Grundschulen - heute geprägt von Quälerei, Schlägen und Mobbing?

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von kitty101 21.02.11 - 11:26 Uhr

Hi ihr,

mein großer Sohn kommt ja bald in die Grundschule. Ich habe schon mal geschrieben, dass er ein grundguter, lieber Kerl ist, der sich NIE wehrt, wenn er gehauen wird. Er macht seit einiger Zeit Teakwondo, aber so richtig helfen tut es auch nicht.

So, in den Medien und auch hier liest man immer öfters die schlimmsten Horrorgeschichten: von geschlagenen, gequälten und gemobbten Grundschülern. Kinder kommen fast täglich zusammengeschlagen nach Hause usw.

Wir wohnen ländlich, es ist auch kein Problembezirk, aber gerade an der Schule gibt es einige "Wohnblocks" mit entsprechendem Publikum. Ich weiß auch von einem aktuellen Fall, wo ein Kind in der 1. Klasse rausgemobbt wurde, wurde z. B. als Aso-Kind beschimpft (ist allerdings ein schwieriger, hyperaktiver Bursche - was das trotzdem nicht beschönigen soll)

Dieser Junge geht nun in die Vorschule und wird nächstes Jahr in einer anderen Schule neu eingeschult. Kein schöner Vorfall, und er lässt mich aufhorchen, weil ich denke, dass er schon Rückschlüsse zulässt darauf, wie die Schule mit dem Thema Mobbing umgeht (mies?)

Ok, jetzt aber zur Ausgangsfrage: sind denn heute Grundschulen schon derart verroht?

Muss man heute schon in der ersten Klasse Angst um sein Kind haben?

Muss gerade ICH mir Sorgen machen, wo ich so einen superlieben, Sich-nicht-wehrer zu Hause habe? (Ich sage immer, er soll sich wehren, aber er tut es einfach nicht)

Noch zur Hintergrundinfo: ist eine sehr große Schule, mit ca. 350 Schülern.

Also, was meint ihr?

LG,
Kitty

Beitrag von cosmashiva24 21.02.11 - 11:43 Uhr

Hallo

ich kann dir mal von uns berichten, wir leben auf dem land, sind extra hier her gezogen , das unsere kinder in einem geschützen bereich zur schule gehn können.

Nun der beste freund meines Sohnens wir massiv gemobbt, die hortkinder wo mein sohn auch hingeht sind nach unterrichtsende allein an der bushaltestelle und da gehts heiß her.

Ich hab am freitag meinen Sohn von der schule abgeholt und hab mich noch mit 2 Klassenkameradinnen von ihm unterhalten , weil ich unseren HUnd dabei hatte.

Es ist ein Junge in der klasse der den Freund meines Sohnes massiv mobbt.

Ich hab die ganze zeit die Bushaltestelle im blick gehabt und hab die Kinder beobachtet, ich bin dann dazwischen ald der eine den freund meines Sohnens im Schwitzkasten hatte und ihm immer wieder in den Bauch getreten hat.

Ich hab ihn zur sau gemacht und gesagt das es so nicht geht.

Hab dann gleich die mutter angerufen vom mobbingopfer und ihr das gesagt.

Auch im Hort dreht der Junge immer wieder auf, auch mein Sohn erzählt mir das er von ihm geschlagen wird.

Von dem kleinen der angefangen hat hab ich nur zu hörn bekommen als ich ihn fragte wie er sich dabei fühlen würde, das er das zuhause auch immer schläge bekommt.

Was soll man da noch sagen, auch die dritt und Viertklässler gehen auf die kleineren los.

In der schule wird nach lösungen gesucht, aber noch fruchtet nichts.

Ach und mit der mutter des schlagenden jungens is leider nicht zu reden, das haben wir schon probiert, aber ihr sohn macht sowas ja nicht.

Nun gut es ist sicher nicht einfach, die erste klasse das sich durchsetzen in der ersten klasse, aber stärk sein selbstvertraun und im zweifel mit den lehrern reden, das mach ich nächste woche , weil so langsam hab auch ich die schnauze voll, das manche eltern ihren kindern nen freischein geben.

Wie gesagt beobachte ihn, und versuch ihm zu helfen wenn er in schwierigkeiten kommt mit Mitschülern.

Lg Cosma die das thema unglaublich aufregt, weil es oftmals gar nicht die kinder sind sondern die eltern denen das alles egal ist

Beitrag von kitty101 21.02.11 - 11:57 Uhr

Hi,

danke dir für deine ausführliche Antwort.

Ich finde, du hast absolut richtig reagiert, als du dir den Herrn vorgenommen hast. Irgendwie aber echt traurig, dass der Junge sagt, dass er zu Hause auch nur Schläge bekommt.

Eine Nachbarin hat mir mal erzählt (ihr Junge ging auch auf diese Schule, ist jetzt auf dem Gymnasium), dass ihr Sohn fast täglich verhauen nach Hause kam. Sie hat sich nicht mehr zu wehren gewusst und ist dann jede große Pause in die Schule gegangen und hat aufgepasst. Wenn alle Stricke reißen ist das wohl die letzte Notlösung. Geholfen hats nämlich wohl.

Ich denke auch, dass der Schulweg so ein Problem ist, da geht die Prüglerei ja schon los.

Ach menno!

Mal sehen, was da auf uns zukommt.

LG,
Kitty

Beitrag von docmartin 21.02.11 - 13:11 Uhr

Ich glaube nicht, dass man das verallgemeinern kann. Wir leben in Hamburg und unser Großer geht in die Vorschule wo er im Sommer auch in die Grundschule kommen wird.

Es ist ein großes, helles und modernes Gebäude und so frudnlich wie die Schule wirkt ist auch die Athmosphäre dort. Die Lehrer wirken sehr engagiert und aufmerksam, es wird Wert auf Leistung gelget, ekine Frage aber das Kind mit seinen Bedürfnissen steht absolut im Vordergrund udn dennoch haben die Lehrer auf eine freundliche und zugewandte Art ihre Klassen im Griff.

Neulich holte ich meinen Großen ab und die Klasse kam vom Turnen. Alle gingen Hand in Hand )der Weg von der Sporthalle geht durch das ganze Schulgebäude) leise und diszipliniert...eine Lehrerin und 24 Vorschüler. Und so läuft es in allen Klassen.

Natürlich gibt es auch Probleme aber man hat immer das Gefühl, dass Lehrer und Schulleitung sich sehr bemühen, KOmpromisse zu finden und alle an einen Tisch zu holen.
Wenn du bei der speziellen Schule in die dein Sohn soll ein schlechtes Grfühl hast, schau dich anch Alternativen um. Wenn es nur dein "momentaner" Eindruck sit würde ich sagen: warte ab und denk daran, dass einige Fälle gerade in lokalen Medien auch gerne mal hochgeputscht werden...so eine zeitung muss sich ja auch verkaufen.

Es gibt sicher andere und möglciherweise auch mehr PRobleme als noch vor 30 Jahren in den Grundschulen aber ich glaube man muss den Kindern auch Gelegenheit geben, Probleme miteinander zu klären (haben wir nicht alle Streitereien und Kloppereien auf dem Pausen hof gehabt!?) ohne dass sich die Eltern sofort einmischen (wobei ich Dinge wie Mobbing jetzt mal ausdrücklich ausnehmen möchte).
Gruß dm

Beitrag von zaubertroll1972 21.02.11 - 12:19 Uhr

Hallo,

welchen Ruf hat denn die Schule in die Dein Sohn gehen wird?
Kennst Du schon Kinder die dorthin gehen? Was sagen die Eltern zu dieser Schule? Sind sie zufrieden?
Wir leben in einem Stadtteil mit hoher Ausländerrate. Unsere Schule hat trotzdem einen guten Ruf da die Lehrer und die Eltern sehr engagiert sind.
Wir haben uns daher auch entschlossen unseren Sohn hier zur Schule gehen zu lassen.
Er ist jetzt in der 2. Klasse, geht gerne zur Schule und hat noch keine Probleme gehabt.
Er ist eigentlich ein selbstbewußtes Kind aber anfangs hatte er doch etwas Respekt vor den größeren Schülern ( in der 1. Pause machen die 1.und2. Klässler zusammen Pause und die 3.und4. Klässler zusammen. Die 2. große Pause ist mit allen Kindern gemeinsam ). Und es gab einen Jungen in der 2. Klasse der öfter Ärger machte aber der meinem Sohn nie etwas tat. Er hatte dann trotzdem etwas Angst vor ihm und es hat dann eine Weile gedauert aber dann hat es sich gelegt und letztendlich wurde er nie angerührt.
Mein Sohn ist keiner der sich was gefallen läßt aber wenn die Kinder größer und in der Mehrzahl wären hätte er auf jede Fall Angst.
Ich denke man kann aber nicht von solchen Fällen ausgehen und man sollte einfach abwarten und alles auf sich zukommen lassen.
Natürlich hat man Angst vor der neuen Situation und möchte sein KInd immer beschützen aber die Kinder wachsen auch mit dem Alltag.
Hat Dein Kind Freunde mit denen es zur Schule gehen wird?
Sowas finde ich wichtig. So ist es nicht allein!

LG Z.

Beitrag von hedele 21.02.11 - 12:50 Uhr

Also wir leben nicht in einer Grosstadt sondern halt Kleinstadt. Und ich kann nix schlimmes berichten. In unserer Grundschule sind rund 160 Schüler, klar gibts hier und da mal die üblichen Streitereien, aber nichts wo ich mir ernsthaft Gedanken machen würde.

Beitrag von gluecksengel 21.02.11 - 13:19 Uhr

Hallo Kitty,

auch ich kann Dir nur von meinem Sohn erzählen, ich bin total blauäugig an die Sache Schule gegangen und war mir gar nicht bewußt was heute so abgeht. Wir wohnen hier total ländlich und es gibt nur eine normale Regelschule bzw.Grundschule mit ca. 180 Kinder, total überschaubar. Die Schule wahrt einen guten Ruf, vor der Einschulung haben wir überhaupt nichts negatives gehört, später allerdings umso mehr :-(.
Er hat es 3 Monate gut geschafft und dann von heut auf morgen hatten wir Probleme ihn in die Schule zubekommen. Mit Bauchweh und viel Tränen fing es an, so dass ich einen Anruf bekam ich solle ihn abholen. Von da ab bin ich jeden Tag zum Kinderarzt um alles körperliche auszuschließen und es war auch nichts, also reine Kopfsache, jeden Tag gingen wir den Weg zur Schule, mal klappte es eine Stunde, meistens mit mir, dann ging auf einmal gar nichts mehr, er betrat seine Klasse nicht mehr, es war so schrecklich, wir verbrachte mehr Zeit auf dem Flur als in der Klasse, ich bekam ich nicht auf seinen Platz, er rannte mir hinterher, alles reden, versprechen, Konsequenzen, es klappte nichts.
Von den Lehrern kamen nur unmögliche Bemerkungen: was ist den mit Ihrem Sohn los, ist zu Hause etwas passiert, so etwas gab es hier noch nie? Und das aus dem Munde einer Lehrerin mit 20 jähriger oder mehr Berufserfahrung. Die Lehrer, der Direktor, da kam nicht wirklich Hilfe oder gar Verständnis.
Ich will auch gar nicht weiter ins Details gehen, mein Sohn war 3 Monate zu Hause und parallel in psychologischer Betreuung, jetzt geht er in eine Tagesklinik und lernt dort wieder normal mit der Schule umzugehen.
Aus einem normalen 6jährigen Jungen der sich auf die Schule freute und mit viel Spaß anfing, haben Kinder die meinten ihn zu schlagen, bespucken, einsperrten und bedrohten, einen ganz ängstlichen, traurigen Jungen gemacht.
Wichtig ist immer das Dein Sohn Dir alles erzählt, das Du auch in Kontakt mit den anderen Mamas bist, da erfährt man ja auch immer eine Menge. Achte auf das Verhalten Deines Sohnes, engagiere Dich eventl. in der Schule, dann hat man zusätzlich einen Einblick. Suche immer das offene Gespräch zu Lehrern und Direktor. Stärke Deinen Sohn in jeglicher Hinsicht, es ist so wichtig sich zu wehren, heute sind die Kinder die zu lieb sind leider die jenigen die verlieren.

Aber erst einmal abwarten, es ist bestimmt nicht überall so, es ist halt von vielem abhängig.
Drücke Euch die Daumen das die Schulzeit bei euch schön verläuft!!!


Gruss
gluecksengel

Beitrag von kleine_kampfmaus 21.02.11 - 14:29 Uhr

Hallo,

das ließt sich ja genau wir der Horror der mir sobald ich an die Schule denke durch den Kopf schießt. Da krieg ich ja echt noch viel mehr Panik als ich schon hab! Und vor allem krieg ich da eine unbändige Wut :-[

Wie können Kinder einander so etwas antun?

Darf ich fragen, wie es Deinem Sohn jetzt geht? Was werdet ihr tun, wenn er wieder zur Schule gehen kann? Habt ihr alternative Schulen in die er gehen könnte?

Würd mich einfach interessieren, wie es jetzt bei euch weiter geht.

Viele Grüße
Kleine Kampfmaus + Maximilian

Beitrag von gluecksengel 22.02.11 - 20:10 Uhr

Hallo kleine Kampfmaus,

es war eine schwere Zeit für uns alle, in der wir den Kopf voller Gedanken hatten, was man machen soll, wie man weiter macht, überall musste man Druck ausüben, damit es schneller geht, mein Sohn zog sich immer weiter zurück und ich wurde zu seinem Mittelpunkt. Er klammerte so sehr, dass es teilweise unmöglich war für mich zur Arbeit zu gehen. Jeder Tag war eine Kraftprobe! Man nimt sein Kind anders war, beobachtet es extrem genau bei allem, versucht alles zu deuten und ist total verzweifelt.
Aber jetzt ist alles auf dem besten Wege wieder einen normalen Weg zu gehen. Seit ca. 1 Monat besucht er eine Tagesklinik und eine dazugehörige Schule, dort gehen 7 Kinder in seine Klasse. Ich bin so glücklich:-)das es so etwas gibt, dort wird er mit all seinen Ängsten so toll aufgefangen und er hat sich in der kurzen Zeit schon so entwickelt, man merkt ihm an das es ihm jetzt viel besser geht :-).
Es wird noch dauern, bis er wieder in eine reguläre Schule geht, in seine alte wird er nicht mehr zurück gehen, wir wollen es nicht. Es gibt einige Schulen die das Thema Gewalt bewußt sehen, dort gibt es Kurse zur Gewaltbewältigung oder zusätzliche Betreuer, aber auch Kinder die Streitschlichter sind oder getrennte Schulhöfe für die Kleinen und Großen. Lehrer die nicht wegschauen!!!!

Gruss
gluecksengel


Beitrag von kleine_kampfmaus 24.02.11 - 14:52 Uhr

Hallo,

schön zu lesen, dass es deinem Sohn wieder besser geht und dass es ihm zukünftig möglich sein wird, wieder in eine reguläre Schule zu gehen.

Ich hoffe, dass uns so ein Leidensweg erspart bleibt!

Viele Grüße
Kleine Kampfmaus

Beitrag von svafa 21.02.11 - 22:59 Uhr

Oh Gott, wenn ich das lese kann ich nicht anders und muss antworten.

Es tut mir total leid um Deinen Sohn.
Ich wünsche Euch und vor allem ihm, dass er wieder so fröhlich und unbeschwert wird wie zuvor #klee

LG Anne

Beitrag von gluecksengel 22.02.11 - 20:27 Uhr

Lieben Dank Anne, für Deine Worte.

gluecksengel

Beitrag von katjafloh 21.02.11 - 13:25 Uhr

Gibt es bei Euch eine Kids-WingTsun Schule in der Nähe? Das kann ich eher empfehlen, als Takewondo. Da es rein auf verbale und körperliche Selbstbehauptung und Selbstverteidigung ausgerichtet ist.

Schau mal hier:

http://www.kids-wingtsun.de/index.html?PHPSESSID=4a02f3a59b70b20dc31e4cdd9e416985

Mein Sohn macht das jetzt seit 2 Jahren und hat keinerlei Probleme mit seinen Mitschülern, egal ob 1. oder 4. Klasse. Er kann sich durchsetzen. Meist reicht schon verbal aus und es ist geklärt.

LG Katja

Beitrag von ohmama 21.02.11 - 15:43 Uhr

Von wingtsun ansich kann ich auch nur gutes berichten, auch die wt-Schule bei uns war super und meinen Söhnen hat es sehr gefallen und geholfen.

Was mir total gegen den Strich ging war der "Knebelvertrag". Man kann nur jährlich kündigen und es kostet sehr viel.

45 Euro Jahresbeitrag im 1, Jahr, danach jährlich 40 Euro (Ausweis, Mitgliedschaft im Verein und Zeitung), dazu kam 21 Euro p.P. monatlicher Beitrag für die wt-Schule und pro Prüfung, von denen es bei uns im 1. Jahr gleich 3 gab, 20 bis 25 Euro zusätzlich (incl. Urkunde und Abzeichen).

Meine Söhne haben nach 2 1/2 Jahren die Lust verloren, wir bezahlten 1/2 Jahr 42 Euro monatlich umsonst und waren danach froh, als das Jahr endlich rum war...

Beitrag von katjafloh 21.02.11 - 19:08 Uhr

Bei uns kann man zwischen Halbjahres- oder Ganzjahresvertrag wählen. Wir haben den Ganzjahresvertrag gewählt, weil der am günstigsten ist. Wir zahlen 300 € im Jahr + Vereinbeitrag der EWTO 40 €. Prüfungen, Weihnachtsfeier, Helloweenfeier usw. kosten nix extra bei uns. Meinem Sohn macht es Spaß und er geht sehr gerne und will auch noch länger weiter machen.

LG Katja

Beitrag von sarahg0709 21.02.11 - 13:59 Uhr

Hallo Kitty,

meine Tochter geht jetzt schon das 2. Jahr in die Grundschule. Es gab zwar mal vereinzelt in der Pause Kinder, die andere geschubst haben, aber kein richtiges Schlagen.

Die Lehrer achten da auch sehr darauf, dass die Konflikte verbal gelöst werden. Das Projekt nennt sich "faustlos".

Es handelt sich um eine Grundschule in einem "Problembezirk" mit sehr hohem Ausländeranteil.


Liebe Grüße

Alina

Beitrag von kleine_kampfmaus 21.02.11 - 14:24 Uhr

Hi Kitty,

Du schreibst mir aus der Seele. Auch ich denke mit enormen Bauchschmerzen an die EInschulung meines Maxi's im nächsten Jahr. Auch Maxi wehrt sich nicht bei anderen Kindern obwohl er zu Hause absolut nicht der schüchterne Typ ist #kratz Auch wir machen seit ein paar Wochen Taekwondo, allerdings wirkt es schon etwas. Das Selbstbewusstsein ist etwas gestärkt worden finde ich.

Die für uns zuständige Grundschule ist dermaßen verschrieen und wird soweit möglich von den meisten Eltern umgangen. Also haben auch wir uns für eine andere Grundschule (in der Nähe meines Arbeitsplatzes und der Großeltern) entschieden und hoffen, dass der Antrag beim Schulamt genehmigt wird #schwitz

Aber trotzdem hab ich wirklich Panik vor der Schule und kann die auch absolut nicht abstellen. #zitter

Viele Grüße
Kleine Kampfmaus + Maximilian

Beitrag von grizu99 21.02.11 - 14:28 Uhr

Huhu!

Wie wohnen auch recht ländlich. Mein Sohn geht noch in die Dorfschule (hier gibt es bloß 1x 1.Klasse und 1x 2.Klasse mit max. 20 kindern pro Klasse), ab der 3.Klasse muß er ins Hauptgebäude, wo dann auch mehr los ist.

Mein Sohn ist auch recht ruhig. Er steht zwar mal ganz gern dabei,w enn was los ist, aber fängt in der regel nicht von allein an Ärger zu machen. Er ist eher ein Mitläufer, der aber durchaus weiß, was Recht und Unrecht ist und auch mal dazwischen geht.

Es gibt in seiner Klasse einen Jungen, der ihm momentan Ärger macht.
Er schubst meinen Sohn oder stellt ihm ein Beinchen und boxt ihn dann einfach, drückt ihn in den Dreck oder gegen die Wand. Mein Sohn macht Meldung an die Aufsicht (weil prügeln ist ja nicht erlaubt), aber es passiert nichts ausser einem kleinen "Lass das sein" :-[
Da es einfach nicht aufhört, werde ich zur Schule gehen, denn dieser Junge ärgert auch ständig andere Kinder. Mein Sohn kam 2 Tage hintereinander von der Schule und sah aus wie Sau, war völlig durchnässt, weil besagter Junge ihn in den Matsch gedrückt hatte.
Einen anderen Tag, saß mein Sohn mit seinem Freund auf einem Baum, besagter Junge zieht an seinem Bein, bis er vom Baum runter fällt:-[

Ich bin Elternsprecherin und finde eh, das in unserer Dorfschule mit solchen Spezialisten zu soft umgegangen wird. Es gibt kaum Strafaufgaben...bei dem Jungen helfen Gespräche aber anscheinend nicht, denn nach einem Konfliktgespräch rennt dieser Junge grinsend aus dem Raum. Auf Erwachsene reagiert er überhaupt nicht. Ist ihm doch egal, was die erzählen #bla

Ich denke ein bischen Ärger wird es überall geben. Das fängt ja schon im Kiga an, aber mit ein bischen Regeln + KONSEQUENZ sollte das im Rahmen bleiben.

Ab der 3.Klasse müssen sie wie gesagt ins Hauptgebäude. Da wird diesem Jungen der A.... auf Grundeis gehen, denn wer da Mißt macht, muß in den Sozialraum, wer da 3x drin war bekommt einen (blauen) Brief nach Hause, wer da 5x drin war eine Klassenkonferenz.

Beitrag von kitty101 21.02.11 - 14:57 Uhr

Hi ihr,

erst mal dankeschön für eure vielen Antworten!

Glücklicherweise hört man nicht viel Schlechtes über unsere Schule, aber sie ist halt so groß.

Leider kennt er auch nur 2 von den zukünftigen Mitschülern aus der Nachbarschaft, weil er in einen anderen Kiga geht. Dort ist er allerdings sehr beliebt, weil er ein toller Spielkamerad ist. Geschlagen wird er dort auch nicht wirklich (bis auf die normalen Schubsereien unter Kids). Trotzdem mache ich mir Sorgen, weil er dann eben mit über 20 komplett neuen Kindern zusammenkommt, die sich alle kennen.

Nach Wing Tsun habe ich geschaut, sieht leider etwas schlecht aus in unserer Gegend. Schade, hört sich nämlich wirklich gut an.

Mal sehen, wie das alles wird.

Ganz liebe Grüße und noch mal dankeschön,
Kitty



Beitrag von golm1512 21.02.11 - 15:40 Uhr

Mein Sohn geht hier in Berlin in die erste Klasse einer Regelgrundschule. Wir wohnen in einem "Friede-Freude-Eierkuchen-Bezirk".
Mein Sohn ist mutistisch und sehr, sehr zurückhaltend. Trotzdem -oder gerade deshalb?- mögen ihn die anderen Kinder sehr und er hat schnell Freunde gefunden. Die Kinder in seiner Klasse sind sehr sozial und die Lehrerin sehr engagiert.

Schule steht und fällt mit dem Lehrer. Was nutzt mir eine Schule mit gutem Ruf und mein Kind bekommt die letzte Schnarchnase zum Lehrer, dem es völlig egal ist, was in seiner Klasse abgeht? Und umgekehrt: In "Problemschulen" findet man sicher die eine oder andere Perle.
Grindsätzlich habe ich nicht den Eindruck, dass Grundschule gleichbedeutend mit Mobbing und Gewalt ist. Auch im Hort geht es ziemlich gesittet zu, ohne dass permanent eine Erzieherin einschreitet.Ich bin eher positiv überrascht.....

Beitrag von ohmama 21.02.11 - 15:46 Uhr

Hallo Kitty!

Es kommt auf die Schule und auch innerhalb der Schule auf die Lehrkraft an.

An unserer Schule war es schonmal schlimmer, die Eltern sind dann tätig geworden und die Pausenaufsicht und "Aufklärung" innerhalb der Klassen wurde verändert.

Jetzt ist der Zustand ganz ok.

LG Bille

Beitrag von marion2 21.02.11 - 17:15 Uhr

Hallo,

im Nachbarwohngebiet habe ZWEI Grundschüler EIN anderes Kind krankenhausreif geprügelt.

Ob es insgesamt 35 oder 3500 Schüler auf der Grundschule gibt, ist dem EINEN Kind wahrscheinlich total egal. Und aus welchem Elternhaus die ZWEI kamen wahrscheinlich auch.

Gruß Marion

Beitrag von erstes-huhn 21.02.11 - 17:55 Uhr

Unsere Söhnen scheinen sich sehr zu gleichen - meiner würde sich nie mit Schlägen wehren, sondern nimmt es so hin, wenn er geterten oder geschlagen wird. Auch er macht Teakwon-Do, das macht zumindest ein gutes Selbstgefühl, auch wenn das nichts an der Situation ändert.

In der Schule geht es schon hoch her, obwohl das Einzugsgebiet alles andere als "Bodensatz" ist. Das hat auch nicht unbedingt mit der Herkunft zu tun, sondern auch unter welchen Druck die Kinder sind. Und das geht schon in der ersten Klasse los. Da sind jetzt schon die Mütter besorgt, ob ihr Kind es auf´s Gymnasium schafft.

Also haben wir schon mobbing -Probleme. Ich habe guten Kontakt zur Klassenlehrerin, die dieses Thema ernst nimmt und auch die Streitigkeiten im Unterricht aufnimmt. Danach geht es dann besser. Aber echt gut ist es nicht.
Aber um das abzustellen gibt glaube ich nur eine Privatschule mit 6 Schülern pro Klasse, wer soll das bezahlen?

So bleibe ich dran, rede viel mit meinem Sohn, mit der Lehrerin, mit anderen betroffenen Eltern. Und auch die Grenze von "normalen" ärgern zum mobben ist ja fließend. Das ist schon ein Eiertanz.

Beitrag von germany 21.02.11 - 18:51 Uhr

Hallo,

also im endeeffekt kann dir niemand sagen ob dein Kind ein potenielles Opfer ist, aber da hier auch erwachsene schon auf andere Menschen losgehen, die sie nicht einmal kennen, nur wegen Rechtschreibfehler oder irgendwelchen Beiträgen, wundert es mich nicht, dass die Kinder heute nicht anders sind. Wie sollen sie es auch anders lernen? Oder sind Mama und Papa nur Danke der anonymität des Internets so?

Ist ja auch egal. Mein Sohn ist auch so einer. Super süß, von allen geliebt weil er echt ein hübscher ist und er hat sich nie gewehrt. Nicht einmal. Wie oft hat der auf dme Spielplatz eine drüber bekommen... Als Mutter entwickelt man da natürlich Angst und auch Wut den anderen Kids gegenüber und natürlich hatte ich richtig Angst davor, dass mein Kind zum Opfer werden könnte. Bisher gab es allerdings keine Probleme und er ist auch selbstbewusster geworden.

Dennoch kann uns keiner die Garantie geben, dass unsere Kinder nicht doch zu Opfern oder gar Tätern werden. Sobald sie das Haus verlassen, haben wir es einfach nicht mehr in der Hand was passiert. Auch wenn uns das Angst macht.


Stärke dein Kind und hilf ihm, sich Hilfe zu holen wenn es sein muss!




lG germany

Beitrag von 3wichtel 22.02.11 - 08:03 Uhr

Es gibt auch noch "normale" Schulen!!! ;-)

In den Pausen knallt es natürlich öfter als im Kindergarten. Die Altersspanne der Kinder ist größer, der Betreuungsschlüssel durch Erzieher/ Lehrer geringer.

Aber solche "Schulhof-Raufereien" gab es auch in den frühen 80er Jahren auf dem Dorf schon (wie ich aus eigener Erfahrung weiß!).

Also: Ruhig bleiben, durchatmen und dem eigenen Kind auch mal was zutrauen.

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