Einstellung zum lernen

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von pucky19 22.02.11 - 11:30 Uhr

Hallo,

leider weiß ich echt nicht mehr weiter. Meine Tochter(bald 9) will einfach nichts freiwillig lernen. Sie ist nicht schlecht in der Schule (Durchschnitt 2), aber mir geht es nicht darum, das sie nur gute Noten mit nach Hause bringt, sondern um die Einstellung, etwas selber zu tun. Wie soll es nächstes Jahr in der weiterführenden Schule denn gehen???? Da müssen sie eigenständig zu Hause auch mal etwas machen.Es ist schon so, das sie mir die Arbeiten verschweigt, die geschrieben werden sollen. Übe kaum bis gar nicht, aber wenigstens noch mal durchlesen oder gucken, wo es hapert, oder???
Wie kann ich sie dabei unterstützen ohne Druck aufzubauen oder das zum Thema zu machen? Dann wirds noch schlimmer, das will ich nicht.

Vielen Dank
Gruß pucky

Beitrag von sunny42 22.02.11 - 12:01 Uhr

Wenn du auf Deiner Abeit alles zur Zufriedenstellung Deines Chefs
in der vorgegebenen Zeit schaffst, nimmst du Dir dann einen extra
Arbeitsberg mit nach Hause um ihn in Deiner Freizeit zu bearbeiten
um noch schneller und besser zu werden?

Und was sagst Du zu Außenstehenden die zu dir sagen, du müsstest wirklich mehr tun, weil es würde noch mehr in Dir stecken!
Was würdest Du denken wenn sie dann noch hinzufügen, dass sie ja keinen Druck machen wollen, aber ab dem nächsten Sommer an der neuen Arbeitsstelle wirst du schon merken was Du besser alles im vorraus gelernt hättest!

Ich denke man lernt alles genau zu der Zeit zu der man es lernen soll.
Das Beste was man im vorraus lernen kann und was in der heutigen Zeit kaum noch vermitelt wird, ist sich um sich selbst zu kümmern und auch einfach mal faul sein zu dürfen, wenn doch alles gut läuft.

Liebe Grüße
sunny

Beitrag von juki 22.02.11 - 13:20 Uhr

hallo...

"Ich denke man lernt alles genau zu der Zeit zu der man es lernen soll.
Das Beste was man im vorraus lernen kann und was in der heutigen Zeit kaum noch vermitelt wird, ist sich um sich selbst zu kümmern und auch einfach mal faul sein zu dürfen, wenn doch alles gut läuft."

da muss ich dir widersprechen...

Meine Mama hatte in meiner Grundschulzeit eine solche Einstellung...aber so habe ich nie das Lernen gelernt und bin auf dem Gymnasium total untergegangen...

LG

Beitrag von sunny42 22.02.11 - 14:15 Uhr

Deine Mutter ist also schuld daran, das Du schlechte Noten hattest und untergegangen bist?

Beitrag von juki 23.02.11 - 08:57 Uhr

Nein das habe ich nicht gesagt...aber wenn sie in der Grundschule mehr Druck gemacht hätte, hätte ich das Lernen gelernt und nicht gedacht klappt schon so(ist übrigens ihre eigene Aussage)

Beitrag von barbarelle 23.02.11 - 09:10 Uhr

Hallo Juki,

ich frage aus freundlichem Interesse. Was warst du für ein Kind? Hättest du den Druck deiner Mutter akzeptiert?

Meine Tochter ist ähnlich wie die Tochter der TS. Ihr fliegt sehr viel zu (Mathe hat sie ein kleines Problem, dass sich so langsam bessert) und ihre Noten sind sehr gut.

Selbstverständlich könnte sie mit einem anderen Lernverhalten noch bessere Noten erzielen. Würde ich aber Druck ausüben, dann würde sie komplett dicht machen und aus arbeiten versemmeln. Ich käme in dem Punkt gar nicht an sie ran.

Andererseits war ich nicht besser und trotzdem habe ich alle meine Abschlüsse mit Bravour gemeistert und wenn ich nur eine ganze Nacht davor gelernt habe.

LG
Barbarelle

Beitrag von juki 23.02.11 - 09:57 Uhr

Huhu...

in der Pubertät hätte ich auch dicht gemacht bzw. hab ich auch...

in der GS hätte man auf mich Druck ausüben können...denn ich wollte gern gut bzw. sehr gut sein...

LG

Beitrag von barbarelle 23.02.11 - 10:06 Uhr

Danke Juki. Ja ... meine Tochter macht sich z.T. selber sehr starken Druck. Wenn ich dann noch kommen würde mit: Schau dir das doch nochmal an etc. ... oje...da ist das dicht machen bei ihr vorprogrammiert.

Ich denke man passt z.T. seine Erziehung auch ein wenig an den Charakter des Kindes an. So empfinde ich es zumindest.

Nun gut... Sie wird ihren Weg gehen ob mit oder ohne Gymi ;-)

Viele Grüße
Barbarelle

Beitrag von juki 23.02.11 - 10:09 Uhr

ja so sehe ich das auch, dass man das was man tut an den Charakter des Kindes anpassen muss...

stimmt jeder geht seinen Weg egal wie...ich mein Abi auf dem 2. Bildungsweg gemacht und studiere jetzt...aber auch wenn meine Maus kein Abi macht und bei Aldi an der Kasse sitzt werde ich sie immernoch überalles lieben...

LG

Beitrag von sunny42 23.02.11 - 09:23 Uhr

Hallo Juki,

da haben wir wohl einfach sehr unterschiedliche Auffassungen.
Ich kann mit der Kombination Druck und Erziehung nicht so viel anfangen.

Wenn ich meine Kinder bedingungslos Liebe,
(Ja bedingungslos, auch wenn sie Mist bauen oder schlechte Noten schreiben)
sie täglich bestärke in all ihren Talenten,
wenn ich all ihre Gefühle ernst nehme,
ihnen täglich aufzähle was sie tolles geschafft haben,
wenn ich die Chance nutze zu erkennen was sie mir mit dem Verhalten,
welches mich stört, spiegeln,
wenn ich ihnen immer mehr zutraue als sie sich selbst zutrauen,

dann

holen sie selbst das Bestmöglichste auch sich heraus
und erkennen von ganz alleine was für wundervolle Menschen
sie schon sind und wie sie ihr Leben so gestalten das sie glücklich sind.

Liebe Grüße
Sunny

Beitrag von juki 23.02.11 - 09:55 Uhr

Huhu...

Druck und Erziehung gehören für mich auch nicht bindend zusammen...

Meine Mum hat es für sich auch so gehalten wie du und bei meinem Bruder hat das auch geklappt...
bei mir nicht...
ich bin immer den Weg des geringsten Widerstands gegangen...Gymi klappt nicht-geh ich auf die Hauptschule, da muss ich nichts lernen(war auch so)-10er auf der BBS(muss ich wieder nichts lernen)so geht es immer weiter...mittlerweile studiere ich zwar, aber ich muss mich noch heute zum Lernen zwingen(auch wenn es ohne lernen immernoch klappt)!!ich habe nie das bestmögliche aus mir heraus geholt, dass weiß ich...und deswegen denke ich(und auch meine Mum), dass bei mir eine andere "Methode" mehr Sinn gehabt hätte!!

ich denke es kommt ganz auf das Kind an und wenn man merkt es könnte mehr und ist zu faul mehr zu tun, dann kann man auch ruhig etwas Druck ausüben...natürlich nicht zu viel!! Wenn ich merke, meine Maus ist an ihren Grenzen dann ist das vollkommen okay...

LG
Judith(die morgen Klausur schreibt und diesmal wirklich gelernt hat...ansatzweise;-))

Beitrag von juki 22.02.11 - 13:25 Uhr

Hallo...

also ich weiß zwar auch nicht wie, aber ich würde versuchen sie irgendwie zum Lernen zu bringen...ich musste in der GS auch nie lernen(war auch immer 2er Schnitt)und habe dadurch auf dem Gymnasium später große Probleme bekommen, da ich nicht wusste wie lernt man überhaupt...!!

Klar Druck ausüben ist nicht das Beste, aber ich kann im Nachhinein sagen, ich wäre froh meine Mum hätte damals Druck ausgeübt...so wären mir einige "Probleme" erspart geblieben...

Das Verschweigen von Arbeiten würde ich so regeln, dass ich die Lehrerin alle paar Wochen frage oder sie bitte mir die Termine zu kommen zu lassen(wobei bei mir da schon die reine "Androhung" dieses Vorgehens ausgereicht hätte um die Wahrheit zu sagen;-))

LG und viel Erfolg bei eurem Problem

Beitrag von meringue 22.02.11 - 15:47 Uhr

Wie dir ist es mir auch gegangen, nur dass das Gymi schon geklappt hat. Erst im Stuium und im Job habe ich dann gemerkt, dass man mit Minimalleistung nicht überall durchkommt.

Das hätte ich auch gern früher gelernt.

Deshalb üben meine Kinder jetzt, auch wenn sie 2 stehen.#schein

Beitrag von manavgat 22.02.11 - 14:24 Uhr

Meine Güte!

Wenn das Kind überall 2 steht, dann hapert es nirgends. Zum Kuckuck.


Lass das Kind in Ruhe. Es ist wunderbar, wenn ein Kind mal problemlos durch die Schule kommt. Und was ist? Mama ist nicht zufrieden.


Unglaublich.

Gruß

Manavgat

Beitrag von pucky19 23.02.11 - 08:40 Uhr


Es geht überhaupt nicht um die Noten, sondern um die Eigenständigkeit des Lernens. Wie ist es in der weiterführenden Schule? Es kommt nicht immer alles
"angeflogen". Man muß sich auch selber mal etwas aneignen. Wie soll man es lernen, wenn man es nie gemacht hat???

Beitrag von sunny42 23.02.11 - 10:11 Uhr

Wie soll man lernen?

Am besten durch eigene Erfahrungen und nicht durch
vorgegebene Mittel und Wege die die eigenen Eltern einem
aufzwingen weil sie diese für die Besten halten.

Liebe Grüße
Sunny