Ausbildung vs. Familienglück ?!?

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von clautsches 21.02.11 - 20:05 Uhr

Hallo!

Ich bin alleinerziehende Mama, mein Sohn wird nächsten Monat 4.
Von Beruf bin ich eigentlich Bürokauffrau, aber wenn ich eines nicht will, dann wieder im Büro arbeiten! Den ganzen Tag sitzen, Papierkram, Computer, dem Chef in den Allerwertesten kriechen, Kaffee kochen und abends nicht mal wissen, WAS genau man eigentlich den ganzen Tag bewegt hat. Ich will das nicht mehr!

Jetzt hab ich die Chance bekommen mit Unterstützung einer Stiftung komplett umzusatteln, innerhalb von 2 Jahren eine neue Ausbildung zu absolvieren.

Seit Jahren kann ich mir supergut vorstellen, Landschaftsgärtnerin zu werden, ein absoluter Traumberuf.

Und wie es das Schicksal so will:
Letzte Woche Bewerbungen abgeschickt, heute Vorstellungsgespräch, Mi, Do und Fr Praktikum - und sehr gute Chancen, den Ausbildungsplatz zu bekommen. :-)

Aber jetzt kommen mir leider auch massive Zweifel.. denn es ist ja logisch, dass ein Landschaftsgärtner nicht jeden Tag um 16 Uhr die Schaufel fallen lässt. Es ist ganz normal, dass es - besonders bei Schönwetter - auch mal bis 19 Uhr oder sogar länger dauern kann.

Organisatorisch würde ich wohl alles hinbekommen, mein Netzwerk ist groß und alle unterstützen mich.

Was mir Kopfzerbrechen bereitet, ist einfach die Frage:
Kann ich das meinem Kind zumuten? Ist es total egoistisch, wenn die Mama da ihr Ding durchzieht? Sollte ich einfach weiter einen Bürojob (Teilzeit) suchen und dafür mehr für mein Kind da sein? Aber ein Kind macht es ja auch nicht glücklich, wenn die Mama (beruflich) unzufrieden ist..

Ach keine Ahnung, mir schwirrt grad so viel im Kopf herum.. Möchte so viel Zeit wie möglich mit meinem wunderbaren Kind verbringen.. Möchte mich aber auch beruflich verwirklichen und einen Job haben, der zu mir passt und mich ausfüllt.
Aber geht beides???

Ich musste das jetzt mal loswerden und freu mich über eure Gedanken!

LG Claudi

Beitrag von anyca 21.02.11 - 20:11 Uhr

Wenn Du bei Schönwetter länger arbeiten mußt, kannst Du dafür nicht bei Schlechtwetter oder im Winter mal früher heimkommen?

Mach es - wenn Du dann den Eindruck hast, es geht gar nicht, dann kannst Du Dir immer noch wieder was als Bürokauffrau suchen!

Beitrag von clautsches 21.02.11 - 20:15 Uhr

>>Wenn Du bei Schönwetter länger arbeiten mußt, kannst Du dafür nicht bei Schlechtwetter oder im Winter mal früher heimkommen? <<

.. ja, das wird bestimmt so in der Art funktionieren..
Ich schau mir das jetzt einfach mal an im Praktikum. Danach kann ich mir immer noch den Kopf zerbrechen.. ;-)


Danke für deine Antwort!

Beitrag von helly1 21.02.11 - 20:22 Uhr

Hi Claudi,

ich kenn dich nicht, aber überleg einfach mal: bist du den körperlichen Anforderungen eines Landschaftsgärtners auch in 10 oder 15 Jahren noch gewachsen???? Das vergessen viele zu beachten; du bist nämlich auch in 10/15 Jahren noch für dein Kind verantwortlich und dann gilst du im Bürobereich als ungelernt und wirst dort auch keine Stelle mehr finden.
Ich will dir jetzt nicht von deinem Traum abraten, bedenke es nur bitte!

LG helly

Beitrag von cami_79 21.02.11 - 20:37 Uhr

Hi Claudi,

ich persönlich stimme FÜR einen Wunschberuf und FÜR die Familie :-). Will heißen: Such dir eine Ausbildung die zu dir UND deinem Kind passt.

Ich selbst werde NIE wieder einen Job machen, der mich von den Einsatzzeiten her quält - auch wenn die Tätigkeit an sich super wäre. Ich will beides!!

Ob es sowas für deine Vorstellungen gibt kannst nur du entscheiden ...


Alles liebe ...

Beitrag von zahnweh 21.02.11 - 20:48 Uhr

Hallo,

vor einer ähnlichen Entscheidung stehe ich zur Zeit auch.

Leider habe ich meinen Traumberuf noch nicht gefunden, sonst würde ich es machen.

Ich kenne nur wenige Büros, wo man wirklich um 16 Uhr gehen kann. Jedenfalls nicht in meiner erreichbaren Umgebung. Meiner ist eine große Ausnahme mit Teilzeitstelle, aber leider auch keine Dauerlösung, wenn auch zeitlich super.
Von daher werde ich erst mal halten, was ich habe und nebenher weiterschauen, was sich vereinbaren lässt. Leider erfordern die meisten Ausbildungen Blockunterricht in anderen Städten weitweg #schmoll Das bekomme ich organisatorisch nicht hin und da ist für mich auch die Grenze.

Längere Arbeitszeiten habe ich in fast jedem Beruf, je nach Arbeitgeber und Geschäftslage. Und wenn es ein "Sommerberuf" ist, lassen sich manche Überstunden vllt auch im Winter abbauen?

Aufgefallen ist mir jedenfalls schon folgendes: hatte ich einen stressigen Tag, überträgt sich das auf mein Kind :-(. Hatte ich einen guten, überträgt sich das auch. :-)

Ich hab meine erste Ausbildung mit Baby beendet. Da traue ich mir auch eine weitere zu, zumal ein zweites Standbein gut sein kann.

Beitrag von knusperfisch 21.02.11 - 22:29 Uhr

Hallo!

Deinen Wunsch nach Veränderung in allen Ehren, aber ist jeder Bürojob so schlimm, wie du das beschrieben hast?

Geregelte Arbeitszeiten in einem soliden Job bei akzeptabler Bezahlung zugunsten einer Ausbildung (!) als Landschaftsgärtnerin (Lohn, Arbeitszeiten #contra, mit 60? #kratz) sausen zu lassen, finde ich ganz schön gewagt.

Für mich gäbe es da 2 Varianten:

1. "nicht-ganz-so-schlimmen-Büro-Job" suchen, meine Einstellung zu Arbeit, deren Bedeutung in meinem Leben ändern und einen entsprechenden Ausgleich in der Freizeit suchen

2. eine Arbeit bzw. Weiterbildung/Studium suchen, die auf bereits vorhandene Qualifikationen aufbaut


Einen klaren Kopf bei der Entscheidung wünscht
Knusperfisch

Beitrag von salo81 22.02.11 - 08:32 Uhr

Huhu Claudi,

ich würde die Ausbildung machen, wenn es wirklich das ist, was du möchtest.

Ich kenn mich in der Berufssparte jetzt nicht aus aber gäbe es da nach der Ausbildung nicht vielleicht auch die Möglichkeit halbtags zu arbeiten?

Das Argument, ob du den Beruf in 10-15 Jahren noch schaffst, würde ich jetzt erstmal außer Acht lassen.
- Erstens ist dein Kind dann 14-19 Jahre alt und so gut wie selbständig-
- Zweitens: Wenn du wirklich durchgehend 10 Jahre in dem Job arbeitest,
wirst du auch abgehärtet sein/Muskeln haben.
- Drittens: In dem Bürojob weißt du auch nicht sicher, ob du dann noch dort arbeiten kannst.

Da würd ich lieber 10 Jahre lang erfüllt als Landschaftsgärtnerin arbeiten als 15 Jahre unzufrieden im Büro. Was dann wieder ist, ist doch erstmal unrelevant (so denke ich).

Viel Glück!

Lg
Salo

Beitrag von viva-la-florida 22.02.11 - 12:58 Uhr

Hallo Claudi,

so, nachdem ich erstmal gründlich über Dein Problem nachgedacht habe, melde ich mich doch noch kurz zu Wort.

Vorneweg: es gibt viele Bürojobs, die interessant sind und wo wenig Kaffee gekocht werden muss. Und auch viele Chefs, denen man nirgendwo hin kriechen muss :-).

Mein Nachbar ist Landschaftsgärtner. Ich habe als erstes gedacht, wo will diese zierliche Person die Kraft hernehmen? Das ist ja meistens richtig harte Arbeit und nicht mit Unkraut zupfen und ein paar Blümchen setzen getan. Auch Hecken werden ausgegraben, Bäume gesägt usw.

Was mich persönlich aber am meisten stören würde. Was nützt es mir und der Familie, wenn ich bei schönem Wetter bis zum Umfallen arbeite und dafür bei schlechtem Wetter freihabe. Ich persönlich genieße gerade die schönen Tage mit meinem Sohn, an denen wir wirklich was unternehmen können.

Aber wenn Dir das so am Herzen liegt, probiere es aus. Eine Ausbildung kann man genauso beenden, wie jeden anderen Job auch. Und wie gesagt, es gibt im Büro durchaus Alternativen.

LG
Katie

Beitrag von 4mone 22.02.11 - 20:22 Uhr

Hi Clautschi,

meine Meinung und meinen Lebensstil kennst Du.

Wenn Du eine innere Zufriedenheit ausstrahlst, weil Du rundum mit Deinem Job, deinem Kind, Deinem Leben zufrieden bist, - dann wird dein Kind es auch sein.

Ich behaupte immer, es kommt auf die Zeit an, die Du qualitativ mit Deinem Kind verbringst. Nicht auf die Quantität.
Und für die Zukunft gedacht: Was hat Dein Kind davon, wenn Leon bald schulpflichtig wird (ich weiß nicht, geht der Trend in Österreich auch hin zu Ganztagsschulen???) und Du weitere Jahre raus aus dem Job bist und dann mehr Schwierigkeiten hast, eine neue Stelle zu finden?

Wenn Du eine sehr gute Betreuung für den Lütten hast, sehe ich absolut kein Problem. Kann Leons Papa nicht den Abholservice übernehmen, bis Du Feierabend hast?

Im Winter hast Du sicher nicht ewig lange Arbeitszeiten....eher im Sommer :-( Und die Zeit könnte man eben besser verbringen....

Schafft ihr schon, ich drück dich!
S.