bin verzweifelt, unser sohn tyrannisiert die ganze familie

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von matti17 21.02.11 - 21:24 Uhr

achtung! es wird lang.

also,
wo fange ich an.
wir haben drei kinder ganz schnell hintereinander bekommen. (4,5 jahre alt, 3,5 jahre alt und 1 jahr alt). es ist wirklcih nicht immer einfach, allen gerecht zu werden und einen 4-jährigen auf den arm zu nehmen, wenn man auch noch ein krabbelkind hat und draußen -7 grad sind und man ohne kinderwagen nur mal schnell irgendwo rein wollte. ...

unser ältester ist mein sorgenkind.
er ist so anstrengend. er fordert ständig die komplette aufmerksamkeit. er schreit sofort los und hört auch nicht mehr auf.
momentan schreit er bei jedem pieps AUA und kann sich nicht mehr beruhigen. er lässt sich einfach fallen und sagt, er kann nicht mehr aufstehen.
ich weiß, alles ein schrei nach aufmerksamkeit. aber er kriegt definitv mit abstand am meisten von den dreien. es ist wie eine spirale. er fordert und fordert.
er ist tierisch unfreundlich und sehr oft schlecht gelaunt.
er pullert seit einigen wochen wieder jeden tag ein. er hat so ticks entwickelt. lippen lecken und hände reiben beim vorlesen. augen zusammenkneifen (das kommt meiner meinung nach von fehlendem schlaf). das macht mich alles wahnsinnig. wir haben ignorieren versucht, aber er ist so "angespannt", dass ich mir nicht mehr auf die zunge beißen kann, so wird natürlich auch dauernd an ihm rumgekrittelt ...
dann hatte er schon als kind immerwieder so nächtliche schreiattacken, wie nachtschreck, dass man auch nicht an ihn rankam. es ist wirklcih ganz furchtbar. und unsere nerven liegen regelmäßig blank. ein wunder, dass noch nichts passiert ist ... was ich auch nicht hoffe.
aber wirklich zärtlich sind wir in manchen extrem-situationen, wenn er nur noch rumschreit und seine geschwister gerade eingeschlafen sind auch nicht mehr. er tritt gegen türen und lässt sich auch nicht in den arm nehmen. schimpfen und schreien bewirken natürlich das gegenteil. heute abend hatte ich wieder so eine situation, bis ich nur noch geheult habe, da hat er aufgehört und mich angeschrien,ich solle endlich aufhören zu weinen. dann kam er irgendwann runter und war weich wie ein lamm.wir haben uns vertragen und er ist mit "gute nacht liebe mama" eingeschlafen ...

er hört nicht richtig zu, er ist verträumt und manchmal reagiert er gar nicht.
er hatte letztes jahr was mit den ohren, hat röhrchen bekommen, seitdem fand ich es eigentlich besser.
dann war es im mai ganz schlimm. dann haben wir eine cranio-sacrale behandlung begonnen und danach war es wirklich viel viel besser, es war geradzu harmonisch. aber jetzt ist wieder alles ganz schrecklich.
also wieder cranio?
was ist bloß los, warum pullert er jeden tag ein? warum hat er diese ticks? warum ist er so unfreundlich?
ich leide, mein mann leidet, es gab zeiten, da haben wir angst gehabt, wenn er an den frühstückstisch gekommen ist, welche laune unsere majestät heute hat.
unser zweiter sohn ist so ein sonnenschein. er ist (fast) immer fröhlich und albern und lieb (natürlich hört der auch mal nicht), das ist aber alles im rahmen. er hat immer solche angst, wenn der größere so "austickt".

ich mag schon keinen übernachtungsbesuch mehr bekommen, und auch nicht mehr übers wochenende zu anderen famiien fahren, ich weiß nicht wie wir damit umgehen sollen.

vor ein paar wochen, wollte er nur noch babybrei essen und einen schnuller haben und ich sollte ihn mit dem namen unseres babys ansprechen.

ich bin wirklich verzweifelt.
hat jemand rat und trost?

Beitrag von schnee-weisschen 21.02.11 - 21:36 Uhr

Hey,

geh zu nem guten, klassischen (wichtig!) Homöopathen mit ihm. Der kann sicher helfen.

LG

sw

Beitrag von zahnweh 21.02.11 - 21:51 Uhr

Hallo,

unternehmt ihr auch mal alleine was mit den Kindern einzeln?

Mal nur mit dem Großen? Mal nur mit dem Mittleren? Mal nur mit dem Kleineren?

Einfach mal Mama oder Papa nur für sich haben? Zoobesuch oder Spielplatz?

Wenn ja, wie reagiert er dann?
wenn nein, wäre es einen Versuch wert.

Bekommt er auch positive Aufmerksamkeit?
Du schreibst, er bekommt die MEISTE Aufmerksamkeit und ihr krittelt viel an ihm rum. Aber wie viel ist davon positiv?
Umarmungen; ich hab dich lieb; ich freue mich, dass du heute selbst gelaufen bist; ich habe gehört, dass du im Kindergarten mit großer Freude ... gemacht hast.


Das mit dem Einpullern und den Ticks, kenne ich von meiner 3,5 jährigen.

Wenn ICH gestresst bin, geht es bei ihr los. Zur Zeit habe ich einen Infekt nach dem anderen. Seither steckt sie sich wieder die ganze Faust in den Mund. Werde ich ärgerlich erst recht. Je weniger ich dazu etwas sage, desto weniger macht sie es.

Fakt ist aber bei meiner: sie ist wie ein kleiner Stress-Seismograph. Sie sammelt und spürt meine entferntesten Stressschwingungen und reagiert prompt darauf.
Bin ich gut gelaunt und Stress ist mir fern, ist sie die Ausgeglichenheit in Person.

Was bei meiner auch sehr zu trifft: je schlimmer ich mich verhalte, desto mehr braucht sie Liebe.

D.h. nicht, dass ich ihr alles durchgehen lasse. Ich sage ihr dann: ich habe dich lieb, tröste sie über ihren Kummer hinweg und DANN, wenn sie aufnahmebereit ist, DANN gehe ich noch mal auf die Situation ein. Vorher brauche ich es gar nicht erst zu versuchen, weil es eh nicht bei ihr ankommt.

Ansonsten fällt mir nur ein: regelmäßig mit jedem Kind einzeln was machen. Am besten nicht nur zu Hause, sondern auch mal nur mit einem Kind jeweils rausgehen, damit die Geschwister gar nicht erst ablenken können, dass es wirklich bewusst ankommt: jetzt gibt es nur ein wir zwei.

Beitrag von jujo79 21.02.11 - 21:52 Uhr

Hallo!
Oh Mann, das klingt wirklich hart für euch alle, deinen Sohn eingeschlossen. Irgendwas liegt da wohl im Argen und ich traue mir ehrlich gesagt nicht zu, zu beurteilen, was bei euch los ist. Ich würde mit dem Kinderarzt darüber sprechen und gegebenenfalls auch einen Kinderpsychologen zu Rate ziehen. Denn letztlich leidet ja auch dein Sohn unter der ganzen Situation. Wenn die Cranio so gut angeschlagen hat, würde ich nochmal hingehen, denn eine Behandlung reicht oft nicht aus und die Verspannungen, die gelöst wurden, können auch schnell wieder eintreten.
Mein Neffe hat auch eine sehr schwere Zeit durchgemacht, allerdings war er da schon 10 und älter. Zum einen wurde bei ihm Kiss diagnostiziert und es entspannte sich danach wirklich erstmal, aber dann haben ihm auch die Stunden beim Kinderpsychologen wirklich sehr gut getan. Allerdings lag es bei ihm sicher auch an der überdurchschnittlichen Intelligenz. Nun ist er 15 und zwar noch pubertär ;-), aber es hat sich vieles sehr eingerenkt.
Neben deiner Verzweiflung und die deines Mannes über diese alltäglichen Auseinandersetzungen, ist es bestimmt auch die große Sorge um euren Sohn, die es so schwer macht. Ich wünsche euch, dass ihr einen Weg findet und euer Sohn ausgeglichen und glücklich wird, denn das ist schließlich das wichtigste.
Liebe Grüße JUJO

Beitrag von schullek 21.02.11 - 22:09 Uhr

hallo,

egal, wie er zu dem verhalten gekommen ist will ioch als allererstes anmerken: er ist vier! das ist wirklich noch sehr, sehr jung. da er aber euer ältester ist, kommt dir das sicherlich oft nicht so vor. in diesem alter werden kinder noch zunehmend von gefühlen dominiert und können schwerlich gefühle (ihre eigenen) richtig deuten geschweige denn kommunizieren.

ob er nun zu wenig aufmerksamkeit bekommt oder nicht könnt nur ihr oder ein berater etc. beurteilen.
mir kommt es vor, als seid ihr in einem teufelskreis gefangen.
vielleicht würde euch eine beratung gut tun, die euch euer verhalten udn das eures kindes mal erklärt und euch llsungsvorschläfe aufzeigt.

durch den ganzen stress siehst du scheinbar auch nur noch seine negativen seiten udn dementsprechend verhält er sich. ein kind von dem erwartet wird, dass es sich schlecht verhält, wird dies auch tun.

wenn ihm die behandlung so gut geholfen hat, dann solltet ihr da wieder ansetzen. offenbar scheinen da ja defizite zu sein, die man aber angehen kann.
dann kann auch ich klassische homöopathie empfehlen.

lg

Beitrag von murmel72 22.02.11 - 00:08 Uhr

Hallo,

an eurer Stelle wuerde ich schnellstens eine gute Familienberatung aufsuchen.

Ich denke, dir hier bei dieser Masse an Problemen aus der Ferne hilfreichen Rat zu geben, uebersteigt das Forum.

Ich wuensche euch - und vor allem eurem Sohn, dem es augenscheinlich NICHT gut geht - alles Gute.

Murmel

Beitrag von angelinchen 22.02.11 - 09:05 Uhr

Hallo
aufgefallen ist mir vor allem ein Satz von dir:

"dann hatte er schon als kind immerwieder so nächtliche schreiattacken, wie nachtschreck,..."

Fällt dir was auf? er hatte ALS KIND usw... Er ist doch ein KIND, du redest von ihm, als sei er schon sooo groß und müsste wissen wie die Welt läuft, aber er ist in Wirklichkeit noch ganz ganz klein und weiss das eben nicht!. Ich glaube euer größtes Problem ist, dass ihr diese Wirklichkeit gar nicht mehr seht. Das liegt auch daran, dass die kleineren Geschwister noch ganz klein sind, und euer Wort bei denen noch mehr zählt als bei dem Großen, der sich selber und seine Gefühle nun entdeckt, aber nicht richtig einordnen kann. Nunja.

Meiner Meinung nach seid ihr da in einen Teufelskreis geraten, der sich allein sicher nur schwer durchbrechen lässt.
Als allererstes würde ich mit ihm nochmal zu Cranio gehen, wenn die ihm schonmal geholfen hat, wer weiss ob er nicht irgendeinen "Rückschlag" hatte. Und als nächstes bzw. zeitgleich sucht mal eine Familienberatung auf. Die können dir vll. die Augen für dein Kind wieder öffnen. Im Moment hört es sich nicht grad positiv an, wie du bzw, ihr über ihn denkt. Dabei braucht er im Moment grad ganz doll die positive Stärkung durch euch... Das scheint aber im Moment für euch durch all das negative gar nicht möglich...

ich wünsch euch, dass ihr das alles schafft, vor allem deinem Sohn, denn ich denke dass ER am allermeisten unter all dem leidet.

LG Anja

Beitrag von sanny0606 22.02.11 - 09:50 Uhr

Hallo,

Du hast geschrieben, das er nach der CRanio-Behandlung harmonisierter war.
Genau da würde ich wieder ansetzen!
Ein Orthopäde hat mal einen Vortrag gehalten über KISS-KInder. Er sagte, das diese KInder nach der BEhandlung ( Cranio oder auch Atlastherapie) wie ausgewechselt sind, da sie mit der Behandlung quasi ihre Festplatte runterfahren- neu programmieren und wieder hochfahren. Vorher- Nachher Bilder ( z.B. Schreibtests- hier speziell die Schriftführung) waren verblüffend und auch vom Verhalten waren die KInder total anders ( im positivem Sinn). Ich empfehle Dir einen guten Kinderorthopäden, der Atlastherapie praktiziert ( unter vorheriger Röntgendiagnostik).

Alles Liebe!

LG Sanny