Annuitätendarlehen

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Beitrag von bienemaja1979 20.02.11 - 17:36 Uhr

Hallo,
ich habe vor 10 Jahren das Haus von meinen Großeltern geschenkt bekommen. Mein Opa ist vor 9 Jahren schon gestorben. Meine Oma bezahlt noch ein Restbetrag von von einem Annuitätendarlehen, dass die beiden früher einmal aufgenommen haben, ab.
Das heißt, es sind nur noch die Zinsen von diesem Darlehen. 2x jährlich ein kleiner Betrag. Das Darlehen ist schon längst abgelöst. Nach ihren Unterlagen läuft diese aber noch 10 Jahre. Meine Oma ist aber schon 83 Jahre alt.
Was kann man jetzt noch machen? Kann man diese Zinsrestschuld vorzeitig ablösen? Was passiert nach Oma´s Tod mit diesem Annuitätendarlehen?
Bin gerade echt ein wenig durch den Wind, weil sie mir vorher nichts von diesem Darlehen gesagt hat....

LG
Maja

Beitrag von agentin007 20.02.11 - 19:44 Uhr

Hallo Maja,

ich würde mich an deiner Stelle mit der Bank in Verbindung setzen. Wenn das Darlehen abgelöst ist, verstehe ich sowieso nicht, was sie noch bezahlt #kratz, aber das kannst du ja mal fragen.

Wenn das nur 2 Mal jährlich nur ein kleiner Betrag ist, dann kannst du das ja vielleicht in einem Betrag für deine Oma übernehmen? Aber wie gesagt: das solltest du mit der zuständigen Bank klären!

LG
agentin007

Beitrag von wilma.flintstone 21.02.11 - 07:53 Uhr

Hallo Maja,

wie schon die Vorschreiberin sagte, ist es wichtig mal bei der Bank nachzufragen.

Wenn das Darlehen abgelöst (=zurückgezahlt) ist werden auch keine Zinsen mehr fällig. Also wird da eine Restschuld sein.

Und ja, man kann ein Darlehen vorzeitig ablösen, ob es sich lohnt muss Du Dir ausrechnen (lassen), denn dann wird in der Regel eine Vorfälligkeitsentschädigung belastet.

Und die letzte Frage: Wenn Deine Oma stirbt geht das Darlehen in die Erbmasse und muss abgelöst werden (von den Erben) oder die Sicherheiten werden durch die Bank verwertet (und das ist wahrscheinlich das Haus). Das siehst Du aber auch im Grundbuch. Da hast Du ja wahrscheinlich vor 10 Jahren ein Auszug bekommen, als es an dich übertragen wurde.

Ich an Deiner Stelle würde mir auch überlegen, ob ich nicht generell die Tilgung des Darlehens übernehme, denn immerhin hast Du das Haus geschenkt bekommen.

Gruß W.

Beitrag von wemauchimmer 21.02.11 - 08:51 Uhr

Hallo Maja,

wenn Du vor 10 Jahren das Haus wirklich geschenkt bekommen hättest, wärt Ihr beim Notar gewesen. Der hätte Dich über die Lasten (=Darlehensschuld) aufgeklärt und die Bank wäre auf der Matte gestanden, hätte entweder Dich in die Pflicht genommen oder die Eigentumsübertragung verhindert.
Da das nicht passiert ist, hast Du das Haus auch nicht geschenkt bekommen. Vielleicht haben Oma+Opa mal gesagt "Es sei Dein", aber das hat zunächst rechtlich keine Bedeutung. Alles, was mit Immobilien zu tun hat, muß über den Notar laufen.
Oder haben sie Dich als Erbin eingesetzt? Na, im Erbfall würdest Du das Haus dann mit allen Rechten und Pflichten bekommen. Du müsstest logischerweise das Darlehen bedienen, oder die Bank könnte das Haus zwangsversteigern, sich die ausstehende Kohle vom Erlös nehmen und Dir dann den Rest geben.
Also, was genau ist vor 10 Jahren passiert?
Was das Darlehen angeht, das ist aus Deinen Angaben nicht ganz ersichtlich! Es kann sein, sie haben ein längerlaufendes Darlehen vorzeitig getilgt. Dann dürfte es aber keine Gebühren mehr geben, das riecht dann nach Abzocke älterer Mitbürger, wenn sie hier noch irgendwelche Verwaltungs- oder Kontoführungsgebühren kassieren. Das mal hinterfragen und ggfs wenn sie frech werden auf den Putz hauen (Verbraucherzentrale, Presse, ...)
Oder das Darlehen ist noch nicht getilgt, aber dann fallen normalerweise nicht nur Zinsen an, sondern auch eine Tilgung. Falls das Darlehen mit einer gewissen Restschuld tilgungsfrei gestellt wurde, riecht es wieder nach Abzocke.
LG

Beitrag von myimmortal1977 21.02.11 - 16:11 Uhr

Woher willst Du wissen, dass das Haus nicht auf die TE umgeschrieben wurde? Geht ja nichts aus dem Text der TE hervor?

Nur, weil die Oma noch ein normales Annuitätendarlehen unterhält, heißt es ja nicht, dass die TE nicht Eigentümerin sein kann #kratz

Ein Annuitätendarlehen ist ja keine Hypothek. Es handelt sich dabei lediglich um ein stink normales Verbraucherdarlehen. Und so was steht ja nicht im Grundbuch drin.

LG Janette

Beitrag von werner1 21.02.11 - 17:05 Uhr

Hallo,

hast du schon einmal ein "stinknormales" Darlehn gesehen, das länger als 10 Jahre läuft, und trotzdem NICHT im Grundbuch steht ?

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von wemauchimmer 21.02.11 - 22:09 Uhr

Hi Janette,

also wenn die Bank im Grundbuch drinsteht (weil die Großeltern einen Kredit auf das Haus aufgenommen haben), kann das Haus nicht einfach ohne die Bank "umgeschrieben" werden. Und dann müsste m.E. die TE darüber im Bild sein, was da hinsichtlich der Schulden Sache ist. Ok, wenn sie bei dem Notartermin die Ohren auf Durchzug gestellt hat und bei der Bank alles blind unterschrieben hat, was man ihr hingehalten hat, dann nicht. Aber in dem Fall können wir ihr hier wohl auch nicht mehr helfen. Ich gehe also positiverweise davon aus, daß eine solche Überschreibung nicht wirklich (rechtsgültig) stattgefunden hat.

Deine Theorien ("Ein Annuitätendarlehen ist ja keine Hypothek. Es handelt sich dabei lediglich um ein stink normales Verbraucherdarlehen. Und so was steht ja nicht im Grundbuch drin. ") in allen Ehren, aber landsläufig versteht man unter einem Annuitätendarlehen eine Form des Hypothekendarlehens (vulgo: "Hypothek"), bei dem eine feste jährliche Rate ("Annuität") vereinbart ist, die sich aus (steigendem) Tilgungsanteil und (sinkendem) Zinsanteil zusammensetzt und in Summe eine konstante Belastung ergibt. Und Hypothekendarlehen sind mitnichten stinknormale Verbraucherdarlehen, sondern stehen immer im Grundbuch, besser gesagt, es wird im Grundbuch eine Grundschuld eingetragen, mit der das Darlehen besichert ist.

LG