Wer hatte nach komplizierter Geburt beim 2. Mal Kaiserschnitt?

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Forum: Geburt & Wochenbett

Die Geburt deines Kindes rückt näher und es tauchen immer noch neue Fragen auf? Du hast gerade entbunden und ganz spezielle Fragen in dieser besonderen Situation? Hier ist der Ort für alle Fragen rund um Geburt und Wochenbett.

Beitrag von derhimmelmusswarten 20.02.11 - 11:25 Uhr

Hallo,

mich beschäftigt immer noch die Frage, ob ich mich nicht erkundigen soll, welche Risiken bei der 2. Geburt für mich bestehen. Meine erste Tochter, ich hatte hier schon mal darüber berichtet, wurde 07/2009 zwar nach sehr kurzer Zeit (1 Stunde im Kreissaal) geboren. Allerdings waren 2 Hebammen, 2 Ärztinnen und 1 Kinderärztin im Einsatz. Sie war nicht aus mir raus zu kriegen. Ich hing hinterher am Wehentropf und ich hätte mich anstrengen können wie ich wollte... Ich denke nicht, dass ich sie lebend aus eigener Kraft aus mir raus gekriegt hätte. Auch eine Hebamme, die mir den Kopf auf die Brust drückte und eine weitere, die sich mir auf den Bauch warf, haben nicht dazu geführt, dass meine Tochter raus kam. Sie steckte fest und die Herztöne wurden schlecht. Erst die hinzugerufene Oberärztin hat sie dann nach einem riesigen Dammschnitt per Saugglocke geholt. Leider hatte sie schon Blut und Fruchtwasser geschluckt, war blau und hat geröchelt. Sie wurde intubiert und lag dann 10 Tage auf der Intensivstation. Zuerst sah es gar nicht gut aus. Aber am 3.Tag besserte sich ihr Zustand dann.

Ich frage mich nun, ob ich ein Geburtsvorbereitungsgespräch wahrnehmen sollte? Ab welcher Woche macht man das für gewöhnlich? Oder reicht es, wenn ich meine (mittlerweile neue) FÄ darauf anspreche, damit sie entsprechendes veranlassen kann? Ich gehe aber fast davon aus, dass man mir, wenn ich erstmal nachfrage, sowieso zu einem Kaiserschnitt rät? Ich habe natürlich große Angst, dass das wieder passiert. Auf einen Kaiserschnitt bin ich nicht scharf. Aber vielleicht weiß ja jemand von euch, ob das in meinem Fall dann doch die bessere Alternative wäre?

Beitrag von seikon 20.02.11 - 11:38 Uhr

Hast du mal geschaut/heraus gefunden, wieso es damals zu den Komplikationen gekommen ist? Warst du zu verspannt? Hattest du zu viel Angst vor der Geburt? Missglückte Einleitung?

Und wurden die Herztöne der Kleinen erst schlecht, als da alle an dir rum gedrückt haben, oder waren sie vorher schon Grenzwertig?

Wieso haben die denn alle an dir rum gedrückt? Es besteht keine Pflicht, dass das Kind ab Beginn der Presswehen in x Minuten da sein muss. Hat man euch beiden die nötige Zeit und Ruhe gegeben, um es selbst zu schaffen? Der Körper kann erstaunliches leisten. Wenn aber vorschnell von außen Hektik verbreitet wird, dann geht oft vieles schief.

Du solltest dir deinen Geburtsbericht von damals nehmen (wenn du ihn nicht hast kannst du ihn anfordern) und das ganze in Ruhe nochmal mit Hebamme und Arzt durchgehen.
Wenn du selber keinen KS möchtest, dann kann man sich ja darauf einigen, dass man es spontan versucht und im Zweifel einfach zeitig abbricht und dann unter der Geburt einen KS macht. Wenn dein Krümel sich nicht richtig ins Becken dreht, dann merkt man das eigentlich so früh, dass man dann noch "in Ruhe" einen KS machen kann. Und wenn die Option im Raum steht, dann bekommst du auch früh genug ne PDA gelegt.

Auf jeden Fall solltest du über dein Trauma reden und es verarbeiten. Je gelassener du an die Geburt ran gehst, desto geringer ist das Risiko von Komplikationen.

Beitrag von derhimmelmusswarten 20.02.11 - 12:29 Uhr

Es war so, dass ich am Morgen des ET noch bei der FÄ und das der Befund nicht geburtsreif war. Nachmittags bekam ich aber Wehen alle 5 Minuten und bin ins Krankenhaus. Der Befund war aber da auch noch so, dass es nicht nach bevorstehender Geburt aussah und man mich sogar nach Hause schicken wollte. Ich entschied mich aber (zum Glück) für spazieren gehen und in der Stadt wurde es dann richtig schlimm und wir kehrten ins Krankenhaus zurück. Das war so gegen 18 Uhr. Aber immer noch behielt man mich nicht im Kreissaal, sondern brachte mich auf ein Zimmer auf der Station. MM war da glaube ich so 2 cm. Ich sollte um 21 Uhr wieder kommen. Ich glaube, ich kehrte dann so gegen 20 Uhr zum Kreissaal zurück, da die Wehen so schlimm waren. Diesmal legte man mich dann in ein Wehenzimmer, wo mir eine Hebamme eine Spritze gegen die Schmerzen gab. Davon schlief ich aber ein und redete haufenweise dummes Zeug.

Da ich am CTG hing, verfolgten die Hebammen das ja draußen irgendwie und um 22 Uhr rauschte eine Hebamme rein und schleifte mich mit in den Kreissaal. Ich vermute, dass die da schon gesehen haben, dass die Herztöne nicht so gut sind. Die sagten mir dann, dass mein Kind gleich kommt und ich sollte dann auch recht schnell pressen. Aber scheinbar ging es dann nicht so voran wie es sein sollte. Ich bekam einen Wehentropf und als die dann merkten, dass meine Tochter schon so weit draußen war, dass es für einen Kaiserschnitt zu spät war, kam die 2. Hebamme und die warf sich dann auf meinen Bauch. Ich weiß nur noch, dass das CTG immer Alarm schlug. Im Mutterpass bzw. im Bericht an die FÄ stand, dass meine Tochter wegen "pathologischem CTG" per Saugglocke geholt wurde.

Und aus diesen Dingen werde ich halt nicht schlau. Ich weiß ja nun gar nicht, ob es evtl. an der Spritze lag, die ich bekam und dadurch keine Kraft hatte oder ob ich generell so ein schmales Becken habe, dass kein Kind ohne Hilfe von Außen durchpasst, so dass das Ganze wieder passieren würde.

Beitrag von flammerie07 20.02.11 - 13:37 Uhr

vielleicht solltest du (und deine neue FÄ) mal den ausführlichen GeburtsVERLAUFSbericht anfordern und da mal schauen wo evtl. der Grund lag.


Beitrag von hebigabi 20.02.11 - 18:09 Uhr

Für mich hört es sich so an, als wenn deine Tochter die Schnelligkeit der Geburt nicht ganz vertragen hat- also hat sie Stress gehabt=schlechte Herztöne und dann musste es schnell gehen.

Der Kopf war schon zu tief, also musste es vaginal gehen- mit viel Druck, der widerrum auch nochmal Stress fürs Kind ist.

Ich glaube, wenn man dich ernst genommen und intensiv betreut hätte wäre das durchaus ganz anders und evtl. durchaus entspannter- vor allem für dein Kind- gelaufen.

ICH würde zu einer Spontangeburt raten, denn ein KS ist für ein Kind auch keine sanfte Geburt, wenn man mal gesehen hat, wie an so einem Köpfchen rumrupft, damit man es durch so einen kl. Schnitt bekommt.

LG

Gabi

Beitrag von minnie85 20.02.11 - 18:43 Uhr

Ich würde dir daher zu einer Beleghebamme oder evtl sogar Geburtshaus raten - da wird auf dich eingegangen.

Beitrag von seikon 20.02.11 - 19:28 Uhr

Das klingt ja irgendwie so, als wäre da einiges schief gelaufen. Ich weiss ja nicht, welches Mittel man dir genau gegen die Schmerzen gegeben hat, aber wurdest du richtig über die Wirkung aufgeklärt? Mir hat man damals bei der Geburt meiner Tochter auch die Schmerzspritze als Option genannt. Es wurde mir aber gleich gesagt, dass ich selber davon benommen und schläfrig werden kann und dass das auch auf das Kind über geht und beim Kind eine Atemdepression und langsame Herztöne verursachen kann. Ich habe das dann abgelehnt, weil ich nichts wollte, was irgendwie auf das Kind über geht.

Dann finde ich generell, dass du irgendwie schlecht informiert wurdest. Du schreibst hier, was alles gemacht wurde, aber nicht wieso. Dabei sollte die Mutter doch genau aufgeklärt und einbezogen werden und nicht wie ein Stück Fleisch.

Es ist auch die Frage, ob das alles wirklich von Anfang an so schnell hätte gehen müssen. Denke mal, die Herztöne sind abgesackt, weil dein Kind so viel Stress hatte. Es ist aber die Frage, ob der Stress nicht durch das Personal verursacht wurde. Ich denke mal, dass es besser gelaufen wäre, wenn man dich besser einbezogen hätte und insgesamt entspannter an die Sache ran gegangen wäre.


Ganz ehrlich, ich würde dir zu einer Spontangeburt raten. Lass dich diesmal genau informieren, bevor man dir was gibt. Verzichte auf Spritzen. Gegen die Schmerzen kannst du Buscopan nehmen oder dir eine PDA legen lassen. Ich denke sehr wohl, dass es an der Spritze lag und der Unruhe, die das Personal da rein gebracht hat.

Ideal wäre es, wenn du eine Beleghebamme mit nehmen könntest. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dein Becken zu schmal ist. Das ist recht selten der Fall. Es wird nur gern schnell als Diagnose raus gehauen, weil das später eh keiner mehr nachprüfen kann.
Versuche auf jeden Fall entspannt an die Sache ran zu gehen. Keine Geburt ist wie die andere. Und deine zweite Geburt wird sicherlich ganz super. Je mehr Stress, Angst und Unruhe rein kommt, desto eher hast du sicherlich Komplikationen.

Beitrag von bienejoshi 24.02.11 - 22:05 Uhr

Hi

bei meiner ersten Geburt war es auch ziemlich schlimm, deshalb haben mir die Ärzte geraten wenn ich nochmal schwanger werden würde, sollte ich ein Kaiserschnitt machen lassen. Wir haben es uns dann lange überlegt ob wir ein 2. Kind bekommen sollen, da es bei der 1. Geburt nicht gut um mich stand.
Aber nach vielem überlegen, wurde ich dann wieder schwanger und bekam dann einen Kaiserschnitt.
Ist jetzt auch schon wieder 6 Monate her.

bienejoshi mit Joshua(17.04.04) und Ben Gabriel(03.08.10)