Hausbesitzer: Wie hoch ist Eure Rücklage?

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Beitrag von expressi 20.02.11 - 08:23 Uhr

Hallo liebe Hausbesitzer,

mich interessiert mal, wie andere Hausbesitzer Ihre Rücklage gestalten.

Wir haben einen Neubau (3 Jahre alt), unsere Haushalts-/elektrischen Geräte sind auch alle max. 3 Jahre alt (Ok, Toaster und Waffeleisen sind steinalt :-p
Unsere Autos sind allerdings "schon" 5 und 7 Jahre alt.

Wir haben zur Zeit eine Rücklage von knapp 20.000 Euro, jedes Jahr könnten 7.500 - 10.000 Euro dazu kommen. Eigentlich wäre es aber sinnvoller, dieses Geld in Sondertilgungen auf die Kredite zu verwenden, das spart ja ungemein Zinsen.

Was sagt Ihr, sind 20.000 Euro ausreichend bei einem 180qm Neubau#kratz?

Alle laufenden Kosten, also auch Autoreparaturen oder auch mal eine neue Waschmaschine oder so könnten wir locker aus unserem laufenden Einkommen bestreiten ohne unsere Reserven angreifen zu müssen.

Weitere Rücklagen für z.B. den Fall der Arbeitslosigkeit/Krankheit haben wir auch in Form von Lebensversicherungen, die wir jederzeit auflösen könnten. Sollte mein Mann arbeitslos werden, würden wir uns selbstverständlich beide um einen Job bemühen, zur Zeit arbeite ich nicht.

Wenn Ihr mögt, erzählt doch mal, wie das bei Euch so ist#winke.

Liebe Grüße

Expressi

Beitrag von chatterbox 20.02.11 - 09:21 Uhr

Guten Morgen!

Ich hab grad gebaut, war aber nur zu ungefähr 80% ein Neubau (war ein altes Haus, von dem nur ein kleiner Teil noch erhaltungswürdig war). Jetzt bin ich fertig, mir fehlen nur noch die Solaranlage und der Garten ist eine Mondlandschaft.

Rücklagen hab ich eigentlich keine mehr (bis auf vielleicht 3000 €), wenn ich die Solaranlage bezahlt hab.

ABER: Ich hab den kompletten Bau ohne Schulden vom Ersparten gestemmt. Ich gehe arbeiten und vom Verdienst her schaffe ich es, auch mal ne größere Rechnung zu bezahlen.
Dass das Auto kaputt geht, ist unwahrscheinlich (4 Jahre alt und ich warte es regelmäßig). Und wenn doch: Bei Unfall ist es vollkaskoversichert und wenn es sonst kaputtginge, ja mei, dann kauf ich mir halt ne 1000-€-Gurke, die ist immer drin.
Arbeitslosigkeit ist auch eher unwahrscheinlich, es sei denn, ich klau dem Chef den Silberlöffel aus der Kaffeetasse und ne Weile gings auch vom Arbeitslosengeld.
Lebensversicherung hab ich nur Risiko versichert, mein Erspartes hab ich immer selbst angelegt.

Hört sich bei mir eher nach "no risk - no fun" an, aber ich könnte ja immer noch nen Kredit aufnehmen, wenn was wäre und den würde ich auch bekommen (hab schon mal gefragt, habs dann aber nicht gemacht, weil ich mit den Baukosten eine Punktlandung hingelegt habe).

LG
chat

Beitrag von curlysue1 20.02.11 - 09:42 Uhr

Ich finde 20000 € reichen dicke, wäre mir sogar zuviel wenn ich auf der anderen Seite noch Schulden hätte, wieviel habt Ihr aufgenommen, mit welcher Laufzeit?


Dürft Ihr überhaupt soviel Sondertilgen, bei uns sind es nur 5% der Darlehenssumme max. pro Jahr.

Wir haben immer alles in Sondertilgungen gesteckt, sollte wirklich mal eine richtig große Summe für Rep. anfallen, könnten wir im schlimmsten Fall auch nochmal den Kredit aufstocken.

LG

Beitrag von expressi 22.02.11 - 17:56 Uhr

Hallo Curlysue,

wir könnten 7500 Euro pro Jahr Sondertilgen, haben wir in den letzten Jahren auch immer getan.
Noch mehr geht nicht, die Rücklage von 20.000 Euro ist so nebenbei entstanden.

Wir überlegen jetzt halt, die normale Tilgung der Kredite von 2 auf 3 oder 4 % zu erhöhen, denn mehr Rücklage als 20.000 brauchen wir eigentlich wirklich nicht. Allerdings bin ich doch sehr beruhigt, das dieses Geld da ist und wir notfalls darauf zurückgreifen können.

Liebe Grüße

Expressi

Beitrag von anja1968bonn 20.02.11 - 10:23 Uhr

Hallo,

also, ich denke auch, dass es sinnvoller ist, dass Geld in die Tilgung zu stecken - 20.000 für einen quasi Neubau ist schon eine Menge.

Wir haben seit 13 Jahren eine abbezahlte Eigentumswohnung aus den 60er Jahren und inzwischen schon mehr Rücklagen als ihr - bisher konnten wir allerdings Reparaturen (Dach, Heizung, Badsanierung) aus weiteren Ersparnissen bestreiten. Bei der anstehenden Abwasserkanalsanierung werden wir aber an die Rücklage ran müssen ...

LG

Anja

Beitrag von loonis 20.02.11 - 10:49 Uhr




20.000 € Rücklagen finde ich völlig ausreichend ...
Wieviel Sonderligung pro Jahr dürft Ihr denn leisten???

LG Kerstin

Beitrag von wemauchimmer 21.02.11 - 09:01 Uhr

Hi Expressi,

wir wohnen in einem 5 Jahre alten Neubau und haben keine Rücklagen. Bei uns fliesst alles in Sondertilgungen.
Bei einem Neubau rechne ich einfach nicht mit großen Reparaturen. Es ist aber vollkommener Blödsinn, wenn man Schulden hat, nebenher noch Geld zu sparen. Denn Du bekommst einfach nicht soviel Zinsen für das Guthaben wie Du Schuldzinsen bezahlst. Das heisst, Dein "Sicherheitspolster" kostet Dich wirklich Geld.
Wenn ich ein neues Auto brauche (den Fall haben wir grad, da Nr. 3 anmarschiert ist), dann nehme ich halt ein weiteres Hypothekendarlehen auf (mit variablem Zins und variabler Tilgung). Das geht, da das Haus sowieso durch die hohe Tilgung/Sondertilgung nicht mehr hoch belastet ist. Und es ist wesentlich günstiger als ein Verbraucherkredit.
Das gleiche würde ich machen, wenn außerplanmäßig eine größere Reparatur anfallen würde. Ansonsten geh ich davon aus, daß wir die Schulden nach insgesamt ca. 15 Jahren weg haben, und dann darf auch ruhig langsam mal was kaputt gehen, und dann werden wir uns sicherlich auch eine Rücklage gönnen.
LG

Beitrag von expressi 22.02.11 - 18:01 Uhr

Hallo Wemauchimmer,

ganz ehrlich: Ganz ohne Rücklage könnte ich nicht leben. Was passiert denn im Falle einer Arbeitslosigkeit? Einfach so einen Kredit aufnehmen wird dann nicht mehr so einfach sein, oder?
Und neben der Hausfinanzierung auch noch eine Autofinanzierung möchte ich einfach nicht haben.

Uns ist durchaus klar, das das "Sicherheitspolster" Geld kostet, aber das ist es mir, ehrlich gesagt, egal.
Nebenbei gesagt: Hauskredit plus Autofinanzierung ist sicherlich noch teurer als der 2%-Unterschied zwischen Finanzierungs- und Sparzinsen.

Liebe Grüße

Expressi

Beitrag von wemauchimmer 22.02.11 - 19:06 Uhr

Hi Expressi,

wie lange willst Du denn mit Deiner Rücklage durchhalten, im Fall einer Arbeitslosigkeit? Überleg doch mal... das nützt Dir kaum was. Im Fall einer Arbeitslosigkeit verhandelst Du erstmal mit der Bank, daß die das Darlehen tilgungsfrei stellt, und wenn Du nicht umgehend was Neues findest, dann bietest Du Dein Haus zum Verkauf an. Alles andere führt in die komplette Überschuldung, und da hilft Dir auch Deine Rücklage nicht viel weiter.
Wenn Du ein Haus kaufst und einen Großteil per Darlehen finanzierst, dann funktioniert das halt i.A. nicht mehr, wenn Du arbeitslos ist. Das ist die Realität, der Du Dich ggfs. besser sofort stellst in dem Fall.

Und nein, eine Hausfinanzierung, die Du vorübergehend (wofür auch immer) aufstockst, ist nicht teurer, sondern im Gegenteil günstiger, als wenn Du ständig einen höheren Schuldenstand bedienst, worauf Dein Pölsterchen halt hinausläuft.

Und schließlich... ist der 2% Unterschied denn realistisch? Also reden wir von Sparzinsen, die Du für Deine Rücklage wirklich bekommst? In unserem Fall sind die Zinsen seit Kreditaufnahme gesunken und wir würden mit Sicherheit einen wesentlich größeren Unterschied haben. Aber auch wenn es nur 2% sind, reden wir bei einer Rücklage von 20.000€ immer noch von 400€ im Jahr haben oder nicht haben. Und an solchen Beträgen sollte man meiner Meinung nach nicht einfach vorbeigehen, wenn man insgesamt hohe Schulden hat.

Du solltest halt mal realisieren, sozusagen in Euro und Cent, was Dich Deine Rücklage wirklich kostet. Nicht nur so nach Bauchgefühl, sondern was der Taschenrechner dazu sagt. Und auf der Grundlage dann überlegen, ob es sinnvoll ist, für diese vermeintliche Sicherheit das Geld dranzugeben. Wenn Du es dann trotzdem machen möchtest, ist es natürlich Dein gutes Recht...
LG

Beitrag von cooky2007 22.02.11 - 11:37 Uhr

Wir haben einen fast 5-jährigen Neubau und machen jährlich eine Sondertilgung von € 6.000, zusätzlich sparen wir einen Bausparvertrag für ein Anschlussdarlehen von jährlich ca. € 5.000 an.

Auf der hohen Kante liegen zur Zeit etwa € 80.000, wobei da ein vorzeitiger Erbteil von € 50.000 dabei ist.


Es gibt Richtlinien, dass man 4-5 Nettogehälter MINDESTENS auf der Seite haben sollte.

Beitrag von expressi 22.02.11 - 18:05 Uhr

Hallo Cooky,

was sind denn das für Richtlinien? Bei einem Neubau 4-5 Nettogehälter? Kein Unterschied ob man 1000 Euro netto verdient oder 5000 Euro?

Oder meinst Du für den Fall einer Arbeitslosigkeit?

Warum braucht Ihr denn ein Anschlussdarlehn wenn so viel Polster da ist? Da würde ich doch ablösen#kratz. Bei 5% Sondertilgung und 6000 Euro pro Jahr habt Ihr doch nur 120.000 Euro finanziert, oder? Da kann doch am Laufzeitende nicht mehr so viel übrig sein, oder?

Viele Grüße

Expressi