Welches Wort/Ritual als Alternative zu Schimpfwörtern haben eure Kids?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von sunshine77 20.02.11 - 20:18 Uhr

Guten Abend Mädels,

vorhin, als wir alle zusammen das Kinderzimmer aufgeräumt haben, ist unserem Sohn (fast vier) ein "Blödmann" rausgerutscht, als mein Mann ihm sagte, er soll noch die Bausteine aufräumen.
Wir haben ihm gesagt, dass er das nicht sagen darf. Als ich ihn dann ins Bett gebracht habe, haben wir nochmal darüber gesprochen und gemeinsam überlegt, was wir sagen/machen können, wenn wir mal wütend sind, ohne jemand anderen zu verletzen (auch verbal). Da uns auf die Schnelle nichts eingefallen ist, habe ich ihm vorgeschlagen, dass ich mir noch Gedanken mache und es ihm dann morgenfrüh sage.

Nun frage ich Euch, ob es bei Euch vielleicht so ein Wort oder eine "Aktivität" gibt, die ihr oder eben das Kind macht/anwendet, wenn es mal wütend ist. Und, ist es überhaupt sinnvoll, die Wut so abzuleiten?
"Blödmann" find ich aber absolut respektlos und nicht akzeptabel.

Bin auf Antworten gespannt!
Schönen Abend noch,
#sonne shine

Beitrag von -0815- 20.02.11 - 20:30 Uhr

Unsere Tochter darf sagen, dass sie etwas blöd findet, etwas nicht mag oder ihr was nicht passt, aber Schimpfwörter gibts nicht.

Und nein, ich hab auch kein Problem wenn sie mal scheiße sagt.


Beitrag von sunshine77 20.02.11 - 20:46 Uhr

Huhu!
Unser Sohn darf auch sagen, wenn er etwas blöd findet. Aber er soll nicht verletzend werden. Wir sagen dann immer, dass wir das auch nicht zu ihm sagen weil wir ihn ja auch nicht traurig machen wollen. Und gerade erst gestern ist ihm ein "verdammte scheiße" rausgerutscht.... #rofl
Das wird einfach ignoriert. Wir haben ihm oft genug gesagt, dass man das nicht sagt - das weiß er auf jeden Fall und da hilft nur noch ignorieren, also total uninteressant machen. Aber ich finde halt, dass wir ihm schon mit Nachdruck sagen müssen, dass "Blödmann" oder auch andere (noch schlimmere) Wörter einfach nicht gehen. Da ich aber weiß wie es ist, wenn es in einem brodelt und man seinem Ärger Luft machen will, würde ich ihm gern eine Alternative bieten.... Naja, vielleicht fällt mir noch was gutes ein :-)

Beitrag von lerchen 20.02.11 - 20:31 Uhr

*lach* das ist mal ein wirklich interessantes Problem...

Meine Tochter ist erst 11 Monate, daher bin ich mit ihr noch nicht so weit!

Aber als Lehrerin, die wenig Lust hat, sich die Schimpfwörter von Schülern anzuhören, habe ich mit einer Klasse mal eingeführt, dass man doll darauf achtet, keine Schimpfnamen zu verteilen, wenn man sauer ist, sondern ganz bewusst, den Namen des Gegenübers zu nennen und das, was man einen so in Rage bringt:

Bsp.: Das finde ich gemein, ich bin sauer, DENNIS.
Bei Beschimpfungen - so habe ich meinen Grundschülern erzählt, verliert der als "Blödmann" bezeichnete sein Gesicht, also ist dann auch verletzt und muss zurückzetern und so hat der Streit dann nie ein Ende. Wenn man aber den Namen nennt und sagt, dass einem etwas nicht passt, dann muss der andere nicht zurückverletzt sein und es kommt vielleicht nicht zum Streit.

In deinem Fall vielleicht:

Ich bin wütend, PAPA.
oder
Das finde ich gemein, PAPA.

Erzähl mal beizeiten, wie du das letztlich wirklich mit ihm geregelt hast :-)
In 1 oder 2 Jahren ist es bei uns ja auch so weit!
Lerchen

Beitrag von sunshine77 20.02.11 - 20:55 Uhr

Huhu!
Das mit den Namen find ich eigentlich eine gute Idee. Ich glaube halt, dass es seine Absicht war, Papa zu treffen. Weil er ja ganz genau weiß, dass man das nicht sagen darf...
Ich werde mal versuchen Deinen Vorschlag in der Praxis umzusetzen.

LG

Beitrag von sillysilly 20.02.11 - 20:33 Uhr

Hallo

Blödmann findest du schlimm ????? dann freu dich was noch kommt :-p

Tolerieren würde ich es auch nicht - was sagen - aber schlimm finde ich es nicht.
In den Augen deines Sohnes war es einfach nur ehrlich und die Wahrheit.


Bei uns ist es halt eher die dumme Kuh, allerdings bezeichnen sich die Schwestern so .....
Mir gegenüber hält es sich noch in Grenzen ...... aber sie testen immer wieder mal aus .....

Wir erklären halt auch was man sagen kann, was nicht ...... und warum man es nicht sagen sollte.

Denkt Euch halt ein erfundenes Schimpfwort aus, daß ganz übel ist :-D und furchtbar gemein ..... und was sie dann in Wut umsich werfen dürfen.


Wir waren mal im Urlaub und da hat eine Mutter ihr Kind "Lügen-Petzi" genannt weil der einfach nur gelogen und getrickst hat ...... das klang soooo süß, war liebevoll gemeint und die Mutter konnte sich trotzdem mal Luft machen ......

Wie gerne würde ich meine Tochter manchmal
zänkische, blöde Kuh nennen - aber ich habe ja gelernt, daß ich es nicht darf #winke
und so schlucke ich es runter


grüße Silly

Beitrag von sunshine77 20.02.11 - 20:51 Uhr

Huhu!
Damit nichts schlimmeres kommt, möchte ich das "Blödmann" eigentlich als Anlass nehmen und rechtzeitig vermitteln, dass das respektlos ist. So vor sich hinfluchen find ich auch nicht so schlimm... Mir rutscht hin und wieder auch ein "scheiße" raus... Mir geht es einfach darum, dass er sensibel wird, was den Umgang mit anderen angeht. Ich möchte ihm zeigen, dass man andere nicht verletzt und respektvoll behandelt....

LG

Beitrag von sillysilly 20.02.11 - 21:17 Uhr

Hallo

ich glaube das es gerade in der Situation nicht als Schimpfwort oder Beleidigung gemeint war,

sondern eben eine ehrliche Aussage ;-)
blöder Mann
weil diese blöde Mann sagt er soll aufräumen


Einfach mit ihm sprechen, daß manche Bezeichnungen andere Menschen beleidigen, sie es nicht gut finden und das sich eventuell auch merken.
Das es abwertend ist, und auch wenn man sich ärgert bestimmte Sachen nicht angebracht sind.

z.B. wenn ihr zu ihm sagt daß er doof ist, fände er das auch nicht toll.
Das versteht er bestimmt, denn mit "doof" sein, hat er bestimmt schon Erfahrung gemacht

Toll finde ich die Bücher
Böde Ziege - dumme Gans ( da ist ein Streit aus beiden Sichten der Beteiligten )

Du hast angefangen - nein du - über Ursache und Wirkung von dem was man macht, wie Streit entsteht.


Grüße Silly

Beitrag von cludevb 20.02.11 - 20:40 Uhr

Hi!

Unsere Regel heißt ganz einfach: dergleichen wird nicht zu Erwachsenen gesagt.
Ich habe nichts einzuwenden gegen "du bist gemein" "das ist fies"...

... oder gegen - inzwischen eingedeutschte - redewendungen wie "guck mal raus mama, das ist aber ein scheiss wetter" ok ich hör da lieber das wort "mist" aber das ist kein thema worüber ich mich aufrege ;)

Das heißt: er darf gern ausdrücken was er fühlt aber nicht andere (Erwachsene) beleidigen.

Wenn er sich mit nem Freund gegenseitig spielerisch Blödmann, boa bist du doof etc an den Kopf wirft, hör ich das gewöhnlich nicht :-P

Bei uns ist gerad viel schlimmer dass er sich überall Redewendungen abhört und die im falschen Moment bei der falschen Person einsetzt weil er es einfach nicht besser weiß ;-)
Mein Bruder (21) kam neulich wieder zu Besuch und ich hab mich vorher am Tel schon Geschwisterlich mit ihm gekabbelt und hab dann so beim Tür-öffnen gesagt "oh ne du schon wieder " (natürlich mit nem fetten Grinsen)...
und Zack: der nächste Besucher (Ur-Oma) wurde von meinem Grossen begrüsst mit "oh ne du schon wieder!"
solche schoten gibts im Moment hier andauernd, weil Erwachsene im Gespräch miteinander dergleichen gern benutzen und er das direkt aufschnappt :-P

*argh* na kriegen wir schon hin, übung und aufklärung macht den meister ;-)

LG Clude mit Kidz (4 und 1,5)

Beitrag von sunshine77 20.02.11 - 21:04 Uhr

Huhu!
Deine Einstellung teile ich auch. Auch mir rutscht mal ein "scheiße" raus! Da werde ich ja schon von ihm berichtigt:"Mama, das darf man nicht sagen". Aber darum geht es mir eigentlich gar nicht. Ich möchte, dass er versteht, dass man anderen -genau, gerade Erwachsenen- gegenüber lernt mit Respekt zu begegnen. Ich finde echt nichts schlimmer als respektlose Gören... sieht man ja ab und zu mal auf der Straße abhängen oder im TV bei diesen komischen Mittagssendungen. Da es soweit nicht kommt, möchte ich früh genug vermitteln, dass das respektlos ist.
Ich hab mal bei der SuperNanny gesehen, dass ein vierjähriger zu seinem Vater "Wichser" und zur Mutter "Schlampe" gesagt hat... Okay, die haben es ihm wahrscheinlcih auch 1:1 vorgelebt, aber naja... das ist echt ne Horrorvorstellung!!!
LG und wir machen es auch so: angemessen reden, reden, reden.....

Beitrag von familyportrait 20.02.11 - 20:49 Uhr

Hallo,
einen "Blödmann" würden wir in unserer Familie auch nicht akzeptieren. Was nicht bedeutet, daß es den Kindern nicht auch mal rausrutscht. Wir erklären dann aber, weshalb sie das Wort nicht sagen dürfen. Entweder wir sagen, daß der andere dann sehr traurig wird bzw das Wort unhöflich ist. Oder wir erklären, daß es z.B. der "böse" Ausdruck für ein anderes Wort ist. Und bieten dieses andere, schönere Wort quasi als Alternative an. Statt "Scheiße" gibt´s dann eben ein "Oh MANN". Und ich muß sagen, daß wir hier trotz Kindergarten so gut wie keine Probleme mit Schimpfwörtern haben....

LG Kathrin

Beitrag von sunshine77 20.02.11 - 21:11 Uhr

Huhu!
So halten es wir eigentlich auch bislang! Wir haben ihm dann auch gesagt, dass das Papa traurig gemacht hat und wir nicht möchten, dass er das zu uns oder irgendjemand anderen sagt. Er war sich seiner Schuld auch bewusst und hat sich sofort entschuldigt und Papa abgeküsst. Mir geht es eigentlich auch grundsätzlich darum ihm zu vermitteln, dass man seinen Mitmenschen einfach nur respektvoll gegenüber tritt. Aber wahrscheinlich geht das am besten, indem wir es ihm als Vorbild vorleben und immer und immer wieder reden und erklären.

LG

Beitrag von kirchbergc 21.02.11 - 03:47 Uhr

Hi,
für unseren Sohn (5,5) ist momentan "Ketschup" #kratz ein Schimpfwort "Du bist Ketchup" oder "Man Ketchup". Keine Ahnung wieso und warum, denn von uns hat er das nicht.

Viele Grüße

Beitrag von kolibri1202 21.02.11 - 10:03 Uhr

Hallo,

ich weiss nicht ob Du noch Anregungen brauchst?
Ich bin Erzieherin und habe deswegen mit diesem Thema einige Erfahrungen gemacht ;-).

Im Hort hatten wir eine Wutecke, dort lag ein großes Kissen, in das die Kinder boxen konnten, wenn sie wütend waren und Kataloge, die sie zerreissen konnten.

In der Grundschule, in der ich bis zur Elternzeit gearbeitet habe, haben sich meine Kinder mit "tollen" Schimpfwörtern betitelt. Aber das waren 3. Klässler, da kamen ganz andere Wörter. Ich hab in einer Fortbildung zu dem Thema eine Liste bekommen mit alternativen Schimpfwörtern. Das waren Wörter aus dem Biologiebuch. Die habe ich an einen Schrank geklebt und habe gesagt, dass sie diese Wörter benutzen sollen, wenn sie sich schon beschimpfen müssen. Meistens hat es geklappt und der Situation entschärft. Vielleicht wäre das etwas für Euch. Hier mal ein paar Beispiele:
Gemeine Stinkmorchel
Hasenklee
Große Fetthenne
Hungerblümchen
Klatschmohn
Schlangenwurz
Bleicher Ziegenbart
Gemeiner Froschlöffel
Roter Pestwurz
Rindsauge
Wilde Möhre
Meistens haben sich die Kinder dann schlappgelacht und der Streit war vergessen. Und am Anfang haben sie natürlich vor der Liste gestanden und sich beschimpft, weil sie die Wörter so lustig fanden.

LG Vanessa

Beitrag von zaubertroll1972 21.02.11 - 10:07 Uhr

Hallo,

ich finde daß Kinder schon sagen dürfen und sollen wenn sie etwas blöd oder doof finden aber sie sollten eben nicht andere beschimpfen oder mit Blödmann oder ähnlichem betiteln.
Ansonsten würde ich da jetzt nicht so ein Theater drum machen und einach dem Kind sagen daß man sowas nicht hören möchte und fertig.

LG Z.

Beitrag von thea21 22.02.11 - 12:56 Uhr

Meine Tochter darf sagen was sie will, ich verbiete es ihr nicht.

Sie weiß allerdings um die Wörter die ich nicht gerne höre und ebenso darum, das es Worte gibt, die auch sie traurig machen.

Niemand mag hässlich beschimpft werden.