Weiterführende Schule für Schlaukopf mit Rechtschreibstörung

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von schnupsi76 20.02.11 - 21:55 Uhr

Hallo,

ich hab jetzt hier kein Riesenproblem, würde aber gerne "außerfamiliäre" Meinungen haben.;-)

Mein Sohn ist 10 Jahre alt und kommt diesen Sommer auf die weiterführende Schule. Angemeldet ist er auch schon.

Jetzt erstmal seine Noten, zur allgemeinen Information:

Englisch: 2
Sachkunde: 2
Religion: 2
Sport: 2
Kunst: 1
Mathematik: 3
Deutsch: 3

In Mathematik stand er, laut Elternsprechtag im November zwischen 1 und 2. So war es eigentlich auch immer... Mathe war/ ist sein Steckenpferd. Leider war er in letzter Zeit oft krank. Schweinegrippe, Bronchitis, Magen- Darm Virus etc... So kam es dann zu je einer 4 in der Mathearbeit und im test.

Zu Deutsch: Er hat eine isolierte Rechtschreibstörung. Er schreibt sehr unleserlich und es gibt, in eigentlich jedem, von ihm geschriebenem Wort, Fehler. Er wird deswegen therapiert.


Desweitern sollte ich erwähnen das bei ihm 2007 und 2010 je ein IQ Test durchgeführt wurde. 2007 den Kramertest (veraltet) mit einem ergebnis von 143 und 2010 nach einem ganz aktuellen mit einem IQ von 129.

Er ist ein sehr freundlicher, aufgeschlossener und wißbegieriger Junge. Man kann sich mit ihm wirklich gut über sehr viele Dinge unterhalten. Etwas verspielt aber verantwortungsbewußt anderen Menschen gegenüber. Pflichen zuhause erfüllt er gut. Schlampig nur in Sachen Zimmer aufräumen und Ranzen in Ordnung halten.#augen


So, meine Frage nun ist: In welche Schule sollte der Junge kommen?

Zur Wahl standen ein Gymnasium, welches viel im Bereich Forschung macht und einige Preise erhalten hat. LRS bzw RS sind dort bekannt und werden gefördert und anerkannt.

Die Realschule hat einen sehr guten Ruf und ist auch auf LRS/ RS spezialisiert.

Bitte sagt mir mal eure Meinung dazu.
Würd mich sehr freuen. Als Mutter hat man ja immer Angst sein Kind könne unter- oder überfordert werden. Man will ja stets das Beste für den Nachwuchs.#verliebt#schein

Liebe Grüße

Beitrag von schnecki82 20.02.11 - 22:14 Uhr

Hallo!

Ich weiß nicht, unter welchen Bedingungen bei euch Schüler für das Gymnasium zugelassen werden. Bei uns würde man mit einer 3 in Mathe und eine 3 in Deutsch sicher nicht weit kommen (zumindest nicht gleich in beiden Hauptfächern).

Ich denke deshalb wäre die Realschule wäre für ihn doch sehr gut, oder?

LG Sabine ♥

Beitrag von 3erclan 20.02.11 - 22:24 Uhr

Hallo

Bei uns wäre es wenn dann eine Realschulempfehlung.

lg

Beitrag von stringersmum 20.02.11 - 22:43 Uhr

Nabend,

wenn es irgendmöglich ist: Gymnasium!

Dein Sohn scheint topfit zu sein, warum unter Wert verkaufen?

Ich weiß natürlich nicht, wie schwerwiegend die Rechtschreibprobleme sind, aber ich hatte auch eine katastrophale Rechtschreibung beim Übertritt aufs Gymnasium. Ich bin mit einer satten 5 in Deutsch gestartet und hatte immer Probleme mit den Fremdsprachen - na und? :-p
Das hat mich nicht gehindert, ein solides 2,2 Abi mit Deutsch-LK #rofl zu bauen.

Hab nicht so viel Respekt vorm Gymmi, er ist pfiffig und er kriegt das hin.

LG Helga

P.S. ich komme aus Bayern und Legasthenie waren damals Bodenbrüter

Beitrag von schokaholik 21.02.11 - 08:05 Uhr

Hallo Helga,

wie haben deine Eltern dich in Bayern an ein Gymnasium bekommen mit einer 5 in Deutsch?
Meine hat auch eine Legasthenie (anerkannt) Leider hat sie durch diverse Erkrankungen jetzt eine 5 im Aufsatz bekommen. (Berichterstattung liegt meinem Kind nunmal nicht.
Steht jetzt in Deutsch auf einer 3 tja, nach einem Gespräch mit der Lehrerin wird sie wohl nur eine Realschulempfehlung bekommen, da sie in Mathe eine ganz solide drei hat.
Egal ob sie drum rum mehr einser als zweier hat. Sie hat die 2 dreien in den falschen Fächern.
Also wie haben sie es angestellt.

LG
die neugierige Anita

Beitrag von stringersmum 21.02.11 - 11:41 Uhr

Moin :-)

ich weiß nicht mehr ganz genau, wie das damals war.

Die 5 in Deutsch hatte ich erst auf dem Gym.

Welche Deutschnote ich in der Grundschule hatte, weiß ich nicht mehr. Ich glaube, ich hatte in allen Fächern eine Zwei nach dem Gießkannenprinzip. Das war aber nicht ausschlaggebend.

Wir mussten damals in der 4. Klasse (zentralisierte?) Tests schreiben, deren Ergebnis war entscheidend.
Ich bin im Diktat abgestürzt, die anderen Deutschleistungen waren gut bis sehrgut, daraus wurde eine Gesamtnote gebildet, die eine 2 vorm Komma hatte. In allen anderen Fächern hatte ich bessere Noten, als sonst.
Dann habe ich noch eine dunkle Erinnerung, dass ich irgendwann zusammen mit ein paar schwachen Mitschülern aus der Klasse musste um einen Test zu machen. Im nachhinein denke ich, das war ein IQ Test oder etwas ähnliches. Das Ergebnis habe ich nie erfahren, aber ich meine mich zu erinnern, dass danach klar war, dass ich auf das Gymnasium gehe.

Meine Eltern haben dabei wenig bis nichts gemacht. Jedenfalls nichts ungewöhnliches. Meine Mutter hat versucht, mit mir Diktat zu üben. #augen Ich habe mich verweigert, wie es nur ging und wurde immer schlechter. :-p
Irgendwann hat sie es aufgegeben und sich darauf beschränkt, sich Sorgen zu machen.
Ich habe mich auf dem Gymmi nicht tot gemacht und mit meinen schlechten Deutsch- und Sprachennoten gut gelebt. Mit der Zeit habe ich meinen Weg gefunden.

LG Helga

Beitrag von luka22 20.02.11 - 23:43 Uhr

Für deinen Schlaukopf ist das Gymnasium genau die richtige Wahl! Furchtbar, wenn einem wegen Rechtschreibstörungen Wege versperrt bleiben. Ist in D leider immer noch keine Seltenheit.

Liebe Grüße
Luka

Beitrag von lalelu74 21.02.11 - 00:35 Uhr

Hallo,
aus welchem Bundesland kommst du? Hier in Bayern wäre der Schnitt, in den Hauptfächern Mathe, Deutsch und Heimat-, und Sachkunde, von 2,66 ausreichend für eine Realschulempfehlung. Um auf´s Gymnasium zu kommen, müsste er eine Aufnahmeprüfung machen.

Wir haben eigentlich das gleiche Problem mit unserem Sohn. Bei ihm sind alle Fächer 2 (außer HSU 1 und Deutsch 3) und die 3 basiert auch auf der Rechtschreibung, daher haben wir uns für die Realschule entschieden, denn ich denke mit 2 Fremdsprachen wird das ganze nicht besser, sondern er wird viel lernen müssen um da mithalten zu können.

Für welche Schulform hat ihr Euch jetzt eigentlich entschieden?
Gruß
lalelu74

Beitrag von rienchen77 21.02.11 - 06:28 Uhr

also bei uns bekommt man eine Empfehlung für die Realschule wenn man 2,4 im Notendurchschnitt in den Hauptfächern hat...

Mathe, Deutsch, Englisch....aber dein Junge hat 2 Dreier und eine 2...und das ist nicht der geforderte Mindestdurchschnitt....

Beitrag von bunny2204 21.02.11 - 06:55 Uhr

Mein Sohn hat zwar keine Schwäche, aber einen ähnlichen IQ...der Arzt hat uns gesagt, dass wir unter dem Gym bei so einem IQ nicht anfangen sollten. Nur da könnte er sein potenzial ausschöpfen.

Wir haben einen bekannten der eine Lese-Rechtschreibschwäche hat und der inzwischen Professor der Physik ist....

frag doch mal deinen Sohn was er WILL - mein Sohn geht in die zweite Klasse und für ihn steht seit 2 Jahren fest, dass er ins Gymnasium will...obwohl er erst jetzt langsam begreift, was das bedeutet.

LG BUNNY

Beitrag von butler 21.02.11 - 07:46 Uhr

Bei uns wäre es bei den Noten die Oberschule und keine Chance auf Gymnasium
Ich glaube da ist dein Kind auch super aufgehoben.
LG

Beitrag von schnecke1966 21.02.11 - 08:28 Uhr

hallo schnupsi - also in niedersachsen wird eine gy empfehlung auch bis max. schnitt 2,4 ausgesprochen. nichts destotrotz hättest du bei uns freie schulwahl - denke aber das ist nicht das wichtigste

viel wichtiger -> WAS WILL ER???

bei uns das kreisgy ist HAMMERHART, die kinder kommen keinen tag vor 14.30 h aus der Schule und 2-3 tage haben sie bis 15.30/16.00 h anschließend stehen selbstverständlich noch schularbeiten auf dem programm - da bleiben für meinen geschmack soziale kontakte, sport und spiel viel zu sehr auf der strecke!!!

wenn ich kann werde ich zu verhindert wissen das unser muckel da hin muß - lieber 6 jahre völlig entspannt auf der realschule und wenn er dann hat - aufbau jahr und abi hinten dran!!

aber ich denke das hängt alles sehr vom kind und seiner einstellung zu lernen ab, das kann man einfach nicht pauschalisieren!!

lg susi mit marius der zum glück erst in der 2. klasse ist!!!

Beitrag von motzkuh05 21.02.11 - 08:41 Uhr

Hallo,
also hier in Niedersachsen ist die Entscheidung nicht ausschließlich abhängig von den Noten, sondern von der schulioschen Entwicklung und dem Arbeitsverhalten. Wie sind denn seine Kopfnoten?
Mein Sohn ist mit einem ähnlichen Zeugnis (Mathe:2, Englisch 3) auf das Gymnasium gekommen, er hatte die Empfehlung trotz seiner Rechtschreibung und ist jetzt 9.Klasse und hält sich ganz gut.

LG Motzkuh

Beitrag von celia791 21.02.11 - 08:57 Uhr

Hallo,

ich würde ihn mit dem IQ-Wert auf jeden Fall auf das Gymnasium geben. Zumal dort ja bei LRS und RS gefördert wird.
Frag ihn doch auch mal selber, was er möchte. Hochbegabte Kinder haben eigentlich eine ganz gute Selbsteinschätzung.
Ich selber bin hochbegabt und meine damalige Grundschullehrerin hat meiner Mutter empfohlen, mich auf die Realschule zu schicken. Meine Noten lagen alle zwischen 1 und 2. Vom Kopf her, meinte sie, wäre alles passend, aber ich wäre vom körperlichen und seelischen her sooooo zart, da würde mich der Wind auf dem Gymnasium umpusten.
Du glaubst gar nicht, wie enttäuscht ich war, viele Hochbegabte sind hochsensibel oder haben vielleicht sogar eine Teilleistunggstörung, aber das heisst ja nicht, dass man den Anforderungen nicht gewachsen ist.
Ich kann Dir nur von mir berichten, es war mir so langweilig auf der Realschule und ich hatte so andere Erwartungen an den Unterricht, dass ich resigniert habe. Ich habe einfach abgeschaltet und geträumt. Trotzdem habe ich einen normalen Realschulabschluss gemacht. Aber es hätte definitiv für Abitur und Studium gereicht.

Lieben Gruss, Celia.

Beitrag von ballroomy 21.02.11 - 09:27 Uhr

Wenn er das möchte, würde ich ihn auf dem Gymnasium anmelden.
SChlau genug ist er mit Sicherheit.


Grüße

Beitrag von arthurmama 21.02.11 - 13:20 Uhr

Hallo,

Euer Sohn ist ein Spezialfall! Normalerweise wäre er ein Kandidat den man nicht auf dem Gym aufnehmen würde. Deshalb:
Termin mit in Frage kommendem Gym ausmachen. Situation inkl. Testungen berichten und Meinung erfragen.

Es gibt Gyms, die schauen auch mal auf Einzelfälle.

VG, I.

Beitrag von cornichon 21.02.11 - 18:56 Uhr

Hallo,

wenn du dir sicher bist, daß die 3 in Mathe nicht seinem tatsächlichen Leistungsvermögen entspricht und er eigentlich mehr kann, dann tu ihn ruhig aufs Gymnasium.
Auf dem Gymnasium meiner Großen (11) sind auch einige Kinder mit LRS in der Klasse. Die werden in der Rechtschreibung halt anders bewertet.
Was sagen denn die Lehrer, wegen der Empfehlung für die weiterführende Schule. Bei uns wärs mit ner 3 in Mathe wohl kaum möglich aufs Gymi zu kommen.

Gruß cornichon

Beitrag von sarahjane 21.02.11 - 22:55 Uhr

Bei den Noten und mit der Teilleistungsschwäche wäre die Realschule ratsam. Fachhochschulreife, Fachabitur oder allgemeine Hochschulreife kann man nach der Mittleren Reife immer noch nachholen.

Beitrag von schnupsi76 22.02.11 - 14:05 Uhr

Hallo ihr Lieben!

Danke für Eure Antworten!

Ihr habt eigentlich alle meine Gedanken dagebracht. Dieses Grübeln wegen Iq und Rs...

Er und ich hatten entschlossen ihn auf der Realschule anzumelden. Da kann er nach dem 10. ja immer noch wechseln und das Abitur auf dem Gymnasium machen. Der Vorteil: Aufsteigen ist besser als Absteigen (falls das Gyn doch zu schwer sein sollte und er wiederholen müßte) und ausserdem hat er so 13 Jahre Zeit, das Abitur zu machen!

Vielen lieben Dank