Kind isst nicht, 10 Monate alt

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. 

Beitrag von kalleminga 20.02.11 - 22:15 Uhr

Hallo zusammen,


ich habe hier ein Problem, das mich ganz schön belastet und hoffe, dass Ihr mir einen Rat geben könnt.

Mein Sohn isst an guten Tagen mal einen Löffel hiervon und einen davon (über den ganzen Tag verteilt vielleicht 5 Löffel) aber an den meisten Tagen isst er nix. Nix! Brei doof. Fingerfood doof. Flasche doof. Stillen geht ihm über alles.

Das Problem ist nur,
1.) dass er derzeit alle 2 Stunden nachts aufwacht und nur durch Stillen wieder zurück in den Schlaf findet. Er lässt sich auch mit dem Schnuller beruhigen aber schläft eben nicht ein. Die Hebi meint, daß er nachts seine Kalorien holt, weil er tagsüber nix isst. Ihr Plan: nachts weniger Stillen, dann hat er tagsüber Hunger, isst vernünftig und schläft dann nachts besser (quasi als Kreislauf, beginnend mit ein paar Nächten Jammern, weil nächtliches Stillen reduziert wird). Wir haben es probiert aber er bleibt ohne Stillen wie gesagt wach und ich befürchte, dass ich seine innere Uhr damit auf "nachts wach Sein" programmiere, was ich natürlich nicht will. Wir sind inzwischen bei Tag 6 und seine Essverhalten tagsüber hat sich Null verändert. Weitermachen?

2.) dass die Kita in einem Monat losgeht und ich wieder arbeiten muss. Er sollte also tagsüber essen, damit er nicht hungrig bleibt und die Eingewöhnung unnötig schwer wird (haben nur max. 4 Wochen Zeit) und damit er nicht nachts dauerstillt, weil ich sonst tagsüber nicht leistungsfähig bin und dann verliere ich über kurz oder lang meine Stelle. Die Zeit sitzt mir also ganz schön im Nacken...

3.) er in den letzten 2 Monaten zwar 6 cm gewachsen ist aber nur 300g zugenommen hat. Find ich ziemlich wenig.

Wir haben versucht, ihn per Flasche zuzufüttern aber er nimmt sie nicht. Keine Sorte Flasche, keine Sorte Milch, nix zu machen. Er ist ein eingefleischtes Stillkind.

Ihr könnt Euch vorstellen, dass mich das alles ziemlich fertig macht. Was soll ich tun? Habt Ihr eine Idee? Brauche dringend Hilfe!


LG
kalleminga

Beitrag von hailie 20.02.11 - 22:23 Uhr

Ich kann dir nur zu Punkt 1 etwas schreiben:
Dass dein Sohn mit 10 Monaten noch keine Beikost möchte, ist völlig normal. Viele Kinder fangen erst recht spät an, sich dafür zu interessieren. Da hilft nur: Kein Stress, regelmäßig anbieten.

Ich denke auch nicht, dass die nächtlichen Mahlzeiten etwas mit der Sättigung zu tun haben, bzw. kaum. Meine Tochter ist jetzt 14 Monate alt, stillt mehrmals in der Nacht und das ganz unabhängig von der Nahrungsaufnahme am Tag. An einigen Tagen isst sie fast gar nichts, an anderen sind es enorme Mengen. Ich konnte da nie einen Zusammenhang feststellen. ABER durch das Stillen weiß ich, dass sie IMMER das bekommt, was sie braucht. Da habe ich mir noch nie Gedanken machen müssen. :-)

LG

Beitrag von kalleminga 20.02.11 - 22:36 Uhr

Etwas hatte ich noch vergessen:
Ich hatte leider nie ein "zuviel Milch-Problem", eher im Gegenteil aber ich habe mich durchgebissen und 10 Monate vollgestillt. Heute habe ich aber das Gefühl, es reicht nicht mehr. Er trinkt z.B. an beiden Seiten und ist für eine Stunde zufrieden aber dann fängt er erneut an zu suchen, ist quängelig, nagt sich geradezu durch meinen Pulli durch. Ich denke, dass dadurch, dass er immer wieder mal Phasen hatte, in denen er ganz passabel gegessen hatte (das passiert so alle 3 Wochen für ein paar Tage, dann ist es wieder vorbei mit der Esserei), meine Milch zurück gegangen ist. Er hängt mir also auch tagsüber dauernd am Busen, ich fühle mich total ausgelutscht und sein ständiges Gejammere verstehe ich zwar (ich kenne ja den Grund) und ich habe Mitleid mit ihm aber es macht mich total fertig. Meine Nerven liegen ziemlich blank, was sicherlich nicht gerade hilfreich im Bezug auf das Stillen ist (ich weiß: Stress hemmt Milchbildung) aber es ist leider so. Oh mann, was soll ich denn tun?

Beitrag von hailie 20.02.11 - 22:44 Uhr

Die Milchproduktion passt sich ganz der Nachfrage an. Wenn du noch täglich stillst, ist auf jeden Fall genug da. Das spielt sich ganz schnell ein.
Ganz wichtig: Viel trinken! Fencheltee regt z. B. die Milchbildung an.

LG

Beitrag von doremi05 21.02.11 - 00:04 Uhr

Probier es doch mal mit dem was Ihr esst. Unsere Tochter (11 Monate) ist auch nicht so scharf auf Brei, aber vom Teller mitessen findet sie klasse. ich füttere sie bei unseren Mahlzeiten mit Kuchengabel oder Loeffel von meinem Teller mit: Kartoffelbrei mit Sosse, ein kleines Stueckchen Fleisch zum auszuzeln (sie hat noch keinen Zahn), Obstquark, Joghurt. Nach ihrem Vormittagsschlaefchen biete ich noch einen Gemuesebrei an, von dem sie mal nur ein paar Loeffel, aber gelegentlich auch mehr isst. Und sie trinkt richtig gerne Leitungswasser aus dem Glas (ich halte es aber noch) oder ihrer Schnabeltasse. Oft wenn sie nicht mehr essen will, hilft es, dass sie trinken darf, und dann isst sie wieder weiter.
Viel Erfolg bei der Essensgewoehnung, ich kann mir vorstellen, wie Du Dich unter Druck fuehlst, dass das bis zum Arbeitsbeginn klappt. Aber oft muss ja nur der Hebel umgelegt werden und ein Problem loset sich in Luft auf...
Lg doremi

P.S. ich habe bei unserer übrigens auch den Eindruck, dass sie nachts häufiger kommt, wenn sie tags zu wenig gegessen hat.