Kein Verständnis vom Chef

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von guschdl 21.02.11 - 10:00 Uhr

Hallo alle zusammen,

wir haben gerade erst erfahren dass wir in der 5. Woche schwanger sind.
Leider plagen mich jetzt schon starke Übelkeit und Schwindelgefühle.
Meine FA hat mich nun 1 Woche Arbeitsunfähig geschrieben, da sie auch weiß dass ich im Büro unter großem Stress stehe.

Nun habe ich meinem Chef den Schein gebracht und gleich erklärt um was es geht. Zwar ist es noch sehr früh, aber ich wollte nicht dass er sich hintergangen fühlt und auch weiß dass ich nicht wirklich krank bin sondern eben schwanger und daher ständig über der Schüssel hänge.

Der hatte nun gar kein Verständnis und hat mich so richtig zusammen gefahren. Es wäre ja ein hartes Geschäft und jemanden der ständig ausfällt könnte er nicht gebrauchen.

Ich bin nur heulend nach Hause gefahren. Mache mir nun sorgen, dass er mir die Zeit bis zur Geburt im Büro zu Hölle macht.
Er kann mich eigentlich nicht rausschmeißen, da ich einen Festvertrag habe und ja auch schwanger bin.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit einem Arschloch-Chef?

Beitrag von kerstin0409 21.02.11 - 10:06 Uhr

Huhuuuuu!

Ja ich hier leider #winke

Hatte mit meinem Chef immer ein gutes Verhältnis, hab ihm dann in der 9.ssw gesagt, dass ich eben ein baby bekomme.
Von da an wars leider auch aus :-(
Er ignorierte mich einige Zeit lang, danach kamen blöde Sprüche.
War dann auch mal 2 Wochen krank, da ich noch die Grippe bekam und auch ständig mit Übelkeit zum kämpfen hatte.
Ich seh das jetzt ganz locker, er kann mir nix mehr "anhängen oder tun" sag ich jetzt mal. Wenn er mir blöd komm, lass ich mich krankschreiben, man muss sich nicht alles gefallen lassen.
Mit sowas muss jeder Chef irgendwann mal rechnen bei einer Frau bis 40 oder so.
Da müssen wir leider durch, ich zähl aber auch schon die Wochen wo ich endlich weg bin.

Alles liebe für dich!
Kerstin
übermorgen 15.ssw

Beitrag von phienchen86 21.02.11 - 10:06 Uhr

Hallo,

jetzt lass Dich erstmal #liebdrueck.

Bei mir war es auch so. Musste auch schon zeitig sagen, dass ich #schwanger bin, da ich eine Blutung hatte und deswegen laut FA Patienten abgeben sollte.

Erst war alles ganz ruhig und gelassen, was mich ehrlich gesagt schon ziemlich gewundert hat. #kratz

Meine Therapiepläne wurden immer voller, ich hatte keine Zeit zum Essen, Trinken, Klo gehen etc. Habe das dann auch angesprochen und gesagt, dass ich nicht mehr kann. Habe nur noch geweint und war total am Ende mit meinen Kräften. :-(
Nichts passierte, die Pläne wurden sogar noch voller. :-[

Die Konsequenz: seit der 17. SSW habe ich ein BV und seitdem kann ich endlich meine SS genießen und mir gehts psychisch wieder richtig gut.

Also Du siehst, Du bist nicht allein damit. Ich kann Dich sehr gut verstehen und ich weiß, dass man so leicht nicht abschalten kann, v.a. wenn man weiß, dass man da wieder hin muss.

Ich drücke Dir alle Daumen, dass es wieder besser wird und sonst schau einfach, dass Du zu Hause bleiben kannst, denn Stress ist weder für Dich noch für Dein Kleines gut. :-)

Viel #klee für Deine SS und eine schöne, stressfreie Kugelzeit.

LG, Sophie mit kleinem Mann 31. SSW #verliebt

Beitrag von wartemama 21.02.11 - 10:07 Uhr

Solche Chefs kenne ich nur zu gut.... der spinnt ja wohl! #aerger

Ich kann Dir nur raten, einfach nur an Dich zu denken. Wenn er Dir die Zeit im Büro zur Hölle macht, schneidet er sich ins eigene Fleisch. Ich würde gar nicht lange fackeln und mich dann krankschreiben lassen.

Alles Gute! #blume

LG wartemama

Beitrag von guschdl 21.02.11 - 10:27 Uhr

Vielen Dank für die lieben Antworten.


Eben rief mein Chef noch mal an und erzählte mir dass das jetzt ein riesen Schlamassel wäre! (Was für eine Frechheit!)

Er müsste mich jetzt entlassen und Ersatz einstellen.

Habe ihm gesagt dass er das gar nicht darf.

Seine Antwort: Ich muss mal sehen was sich machen lässt, ich kann ja keine zwei Leute für eine Stelle beschäftigen!

Er hat doch gar keine Möglichkeit mich loszuwerden oder??

Beitrag von mijo08 21.02.11 - 10:32 Uhr

theoretisch im Moment nicht, aber Erfahrungsgemäß finden Chefs/Firmen einen Weg wenn sie wollen :-[
Wie schaut denn dein Vertrag aus? Hast du eine genau definierte Stelle oder könntest du laut Vertrag überall eingesetzt werden?

LG

Beitrag von guschdl 21.02.11 - 10:38 Uhr

Meine Stelle ist genau definiert und unbefristet.

Beitrag von mijo08 21.02.11 - 10:45 Uhr

dann dürfte es für deinen Chef schon schwieriger werden - Glück für dich!
Aber versuche trotzdem das Ruder ins positive rumzureisen, versuch doch noch mal mit ihm zu reden (in den nächsten Tagen, wenn sich alle wieder etwas beruhigt haben) sonst ist doch das arbeiten dort auch nur noch schlimm.

LG

Beitrag von blinksternchen 21.02.11 - 10:08 Uhr

#liebdrueck
Möglichkeit 1: Er verdaut es und beruhigt sich.
Möglichkeit 2: Er bleibt zickig, aber erträglich.
Möglichkeit 3: Er entwickelt sich zum Voll-AL.

Je nach Entwicklung musst du für dich dann entscheiden. Eventuell musste er nur mal Dampf ablassen und kreigt sich wieder ein.
Mutterschutzgesetz lesen, du bist im Vorteil.
Wenn er dich SS nicht mehr gebrauchen kann, ist das ja nachweisbar, dann kann er dir ein BV ausstellen und keiner erfährt finanzielle Verluste.
Lass es jedenfalls nicht an dich ran, es schadet dir und einem Kind,
BL#winke

Beitrag von honeysweet 21.02.11 - 10:10 Uhr

Hi Guschdl,

ich kann dich gut verstehen.

Leider ist es ganz oft so, das Chefs so doof reagieren. Meiner war auch nicht gerade nett.

Die wissen nicht wie das ist, ich war auch ne Woche krank geschrieben, da hieß es das ist aber schlecht wenn du jetzt andauernd ausfällst. Ich hab ihm dann entgegen gebracht, dass ich jetzt an mich denken muss da ich nun nicht mehr alleine bin (normal bin ich jemand der mit dem Kopf unterm Arm arbeiten geh).

Aber wenn man schwanger ist, hat man das Recht auf die Ruhe. Wenn er dir nun weiterhin Stress macht, rede mit Deinem Arzt dann kann es wenn es ganz doof für deinen Chef läuft auf ein BV rauslaufen. Dann biste eh daheim und er kann sehen wo er bleibt. Weil Stress in Schwangerschaft musst du dir nicht geben. Versuch das alles nicht so nah an Dich ran zu lassen. Ich versuch auch immer auf Durchzug zu schalten, wenn Sprüche vom Chef kommen.

Die Situation ist echt ätzend.

Vllt. hast ja Glück und das mit der Übelkeit ist bald schon vorbei.

LG Ramona + Krümel 9+4

Beitrag von betty.boo 21.02.11 - 10:10 Uhr

Wenn er dir das leben echt zur Hölle macht, lässt du dir ein BV geben von deiner Frauenärztin. Das kann ja auch befristet sein für 2 Wochen oder ähnliches...

Mein Chef war ähnlich, ich hatte zwar so keine wehwehchen, dafür nahm er arbeitstechnisch keine RÜcksicht und hat mich weiter mit extrem viel arbeit zugeschüttet...als ich ihn darauf ansprach und er sein verhalten nich geändert hat, hab ich mich rausnehmen lassen wegen dem stress...

Vielleicht war es auch erstmal nur ne Kurzschlussreaktion...nehm dir das erstmal nich zu herzen...rausschmeißen kann er dich nich. (insofern isses gut, dass du ihm das jetzt schon gesagt hast)

Alles gute für deine schwangerschaft und vielleicht geht deine übelkeit auch schnell wieder vorbei

Beitrag von mijo08 21.02.11 - 10:18 Uhr

Hallo,

auch wenn ich mich dir und meinen Vorrednerinnen theoretisch anschließe, möchte ich doch einmal anmerken, dass scheinbar keine von euch bedenkt, dass sie auch wieder an ihren Arbeitsplatz zurück muss/will?!

Ich würde versuchen die Dinge sachlich zu lösen und auch im Hinterkopf behalten, das es eben der Chef ist und nicht der Beichtvater. Ein Chef denkt rationell und in erster Linie an das Geschäft/die Firma. Also nicht gleich BV und komplett ausfallen.
Zeige ihm das du normal weiter arbeiten willst und eben nicht ständig krank bist.
Und sollte er sich gar nicht wieder einkriegen, dann denke am besten gleich über einen Wechsel nach der Elternzeit nach, denn auch mit Kleinkind wird’s nicht besser.

LG

Beitrag von blinksternchen 21.02.11 - 10:37 Uhr

Das hab ich auch grad gedacht, obwohl nach meiner 1. SS hat sich nachher auch keiner dran erinnert, dass ich mich ohne einen Krankheitstag bis zum Ende abgerackert habe.
Andersrum wird das Erinnerungsvermögen aber vermutlich funktionieren, daher mein differenziertes Posting, das zu Abwarten und Beobachten rät.
BL

Beitrag von mijo08 21.02.11 - 10:42 Uhr

Ja, das ist leider meist so - das positive behält keiner im Kopf, genauso wenig wie die geleisteten Überstunden, aber wehe man will mal eher gehen, da schauen alle komisch.

Naja, ist zwar total blöd aber nicht zu ändern. Es gibt leider nur sehr sehr wenige Firmen wo das anders ist, meist dann auch eher kleine.
In meinem Freundes- und Bekanntenkreis kenne ich eine (Arztpraxis), da geht es toll zu und die Chefin ist auch super.

LG

Beitrag von zwerg2011 21.02.11 - 10:26 Uhr

Würde mir sofort ein BV geben lassen... Das hört sich nach Stress an - und das ist (vor allem in der Früh-SS) nicht sonderlich gut fürs Kind!

Beitrag von antab 21.02.11 - 10:42 Uhr

Hallo,
auch ich denke, dass man sich und das Ungeborene an erste Stelle setzen muss und es da keine Kompromisse geben darf und kann.

Allerdings bin ich selber "Chefin" und man darf halt auch den wirtschaftlichen / geschäftlichen Aspekt nicht ganz vergessen - wie gesagt: Kind an erster Stelle!

Einmal der berechtigte Einwand vorhin, dass man ja in den Job evtl zurück möchte und dann wahrscheinlich auch noch ganz arge Flexibilität vom Chef erwartet - außerdem bleibt (je nach Job) einfach die Arbeit liegen, was uU für die Firma zum Nachteil werden kann.
fast jede Firma muss heutzutage ums Überleben bzw um die Zahlen kämpfen.

Ich kann nur von meiner Person ausgehen - ich bin durchweg arbeiten gegangen und ich habe bis zur 23. Woche mich ca 5x am Tag übergeben müssen, war auch hundemüde und und und...
Jetzt (33. Woche) bin ich im Urlaub vorm MuSchu und stehe trotzdem noch per Handy / Laptop meinen Abteilungen beratend zur Verfügung.

Dafür bekomme ich auch die volle Unterstützung - jetzt und auch zugesichert schon nach der Elternzeit!

Es ist alles ein Geben und ein Nehmen!

Ich sage nicht, dass mein Verhalten das einzig richtige ist, aber man kann nicht immer nur fordern und evtl (keine Unterstellung ich kenne bei niemandem von Euch die Details) ein BV anstreben, nur weil der Chef nicht hormongesteuert reagiert, wie wir (ich bin dafür zumindest ein excellentes Beispiel).

Quint essence des Ganzen: auch mal den A... zusammenkneifen! Augen zu und durch! (wenn es die Gesundheit zulässt)

So, genug dazu und alles Gute für Euch weiterhin!

LG von Antag

Beitrag von lucyfe 21.02.11 - 12:08 Uhr

Hallo,

ich sehe das ähnlich, wie einige der Vorschreiberinnen: Ich finde es kurzsichtig, hier nur auf den Chef zu schimpfen. Hätte man selbst ein Unternehmen zu führen, würden einem solche Ausfälle doch auch "weh tun" und natürlich finden die Chefs es dementsprechend nicht toll.
Nur weil man schwanger ist, kann man doch keine Sonderbehandlung erwarten?! Ich handhabe es ebenfalls so, dass ich weiterhin meine Arbeit in vollem Maße mit Überstunden und allem drum und dran leiste. Urlaub ist auch nicht drin, zuviel zu tun. Mir geht es wie jeder anderen Schwangeren auch, habe hier und da Wehwehchen und möchte gern meine Ruhe - die krieg ich auch: Zuhause. Mein Partner unterstützt mich und obwohl ich noch ein Kleinkind hab, klappt das alles super. Ich weiß im Gegenzug, dass ich z.B. nach der Geburt in Teilzeit wieder einsteigen kann und das ist Kulanz vom Arbeitgeber. Ich weiß auch, dass ich mit meinem Laptop von zuhause arbeiten kann, wenn mal ein Kind krank wird. und wenn alle Stricke reißen, bin ich eben zuhause. Aber weil mein Chef weiß, dass ich nicht nur zuhause bleibe, weil mir schlecht ist, kann ich mich auch drauf verlassen, weiter diesen tollen Job behalten zu können und ein produktives Mitglied des Unternehmens sein zu können, so dass sich dieses das auch leisten kann...

alles Gute und dass Deine Übelkeit bald vorübergeht!
Lucyfe

Beitrag von jenna26 21.02.11 - 12:41 Uhr

Hallo zusammen,

ich sehe das auch sehr gemischt, muss ich sagen.
Ich war auch jemand der nie auf 5 Minuten geschaut hat oder pingelig war.
Ich arbeite in der Pflege mit schwerbehinderten Menschen und als ich schwanger geworden bin wollte ich weiter arbeiten gar keine Frage für mich.
Also ich zur Bereichsleitung mit Mutterpass und es offengelegt, 2 Tage später musste ich zum gespräch, Mutterschutzgesetzbelährung, wo man dann alles unterschreiben muss das man weiß was man noch tun darf und nun selber drauf achten muss.
Soweit so gut, am WE drauf stand ich mit meinem Kollegen alleine im Frühdienst, habe das dann auch durchgezogen, danach hatte ich dann fein Bauchschmerzen.
Montags mit meiner teamleitung gesprochen, ja Frau ... sie wissen doch was sie dürfen und was nicht, haben sie doch Unterschrieben. Auch toll oder? Ich habe ab da Dienst nach vorschrift gemacht.
Hatte dann ne schwere Broncitis in der 18 SSW, war krankgeschrieben, komentar der Teamleitung, schönen gelben Urlaub.
Aus der Broncitis wurde ne Lungenentzündung, da kam kein oh dann war der Spruch wohl nicht angebracht. NIX

Also auch wenn man gewillt ist gibt es auch echt bescheidene Chefs. Und wenn der Betrieb keine "verwendung" für schwanger hat kann auch der AG einem MA ein BV ausstellen, so entsteht auch finanziell kein schaden.

LG Jenna 10 SSW