Probleme daheim (behinderte Schwester, gesunder Bruder) bitte Tipps

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Beitrag von goldschatzfrau 21.02.11 - 09:41 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich brauche unbedingt Tpps oder Hilfe, wie ich mit meinem Jüngsten (7 Jahre) umgehen soll, weil es nur noch Probleme daheim und in der Schule gibt.

Ich habe 2 Kinder (bin mit dem 3. schwanger) meine Tochter ist 10 Jahre und hat eine geistige Behinderung, mein Sohn ist 7 Jahre und gesund.

Seit ca. 2 Jahren hat mein Sohn bemerkt, dass er in fast allen Bereichen besser oder schneller als seine Schwester ist. Anfangs war das noch nicht so schlimm, aber seit ca. Ende letzten Jahres ist das Verhältnis absolut eskaliert zwischen den beiden und natürlich auch die Harmonie in der Familie.

Es vergeht kein Tag, an dem die beiden nicht streiten, schlagen, sich beschimpfen. Meine Tochter ist natürlich auch nicht ohne, sie provoziert ihn oft, und mein Sohn wird dann sofort aggressiv und schlägt oder schimpft.

Heute in der Früh war es wieder ganz schlimm, mein Sohn war bei meiner Tochter im Zimmer, sie hatte ihm erlaubt, bei ihm zu spielen, nach ca. 5 Minuten aber wollte sie wieder ihre Ruhe und schrie ihn an, er solle sofort das Zimmer verlassen. Mein Sohn wurde daraufhin wieder sehr zornig, trat und beschimpfte sie.

Ich bin dann dazwischen, wusste aber nicht, was passiert war und fragte meinen Sohn, ob er denn ins Zimmer der Schwester durfte, er sagte ja, sie sage nein, also bestrafte ich meinen Sohn, indem ich ihm verbot, am Nachmittag was zu unternehmen. Mein Sohn fing daraufhin an zu weinen, schrie mich an, ich wäre ja so gemein und würde nur der Schwester glauben und nicht ihm.

Als ich ihn dann zur Schule fuhr, sagte er zu mir:"Wolltest du mich eigentlich haben? Du hast mich bestimmt nicht lieb". Mir tat das so leid, was er sagte, er weinte auch immer noch, stieg aus dem Auto aus und ging zur Schule.

Später fragte ich meine Tochter nochmal, wie das heute gelaufen sei, und sie sagte, sie hätte ihm erlaubt ins Zimmer zu gehen und zu spielen.

Es tut mir so Leid, dass ich meinem Sohn nicht geglaubt habe, aber ich dachte, er lügt mich an, derweil war es genau umgedreht, meine Tochter hatte gelogen.

So und so ähnliche Situationen spielen sich immer wieder bei uns ab und ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Ich habe einen Termin beim Kinderpsychologen, das wurde mir vom Kinderarzt geraten, weil er so unter der Behinderung seiner Schwester leidet.

In der Schule gibt es auch immer wieder Probleme in der Pause, er "kämpft" gerne mit Älteren, will immer der Beste und Stärkste sein.

Habt Ihr noch einen Tipp oder Erfahrungen, was ich machen könnte, dass es weniger Probleme gibt?

Vielen Dank fürs Lesen
goldschatzfrau#sonne

Beitrag von leiahenny 21.02.11 - 10:42 Uhr

Als erstes entschuldigst Du dich heute bei deinem Sohn!
Seine Einschätzung "ich wäre ja so gemein und würde nur der Schwester glauben und nicht ihm. " waer ja richtig und es ist sicher auch nicht das erstemal so, oder ?
Hast Du deine Tochter auch bestraft ?
Hast Du das Gefühl sie ist wirklich die Schwächere ?

Bei solchen Streitigkeiten würde ich immer davon ausgehen, dass beide ihren Anteil haben. Die Schuldfrage zu klären finde ich daher eher nicht produktiv. Trennen und die Ansage - z.B. heute werden die Zimmer gegenseitig nicht mehr betreten - fertig.
Einseitige Bestrafungen sind in dieser Situation immer falsch.

De Weg zum Kinderpsychologen ist sicher richtig, dein Sohn hat bestimmt einen schweren Stand und der wird noch schwerer, wenn das Baby da ist.
Zeig deinem Sohn wie du Ihn liebst und uversuch auch mal was mit Ihm allein zu machen.
Wird deine Tochter daron unterstützt ihr "Schwächen " zu akzeptieren ?
Lobst Du deinen Sohn oft ?

wünsche Dir gute Neven.


Beitrag von valeska1979 21.02.11 - 21:35 Uhr

Hallo,

behandelst du beide Kinder gleich?
Oder nimmst du deine Tochter häufiger in Schutz?
Wie sehen die Konsequenzen für sie aus, wenn sie Mist baut, lügt etc.?

Du hast jetzt nicht geschrieben wie stark die geistige Behinderung deiner Tochter ist, ABER bei uns in der Familie ist das ähnlich.

Mein Cousin hat eine schwer ausgeprägte Form des Down Syndroms und mein anderer Cousin ist gesund. Wir haben da nie Unterschiede gemacht. Meine Tante auch nicht.

Ich meine ihr seid "geübt" ABER unbewusst bevorzugen Eltern immer das kranke Kind.

Der Vorfall heute morgen hat nichts damit zu tun, dass deine Tochter behindert ist, sondern ein typischer Vorfall unter Geschwistern.

Anscheind fühlt sich dein Sohn sehr zurückgesetzt.
Widmet ihr ihm alleine auch mal Zeit oder ist seine Schwester immer dabei?

Und dann noch das dritte Kind. Ihr solltet aufpassen, dass euer Sohn sich nicht total in sich zurückzieht.

Viele Grüße

Beitrag von juniorette 22.02.11 - 15:40 Uhr

Hallo,

wenn Aussage gegen Aussage steht und du beim fraglichen Vorfall nicht dabei warst, solltest du nicht Partei ergreifen. Kein Wunder, dass dein Sohn sich ungeliebt fühlt, wenn du ihn so ungerecht behandelst.

Und da du die geistige Behinderung deiner Tochter so erwähnst, vermute ich mal, dass sie öfter auf Kosten deines Sohnes bevorzugt wird. Das soll kein Vorwurf sein, ich denke, es ist ziemlich normal, dass Eltern ihr gehandicaptestes Kind am meisten in Schutz nehmen (und wenn das Handicap nur daraus besteht, dass ein Kind das jüngste und somit schwächste der Geschwister ist).

Wichtig ist nur, dass dir das unbewusste Inschutznehmen deiner Tochter klar wird und du dagegen steuerst.

Bei deinem Sohn solltest du dich entschuldigen und versuchen zu erklären, wie es zu solchen Ungerechtigkeiten kommen konnte (dein besonderes Schützbedürfnis für deine Tochter).

Trotzalledem ist dein Sohn im Unrecht, wenn er zuschlägt, weil er sich von deiner Tochter provoziert/geärgert fühlt. Wer zuhaut (außer in Notwehr) ist immer im Unrecht. Insofern hat die Strafe nicht den Falschen getroffen, aber natürlich hätte deine Tochter gleichermaßen bestraft werden müssen.

LG,
J.