3. Kind?

Archiv des urbia-Forums Familienleben.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von mama-mia-leon 21.02.11 - 20:51 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

wir überlegen seit ein paar Monaten ob wir noch ein 3. Kind bekommen sollen?! Eigentlich wollten wir immer nur 2 Kinder, wir haben ein Mädchen (7) und einen Jungen (5). Wir wissen aber auch nicht ob es jetzt richtig ist nochmal von "vorne" Anzufangen, da beide jetzt ja schon größer sind und wir eigentlich jetzt weniger Stress haben und mehr Zeit für uns. Von der Familienplanung hat alles bei uns so geklappt wie wir es uns gewünscht haben ein Mädchen und ein Junge und beide nicht soweit auseinander damit sie miteinander spielen können. Und nun Fragen wir uns ob es nicht schön wäre noch ein Kind zu bekommen?! Ob es wohl nur daran liegt, weil die Kinder nun selbständiger werden und man mehr Zeit hat für sich und erst wieder lernen muss diese Zeit für sich zu nutzen? Was meint Ihr?

LG

Beitrag von kleine1102 21.02.11 - 23:48 Uhr

Hallo,

die Frage, ob man ein weiteres Kind bekommen sollte, kann man sich als Paar ausschließlich selbst beantworten.

Man sollte allerdings JEDES Kind nur dann bekommen, wenn man es sich von #herzlichen wünscht und beide Partner das Gefühl haben, dass die Familie so, wie sie ist, nicht komplett ist und noch Jemand "fehlt".

So ein bisschen lese ich zwischen Deinen Zeilen die Angst, "Leerlauf" zu bekommen, wenn Eure beiden Kinder allmählich immer älter und damit selbständiger werden. Verbunden mit der Unsicherheit, nach vielen Jahren, in denen sich so ziemlich alles nur um die beiden drehte, sich so langsam auch wieder anderen Dingen und Themen zuwenden zu können, aber auch zu "müssen". Partnerschaft und Beruf vor allem. Es kann ganz schön erschreckend sein, wenn man sich als Paar plötzlich wieder "über sich selbst" unterhalten und Zeit zu zweit verbringen "muss", nachdem viele Jahre lang die Kinder im Mittelpunkt standen und alles Andere eher nebensächlich war. Die nächsten sieben bis zehn Jahre werden Eure beiden Euch aber ganz sicher noch dringend brauchen, nur nach und nach nicht mehr so zeit-intensiv wie bisher.

Wir haben auch zwei Kinder (2 und 4 Jahre alt) und sind uns sehr sicher, dass unsere Familienplanung abgeschlossen ist. Wir sind absolut dankbar für und glücklich mit unseren Mädels, genießen die Zeit mit ihnen und sie aufwachsen zu sehen #herzlich #herzlich. ABER: wir empfinden das Ganze auch als große Herausforderung, es braucht viel Energie und Verantwortung. Nachdem wir etwa dreieinhalb Jahre lang keine Nacht wirklich durchgeschlafen haben und fast nonstop Füttern & Wickeln mussten, können wir es sehr gut "haben", dass seit ein paar Monaten alles etwas ruhiger wird und die Mädels immer "selbständiger". Mag sein, dass sich das mit der Zeit bei einigen Paaren relativiert und man sich nach sieben bzw. fünf Jahren eine weitere #schwangerschaft, Baby- und Kleinkindzeit besser nochmal vorstellen kann als wir uns jetzt. ABER: die Kids werden älter und damit steigen auch die finanziellen/materiellen Anforderungen an die Eltern. Eine (neue) Baby-Ausstattung ist die eine Sache, Klassenfahrten, Hobbies, Studium und/oder Ausbildungsplatz eine ganz andere. Oder drei Kindern/Teenagern zeitgleich Schuhe kaufen zu müssen, usw. . Uns geht's finanziell zum Glück wirklich nicht schlecht, aber bis unsere Mädels mal mit der Schule fertig sein werden, muss man ganz sicher Geld dafür bezahlen, damit sie eine Ausbildung machen können- für's Studium ist das ja heute schon so. Und dann möchten wir nicht einem potentiellen dritten (und vierten) Kind sagen müssen, "Tut uns leid, aber Deine Schwestern sind schon an der Uni- Du kannst leider nur ... werden!". Sicher bildet man entsprechende Rücklagen, aber das wird bei drei oder mehr Kindern meist trotzdem schwierig. Allerdings wäre Euer ältestes Kind ja mindestens acht Jahre älter als ein mögliches Geschwisterchen, so dass sich das dann ein Stück weit relativiert. Ein letzter, jedoch sehr wichtiger Punkt für uns ist, dass wir unser Glück nicht heraus fordern wollen. Das hat einen gesundheitlichen Aspekt (längere Geschichte, nicht dramatisch, jedoch auch nicht unbedeutend), ausserdem die Sorge, dass mit einem potentiellen weiteren Kind etwas nicht okay sein könnte oder vor einer Zwillings-Schwangerschaft (genetisch nicht unwahrscheinlich). Vier Kinder würden uns und unseren Geldbeutel definitiv überfordern #schwitz, last but not least spielen unsere Jobs eine entscheidende Rolle- beide sind sehr aufwändig/anspruchsvoll, mein Mann ist deshalb viel von zu Hause weg. Ich arbeite zwar nur wenig (ca. 1/3 Stelle), möchte meinen Job aber auf keinen Fall aufgeben. Und mit einem weiteren Kind wäre es für mich kaum noch möglich, arbeiten zu gehen. Ich müsste dann drei Betreuungs-Formen mit unterschiedlichen Zeiten sowie meine Arbeit "unter einen Hut bringen" (Arbeitszeiten sind alles andere als "klassisch"). Von den Kosten dafür mal ganz zu schweigen...

... sorry, ist lang geworden #hicks. Und Du siehst: DIE ultimative Entscheidung gibt's nicht! Wenn die Rahmenbedingungen auf lange Sicht stimmen, hört auf Euer #herzlich und Euer Bauchgefühl #pro. Ihr werdet ganz sicher die richtige Entscheidung treffen :-)!

Lieben Gruß #stern,

Kathrin & zwei Mädels