Habt ihr nach FG schon einmal über Adoption nachgedacht?

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von claudia-claudia 21.02.11 - 11:02 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich hatte meine 1. FG mit Nachcurettage am 11.02.11. Wir wollen erst wieder im Juni/Juli probieren, haben jetzt davor auch noch einen Urlaub gebucht und in meiner nächsten SS wollte ich auf jeden Fall Fliegen vermeiden...

Jetzt aber zum Thema: Ich habe zu meinem Freund gesagt, dass ich es nach noch einer FG auf jeden Fall nicht noch mal versuchen wollen würde/könnte, weil ich den seelischen Schmerz nicht noch einmal verkraften kann. Haben dann ziemlich lange über Adoption gesprochen und sind zu dem Entschluss gekommen, dass es eine Option für uns wäre. Hattet ihr auch schon mal solche Überlegungen? Oder denkt ihr, ein angenommenes Kind wäre einfach nicht dasselbe.

Auch auf die Gefahr hin, dass der Beitrag verschoeben wird - danke schon mal für Eure Antworten :)

GLG
Claudia

Beitrag von sternenmami 21.02.11 - 11:15 Uhr

hallo claudia,

also ich habe auch schon zwei kinder zu den sternen reisen lassen müssen, aber eine adoption würde für mich jetzt noch nicht in frage kommen. natürlich denkt man da auch schonmal drüber nach, aber dann eher als option wenn es wirklich nicht klappen will und die biologische uhr tickt. natürlich wird man das kind was man annimmt als sein kind betrachten, aber irgendwie denke ich ist es doch etwas anderes. denn es ist ja nicht dein fleisch und blut. allerdings kann man das wahrscheinlich erst richtig sagen wenn es wirklich soweit ist. wir zumindest probieren es bis es endlich klappt und unser schatz bei uns bleiben darf. wir geben die hoffnung nicht auf. ich denke das da das alter auch eine große rolle spielt. wenn man ss wird muss man immer damit rechnen das etwas passieren kann. wenn man sich noch nicht wieder in der lage dazu fühlt noch so einen verlust verkraften zu können, dann sollte man lieber noch etwas warten und der seele noch ein bisschen zeit zur erholung geben! #liebdrueck

glg #sternmami mit gabriel und stella ganz fest im #herzlich

Beitrag von josy1984 21.02.11 - 11:18 Uhr

Hi,

ich hatte eine ELSS und da steht ja direkt das Wort "unfruchtbar" im Raum. Besonders, weil es bei uns über ein Jahr gedauert hat, bis es endlich geklappt hat.

Direkt nach der OP und mit den vielen "Horror-Geschichten" im Kopf, hab ich - allerdings für mich alleine und noch nicht mit meinem Mann - auch über Adaption nachgedacht: Ich denke schon, dass man ein Adoptivkind genauso lieben kann und sollte wie sein eigenes.
Allerdings finde ich diese Überlegung für uns beide zu "früh"... die Angst, dass es nochmal passiert, darf uns nicht dazu veranlassen, dass wir es nicht weiter versuchen... Natürlich ist die Angst da und auch die Zweifel, aber schau wieviele Mädels hier auch erst sowas durchmachen musstest - teilweise sogar mehr als ein oder zweimal - und viele sind am Ende doch glückliche Mutter geworden.

Wenn man sich für eine Adaption entscheidet, sollte das meiner Meinung nach nicht aus Angst vor einer neuen SS geschehen...
Nimm Dir die Zeit, die du brauchst, und wenn du bereit bist, wirst du auch wieder neue Hoffnung schöpfen können... daran glaube ich ganz fest, da ich gerade in einer ähnlichen Situation bin.

LG
Josy

Beitrag von mausi-91 21.02.11 - 11:19 Uhr

Hallo liebe Claudia,

ich kann deine Ängste total nachvollziehen. Nach meiner ersten AS wusste ich auch sofort, dass ich mit viel mehr Angst an die nächste SS gehen würde.
Mir war von vornherein klar, dass ich eine nächste FG körperlich und seelisch nicht verkraften würde. Aber mir war auch klar, das ich es auch noch mal versuchen muss/will um zu wissen ob es eine einmalige FG war oder es einen Grund auf sich hat.

Mein Freund und ich redeten auch sehr viel über dieses Thema. Und ich habe ihm klar gemacht, dass wenn ich noch mal eine FG haben werde, gar nicht mehr schwanger werden will. Er schlag eine Adoption vor. Für mich war das erst ein komisches Gefühl....kein eigenes Kind, keine SS erleben und keine Geburt.
Das waren für mich schlaggebende Punkte die mir Angst machten. Ich möchte das alles selber erleben. Und so verschwand der Gedankengang meines Freundes für mich sehr schnell.

Ich machte einen Termin bei der Humangenetik aus und ließ alles untersuchen. Mittlerweile weis ich, dass es leider reiner Zufall war. Bei mir ist alles in Ordnung. Dadurch kann ich wieder entspannt an die Sache gehen und halte mir vor Augen, dass dieses Kind nicht bei mir bleiben wollte.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft.

Liebe Grüße mausi-91 #sternchen 10 SSW

Beitrag von claudia-claudia 21.02.11 - 11:29 Uhr

Danke für eure lieben Antworten!

Es ist nicht nur die Angst vor einer erneuten FG, die diese Gedanken bei mir auslösen. Ich glaube auch etwas an Schicksal und Bestimmung und habe schon gedacht, dass es vielleicht einfach so sein soll, dass ich keine eigenen Kinder habe und dazu auf dieser Welt bin, einem Kind, denen nicht das Glück vergönnt ist, in einer richtigen Familie aufzuwachsen, ein liebevolles zu Hause zu geben. Natürlich werde ich noch einmal versuchen, schwanger zu werden, aber wenn es dann wieder nicht klappt manifestiert sich mein Gedanke sicherlich.

Beitrag von josy1984 21.02.11 - 11:42 Uhr

Hi,
ich verstehe dich, allerdings glaube ich nicht an Schicksal o.ä. (dafür ist zuviel schief gelaufen in meinem Leben für das ich absolut keinen Grund erkennen kann), ABER das ist natürlich bei jedem anders, und das ist auch gut so.

Was ich eigentlich sagen wollte: Das eine schließt doch das andere nicht aus! Du kannst doch auch nochmal ss werden, ein eigenes Kind bekommen und trotzdem noch ein Kind adoptieren!!! Das "Schicksal" sagt doch nicht "entweder... oder", sondern eher "sowohl... als auch"!!!

LG

Beitrag von gaeltarra 21.02.11 - 11:34 Uhr

Hallo,

meine Antwort: NEIN! Nach EINER Fehlgeburt gleich an Adoption zu denken ist verfrüht. Fehlgeburten passieren - sie gehören dazu wie schwanger sein! Es wird nur wenig darüber geredet. Wenn jede Frau nach einer oder zwei Fehlgeburten gleich "aufstecken" würde, wäre die Menschheit schon längst ausgestorben.

Setzt natürlich voraus, dass bei dir/euch kein genetisches Problem vorliegt - was aber eher unwahrscheinlich ist, eben WEIL FG nicht gerade selten sind. Ab einem gewissen Alter evtl., dass man sich Gedanken macht, wenns denn so gar nicht klappt.

Persönlich ist für mich eine Adoption nie in Frage gekommen. Meine erste Schwangerschaft, da war ich schon 41, endete mit einer FG. Wenn wir da gleich aufgegeben hätten... #nanana

Probiere es nochmal!!! Evtl. auch ein drittes mal. Die Angst gehört dazu, obs gut geht. Aber da SEHR viele Frauen eine FG haben, bevor es zu einer intakten Schwangerschaft kommt, denke ich, hats noch Zeit, bis du an eine Adoption denkst.

VG
Gael

Beitrag von claudia-claudia 21.02.11 - 11:39 Uhr

Okay, okay! ;)
Sagte doch auch schon, dass wir es ein zweites mal probieren werden, aber wenn es dann wieder nicht sein soll... na ja es sind Gedankenspiele, die ich hier mit euch teile. Letztendlich kann ich jetzt ja noch überhaupt nicht sagen, in welcher seelischen Verfassung ich in einigen Monaten sein werde oder wenn es noch einmal passieren würde. Manche hier mutieren ja auch zu richtigen Kämpferinnen und geben auch nach dem 3. oder 4. mal nicht auf - Repsekt! Aber so weit könnte und will ich auch nicht gehen.

Beitrag von gaeltarra 21.02.11 - 21:07 Uhr

Hi,

:-)

Und außerdem: es klappt bei dir schon beim nächsten Mal - bin ich überzeugt von!!! Deine seelische Verfassung wird dem Sommer entsprechend SUPERSONNIG sein!!!!!

LG
Gael

Beitrag von kebl 21.02.11 - 12:00 Uhr

Liebe Claudia,

Ich kann den Gedanken"das schaffe ich nicht noch mal"gut nachvollziehen. Ich hatte Anfang des Monats meine dritte FG und nach Nr1 und2 war das erste was ich zu meinem Mann noch in der Praxis gesagt habe das ich nie wieder schwanger werden will.Das tut sooo weh,aber der Wunsch wird bei Dir bestimmt auch wieder stärker wenn erst mal etwas Zeit vergangen ist.
Ich habe im Feb. Zwillinge verloren und zum ersten mal hatte ich das Gefühl ich muss kämpfen für mein Ziel und nicht die Flinte ins Korn werfen. Vielleicht hilft das ja was.

Alles Gute #winke
K.

Beitrag von tarra 21.02.11 - 16:50 Uhr

Liebe Claudia

Ja das haben wir. Und ebenfalls schon nach der ersten ELSS.

Ich finde es nicht verfrüht, man spricht ja bloss darüber und hat somit eine weitere Option offen.

Und ja es würde für uns auch in Frage kommen, weil wir uns sehr ein Kind wünschen. Es wird betimmt eine andere Beziehung sein als zu einem leiblichen Kind, aber das heisst nicht automatisch dass sie schlecht sein muss.

Alles Liebe
Tarra

*die zuerst noch heiraten müsste um adoptieren zu können*

Beitrag von clazwi 22.02.11 - 07:14 Uhr

Hallo Claudia,

wir haben ein Kind adoptiert (mittlerweile ein Teenager) und ein Kind in Pflege aufgenommen.

Was bei der Ado sehr wichtig ist, ist absolute psychische Stabilität.

Ein paar der Grundvoraussetzungen kannst Du hier nachlesen:

http://bunterunde.de/index.php?option=com_content&view=article&id=50&Itemid=61

Alles Gute für Euch!#klee

Auch eine Claudia

Beitrag von claudia-claudia 22.02.11 - 09:29 Uhr

Danke :)