Tod nach Plan!

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Beitrag von zaubermaus211 22.02.11 - 10:10 Uhr

Hallo,
ich habe gestern Extra geschaut. Da kam tatsächlich ein Bericht über eine schweizerische Dokumentation mit dem Namen :"Tod nach Plan".
Da hat ein Kameramann einen körperlich völlig gesunden Menschen in den Selbstmord begleitet.
Also der "Protagonist"war manisch-depressiv und hatte von 2 Psychologen bescheinigt bekommen, dass er "austherapiert" ist..
Also hat dieser Mann beschlossen Selbstmord zu begehen. In der Schweiz ist die aktive Sterbehilfe erlaubt und so hat er sich an die Sterbeorganisation Exit gewendet, wo er einen tödlichen Coktail zusammen gemischt bekommen hat! Sein bester Freund hat ihn auf diesem letzten Weg begleitet..
Vorher hat er sich bei all seinen Freunden/Familie verabschiedet, die er alle in sein Vorhaben eingeweiht hat. Der Kameramann erzählte das der gesunde Körper sich über 8 Std gegen das Gift gewehrt hätte!!

Das ganze wurde dann im vorabendlichen Programm in der Schweiz gezeigt..

Wie pervers ist das denn bitte???
Was haltet ihr davon??
Die geschockte Zaubermaus

Beitrag von manu0379 22.02.11 - 10:14 Uhr

schau mal, das Thema gab es vor ein paar Tagen schon einmal: http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=42&id=3034957

Beitrag von flammerie07 22.02.11 - 10:19 Uhr

wir haben uns das nicht angeschaut. - umgeschaltet.

Beitrag von zaubermaus211 22.02.11 - 10:28 Uhr

Ich bin gerad dem Link von Manu nachgegangen und habe die Antworten gelesen. Deshalb möchte ich noch eins dringend hinzufügen:

Ich finde pervers wenn ein KÖRPERLICH VÖLLIG GESUNDER Mann durch Sterbehilfe in den Tod begleitet wird!!

Er war noch nit soweit das wird deutlich, weil sein Körper sich stundenlang gewehrt hat!!

Zaubermaus

Beitrag von mansojo 22.02.11 - 12:14 Uhr

du unterschätzt einen kranke seele und einen kranken geist


das SEIN besteht aus körper-geist und seele


wenn nur ein drittel des ganzen gesund ist kann ich suizid gedanken gut nachvollziehen

es steht nimanden zu darüber zu urteilen

Beitrag von alkesh 22.02.11 - 12:27 Uhr

#pro

Beitrag von saskia73 22.02.11 - 13:16 Uhr

#pro

Beitrag von alkesh 22.02.11 - 12:29 Uhr

Hat Dir der Mann irgendwie weh getan? Hat Dich Jemand gezwungen seine Geschichte anzusehen?

Wo Du es doch so pervers findest, warum hast Du es geschaut? Das widerum finde ich pervers!

LG

Beitrag von zaubermaus211 22.02.11 - 12:49 Uhr

Das kann ich dir beantworten: Ich habe die ganze Zeit über versucht diesen Mann zu verstehen!
Aber jemand der sich in so einem riesen sozialen Netz bewegt (er hatte wirklich viele gute Freunde- so wirkte es auf alle Fälle auf mich)..
Ich verstehe es einfach nit.
Und was der Mensch nit versteht, davor hat er angst und es wird Verurteilt.
Aber vielleicht habe ich zu schnell geurteilt..

Beitrag von klimperklumperelfe 22.02.11 - 12:52 Uhr

Der Körper war aber nur eine Hülle. Und wenn er körperlich total gesund ist heißt das ja noch lange nicht, dass es ein Geist auch war...das sind doch zwei verschiedene Paar Schuhe. Man, es war doch seine Entscheidung. Pervers ist, dass du die Menschen nicht machen lässt was sie für richtig halten. Wie hättest du ihm denn helfen wollen?

Beitrag von cherymuffin80 22.02.11 - 12:52 Uhr

Ach man, ob sich nu jemand nen Strick nimmt, zuviele Tabletten einwirft oder ebend Sterbehilfe wählt ist doch da letztendlich egal!

Und soviel ich verstanden habe aus dem Bericht quälte er sich seelisch mit seiner Krankheit und war auch nicht heilbar und er war auch selber Arzt, weiß also was ihn erwartet.

Soll doch jeder mit seinem Leben machen was er will solange er niemanden schadet und sich z.B. wie ein gewisser Fußballer der ebenfalls depressiev war, sich vor nen Zug wirft und damit noch für seelische Schädigung bei fremden Leuten sorgt die damit nichts zu tun hatten und auch bestimmt nicht haben wollten!

Beitrag von wasteline 22.02.11 - 15:00 Uhr

Befasse Dich bitte mal intensiv mit psychischen Erkrankungen und dann überlegst Du, ob Du das: "Ich finde pervers wenn ein KÖRPERLICH VÖLLIG GESUNDER Mann durch Sterbehilfe in den Tod begleitet wird!!" wieder so schreiben würdest.

Beitrag von legolas39 22.02.11 - 16:55 Uhr

Dieser Mann war offensichtlich nicht körperlich gesund, denn wenn er das gewesen wäre, hätte er diese Probleme nicht gehabt.

Kennst du Depressionen?

Nicht die "IchkriegmeineTage" oder "Ichmußaufräumen" - Depression, sondern eine echte. Wo du Angst vor allem und jedem hast, vor deinen Freuden und Verwandten. Wo du dich im Bett nicht bewegst, aus Angst.

DAS IST EINE KÖRPERLICHE KRANKHEIT.

Aber vielleicht für dich zu hoch.

Beitrag von 28032009 23.02.11 - 07:30 Uhr

Körperlich Gesund war er NICHT. Recht am Anfang hat er erzählt das sein Körper langsam auch nicht mehr kann und er starke Schmerzmittel nehmen muss.

Ihm ging es eig darum, so hab ich es zumindest aufgefasst, das er vorallem keine lust hat in einem tief wieder straffällig zu werden und dann in einer psychatrischen einrichtung bleiben muss.

Außerdem ist es ja jedem selbst überlassen was er mit sich tut. er hätte sich auch einfach vor einen zug stürzen können, was aber wohl nicht so ein "würdevoller" abgang gewesen wäre

Beitrag von sanne2209 22.02.11 - 10:36 Uhr

Naja,
nur weil der Körper gesund ist heißt das nicht, dass das Leben noch was mit Leben zu tun hat.

Du hast unten geschrieben, dass du die Diskussion von neulich gelesen hast.

Dann hast du auch sicher meine Geschichte gelesen.

Meine Mutter hat ganz genau 10 Jahre lang probiert sich umzubringen und sie und auch ich wären froh gewesen, wenn es Sterbehilfe gegeben hätte.

Man muss alles immer von mehreren Seiten betrachten

sanne

Beitrag von cristmas 22.02.11 - 10:41 Uhr

das denke ich auch

Beitrag von pupsismum 22.02.11 - 10:40 Uhr

Ich finde das Thema und die Entscheidung, ob das nun richtig war oder nicht, auch schwierig.

Einerseits denke ich auch: Meine Güte, der war doch soweit (also körperlich) fit. (Es waren übrigens 6 Stunden, die es gedauert hat. ;-))

Andererseits denke ich an unsere Patienten, die auch "nur" psychisch krank waren. Und einigen von denen so sehr, dass sie sich das Leben genommen haben. Trotz steter Bemühungen, dass es ihnen besser geht. Es hat nichts genützt. Die wollten nicht mehr, die konnten nicht mehr. Mit sich, mit der Krankheit, mit ihrer Umwelt.

Diejenigen sind es dann, die von Brücken springen oder sich vor ein Auto oder vor einen Zug, so wie Robert Enke z.B.

Wäre es in dem Fall, wenn ein Mensch unabrückbar den Wunsch hegt zu sterben, dann nicht besser ihn dabei adäquat zu begleiten, also noch andere in ein Trauma zu stürzen?

Ich denke dabei unter anderem an - um beim Fall Robert Enke zu bleiben - die Zugführer, die Rettungskräfte, aber auch z.B. an die Familienangehörigen, die in diesem Fall genau wüssten, was passieren wird und warum.

Ein Leben voller seelischer Qualen, ohne Aussicht auf Besserung gegen einen körperlich nicht notwendigen, aber würdevollen Abschied, um Frieden zu finden.

Für jemanden, der an dem Leben festhält sicherlich kaum vorstellbar.

Tja, schwierig.

Nachdenklich
p

Beitrag von ratatouille 22.02.11 - 14:39 Uhr

>>Wäre es in dem Fall, wenn ein Mensch unabrückbar den Wunsch hegt zu sterben, dann nicht besser ihn dabei adäquat zu begleiten, also noch andere in ein Trauma zu stürzen?<<

Dem kann ich nur beipflichten. Ich habe vor über einem Jahr einen gefunden, der von der Brücke gesprungen war. Monatelang war ich traumatisiert, hatte Angstzustände. Auch heute noch kann ich nicht mehr alleine zu dieser Brücke gehen (seitdem sind wieder ein paar gesprungen und diesen Anblick brauch ich nicht nochmal!#zitter)

Letzten Frühling hat sich der Bruder meines Schwagers erschossen. Seine Putzfrau, die ihn am nächsten morgen fand, dachte erst, er hätte eine Flasche Rotwein verschüttet...
die ganze Familie war so vor den Kopf gestossen. Seine Schwester, die nebenan wohnte, kommt heute noch nicht mit dem Gedanken klar, dass er schon tot in seiner Wohnung lag, als sie morgens zur Arbeit ist, dass er nie mit ihr geredet hat.
Neben einer "normalen" Depression wurde er wohl fürchterlich im Job gemobbt...hätte er sich an so eine Einrichtung und dadurch auch an seine Familie gewandt, hätte ihm ja vielleicht doch geholfen werden können...ist wirklich ein sehr schwieriges Thema...#gruebel

Beitrag von michi0512 22.02.11 - 10:52 Uhr

Ich finde es okay.

Jeder Mensch, ob körperlich egsund oder nicht, hat m.E. das RECHT seinem Leben ein Ende zu setzen und ggf. dabei auch Hilfe anzunehmen.

Dieser Protagonist hat wirklich einen sehr sehr guten Freund gehabt. Zu beneiden.

Beitrag von nanny7600 22.02.11 - 11:08 Uhr

Hallo.
Ich habe das ganze auch gesehen.
Ich bi n der Meinung,das jeder Mensch für sich selber das Recht hat sein Leben zu beenden wie und wann er das möchte.
Lieber so,im Schlaf(man schläft ja dabei wie in Narkose)als sich vor den Zug zu legen wo andere noch mit reingezogen werden.

Wer hat das Recht zu urteilen ,ob sein Leben noch lebenswert war..ich denke das kann nur jeder selbst beurteilen.

LG nanny7600

Beitrag von zaubermaus211 22.02.11 - 12:51 Uhr

Da hast du Recht..Aber muss man daraus ne Fernsehsendung machen??
Es wirkt auf mich wie ein werbefilm für dieses Sterbezentrum..

Beitrag von michi0512 22.02.11 - 16:43 Uhr

Wie sollen die Menschen sonst erfahren, dass sie nicht alleine sterben müssen. Woher sollen sie wissen wo sie Hilfe bekommen wenn keiner darüber berichtet?

Beitrag von patagonien 22.02.11 - 11:39 Uhr

Ich habe den Bericht auch gesehen und war die ganze Zeit drauf und dran umzuschalten. Mich hat es sehr ergriffen.
Ich verstehe diesen Mann. Und es ist sein Recht und seine Entscheidung diesen Weg gegangen zu sein. Besser, wie viele andere schon geschrieben haben, sich einfach ohne Erklärung vor den Zug zu werfen und andere mit ins Unglück zu ziehen. Und soweit ich es verstanden habe, war er auch nicht verheiratet oder hatte Kinder.
Er hat es sich bestimmt nicht leicht gemacht. Aber nach 20 Jahren manischer Depressionen konnte er wohl nicht anders.
Ich finde es gut, dass er seinen Freunde mit einbezogen hat. Es erklären konnte und es wird mit Sicherheit sehr viele Diskussionen gegeben haben. Man läßt einen Freund nicht einfach sterben. Aber die Freunde hatten so Zeit sich damit auseinander zu setzen und sich von ihm zu verabschieden. Das können die wenigstens, wenn jemand selbstmord begeht.
Hut ab vor dem Dokumentarfilmer Hanspeter Bäni. Ich hätte das nicht gekonnt.
Ich werde versuchen mir den ganzen Film anzuschauen, wenn ich ihn irgendwo herbekomme. Allerdings weiß ich jetzt schon, dass ich wieder sehr ergriffen sein werde und mich das Thema länger beschäftigen wird.


Patagonien

Beitrag von mariella70 22.02.11 - 11:46 Uhr

Hier könnt ihr die ganze Doku des Schweizer Kollegen Hanspeter Bäni sehen. Sie lief um 20.05 Uhr im SF1, das unserer ARD entspricht.
http://www.videoportal.sf.tv/video?id=4565f15b-383e-457b-9b09-ea17fad3b56d
LG
Mariella

Beitrag von patagonien 22.02.11 - 12:04 Uhr

Vielen Dank für den Link!