Lehrerin hat das Jugendamt eingeschalten!Asperger-Syndrom??

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Extra in Schwarz 20.02.11 - 13:59 Uhr

Hallo,
ich weiß,dass ich hier falsch bin,doch ich möchte gerne in Schwarz schreiben.Wenn dieser Beitrag verschoben wird,möchte ich ungern nochmal mit normalem Nick antworten,deswegen versuche ich so ausfühlich wie mir gerade möglich die Situation zu schildern.

Mein Sohn ist 7 Jahre alt,und geht in die 2te Klasse einer normalen OGS.
Er bekam über Jahre Ergo,doch viel geändert hat sich dadurch weder an seiner Grob- noch an seiner Feinmotorik.
Vor der Einschulg habe ich mit Unterstützung seiner jetzigen Schulleiterin einen Antrag zum Test auf Untersuchung zum Sonderpädagogischem Bedarf gestellt,und diesen dann auch machen lassen.
Dieser fiel negativ aus,und mein Sohn wurde in eine normale Grundschule eingeschult.

Er war immer schon ein Einzelgänger und ist für sich zufrieden damit.
Die Klassenlehrerin aber nicht,denn schon nach einigen Wochen teilte sie mir mit,mein Sohn wäre in den Pausen fast immer nur alleine,würde sich nur an die Pausenaufsicht "hängen" und wenig bis fast gar nicht mit anderen Kindern spielen,auch nicht,wenn die anderen Kinder ihn dazu aufforderten.
Dann fing er wohl im Unterricht an,sich mit Hand in der Hose zu stimulieren,und hat sich dadurch so sehr abgelenkt,das u.a. seine Schrift natürlich auch seine Konzentration sehr darunter litt.
(Habe danach hier zu Hause darauf geachtet,ob er dies auch hier so gedankenverloren tut,habe es aber nicht ein einziges Mal gesehen).

Durch dies und einige Faktoren mehr,kam ich irgendwann auf den Verdacht,dass er vielleicht das Asperger-Syndrom hat,und versuche seitdem eine passende Stelle zufinden,die ihn darauf untersuchen und testen kann.Leider bekomme ich nur Terminabsagen,werde weitergeschickt,oder mir wird direkt gesagt,ich hätte eine lange Wartezeit,und man melde sich........

Ich habe natürlich mit der Lehrerin über meinen Verdacht gesprochen,sie fand die Idee das testen zulassen gut,mehr aber anscheinend auch nicht.

Denn es wird immer mehr,dass er sich die Hausaufgaben nicht aufschreibt,vergisst,dass er noch etwas aufhat,dass er Briefe von der Schule nicht abgibt,der Lehrerin Mitteilungen von mir nicht zeigt usw.
Ich kontrolliere jeden Tag sein Mitteilungsheft,sprech ihn darauf an,(seine Standardantwort ist: ich habe nichts auf,ich hab keinen Zettel,es ist nichts ins Heft geschrieben,und trotzdem entdecke ich immer wieder etwas.)

Auch die Lehrerin scheint nicht darauf eingehen zu wollen,dass sie vielleicht selbst nachschaut,und sich eben nicht darauf verlässt was er sagt (hierbei rede ich von Milchgeld einsammeln,Klassenkassenbeiträge usw) Es kam vor,dass er eine Woche mit dem Geld für einen Ausflug (35Euro) im Mäppchen rumlief.
Erst als ich nach einer Woche selbst zur Schule ging,um in ihrem Beisein,das Geld aus dem Mäppchen zugeben,kam dies bei ihr an,obwohl ich jeden Tag eine Mitteilung geschrieben habe,dass er Geld im Mäppchen hat,dies hab ich ins Mittleilungsheft geschrieben,ich habe ihm Zettel ins Mäppchen gelegt,usw.
Ich habe es nach dem 5ten Mal Milchgeld nicht abgeben aufgegeben,ihm seine Geldbörse einzupacken,und ihm das Geld dann immer sofort ins Mäppchen gelegt,damit er es sofort sieht.Trotzdem gab er das nicht ab.

Er ist sonst ein vollkommen normaler Junge,er kommt vom Stoff her gut mit,auch wenn er sich leicht ablenken läßt wenn er Aufgaben erledigen soll (er starrt einfach träumerisch Löcher in die Luft).
Er kann sogar Fahrradfahren,doch leider sind andere Motorische Dinge immernoch nicht drin,
z.B.: er kann auch nach tausende von Malen Schleifebindenüben,es immernoch nicht.
Dafür versteht er z.B. : ein neues DS-Spiel schon nach einigen Minuten,während ich es noch nicht verstanden habe.

Er kann sich immernoch nicht unsere Telefonummer merken,kann aber die Nummer der Oma mit Vorwahl und noch viele Beispiele mehr.

Er spielt lange,intensiv und gerne mit Lego,ist für Fußball usw absolut nicht zu begeistern.

Er geht gerne alleine zur Schule und nach Hause,obwohl er mit mir und seiner Schwester zusammen gehen könnte,da die Kita nur eine Straße weiter ist,wie die Schule.

Hier zu Hause spielt er gern mit seiner Schwester,streitet sich vollkommen normal und wehrt sich auch normal,wenn etwas nicht nach seinem Willen geht,oder die Kleine (fast 4J.) ihren Kopf durchsetzen will.

Bei schönem Wetter sind wir viel draußen in unserer Gartenanalge in der auch regelmässig 5-10 andere Kinder spielen,die kennt er zwar,aber wirklich spielen tut er nicht mit ihnen.

so,nun endlich zu meinem Problem,dadurch das ich arbeiten war,und nur einen bestimmten Zeitraum genannt hatte für den Elternsprechtag,kam es zu keinem Gespräch,da mein Sohn weder die Mitteilung abgegeben hatte (was ich nicht nachprüfen konnte,denn er sagte erhätte es,und der Zettel im Etui war auch nicht mehr da) und die Lehrerin mir zwar einen anderen Termin zugewiesen,den ich aber nicht wahrnehmen konnte,und sie persönlich nicht erreichen konnte,habe ich im Sekretäriat angerufen,um mittzuteilen,dass ich zu dieser Zeit es nicht schaffen kann.
Dies wurde der Lehrerin (angeblich?) nicht mitgeteilt,und sie hätte auf mich gewartet.
Auch würden keine Krankmeldungen oder zu späte Krankmeldungen von mir kommen,wenn er nicht zur Schule kommen könnte.
Er ist in lettzer Zeit immer wieder krank,und der Kinderarzt kann nichts genaues dazu finden,daher tippen wir auf psychische Beschwerden,dass er nicht zur Schule möchte.
Er geht absolut nicht gerne zur Schule,kann aber dazu keinen Grund nennen.Er sagt einfach: er will nicht!

Nun hat die Lehrerin das Jugendamt eingeschalten,da ja kein Gesprächstermin zustande gekommen wäre.
Ich habe immer wieder um einen Termin gebeten....
Dieser Termin wäre letzten Donnerstag gewesen. Doch hatte die Sachbearbeiterin wohl einen Notfall dazwischen bekommen,und es versäumt abzusagen.
Wir haben also gewartet und gewartet,bis die Lehrerin beim Amt angerufen hat,und diese Info dann erhalten hat.
In der Zeit in der wir gewartet haben,ist die Lehrerin immer wieder nur rein und raus gelaufen,und hat angeblich geguckt wo denn die Dame bleibt.Auf meine Fragen hat sie nur geantwortet mit: "Wir müssen auf die Dame warten,bevor wir ein Gespräch beginnen!"
Am nächsten Tag hat die Dame vom Amt mich persönlich zu Hause angerufen,und während des Gespräches kam dann heraus,dass die Lehrerin wohl aufgeführt hat u. a.:
mein Sohn fehle ständig unentschuldigt,
mein Sohn sähe vernachlässigt aus,
käme überhaupt nicht mehr im Unterricht mit,
ich würde mich kaum bis gar nicht um schulische dinge kümmern,
hier zu Hause läge wohl auch sehr vieles im Argen,
mein Sohn hätte erzählt,er müsse ständig alleine auf seine kleine Schwester aufpassen
die Lehrerin hat weder erwähnt,dass wir uns schon über das Aspergersyndrom unterhalten haben,noch das es einen Test vor der Einschulung gab.
u.vm.
Ich war wirklich sprachlos,und bat um einen Gesprächstermin bevor der Ersatztermin in der Schule wäre.
Der ist nun nächsten Donnerstag hier zu Hause.ich habe kein Problem damit,und mein Sohn wird auch dabei sein.
Doch was ist,wenn man der "Pädagogin" mehr glaubt wie mir?
Ich möchte auch nicht unbedingt einen Schulwechsel machen,weil ich denke das würde meinen 'Sohn vieles wieder erschweren,denn es ist wieder etwas neues.....
Im Moment bin ich ziemlich durch den Wind und habe auch Angst,dass man mir vieles schlecht auslegen kann.
Ich möchte aber dazu sagen,dass ich sicherlich auch Fehler mache und mich nicht für vollkommen halte,doch das hat mich jetzt wirklich sehr erschüttert.
Wie reagiere ich jetzt am Besten?
Es tut mir leid,dass es wirklich so lang geworden ist.

Beitrag von julia3ho 20.02.11 - 14:10 Uhr

Hallo!

Erstmal: Hab keine Angst, Du brauchst nichts zu befürchten!

Mein Sohn ist selbst Aspi und erst nach jahrelanger Rennerei von Arzt zu Arzt habe ich im letzten Jahr endlich eine Diagnose erhalten. Seit der Diagnose ist vieles leichter geworde, ich bin entspannter und kann mein Kind besser annehmen, Lehrer reagieren verständnisvoller.

Bis dahin hatten wir aber schon sehr viel durch, zum Beispiel war ich selbst einmal beim Jugendamt, weil ich dachte die Probleme kämen daher, dass ich als Mutter versage. Ja, zu dieser Zeit war der Leidensdruck sehr groß bei mir und meinem Sohn.

Die Dame vom Jugendamt kam uns besuchen und war ganz nett - zudem hatte sie ein paar allgemeine Erziehungstipps auf Lager, die wirklich hilfreich waren.

Hab blos keine Angst vorm Jugendamt - die werden Euch helfen und Deine Situation verbessern, sonst nichts. Selbst wenn sie der Lehrerin glauben schenken sollten, letztlich zählt doch der persönlich gewonnene Eindruck und die Einschätzung des Arztes (wenn Du mal einen gefunden hast)

Wo in etwa kommst Du denn her?

Liebe Grüße
Julia

Beitrag von Extra in Schwarz 20.02.11 - 19:25 Uhr

Hallo Julia,
danke für deine Antwort.
Wir kommen aus dem Kreis Recklinghausen.Ich hab so ziemlich jede Anlaufstelle schon durch,im Moment wird mir nirgendwo ein Termin möglich gemacht,oder ich wurde weitergereicht an Stellen,bei denen ich schon war.
Ich hoffe sehr,dass die Dame nun nicht zu voreingenommen ist.
Auch wenn ich mit fester Überzeugung sagen kann,dass hier aus meiner Sicht alles in Ordnung ist,habe ich halt eben doch Angst vor so einem Besuch.
LG

Beitrag von shalom 20.02.11 - 14:45 Uhr

Hallo,

leider bekommt man durch die Medien immer nur die unangenehmen Dinge vom Jugendamt mit. Aber es gibt auch noch eine ganz andere Seite, also hab wirklich keine Angst vor dem Termin. Schildere deine Probleme so wie du es hier gemacht hast. Deinem Sohn muss geholfen werden. Das Aspergersyndrom ist sehr schwer festzustellen, und wir meist von der Kinder und Jugendpsychatrie vorgenommen.

Einen allgemeinen Tipp möchte ich dir noch geben: Da du nun weißt, dass dein Sohn alle Briefe verschwinden lässt, solltest du den direkten Weg über das Sekreteriat wählen. bzw. vielleicht einfach direkt mal vorbeigehen, wenn du weißt dass dein Sohn unterricht bei der Klassenlehrerin hat. Für mich scheint sie selbst vielleicht mit der Situation überfordert zu sein, da es nunmal viele Eltern gibt, die diese Aussagen machen und eigentlich nur eine Ausrede ist.

Beitrag von Extra in Schwarz 20.02.11 - 19:30 Uhr

Hallo,
auch dir danke für deine Antwort.
Der direkte Weg über das Sekretäriat scheint auch nicht zu funktionieren,ich hab an manchem Morgen sogar die Schulleiterin am Telefon gehabt,und bekam trotzdem eine Nachricht,ich hätte nicht rechtzeitig krankgemeldet.
Nach einer endlos wachen Nacht mit Magen-Darm habe ich sogar schonmal um 5:30 Uhr auf den AB der Schule gesprochen,damit ich nicht wieder zu spät komme,und mir da schon klar war,dass mein Sohn heute nicht in die Schule geht,und ich mich auch nochmal hinlegen wollte.Das wurde auch beim Jugensamt geschildert,ichb würde morgens um halb sechs anrufen.
Auch wenn ich morgens trotzdem zur Arbeit muß und um viertel nach 7 den Kleinen untergebracht habe,bei der Nachbarin,habe ich schon versucht bei der Schule anzurufen,dort ging auch nur der AB an,da wurde mir vorgeworfen,dass ich nochmal um zehn Uhr in meiner Pause angerufen habe,ich wäre wieder zu spät dran.

Beitrag von alltagsphilosoph 20.02.11 - 16:27 Uhr

Liebe Extra in Schwarz,

Tips zum JA wurden ja schon gegeben.
Mit der Klassenlehrerin wirst Du Dich wohl persönlich dringend auseinandersetzen müssen.
Da geht es zum einen um fachliche Dinge (er würde kaum mitkommen), aber auch um die Kommunikation selbst.
Ich habe den Eindruck, dass Du Dich auf Dein System eingefahren hast (Brife in Mitteilungsmappe) und von der Lehrerin gern mehr Unterstützung dabei hättest (z. B. dass sie selbst nachsieht). keiner von Euch beiden war aber wirklich bestrebt, die Kommunikation zu verbessern.
Das sollte sich schleunigst ändern. Nicht über´s Sekreteriat, nicht über Briefchen (ich kann sehr gut verstehen, dass die Lehrerin nicht jeden morgen alle Mitteilungshefte einzeln überprüfen kann und will). Bei uns haben wir alle die Telefonnummer der Lehrerin (wo natürlich nicht für jeden kleinen Mist angerufen wird), und auch die email-Adresse. Eine kurze Email mit dem inhalt "Mein sohn hat morgen früh das Geld dabei" würde so manches Problem möglicherweise schon im Keim ersticken - vor allem kann Dir dabei kaum vorgeworfen werden, dass Du Dich nicht kümmerst.

Mir ist klar, dass Eltern heute eine Menge um die Ohren haben und daher kaum noch viel Energie in den Bereich Schule stecken wollen. Dennoch ist die Schule ein großer faktor im Leben der Kinder und einer, der großen Einfluss auf das zukünftige Leben hat. Daher solltest Du veruchen mit der Klassenlehrerin (die ich hier nicht in Schutz nehmen will - mMn hätten bestimmte Probleme durch eine allmorgendliche Routine gelöst werden können) Hand in Hand an Erziehung und Schulbildung Deines Kindes zu arbeiten. Und dafür muss man irgendwie in die gleiche Richtung arbeiten.

Alles Liebe, viel Glück und Kraft,
Christian

Beitrag von Extra in Schwarz 20.02.11 - 19:34 Uhr

Hallo Christian,
auch dir danke für deine Antwort.
Den "persönlichen" Weg habe ich schon gewählt.
Ich habe mehrmals versucht die Lehrerin anzurufen,und entweder niemanden erreicht,und dann nochmal später versucht.Oder ich habe die Lehrerin gebeten,bei sehr wichtigen Dingen doch ab und zu Mal bei mir anzurufen.
Telefonieren mit Eltern wäre für sie nur im äußersten Notfall nötig.......!
Eine E-Mail Adresse würde mir sehr viel erleichertern,liegt aber nicht im Interesse der Lehrerin.
Genauso wie eine E-Mailadresse der Schule nicht vorhanden ist.
Ich schaffe es nicht jeden Tag meinen Sohn bis in die Klasse zu bringen,da ich sonst zu spät kommen würde,doch dies "muß" laut Lehrerin einfach machbar sein.

Beitrag von alltagsphilosoph 21.02.11 - 00:07 Uhr

Ja, Lehrer sind schone in Haufen verkappter Diktatoren.
Da ich selbst von zweien aufgezogen wurde und wohl auch selbst bald ins selbe Lager wechseln werde, darf ich das ruhig sagen.

Nagut, dann gibt es noch die harte Tour.
Geh zum Direktor und rede mit ihm darüber, dass Du mehrere Versuche der Kommunikation unternommen hast und auch Wege wie das Telefon vorgeschlagen hast. Die bisherige Reaktion der werten Frau Kollegin sah aber nicht so aus, dass sie im Notfall Dich anrief (wie verstanden), sondern dass sie einen Termin mit dem JA veranlasste. So stellst Du Dir die konstruktive Zusammenarbeit mit der Schule nicht vor - insbesondere da Du das Gefühl hast, dass die Klassenlehrerin ihre persönliche Wertung ("muss einfach machbar sein") über vernünftige und gangbare Alternativen stellt - sogar Mehraufwand nicht scheut, wenn es ihrem Konzept von Kommunikation entspricht (siehe JA-Besuch).

Lehrer sind nicht einfach Angestellte (zumindest meist nicht), sondern Beamte und der Rektor ist ihnen weisungsbefugt und weisungspflichtig. Es kann nicht schaden einen verletzten und verständnislosen Eindruck zu machen, ohne die Lehrerin jetzt direkt anzuschwärzen. Mache deutlich, dass die Situation für Dich als willige Partnerin der Schule so untragbar ist und dass Du Dir von Seiten der Schule etwas Entgegenkommen versprichst, insbesondere da die Situation durch eindeutige Auffälligkeiten aber fehlende Diagnose in der Schwebe ist.

Ich wünsche Dir viel Glück und alles Gute,
Christian

Beitrag von hunaro 20.02.11 - 19:47 Uhr

Mütter, die sich die "Krankheiten" ihrer Kinder ergoogeln, machen mir immer irgendwie Angst.#zitter

Ich kann nicht sehen, wo in deinen Beschreibungen ein Hinweis gegeben ist, das bei deinem Kind tatsächlich eine pathologische Entwicklungsstörung vorliegt.

Unterschiedlich ausgeprägte motorische Fähigkeiten sind nicht unnormal. Zumal man das grobmotorische Fahrradfahren nicht mit dem Feinmotorik erfordernden Schleifebinden vergleichen kann.
Das Merken der eigenen Telefonnummer macht nur Sinn, wenn man sie auch mal benutzt. Die Oma ruft er doch bestimmt öfter an, als bei euch zu Hause?

Du beschreibst, das er im Unterrichtsstoff gut mitkommt, seine kommunikativen Fähigkeiten vorhanden sind, es Kontakte zu anderen Kindern gibt, er sich auf Dinge, die ihn interessieren konzentrieren kann, auch lange...

Lediglich seine Träumereien (schön, wenn Kinder das noch können), das sich selbst Befummeln (kann auch eine Übersprungshandlung sein, andere bohren dann in der Nase oder knabbern Fingernägel) und sein Unwillen, als Bindeglied zwischen dir und der Lehrerin zu fungieren, sind doch für dich der tatsächliche Aufhänger.

Wozu sollte er an Dinge denken, denen du doch sowieso nachhakst? Ey, dat ganze Mitteilungsheft-Termin-Milchgeld-Gedöhns würd mir auch auf den Zeiger gehen. Dat Kerlchen ist 7 ! Nicht ungewöhnlich, das Jungs in dem Alter deutlich interessenbezogen Leben. In ALLEN Lebensbereichen. Je mehr Palaver du um einzelne, in seinen Augen unwichtige Dinge machst, um so weniger wird er sich genötigt sehen, selbst an der Stelle denken und handeln zu übernehmen.

Du solltest ausserdem deine Einstellung zur Lehrerin korrigieren. So ganz rund ist dat nämlich nicht. Und um so abwertender du über sie sprichst, ihre Arbeit nicht wertschätzt, um so mehr wird sie auch in den Augen deines Jungen schrumpfen. Du nimmst damit ihrem Wort zu viel Gewicht weg, und für einen Zweitklässler sollte in schulischen Dingen die Klassenleiterin immer noch das Maß aller Dinge sein.

Jeden Tag erlebe ich Mütter, die der Lehrerin die Pest an den Hals wünschen, nur über die Schule am rummotzen sind und nicht ein Stück mit der Schule an einem Strang ziehen. UND das ihren Kindern gegenüber auch nur all zu deutlich machen! Dem entsprechend fällt das Verhalten der Sprösslinge dann auch aus... Wuppt dat alles nicht und der Gegendruck wird zu groß, dann ist für diese Rotzlöffel die Diagnose ADHS zur Hand, denn damit kann man ja alles erklären, wahlweise auch mit Autismus.

An welcher Stelle haben manche Mütter aufgehört, ihre Kinder wie Kinder zu sehen? Und nicht wie kleine Knetehaufen, die man nach belieben formen kann?

Hey, du hast ein Kind, was einen Einschulungstest so bestanden hat, das es normal beschult werden konnte. Selbst der Test auf sonderpädagogischen Bedarf fiel für deinen Jungen positiv aus (im Sinne von "kein Bedarf"). Das sind Fachkräfte, wieso kannst du das Ergebnis nicht hinnehmen? Weil du an deinem Kind ne handvoll Symptome für eine Erkrankung/Persönlichkeitsstörung meinst zu erkennen, die von der Häufigkeit her im 0,... Bereich angesiedelt ist?

Ich glaube kaum, das dir hier im Forum geholfen werden kann.

#winke Ute

Beitrag von Extra in Schwarz 20.02.11 - 20:07 Uhr

Hallo Ute.
Danke für deine Antwort,auf den Verdacht vom Asperger bin ich bis jetzt nicht sehr eingegangen.
Mein Sohn läßt nur sehr sehr selten körperliche Nähe zu,immer schon so gewesen,
er möchte einfach nicht mit anderen Kindern spielen,weder von alleine,noch wenn sie auf ihn zukommen,
er trommelt mit den Fingern oder trippelt tippt,stampft mit den Füßen rhytmisch irgendwo gegen,hört nach drauf hinweisen nicht auf,und begründet das mit:"Manchmal muß ich das einfach tun,ich kann dann nicht einfach aufhören!"
er geht öfter ins Wohnzimmer um zu schauen,ob das Telefon wirklich auf der Ladestation liegt,ind die Küche um den Kühlschrank aufzumachen,ob seine Milch noch an der gleichen Stelle steht,fragt mich,ob ich auch den Herd ausgemacht habe,den Wasserhahn zu,er hat im Kindergarten jeden morgen nach dem gleichen Schema sein Frühstück aufgebaut (erst Box aus der Tasche nehmen,Tasche an Stuhl hängen,sich auf den Stuhl setzen,sich den TISCH heranziehen,klappte das mal nicht,sass er verloren da,und fing nicht an zu essen,er merkt nicht,wenn er etwas verletzendes sagt,und kann mich ironischen Aussagen noch überhaupt nichts anfangen,genausowenig versteht er,wenn jemand fällt und sich wehtut,er selbst hat kein "normales" Schmerzempfinden,entweder tut ihm eine "Kleinigkeit " so weh,dass er kaum zu beruhigen ist,oder er blutet so richtig,und ihm macht es nichts aus.usw.
usw usw.und dies alles schon seit Jahren.
Wieso meinst du ich habe dies alles ergooglet?

Das ich mich auf Internet/Selbsttest nicht verlassen kann,und schon gar nicht will,steht für mich fest.
Ich habe letztes Jahr ein Mädchen mit eben diesem Syndrom kennengelernt,und dadurch meine Schlüsse gezogen und halt eben sehr viele Paralelen gefunden.
Und deswegen möchte ich ihn testen lassen.
Mein Kind ist kein Knetmännchen für mich,und ich wäre sogar froh,wenn er noch mehr Kind wäre,als er es für sich selbst zuläßt.Ich würde mich sehr darüber freuen ein ausgelassenes und aktives Kind zu haben.Doch bis jetzt ist er glücklich so wie er ist,und ich versuche ihn mit Sicherheit nicht zu verbiegen.

Ich habe bis dato noch nicht ein einziges Mal abfällig mich abfällig über die Lehrerin geäußert,weder in seinem Beisein,noch anderen gegenüber.
Im Gegenteil,ich verstehe sehr gut,das sie keine Zeit hat,sich jeden Tag von jedem Kind das Heft zeigen zulassen.
Doch wäre es mir sehr lieb,wenn sie wenigstens ein bis zweimal die Woche,bei den 3 "schluderigen" Kindern in ihrer Klasse daran denken würde.
Das was ich aufgeführt habe,ist nicht nur mir aufgefallen,doch ich kann und möchte halt nur aus meiner Sicht schreiben.
Mein Sohn mag seine Lehrerin sehr gerne,sagt er,und trotzdem will er nicht zu Schule,ohne von einen von ihm angegebenen Grund.

Beitrag von hunaro 20.02.11 - 20:25 Uhr

Naja, wieso ich meine, du hättest dir die Diagnose ergoogelt? Du hast nirgends geschrieben, das jemand Versiertes, der euer Kind kennt UND das entsprechende Wissen hat, euch gegenüber einen solchen Verdacht ausgesprochen hat. Es gibt bestimmt noch ne handvoll Gründe, warum dein Sohn so ein Verhalten zeigt.

Du klangst seeehr unmutig der Lehrerin gegenüber. Das muss man vor Kindern nicht aussprechen, sie spüren auch so, wie Eltern anderen Menschen gegenüber ticken.

Ich überlege gerade, ob ich mir nun über meine Tochter auch Sorgen machen muss, da sie mit ihren 7 Lenzen weder Ironie erkennt, noch eine halbwegs geschickte Lüge enttarnen kann. Nach meinem bescheidenen Wissen ist das altersgerecht. Nicht umsonst sind Kinder diesen Alters von Erwachsenen so leicht zu überzeugen, mit ins Auto zu steigen.:-(

Habt ihr euren Sohn mal auf ne Kopfgelenks- oder andere WS-blockade untersuchen lassen? Blockaden können sich auf unterschiedliche Art äussern, manchmal auch in Bewegungen, die uns unlogisch und unsinnig erscheinen. Das Netz an Orthopäden, die dafür ausgebildet sind, Kinder daruf zu untersuchen und ggf. zu behandeln, ist in D inzwischen recht gut.
Bevor ich im psychischen Bereich auf ne von dir vorgefertigte Diagnose suchen lassen würde, würde ich im körperlichen Bereich erstmal alles abklären. Also Augen, Gehör, Wirbelsäule, ggf. Schilddrüse.

Mein letzter verhaltensauffälliger jugendlicher Patient ging nicht gern zur Schule (Hochbegabtenschule), weil sich am Ende heraus stellte, das ne 3/4 Stunde stramm hinterm Tisch sitzen für ihn kaum auszuhalten war. Vom Rücken her! Bewußt hätte er es auf Anhieb so nicht beschreiben können, da er keine Schmerzen oder andere Symptome hatte, die darauf wiesen...

Wie ich schon schrieb: Hier wird dir nicht wirklich geholfen werden können.

Ute

Beitrag von holy_cow 20.02.11 - 19:52 Uhr

Hola,

ich kann dir leider nichts zu deinen Sorgen mit dem Jugendamt mitteilen, dir aber vielleicht einen Tipp geben.
Sei nicht auf die Lehrerin boese, sie glaubt sie tut das Richtige und geht daher ihrer Pflicht nach. Ich wuerde mich bei ihr bedanken, dass sie sich Sorgen macht und fragen wie man bestimmte Kommuniktionsprobleme umgehen und verbessern koennte.
Hier bei uns werden alle wichtigen Mitteilungen per EMail gemacht. Die Klassenlehrerin schreibt Mails und bittet darum einen Termin zu bestimmen,wann man kommen kann. Es gibt jeweils in jeden Semester einen freien Schultag der nur fuer die Eltern bestimmt ist, von Morgens 7.30 bis Abends 19.00 Uhr.
Wenn die Kinder krank sind, meldet man das per Mail an das Sekretariat, mit einer Copy an die Klassenlehrerin und reicht eine schriftliche Meldung spaeter ein.
Hausaufgaben haben die Kinder nur selten, meist Projekte die dann auch per Mail mitgeteilt werden. In Deutsch gibt es eine Art Lern und Aufgabenpass, der den Kindern zum Wochenende mitgegeben wird zum unterschreiben. Montags werden die wieder eingesammelt. So ist man immer informiert, was waehrend der Woche geleistet wurde.

Kinder vergessen nun mal Dinge in dem Alter, auch wenn sie ganz normal entwickelt sind.

Vielleicht sind das ja Anregungen die du weiter geben kannst.

Viel Glueck bei dem Termin und versuche dich nicht zu verteidigen. Erzaehle die Fakten, mehr wird die Dame vom Jugendamt erst mal ncht erwarten.

Saludos

Beitrag von hezna 21.02.11 - 07:56 Uhr

Zum Thema Jugendamt kann ich nichts sagen, ich denke aber, dass das für dich eher eine Chance, denn etwas Schlimmes ist.

Wenn du an deinem Kind Symptome feststellst, die du selbst für unnormal hältst, wende dich an deinen Kinderarzt, und laß dich an ein SPZ eurer Gegend überweisen.
Dort können sie alle notwendigen Tests durchführen, die zeigen, ob dein Kind an einer Krankheit - wie immer sie auch heißt - leidet.

Dieser Weg ist lang, du wirst keine ruck-zuck Antwort bekommen.

Also stell dich darauf ein, daß der weitere Weg nicht leichter wird.

Habt ihr eine Postmappe?
In unserer Schule gibt es so eine und wenn Nachrichten für die Eltern mitgegeben werden, müssen die Kinder sie im Beisein der Lehrerin dort einheften.

Wir kontrollieren zu Hause jeden Tag diese Mappe und bekommen so alles zu lesen, was für uns bestimmt ist. Genauso gehen unsere Antworten, oder Umschläge mit Geld auf diesem Weg zurück.
Ich verstehe jetzt nicht,warum das bei dir und der Schule solch ein Akt sein soll.

Bitte die Lehrerin noch einmal um ein persönliches Gespräch außer der Reihe und frage sie aktiv danach, wie ihr zwei dafür sorgen könnt, daß diese Thematik besser läuft.
Wenn dein Sohn allein nicht in der Lage ist, dann müßt ihr eben einen Weg finden.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Lehrerin absolut unkooperativ ist.

Und wenn doch, suchst du das Gespräch über den Rektor.

Es ist nicht immer leicht, wenn man ein unkonventionelles Kind hat. Aber das heißt nicht, das man automatischk eine Lösungen mehr hat.

Gruß Hezna #klee

Beitrag von zebrazwerg 03.03.13 - 22:54 Uhr

Hallo Extra in Schwarz,

es ist ja schon etwas her dieser Beitrag von Dir. Ich wollte mal nachfragen, ob Du inzwischen mit Deinem jetzt 9-jährigen Sohn zur Diagnostik warst und wie das Ergebnis lautet? Du schreibst von Deinem Sohn nämlich genauso als wäre es meiner! Mit den gleichen Auffälligkeiten leben wir hier auch. Unserer ist jetzt 6 Jahre alt. Vielleicht schreibst Du zurück? Ich würde mich freuen.

Zoe