platz versprach. Soll mich dort jetzt am Montag melden. Für meinen Freund ist klar wir bleiben im jetzigen Kiga. In mir verursacht es auch ein beklemmendes Gefühl darüber nachzudenken zu "wechseln". Aber durch die Nähe und fehlende Elternarbeit bin ich jetzt ins grübeln gekommen.

Was würdet ihr an meiner/ unserer Stelle machen?

LG

und sorry das es so lang geworden ist



Beitrag von meandco 20.02.11 - 09:00 Uhr

#kratz

also das mit der elternarbeit scheint bei euch recht rigoros gehandhabt zu werden #kratz

bei uns gibts ein system nach dem die wäsche 2x jährlich gewaschen werden muss (handtücher und co). 1x järhlich generalputz und dazu noch eine arbeitsgruppe nach bedarf (garten, reparaturen, schnee). und die sonderveranstaltungen natürlich - also wenn was ansteht, wie aktuell zb flohmarkt stehen ...
klar gibts angagiertere mütter, die dauernd da sidn und weniger angagierte eltern (oder eltern wo das mit den terminen eben immer blöd ausgeht) die weniger da sind. aber das mit dem waschen und putzen muss bei allen klappen.

vielleicht könnt ihr ja was ähnliches anregen?

ansonsten: für mich hört sich der erste besser an. du scheinst von der einrichtung und betreuung her auch eher zum ersten zu tendieren. klar ist der 2. praktischer - aber dein kind muss da hingehen die nächsten jahre. daher würde ich mich in erster linie nach dem richten was gut fürs kind ist #pro

hab ich auch so gemacht. was für mich bedeutet statt 1 km zu fuß, 20 km mit auto in den privatkiga (teuer #schwitz) und eben elternarbeit - und bald wohl auch verwaltungstätigkeiten, der die alte verwaltung in 1 jahr ausscheidet, da die kinder alle in die schule gehen ...). aber meiner tochter gehts da gut, und das ist es wert #pro

übrigens: es sind sicher eltern dabei die sich euch überlegen fühlen - aber generell kann ich mir das nicht vorstellen. ich nehm mal an, dass ihr euch soweit "normal" unseren sitten entsprechend benehmt und da nicht pöbelhaft auffallt. damit ist es für die meisten eltern getan. ich denke, dass ihr da von der erwartung über ein paar snob-eltern auf alle schließt ... #liebdrueck ist sicher nicht so schlimm wie ihr das wahrnehmt ;-)

lg
me

Beitrag von murmel72 20.02.11 - 12:27 Uhr

Eindeutig Kiga 1! Ich wuerde in den sauren Apfel beissen und die Elternarbeit in Kauf nehmen.

Kiga 2 hoert sich nicht sehr vielversprechend an.

Beitrag von bille2000 20.02.11 - 13:22 Uhr

Hallo,


das ist wirklich schwierig. Kiga 1 klingt wirklich super, aber ich kann Deine Argumente dagegen auch gut verstehen. Intensive Elternabeit neben dem Job... das ist dann wohl der Preis den man zahlen muss.

Der Punkt Freunde in der Nähe ist natürlcih auch wichtig. Wie ist das denn bei deinem Älterem? Kommt da auch niemand aus der Nähe`? Bei uns ist es z.B. auch so, daß wir zwar in den Kiga im Nachbarort gehen, dort aber trotzdem viele Kinder sind, die bei uns in der Nähe wohnen. Und in dem Alter muss man die Kinder eh noch bringen, da ist es auch egal ob man etwas länger fährt. Außerdem fahre ich meine Kind lieber 10 Minuten und es spielt mit netten Kindern, als daß es Freunde um die Ecke hat, die mir dann nciht so passen.

Das Problem ist denke ich, daß Du Kiga2 gar nciht so beurteilen kannst. Du kaufst die KAtze im Sack und wenn es schief geht wirst Du dich ziemlich ärgen.

Ich würde daher auch bei Kiga 1 bleiben.

Lg,

Bille

Beitrag von anne_loewe 20.02.11 - 15:06 Uhr

Ich finde die Frage hast Du eigentlich selbst beantwortet... eigentlich spricht für KIGA 2 nur die Nähe... eine grosse Einrichtung ist kein Vorteil finde ich. Wo findest Du denn sonst all die positiven Dinge wie Waldtag, Spielzeugfreie Zeit Bioessen und Co vereint? Dazu engagierte gebildete Eltern? Also ich würde da nicht eine Sekunde überlegen.

Dass man sich dafür als Eltern ein wenig engagieren muss finde ich selbstverständlich und es kommt ja den Kindern zugute.

Lg Anne

Beitrag von zahnweh 20.02.11 - 23:42 Uhr

Hallo,

zunächst mal, muss ich zugeben, ich habe mir nicht alles durchgelesen, weil es doch recht viel ist.

Bei meiner habe ich es so gemacht.

1. ich habe sie in JEDEN Kindergarten MITGENOMMEN:
der erste Eindruck, ihr Verhalten dort und wie die Erzieherinnen direkt auf sie reagiert haben, gab mir den größten Aufschluss.
Auch darauf wo IHRE Prioriäten liegen.

Z.B. interessierte sie das moderne Gebäude überhaupt nicht. Sie fand die Kinder eher zu ruppige, klammerte sich an mich, wenn ein Kind vorbei lief und sie dabei rempelte.
Beim anderen Kindergarten, eher "dünster" im Vergleich, fühlte sie sich sofort wohl, wurde von den Erzieherinnen mit eingebunden, direkt begrüßt und eine sehr warme und herzliche Atmosphäre.

2. das Gespräch mit der Leitung.
Bei unserem Kindergarten spüre ich jeden Tag, dass die Kommunikation super ist. Unter den Erzieherinnen und auch mit den Eltern. Jeder kann alles fragen. Eine gute Zusammenarbeit im Sinne des Kindes :-)

3. habe ich für mich eine Liste gemacht, was mir wichtig ist!

sehr wichtig:
gute Kommunikation mit den Erzieherinnen
zusammenpassender Erziehungsstil
liebevoller Umgang
Erreichbarkeit bei jedem Wetter
Kind wird direkt angesprochen und es wir nicht über mein Kind geredet, obwohl sie dabei steht, aber total wie Luft behandelt.

mittelwichtig:

nicht so wichtig:
zusätzliche Angebote
...

so, nachdem ich die Liste für mich im Kopf fertig hatte, hab ich die Kindergärten damit verglichen.

Es ging mir nicht darum wer bietet mehr, oder wer bietet mehr Positives. Sondern wer hat die meisten Übereinstimmungen im Bereich "sehr wichtig" und welcher die wenigstens. Einer hatte ein Top-Außengelände, da ich aber schon beim Telefongespräch kaum Interesse wahrnahm (dann melden sie ihr Kind halt hier an und dann sehen wir ja, was drauß wird), war klar, dass der es schon mal nicht ist.

So bin ich dann auch mittelwichtig und nicht so wichtig durchgegangen.

Wobei sich, nicht zu meinem Erstaunen, der herauskrisallisierte, der meinem Kind sofort am Besten gefiel und bei dem mein Bauchgefühl sofort "Hier" geschrien hat ;-)
Ich habe die Wahl bisher noch keinen Tag bereut und meine geht super gerne.