Elterngeld vs. Einkommensteuererklärung!?

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Forum: Baby-Vorbereitung

Die Zeit vor der Geburt ist die Zeit des Nestbauens. Hier könnt ihr gemeinsam überlegen, wie ihr das Kinderzimmer einrichten möchtet, wo das Baby schlafen soll, welche Kleidungsstücke in die Erstausstattung gehören und vieles mehr... 

Beitrag von sgroen 20.02.11 - 12:32 Uhr

Hallo zusammen,

wir blicken durch das steuerliche Kuddelmuddel nicht mehr so ganz durch...! Bisher hatten wir 4/4 und haben vor wenigen Monaten auf 3/5 geändert um das Elterngeld entsprechend zu erhöhen. Freunde haben uns nun berichtet, dass das Elterngeld aber in die Gesamtsteuererklärung eingerechnet wird, sodass mit einer kräftigen Nachzahlung im Folgejahr zu rechnen ist vorallem, wenn man nach der Geburt den Verdienenden auf Klasse 3 einstuft.

Kennt sich jemand von Euch damit genauer aus? Welche Steuerklasse macht in der Elternezit sinn und wie genau wird das Elterngeld worauf eingerechnet?

Danke für Eure Antworten...

Gruß Björn

Beitrag von sirius-80 20.02.11 - 14:13 Uhr

Genau das beschäftigt uns auch! Ich warte dann mal mit auf Antworten! ;-)

Beitrag von emmy06 20.02.11 - 14:22 Uhr

diese frage kann dir pauschal niemand bentworten, denn dazu benötigt es genaue zahlen, daten, fakten...

generell belies dich einmal über den progressionsvorbehalt von lohnersatzleistungen.



lg

Beitrag von kia-timbo 20.02.11 - 15:04 Uhr

Das Elterngeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, dass es zum Verdienst des Mannes dazu gerechnet wird.

Ein pauschales Beispiel:

Mann hat 30.000 EUR zu versteuerndes Einkommen und hätte dann prozentual 15% Steuern zu zaheln (nur´n Bsp.).

Frau hat 10.000 EUR Elterngeld bekommen.

Dann werden 40.000 zum Steuersatz der 30.000 versteuert, also mit 15%.

Wir haben nach dem Mutterschaftsgeld auf 3/5 gewechselt, so dass ich 5 hatte. Wir haben jedoch ein Mai Baby, somit ist das Elterngeld selbst bei vollem Monatsbetrag auf 2 Steuerjahre verteilt.

Die Steuererklärung des ersten Jahres 2009 hat ergeben, dass wir 1800 EUR WIEDER bekamen.
ich hatte noch das ganze Weihnachtsgehalt bekommen und davon gingen allein 1.000EUR Steuern weg wegen der STkl.5. Bin gespannt wie die Steuer von 2010 ausfällt, machen die diese Woche.

Wir hatten es aber verpasst die Steuerklasse vorher zu wechseln, damals war man sich noch nicht so darüber im klaren ob man das darf, naja.

Aber die Steuerklasse wechseln darf man nur 1mal im Jahr, hoffe ihr habt also 2010 gewechselt?
Ich würde also immer wieder nach dem Mutterschaftsgeld 3/5 zugunsten des Mannes machen und ggf. lieber 100EUR monatlich weg legen falls man doch nachzahlen muss.

LG
Kia

Beitrag von beat81 20.02.11 - 16:03 Uhr

Huhu,
das stimmt so leider nicht.

Wenn wir dein Beispiel nehmen, dann wäre der Steuersatz bei 40.000 höher und der neue Steuersatz wird dann auf die 30.000 € angewendet - nicht umgekehrt.

LG beat

Beitrag von kia-timbo 20.02.11 - 16:13 Uhr

Stimmt, so war da, also korriegier ich mich.
Man nimmt dann den Steuersatz der 40.000 EUR und rechnet den aber nur von den 30.000 EUR ab!!!!
Hab´s falsch im Kopf gehabt, danke für den Denkanstoß!

Beitrag von ellewoods 20.02.11 - 15:08 Uhr

Das Elterngeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt, d.h. Du musst es zwar nicht direkt versteuern, aber es wird zum Familieneinkommen hinzugerechnet und nach der Gesamtsumme richtet sich dann der individuelle Steuersatz.

Also: Dein Jahresgehalt + ggf. noch erhaltenes Gehalt Deiner Frau + Mutterschaftsgeld + Zuschuss vom Arbeitgeber + Elterngeld + ggf. noch sonstige Einkünfte (falls vorhanden) ergibt das für die Ermittlung des Steuersatzes relevante Einkommen. Die Tabellen kannst Du im Internet raussuchen.

Wenn Ihr also z.B. einen Steuersatz von 20% habt, muss dann eben Dein Einkommen mit 20% versteuert werden. Die Summe kannst Du ja schon im Vorfeld grob überschlagen und dann eine Entscheidung treffen.

Wirklich beraten kann Dich hier wohl niemand, da zu viele Faktoren mit einfliessen. (wie z.B. liegt denn der Steuersatz nur von Deinem Einkommen? Wieviel Elterngeld bekommt ihr und wie gross ist die Veränderung "Deines" Steuersatze mit dem ja Dein AG im Vorfeld arbeitet? Wieviel Werbungskosten und sonstige Dinge (Altersvorsorge etc.) könnt Ihr absetzen?)

Im Zweifel also einen Steuerberater fragen oder einen Lohnsteuerhilfeverein aufsuchen. Sonst kann die Wahl 5/3 tatsächlich nach hinten losgehen (falls ihr nicht monatlich etwas für die Steuer zur Seite legt)

VG, ellewoods