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Beitrag von lockenschopf 22.02.11 - 12:01 Uhr

so ich habe ein thema für euch zusammengesammelt mit dem thema homöopathie und sekundäre pflanzeninhaltsstoffe als hormonersatztherapie!!! :-)

habe es als pdf hochgeladen weil es sonst zu viel für ein beitrag ist!!

viel spass beim lesen und stöbern... habe daran jetzt ne woche gearbeitet...#schwitz#pc

liebe grüße
peggy #winke

https://download.acrocomcontent.com/adc/open/Blumen%20f%C3%BCr%20die%20Vagina.pdf?objectID=DMbD*PdemeKwG8CVm*yshQ&assetID=RK3I8wx8Aws41f1YfyEZlA&workflow=GetAsset&sid=&cvn=15&dimension=0&ticket=BE82057862C4809B65D31F202D563CE2FABF38A07DB80572C197F790C1CAA4FB90526E67B6BCDA036F8D559D95708B548B9277A33749E7AD10CB37FC1A87A7D6692919C66F4A35C39FA7DA9C607E95A505A329F6D8AE0B3DC5CAA825421703CE92FE1AEA5A877A72D386AE5C7F0374D96675459BD51F395F9542181A39E9F8964AEA05870E73C4F506F8E198C1E680B786A821BCDD9106E63377634FCDBB28933F0845965536926D17EFD7A1F62BA17F

Beitrag von palomita 22.02.11 - 12:04 Uhr

Netter Titel. Leider kommt ne Fehlermeldung beim Öffnen des Links:
Mit dieser XML-Datei sind anscheinend keine Style-Informationen verknüpft. Nachfolgend wird die Baum-Ansicht des Dokuments angezeigt.

LG, palomita

Beitrag von 78vanilla 22.02.11 - 12:04 Uhr

Ich kann es leider nicht öffnen :-(

würde mich tierisch interessieren

LG

Beitrag von honeybunny71 22.02.11 - 12:05 Uhr

hee peggy du bist spitze....aber der link geht leider nicht auf..... :-(

Beitrag von sajuni 22.02.11 - 12:05 Uhr

Danke!!!!#blume

Aber ich kann es leider nicht hochladen...mir erscheint immer "Error"....:-(

Beitrag von lockenschopf 22.02.11 - 12:11 Uhr

hmmm... wie blöd... hier kann ich leider keine tabellen einfügen das sieht total bescheurt aus...

Blumen für die Vagina Praxiserfahrungen mit Craurosis vulvae von Margret Madejsky
mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Naturheilpraxis


Definition
Bei der Craurosis vulvae, auch Vulvadystrophie oder Weißfleckenkrankheit genannt, handelt es sich um eine chronische Hauterkrankung der Übergangsschleimhäute im Genitalbereich. Zwar sind die Ursachen weitgehend unbekannt, dennoch wird die Kraurose auch als Endzustand chronischer Genitalerkrankungen wie etwa schlecht ausgeheilter Entzündungen gesehen und als fakultative Präkanzerose gewertet. Man unterscheidet zwischen:
a) hyperplastischer Vulvadystrophie: Diese Verlaufsform kommt eher bei Mädchen oder jungen Frauen vor und geht mit Verhornung der Scheidenhaut mit Plaques-Bildung (Leukoplakie) einher.
b) atrophischer Vulvadystrophie (Lichen sclerosus): Diese Verlaufsform kommt häufiger ab der Menopause vor, wobei die Haut eher pergamentartig beschaffen ist.
Bei beiden Verlaufsformen kann die Hautoberfläche rissig, entzündet und ekzematös sein. Vaginaler Juckreiz sowie Brennen, Scheidentrockenheit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind Begleiterscheinungen beider Verlaufsformen und führen evtl. zu Verwechslungen mit Scheidenpilz.

Kraurose leitet sich vom griechischen „krauros“ = „trocken“, „geschrumpft“ ab und Lichen heißt soviel wie Flechte. Wir haben es also mit einer Hauterkrankung zu tun, die am Genital auftritt, aber doch ein wenig an Neurodermitis oder an Schuppenflechte erinnert. Wegen der Leitsymptome wie Juckreiz und ekzematöse Hautveränderung vergleichen manche Gynäkologen die Craurosis auch mit einer „Neurodermitis der Schleimhäute“, wobei die Scheidenhaut genaugenommen keine Schleimhaut ist. Neben dem zum Teil sehr heftigen Juckreiz imponieren vor allem das Brennen und die große Berührungsempfindlichkeit. Die Betroffenen berichten über Scheidentrockenheit, wobei von kleinen Rissen oder Kratzwunden hartnäckige Entzündungen ausgehen. Manche Craurosis-Patientin wird im Verlauf derart berührungsempfindlich, daß eine gynäkologische Untersuchung zum Horrortrip werden und zu heftigen Schmerzen führen kann.
Da die Ursachen weitgehend unbekannt sind, beschränken sich die meisten Gynäkologen auf die symptomatische Behandlung von Juckreiz und Entzündung. Häufig wird eine Lokalbehandlung mit Kortison angeboten. Außerdem sind in der Lokaltherapie Testosteron-Salben und Östrogen-Salben üblich, wobei Testosteron bei jungen Mädchen nicht angebracht ist, da es zu Klitorishypertrophie führt, und vor Östrogen-Salben sei vor allem bei Verhornungstendenz zu warnen, da diese die Atrophie eher fördern. Doch endgültige Heilung wird auf diesen Wegen selten erreicht. Vielversprechend sind dagegen Therapiekonzepte, die Homöopathie und Phytotherapie miteinander verknüpfen. Doch bevor man medikamentös herangeht, sollten lokale Störfaktoren erkannt und beseitigt werden. Tampons wie auch Binden sind bei Craurosis Tabu, weil sie das Milieu verschlechtern: Tampons fördern die Verhornung der Scheidenhaut, und Binden verursachen mikrobenfreundliche Stauwärme. Empfehlenswert ist dagegen das Einlegen loser Baumwollwatte, die während der Menstruation je nach Bedarf so breit und hoch geschichtet werden kann, wie frau es eben braucht. Auch häufiges Waschen mit Seife oder Intimlotionen schädigt die zarte Scheidenhaut, so daß das Genital am besten nur einmal alle ein bis zwei Tage mit Wasser oder Kräutertee oder verdünnter Molke (z.B. 1–2 EL Molke in einer großen Tasse Ringelblumentee) gewaschen werden sollte. Wenn man nun noch die Synthetikunterwäsche aus dem Kleiderschrank verbannt, bestehen gute Aussichten auf Regeneration.

Anti-Aging mit Pflanzenöstrogenen
Rotklee: Aufgrund seiner östrogenartigen Wirkung eignet sich der Rotklee als heimischer Ersatz für Soja wie auch zur milden Hormonsubstitution ab dem Wechsel
Als erste Alternative zu den östrogenhaltigen Salben seien Pflanzenhormone genannt, die kurmäßig eingenommen und/oder zur Lokalbehandlung gebraucht werden können. Hierfür kommen zum Beispiel Isoflavone aus Soja oder Rotklee in Frage oder Cimicifuga-Extrakte, die bei langfristiger Einnahme bzw. Anwendung gute Fern- wie auch Lokalwirkungen zeigen. Vor allem die Kleearten wie der einheimische Rotklee (Trifolium pratense) oder Weißklee (Trifolium repens) sind den Soja-Produkten in jedem Fall vorzuziehen, denn nicht umsonst sind unsere Wiesen voller Klee. Hier gilt nämlich die alte Regel der Heilkunst: Wo das Übel, da ist das Heilmittel (Ubi malum, ibi remedium).

Die hormonelle Wirkung der Kleearten scheint in der Landwirtschaft schon lange bekannt zu sein, denn wer Milchvieh hat weiß, daß ein zu hoher Anteil an Weißklee im Futter die Kühe aufgrund des zu hohen Östrogengehalts unfruchtbar macht. In der ungarischen Volksmedizin gilt der Wiesenklee-Preßsaft dagegen als Heilmittel gegen Sterilität - hier scheinen Dosis und Dauer der Anwendung über die Wirkung zu entscheiden. Jedenfalls lobt man die Rotkleeblüten in Krä:uterläden bei Wechseljahrsbeschwerden, doch sie entfalten ihre beste Wirkung in Mischungen (siehe Rezeptkasten).
Hautfunktionstee
Erdrauchkraut 20 g
Frauenmantelkraut 50 g
Ringelblumenblüten 20 g
Rotkleeblüten 20 g
Stiefmütterchenkraut
50 g, Taubnesselblüten 20 g und
Tausendgüldenkraut 20 g mischen;
2 Teelöffel der Mischung mit 200 ml kochendem Wasser überbrühen, 8 bis 12 Minuten ziehen lassen, abseihen und am besten ungesüßt vor oder zwischen den Mahlzeiten trinken. Sechs bis acht Wochen lang täglich 1/2 bis 3/4 Liter, danach eventuell mit einer großen Tasse (ca. 250 ml) täglich noch einige Wochen lang fortfahren. Rosenzäpfchen
Trifolium pratense Urtinktur (Spagyra)
Lamioflur (Heel) aa 10%ig
Cutis feti D4, 1 Ampulle (Wala)
Oleum Rosae verum q.s.
M. f. vag. supp. à 1 g, Nr. XXX
D.S.: Eine Woche lang abends ein Zäpfchen einführen, danach noch einige Wochen lang alle zwei bis drei Tage ein Zäpfchen einführen. Zäpfchen kühl aufbewahren!

Die verjüngende Wirkung des östrogenhaltigen Rotklees wird auch längst in der Kosmetik genutzt. Bereits einige Wochen nach der Anwendung kosmetischer Salben mit Rotklee-Extrakt auf der Gesichtshaut sind deutlich weniger Falten vorhanden. Östrogene Wirkung wie auch der resultierende Anti-Aging-Effekt legen die Anwendung bei Craurosis nahe, denn diese tritt nicht nur, aber häufiger bei jungen Mädchen oder älteren Frauen mit eher niedrigem Östrogenspiegel auf.


Frauenmantel: Die Alchemilla ist auch bei Craurosis ein "Stein der Weisen", der in Sitzbädern, Teemischungen oder Vaginalzäpfchen regenerierend, reizlindernd und gewebekräftigend wirkt
Der Rotklee brachte beispielsweise einer 65jährigen Patientin rasche Linderung ihrer Beschwerden, die auf eine beginnende Craurosis zurückzuführen waren. Die Patientin berichtete über zunehmende Scheidentrockenheit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, die sich seit Ausbleiben der Menstruation über Monate hinweg verschlimmert hatten. Ihr Mann konnte nur noch ein bis zwei Zentimeter eindringen, dann wurde es schmerzhaft. Weil sich die Patientin bereits in der Menopause befand, wurde die Behandlung begonnen mit zweimal täglich einer Kapsel Menoflavon von Pascoe und lokal ergänzt durch Rosenzäpfchen (siehe Rezeptkasten). Schon nach drei bis vier Wochen war deutliche Besserung erreicht, und die Sexualität kann inzwischen wieder beschwerdefrei ausgelebt werden. Die Therapie wurde mit täglich einer Kapsel Menoflavon und Rosenzäpfchen bei Bedarf fortgeführt. Aber nicht immer heilt die Craurosis so rasch und dauerhaft aus. Wie die Neurodermitis, so verläuft auch die Craurosis gerne schubweise, verschlimmert sich bei Streß und reagiert – wie andere Hautleiden auch – auf Ernährungsfehler. Wenn also nach einer vorübergehenden Besserung Brennen, Juckreiz oder Trockenheit wiederkehren, dann sollte man die Therapie trotzdem fortführen. Wie die Haut, so unterliegt auch die Scheidenhaut vier Wochen-Zyklen, so daß man bei diesem zur Chronifizierung neigenden Leiden am besten zwei bis drei Monate durchtherapiert, danach kann man bei erfolgter Besserung eine Erhaltungstherapie oder einen Wechsel erwägen.


Taubnesselblüte: Die weiße Taubnessel ist eine Kardinalpflanze bei Craurosis, sie lindert Brennen, Juckreiz und
Wundheitsgefühl
Bei fortgeschrittenen Fällen sollte man die Behandlung unbedingt durch eine Schleimhautsanierung und Sitzbäder ergänzen. Interessant ist in diesem Zusammenhang folgender Fall: Eine 60jährige berichtete, daß ihre letzte Menstruation mit 45 Jahren erfolgte, und daß sie früher viel mit Scheidenpilz zu kämpfen hatte. Nach jahrelanger sexueller Abstinenz hatte sie wieder einen Partner und empfand ihre Scheide bei den ersten Malen „wie geschrumpft“. Ferner litt sie unter der typischen Scheidentrockenheit und Brennschmerzen beim Verkehr. Das vom Gynäkologen verordnete Cortison linderte nur ein wenig die Begleitentzündungen. Das alternative Therapiekonzept erwies sich nach einem vorübergehenden Rückfall als heilsam und ist auf die Dauer von bis zu einem Jahr angelegt:
a) Kur mit Pflanzenhormonen: Menoflavon (Pascoe) zweimal täglich 1 Kapsel.
b) Langfristige Schleimhautsanierung: Lamioflur (Heel) zweimal täglich 25 Tropfen im Mund zergehen lassen oder in etwas Wasser einnehmen.
c) Regenerierende Sitzbäder: Frauenmantelkraut, Ringelblumenblüten, Rotkleeblüten, Sanikel, Spitzwegerichblätter, Taubnesselkraut und Wundklee zu gleichen Teilen mischen. Fünf gehäufte Eßlöffel mit zwei Liter kochendem Wasser überbrühen, 15 bis 20 Minuten ziehen lassen, abseihen und zwei- bis dreimal wöchentlich, eventuell unter Zusatz von Lamioflur und/oder Bio-Molke, dem Sitzbad beimengen.
d) Östrogenisierende und regenerierende Vaginalzäpfchen: Lamioflur (Heel) und Klimadynon Lösung (Bionorica) zu gleichen Teilen 10%ig, Cutis feti D4, 1 Ampulle (Wala), Oleum aeth. Rosae verum q.s.; M. f. vag. supp. à 1g Nr. XXX. D.S.: 1 Zäpfchen abends einführen, mindestens vier Wochen lang; danach mit zweimal wöchentlich 1 Zäpfchen fortführen.

Ringelblume: Calendula fördert in Sitzbädern oder zur Waschung gebraucht die Wundheilung
Die Lokalbehandlung mit Rosenzäpfchen zusammen mit der kurmäßigen Einnahme von Lamioflur kann allein schon vieles lösen, denn vor allem bei jüngeren Patientinnen ist meist noch keine Östrogen-Substitution nötig. So berichtete zum Beispiel eine Frau, die beide Mittel etwa ein Jahr lang konsequent angewendet hatte, überglücklich von ihrer Heilung. Sie war Anfang Dreißig, als ihre Craurosis ausbrach. Zehn Leidensjahre hatten sie sehr demoralisiert. Ihre Gynäkologen hatten ihr keinerlei Aussicht auf Besserung gegeben, und in den Kliniken ließ man zum Teil bis zu einem Dutzend Assistenzärzte an ihr vorbeidefilieren, die aus Studienzwecken einen Blick auf ihr entblößtes Genital werfen durften. Vielleicht können sich manche vorstellen, wie erniedrigend solche Situationen sein können, zumal das Thema Weiblichkeit bei Craurosis-Patientinnen ohnehin ein wunder Punkt ist. Interessant ist an diesem Fall auch noch die Tatsache, daß es sich wiederum um eine rotblonde und hellhäutige Patientin handelte. Eine Gynäkologin wies mich einmal darauf hin, daß dieser Typus häufiger betroffen ist, und in der Tat findet sich, daß alle „echten“ Craurosis-Fälle rotblond und/oder hellhäutig sind. Das Haut-Schleimhaut-Organ ist bei diesem Typus einfach der Schwachpunkt und sollte auch nach Abklingen der akuten Beschwerden gepflegt werden, zum Beispiel mit einem Hautfunktionstee und/oder mit Carotin-Gaben. Langfristig haben auch Schüssler-Salze (z.B. Calcium fluoratum = Fluorit) in Kombination mit Lamioflur einen guten vorbeugenden Effekt.

Firmenpräparat Hauptindikation
Calendula-Essenz
(Wala) Bewährt zur Lokalbehandlung von Wunden und gereizter Scheidenhaut. 1 EL auf 1/4 Liter Wasser für Umschläge oder Waschung
Dyskrasit Trituration D6
(Weleda: Antimonsilber) Indiziert bei chron.-entzündl. Prozessen am Übergang von Haut zu Schleimhaut
Fluorit Trituration D6 oder D12
(Weleda: natürliches Calciumfluorid = Flußspat) Bewährtes Schüsslersalz bei Bindegewebsschwäche und Hautfunktionsstörungen. D6 eignet sich für „Dünnhäuter“ (Pergamenthaut) und D12 bei „Dickhäutern“ (Verhornung)
Lamioflur Tropfen
(Heel: Lamium alb. D4, Kreosot. D6, Geum urban. D5, Alumina D12, Laphat. D6, Platin. D12, Alchem. D3, Natr. carb. D6, Asterias D6, Hep. sulf. D4, Acid. nitr. D6, Hydrastis D4, Mezer. D4, Viola D4) Bewährtes Komplexmittel zur Reinigung der Schleimhäute sowie bei Neigung zu Ausfluß und Entzündungen der Scheidenhaut. Wichtiges Drainagemittel bei Ovarialzysten, ergänzt hier Hochpotenzen wie Apis oder Medorrhinum
Menoflavon Kapseln
(Pascoe: Isoflavone aus Rotklee) Heimischer Soja-Ersatz; zur milden Östrogensubstitution ab den Wechseljahren
Oestrolut
(Jura KG: Rheum ø, Cimicifuga D1, Lil. Tigr. D1, Agnus castus D1, Melissa D1) Schöne Östro-Gesta-Rezeptur, die sich zur sanften Östrogen-Substitution bewährt
Rosmarinus/Prunus comp., Gelatum
(Wala: Anus D4/D8, Prunus spin. Fruct., Conchae D8, Cutis D4/D8, Funiculus D4, Lavendulae, Rosmarini, Salviae, Stannum D8, Urtica urens D2) Bewährt zur regenerierenden Lokalbehandlung von chron.-entzündl. und dystrophen Veränderungen im Genital-Analbereich (z.B. Anal-Fissuren, Damm-Ekzem, vaginaler Juckreiz)
Vulpur spag. Tropfen
(Pekana: Arg. nitr. D4, Armoracia D4, Cinnamonum D2, Kreosot. D5, Thalpsi D1, Calend. ø, Millefol. ø, Salvia ø) Komplexmittel zur innerlichen und/oder äußerlichen Anwendung bei Entzündungen von Haut und Schleimhaut
Zilly-Weihrauchcreme
(Zilly; indischer Weihrauch) Bei chron. Reizung im Genitalbereich mit Juckreiz. Verbessert Gewebedurchblutung und Wundschluß, wirkt mild antibakteriell





Therapiekonzepte für die Fruchtbarkeit
von Margret Madejsky
mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Naturheilpraxis

Die Schätzungen gehen weit auseinander, aber mindestens fünf bis sechs Prozent aller Paare bleiben derzeit ungewollt kinderlos - Tendenz steigend. Für die meisten beginnt mit der Erkenntnis, dass es mit der Fortpflanzung von alleine wohl nicht funktionieren wird, eine jahrelange Odyssee, die für Tausende in die Reproduktionsmedizin mündet. Erst fiebern vor allem die Frauen dem freudigen Ereignis von Monat zu Monat entgegen, bis die Blutung doch wieder eintritt und den gefürchteten Frust mit sich bringt. Für die betroffenen Paare ist es eine Zerreißprobe und nur den wenigsten gelingt es langfristig, Lebensfreude und Liebeslust aufrecht zu erhalten, wenn sich alles nur noch um den Eisprung dreht. Natürlich sind die Ursachen von unerfülltem Kinderwunsch ebenso vielfältig wie auch die Möglichkeiten der therapeutischen Intervention.
Persönliche Erhebungen per Fruchtbarkeitsfragebogen, der vor Behandlungsbeginn von den Paaren eingereicht wird, ergaben, dass bei den meisten Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch gleich drei bis vier verschiedene Störfaktoren zusammentreffen:

• Die meisten Frauen, die wegen Kinderwunsch die Naturheilpraxis aufsuchen sind zwischen 35 und 40 Jahre alt. In dieser Altersgruppe spielen vor allem seltener werdende Eisprünge, Gelbkörpermangel und Schilddrüsenfehlfunktionen eine zunehmende Rolle.
• Der Kinderwunsch besteht meist seit zwei bis vier Jahren, vereinzelt kommen aber auch bis zu 10 Jahre und länger vor. Hier gilt die Regel: Je länger der Kinderwunsch besteht, umso mehr leiden Beziehung und Sexualleben darunter. Daher sind aphrodisierende Maßnahmen bei fast allen Paaren ratsam und hilfreich.
• Die meisten Frauen haben zuvor jahre- bis jahrzehntelang mit der Pille verhütet und zeigen zu Behandlungsbeginn hypophysär bedingte Störungen wie etwa ausbleibende Eisprünge, Amenorrhoe oder prämenstruelles Syndrom (siehe "Post-Pill-Syndrom" NHP 06/1995; NHP Spezial).
• Etwa die Hälfte aller Paare haben vor der naturheilkundlichen Fruchtbarkeitsbehandlung ein- oder mehrfach reproduktionsmedizinische Maßnahmen in Anspruch genommen, was zumindest in diesen Fällen nicht nur ohne Erfolg geblieben ist, sondern mitunter auch zu körperlichen Folgeschäden geführt hat. Durch die hormonelle Überstimulation haben sich vielleicht Myome oder Zysten gebildet, auch über Gewichtszunahme und Zyklusstörungen wird berichtet. In solchen Fällen empfiehlt sich eine mehrmonatige Leberkur (z. B. mit Carduus marianus Kapseln von Weleda), eine Anregung der Hypophyse (z. B. mit Beifußtee) und die gezielte Behandlung der Folgeerscheinungen.
• Die meisten Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch leiden an einer Grunderkrankung, die entweder eine Empfängnis erschwert oder Ausdruck eines gestörten Hormonsystems ist. Häufig sind Autoimmunleiden wie etwa Hashimoto-Thyreoiditis, Myome, Endometriose, Ovarialzysten, PCO, Schwermetallbelastung, Allergien, Fettsucht, Scheidenpilze oder Blasenentzündungen in der Vorgeschichte. Die gezielte Behandlung dieser Grunderkrankungen ist unerlässlich.
• Die Spermiogramme der Partner sind nur in den seltensten Fällen wirklich einwandfrei. Bei schätzungsweise acht von zehn Männern sind die Befunde grenzwertig und daher behandlungsbedürftig, obwohl die Urologen oftmals keinen Handlungsbedarf sehen.

Die Kinderwunschberatung - eine therapeutische Herausforderung
Es sollte klar sein, dass eine Fruchtbarkeitsbehandlung nur dann Erfolg haben kann, wenn tatsächlich alle Ursachen erfasst und gezielt angegangen werden. Das bedeutet einerseits, dass einer Fruchtbarkeitssteigerung in der Regel eine sorgfältige Anamnese sowie umfangreiche Untersuchungen vorangehen. Bei der Frau sollte ein Hormonstatus erhoben werden (TSH, T3, T4, Schilddrüsenantikörper, FSH/LH-Quotient, Prolaktin), und natürlich ist eine gynäkologische Untersuchung sinnvoll, bei der nach Entzündungen (z. B. Scheidenpilz) oder organischen Ursachen (z. B. Myome, Zysten) gesucht wird. Der Mann sollte ein bis zwei Spermiogramme erbringen - auch, wenn er schon Vater ist, da die männliche Fruchtbarkeit durch Umweltgifte oder mit dem Alter nachlassen kann. Bevor invasive Diagnostik wie etwa eine Bauchspiegelung durchgeführt wird, sollte vielleicht ein gezielter Chlamydien-Test erfolgen und abgeklärt werden, ob überhaupt Verdacht auf Eileiterverklebungen besteht. Einfach und aussagekräftig ist auch ein Post-Coital-Test, bei dem mittzyklisch und einige Stunden nach Verkehr mikroskopisch abgeklärt wird, ob bewegliche Spermien in der Scheide sind - je nach Ergebnis kann dies bspw. den Verdacht auf Sperma-Allergie nahe legen, was dann gezielt abgeklärt (Suche nach Sperma-Antikörpern) und gezielt behandelt werden kann (z. B. durch Desensibilisierung, durch selbsthergestellte Sperma-Nosoden und / oder naturheilkundliche Allergiebehandlung). Bei Neigung zu Fehlgeburten sollte vor allem ein Antikörpersuchtest durchgeführt und Blutgerinnungsstörungen ausgeschlossen werden. Nicht zuletzt sollten nach Fehlgeburten auch genetische Ursachen abgeklärt werden.
Nun wird klar, warum die Kinderwunschberatung zu den therapeutischen Herausforderungen gehört, denn man behandelt eben nicht nur ein Symptom wie etwa den ausbleibenden Eisprung oder einen Symptomenkomplex wie das prämenstruelle Syndrom. Sondern das Ziel der naturheilkundlichen Fruchtbarkeitsbehandlung ist es, ein extrem komplexes Geschehen, also das Zusammenspiel von Frau und Mann, positiv zu beeinflussen und in eine überaus empfindliche Kettenreaktion einzugreifen, in deren Folge es zur erfolgreichen Befruchtung, Einnistung und Entwicklung neuen Lebens kommt.
Mit anderen Worten, eine erfolgreiche Fruchtbarkeitsbehandlung grenzt an ein Wunder! Damit ist natürlich nicht gemeint, dass dies unmöglich wäre.
Sofern alle Ursachen diagnostisch erfasst und gezielt angegangen werden, bestehen in etwa die gleichen Erfolgsaussichten wie in der Reproduktionsmedizin, nur mit dem wesentlichen Unterschied, dass man im Rahmen einer naturheilkundlichen Fruchtbarkeitssteigerung niemals kränker wird, sondern eher noch gesünder. Erfahrungsgemäß werden nur Erstgebärende jenseits des 40. bis 42. Lebensjahrs mit Naturheilkunde alleine meist nicht mehr ohne weiteres schwanger und auch schwere organische oder genetische Schäden lassen sich mit Naturheilmitteln nicht bezwingen.
Nachfolgend sind einige bewährte Naturarzneien für die Fruchtbarkeit aufgeführt.

Aphrodisiaka wecken die Lebenslust
Die meisten Paare, bei denen der Kinderwunsch länger als ein oder zwei Jahre besteht, leiden unter mehr oder weniger stark gedämpfter Libido. Dies mindert die Empfängnisbereitschaft auf mehreren Ebenen. Zum einen ist die höchste Empfängnisrate ein bis drei Tage vor dem Eisprung und gar nicht am Tag des Eisprungs selbst, so dass nicht wenige Paare den idealen Zeitpunkt verpassen, wenn sie etwa auf grünes Licht von ihrem Zykluscomputer warten.
Zum anderen beeinflusst die sexuelle Erfüllung der Frau die Durchlässigkeit des Zervikalschleims und setzt eine hormonelle Kettenreaktion in Gang, die auch im Nachhinein noch einen Eisprung auslösen kann. Daher sollte die Kinderwunschberatung immer auch eine erfüllte Sexualität zum Ziel haben.
Weil die Lust auf Sex bekanntlich im Kopf entsteht, sollten die Paare dazu angeregt werden, sich aktiv über ihre sexuellen Wünsche auszutauschen. Hilfreich sind erotische Tränke (siehe www.sensatonics.de) und erotische Literatur (z. B. "Der einzige Weg, Oliven zu essen"), Tantra, Akupunktur, Moxa-Behandlungen, Luna-Yoga und alles, was ins Fliessen bringt und das Becken erwärmt.
Aus dem Arzneischatz der Kräuterheilkunde kommen zahlreiche Sexualtonika und Aphrodisiaka in Frage, zum Beispiel wirkt die Erzengelwurz (Angelika) stark erwärmend auf die Beckenorgane und regt den Eisprung an.
Damianablätter wirken mild aphrodisierend und steigern Libido und Fruchtbarkeit beider Geschlechter.
Rosmarin regt vor allem den Kreislauf und die Keimdrüsentätigkeit an... doch weil die Liste der Aphrodisiaka so lang ist, muss an dieser Stelle auf die entsprechende Literatur verwiesen werden (siehe Rätsch).
Vorteil ist, dass die meisten aphrodisierenden Pflanzen nicht nur neuen Wind in die ermüdeten Beziehungen bringen, sondern gleichzeitig den Eisprung anregen (siehe Eisprungstee).

Das Scheidenmilieu verbessern
Nicht selten berichten die Frauen, dass ihre Frauenärztinnen keine Ursache für die Kinderlosigkeit finden konnten und dass gynäkologisch alles in Ordnung sei. Dem ist nicht bedingungslos zu glauben. Fragt man genauer nach, dann berichten die Betroffenen immer wieder über Fischgeruch nach Geschlechtsverkehr, was ein Hinweis auf eine Aminkolpitis sein kann und - wie jeder andere entzündliche Prozess auch - eine Empfängnis behindern kann.
In jedem Fall sollte eine Schleimhautsanierung angestrebt werden, z. B. mit dem antibiotisch und antimykotisch wirksamen Majoran (z. B. Majorana / Melissa Vaginaltabletten oder Zäpfchen von Weleda).
Auch häufige Scheidenpilze in der Vorgeschichte oder eine leichte Pilzbelastung muss man ernst nehmen, da sich fast jede Vaginalcandidose in der Schwangerschaft verschlimmert.
Sofern tatsächlich keine Entzündung vorliegt, kann man das Scheidenmilieu durch basische Mittel spermienfreundlicher machen. Das Prostatasekret ist basisch, damit sich die Spermien leichter darin fortbewegen können. Der Frauenarzt und Homöopath Erwin Schlüren empfiehlt daher bei zu saurem Vaginalsekret Scheidenspülungen mit Natriumbikarbonat (1 Teelöffel auf 100 ml Wasser; etwa 1/2 Stunde vor dem Verkehr mit einer Einmalspritze oder mit der Frauendusche zur Scheidenspülung gebrauchen. Es hat sich gezeigt, dass die Spermien durch Basenbäder (z. B. "Meine Base", Reformhaus) oder durch Basenspülungen im sauren Scheidenmilieu länger beweglich bleiben. Ein weiterer Trick um den Zervixschleim durchlässiger zu machen sind Borax D4 Tabletten von DHU, die man etwa eine halbe Stunde vor dem Verkehr im Mund zergehen lässt.

Verklebungen im Bauchraum auflösen
Vor allem wenn wiederholte Blasenentzündungen oder Chlamydien-Infektionen in der Vorgeschichte auftauchen, besteht die Möglichkeit, dass Eileiterverklebungen einer Empfängnis im Wege stehen. Auch vorangegangene Bauchoperationen können hinderlich sein und zu Vernarbungen im Bauchraum oder zu Blockaden führen. Im Wesentlichen gibt es neben einer gezielten Narbenentstörung etwa durch Unterspritzen der Narben (z. B. Calendula D6 Ampullen von Weleda) drei Naturarzneien, die leichtere Verklebungen auflösen können. Erstens sind dies resolvierende Jodverbindungen wie etwa Sulfur jodatum D6, kurmäßig über ein bis zwei Zyklen hinweg eingenommen (z. B. 3 x tgl. 10 Globuli). Dann seien noch Mucokehl D3 Suppositorien von Sanum empfohlen, die den Beckenraum spürbar erwärmen, den Eisprung anregen und manchmal auch Verklebungen und kleinere Zysten auflösen. Bewährt hat sich eine vierwöchige Kur mit zwei bis drei Mal pro Woche ein Zäpfchen abends rektal und im Anschluss nur noch ein oder zwei Zäpfchen an den Tagen vor dem Eisprung. Nicht zuletzt löst auch die Erzengelwurz (Angelica archangelica) Verklebungen im Bauchraum auf, indem man den Tee (siehe Eisprungstee) trinkt. Die Engelwurz hat ein erwärmendes Wesen, wirkt somit der Frigidität ebenfalls entgegen, regt die Keimdrüsen an, und löst kleinere Zysten oder leichte Verklebungen manchmal sogar im Alleingang auf.

Den Eisprung anregen
Eisprungstee (Kräuterladen)
Angelikawurzel 50g
Beifußkraut 50g
Damianablätter 40g
Eisenkraut, echtes 30g
Rosmarin 30g
Alle Kräuter mischen, 2 TL pro Tasse à 200 ml heiß überbrühen, 8-12 Min. ziehen lassen, abseihen und bei Bedarf im trinkwarmen Zustand mit etwas echtem Bienenhonig süßen; vom Ausklingen der Regelblutung bis zum Eisprung zwei bis drei Tassen über den Tag verteilt trinken.
Mit steigendem Alter kommt es immer seltener zum Eisprung. Rein statistisch gesehen benötigt eine Zwanzigjährige nur etwa 5 Zyklen, um schwanger zu werden. Bei einer Vierzigjährigen kann es drei bis vier Mal so lange dauern, bis ein Eisprung eintritt. Doch hier lässt sich nachhelfen. So regt die bereits erwähnte Engelwurz auch den Eisprung an. Dem Eisprung förderlich sind auch Beifuß und Eisenkraut, um nur einige Helferpflanzen zu nennen. Die in Frage kommenden Pflanzen wirken entweder östrogenisierend und luststeigernd wie die Angelika und Rosmarin oder sie greifen wie der Beifuß an der Hypophyse an. Die Hypophyse, oftmals nach Antibabypille geschädigt, zeigt sich als Schwachpunkt bspw. im Blutbild (LH/FSH-Quotient). Die Hypophyse lässt sich auch mit dem Organmittel anregen (z. B. Hypophysis D6 von Weleda; 2 - 3 x täglich 10 Tropfen).
Schließlich noch ein Praxisgeheimtipp: Follikelhormon synth. D12 Globuli von Staufen-Pharma oder Spagyra, gezielt einige Tage vor dem Eisprung verabreicht, haben eine clomifenartige Wirkung, jedoch sanfter; z. B. tägliche Gaben von 2 x 5 bis 10 Globuli vom 7. Zyklustag bis zum Eisprung.
Fruchtbarkeitssteigernd sowie anregend auf den Eisprung wirken auch Silbergaben (z. B. Argentum metallicum praeparatum D6 Verreibung oder Ampullen von Weleda). Denn das Silber untersteht astrologisch dem Mond, der im Menschen über die Keimdrüsen regiert. Bewährte Silberarzneien für die Fruchtbarkeit sind auch Ovaria comp., Ampullen oder Globuli von Wala für die Frau und Testes comp., Ampullen oder Globuli von Wala für den Mann. Beide Mittel wirken in Form von Globuli sehr sanft und sollten bei hormonellen Blockaden nach Antibabypille oder nach Hormonstimulation eventuell lieber subkutan verabreicht werden (z.B. 2 x pro Woche 1 Ampulle s.c. in den KG4 und B31)

Den Gelbkörper stärken
Gelbkörpertee (Kräuterladen)
Frauenmantelkraut 50g
Keuschlammsamen 50g
Schafgarbenblüten 30g
Storchschnabelkraut40g
Zitronenmelisse 30g
Alle Kräuter mischen, 2 TL pro Tasse à 200 ml heiß überbrühen, 10-15 Min. ziehen lassen, abseihen und bei Bedarf im trinkwarmen Zustand mit etwas echtem Bienenhonig süßen; vom Eisprung bis zum Eintritt der Regelblutung (oder bis zum positiven B-Test) zwei bis drei Tassen über den Tag verteilt trinken.
Eine der häufigsten Ursachen für ungewollte Kinderlosigkeit ist der Mangel an Gelbkörperhormonen, der eine Einnistung der befruchteten Eizelle erschwert und auch für Fehlgeburten verantwortlich sein kann. Leitsymptome sind prämenstruelle Beschwerden wie etwa Brustschwellung, Bauchauftreibung oder Stimmungsschwankungen vor der Regel. Aber auch Schmierblutungen, klumpiges oder fetziges Blut, kurze Zyklen mit weniger als 24 Tagen oder ein treppchenförmiger Temperaturanstieg nach dem Eisprung können auf einen Gelbkörpermangel hindeuten. Naturheilkundlich aufgeschlossene Frauenärzte empfehlen zur Behandlung der Corpus-luteum-Insuffizienz am häufigsten den Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus), der via Hypophyse ein relatives Gleichgewicht zwischen Östrogenen und Gestagenen herstellt und auch das Stresshormon Prolaktin senkt. Eine dreimonatige Kur mit einem Agnus castus-Präparat ist bei vorgenannten Symptomen ratsam (z. B. Agnolyt von Madaus oder Agnucaston von Bionorica). Leider dämpft der Mönchspfeffer auch die Libido, so dass das Liebesleben der Kinderwunschpaare dadurch manchmal zusätzlich belastet wird. Eine gute Alternative ist in solchen Fällen der Frauenmantel (z. B. Alcea Alchemilla Urtinktur 2 x täglich 6 - 7 Tropfen am besten ohne Unterbrechung bis zum Ende der Stillzeit einzunehmen!). Alchemilla, die Allhelferin unter den Frauenkräutern, konnte schon desöfteren schulmedizinische Gestagenpräparate ersetzen. Das Mittel lässt sich ideal kombinieren mit "Melissa / Phosphorus comp., Mischung" von Weleda. Der anthroposophische Komplex, der sich zur Behandlung von Gestagenmangel sehr bewährt hat, enthält unter anderem die Gelbkörper regulierende Pulsatilla und das Organmittel Corpus luteum. Am sinnvollsten ist eine biphasische Einnahme von Melissa/Phosphorus: In der ersten Zyklushälfte, also vom Ausklingen der Regelblutung bis zum Eisprung, zwei Mal täglich 10 bis 15 Tropfen; in der zweiten Zyklushälfte, also vom Eisprung bis zur nächsten Regelblutung, 20 bis 30 Tropfen. Falls eine Schwangerschaft eingetreten ist, sollte man das Mittel keineswegs abrupt absetzen, sondern vielmehr noch eine Zeit lang niedrig dosiert ausschleichen (z. B. 2 x täglich 10 bis 15 Tropfen). Melissa/Phosphorus ergänzt auch ideal eine Konstitutionsbehandlung mit Pulsatilla, die vor allem für eher kindliche Frauentypen mit starkem Kinderwunsch in Frage kommen. Die echten Pulsatilla-Frauen sind eher blond, blauäugig, sanftmütig, nah am Wasser gebaut, wecken im Mann den Beschützerinstinkt und leiden unter allerlei prämenstruellen Beschwerden, vor allem aber unter Brustschwellung, Bauchauftreibung und tränenreichen Stimmungstiefs vor der Regel. Auch Hypophysenschwäche, Weißfluss und Zyklusschwankungen gehören zum Arzneimittelbild der Pulsatilla, die nach Jaap Huibers eines der besten Frauenmittel bei unerfülltem Kinderwunsch ist. Der Anthroposoph beschreibt in seinem Büchlein "Frau sein ... Frau bleiben" eine Pulsatillakur für die Fruchtbarkeit, die innerhalb von drei Monaten "so schwanger wie ein Kamel" machen soll und sich besonders für den zuvor beschriebenen Frauentyp eignet: Am ersten Zyklustag, am besten morgens nüchtern 5 Globuli Pulsatilla D200 im Mund zergehen lassen. Dann erst wieder vom 14. bis 21. Zyklustag einmal täglich 5 Globuli Pulsatilla D12 im Mund zergehen lassen und mit dem Eintreten der Regelblutung am ersten Zyklustag wieder mit der Pulsatilla D200 von vorne beginnen ...

Einer Fehlgeburtsneigung entgegenwirken
Fehlgeburten können viele Gründe haben. Meist weiß der Körper am besten, ob eine Frucht lebensfähig ist oder nicht, so dass ein Abbluten in der Frühschwangerschaft nicht mit allen Mitteln verhindert werden sollte. Mögliche Ursachen sind Gelbkörpermangel, Folsäuremangel, Schilddrüsenerkrankungen, Autoimmunleiden, Chromosomendefekte, Plazentaablösung und bei künstlicher Befruchtung ist die Fehlgeburtsneigung generell erhöht. Gegen das Schicksal sind leider noch keine Pflanzen gewachsen und dieses lässt sich mit unseren Mitteln auch weder aufhalten noch erzwingen. Dennoch hat sich folgendes Therapiekonzept bewährt und lässt sich ggf. mit allen medizinisch notwendigen Maßnahmen kombinieren (z. B. mit Utrogest bei Gelbkörpermangel und / oder mit Aspirin bei Blutgerinnungsstörungen). Es sollte von gefährdeten Frauen ab dem positiven Schwangerschaftstest bis zum Ende des dritten Monats gebraucht werden:

• Alchemilla: Der Frauenmantel reguliert auf sanfte Weise die Gelbkörperhormone und kräftigt die Geburtsorgane, weswegen er von Volksmedizinern als die wichtigste Pflanze bei Fehlgeburtsneigung empfohlen wird. Entweder trinkt man die gesamte Schwangerschaft über täglich ein bis zwei Tassen Frauenmanteltee oder man nimmt zwei Mal täglich 5 - 7 Tropfen Alcea Alchemilla Urtinktur.
• Bryophyllum 50% Verreibung von Weleda: Bei Neigung zu vorzeitigen Wehen mehrmals täglich 1 Messerspitze im Mund zergehen lassen; bei stationärer Behandlung kann eine 5%ige Bryophyllum Injektionslösung anderen Wehenhemmern beigemengt und per Infusion verabreicht werden.
• Magnesium (z. B. Magnerot classic): Hochdosiertes Magnesium hemmt frühzeitige Wehen und gilt allgemein als schwangerschaftserhaltend.
• Berberis/Nicotiana comp., Glob. und Amp. von Wala: bei Neigung zu Fehlgeburten zwei bis drei Mal täglich 5 bis 10 Globuli bis die gefährliche Zeit vorbei ist.
• Milchsäurebakterien: Vor allem frühzeitige Wehen lassen sich durch die regelmäßige Anwendung von Milchsäurebakterien in der Schwangerschaft verhindern; z. B. Vagiflor Vaginalzäpfchen von Asche, je nach Vorgeschichte 1 bis 2 Mal pro Woche.
• Konstitutionsbehandlung: Je nach Zeit und Beschwerden kommen andere Mittel in Frage; z. B. Sabina D8 bei Schmierblutungen in den ersten zwei Monaten, Kalium carbonicum D6 bei Kreuzschmerzen im Beginn, Aurum D6 - D12 bei Autoimmunleiden, usw. (Schlüren ab S. 81)

Wie man die Spermien dopt
Nicht zuletzt sollten auch die Männer bei der Fruchtbarkeitsbehandlung mitmachen und zwar egal ob das Spermiogramm in Ordnung ist oder nicht. Zum einen ist geteiltes Leid halbes Leid und zu viele Spermien gibt es nicht. Zum anderen besagt ein normales Spermiogramm leider nicht immer, ob nicht auch eine Ursache beim Mann liegen könnte. Gynäkologen schätzen, dass in 30 bis 50 Prozent aller Fälle eine der Ursachen für die Kinderlosigkeit beim Mann liegt. So weiß man inzwischen beispielsweise, dass eine Belastung mit Weichmachern (Phthalate) die Spermien nur in ihrer Funktion einschränkt, meist ohne sich in Anzahl oder Beweglichkeit der Spermien niederzuschlagen. Auch genetische Defekte lassen sich aus dem Spermiogramm nicht ablesen ...
Folgendes Basiskonzept hat sich für Männer bewährt:

• Vitamin E: Wird in der Tiermedizin rege gebraucht, um Zuchtstuten oder -hengste zu dopen. Vitamin E regt die Spermienbildung an (z. B. Sanavitan S Kapseln, Boettger).
• Zink: Fördert unter anderem die Rückresorption defekter Spermien und verbessert daher die Spermienqualität (z. B. Unizink von Köhler)
• L-Carnithin: Verbessert nachweislich die Spermienproduktion und wird daher auch von Reproduktionsmediziner empfohlen (z. B. L-Carn Trinklösung von sigma-tau).
• Brennnesselfrüchte: Steigern nicht nur die Legeleistung von Hennen - 1 bis 2 EL pro Tag auf Brot, im Salat, als Kräutersalz oder pur zugeführt, dopen auch die Spermien.
• Testes comp. Glob. oder Ampullen von Wala; regen die Spermiogenese an.
• Mucokehl D3 Supp. von Sanum können auch bei Varikozele oder bei eingeschränkter Fruchtbarkeit infolge einer chronisch unspezifischen Prostatitis versucht werden.



Wenn die Hormone verrücktspielen...

Depressionen, Stimmungslabilität sowie andere psychische Beschwerden sind oftmals hormonell bedingt und lassen sich dementsprechend gut mit hormonell regulierenden Pflanzen oder Homöopathika beeinflussen. Zu den hauptsächlichen psychischen Störungen mit hormoneller Ursache zählen zum Beispiel prämenstruelle Stimmungsschwankungen oder Wechseljahrsdepressionen, aber auch Schilddrüsenleiden gehen meist mit seelischen Krisen einher. Dieser Beitrag will daher die wichtigsten Hormonregulantien vorstellen und Anregungen für den Umgang mit psycho-hormonellen Störungen geben.
In meiner Frauenpraxis bin ich oft mit den psychischen Verstimmungen meiner Patientinnen konfrontiert. Dabei sind viele Frauen längst auf Johanniskraut als Antidepressivum gestoßen und haben meist schon vor Behandlungsbeginn eines der Handelspräparate ausprobiert - leider allzuoft ohne nennenswerte Effekte. Trotz aller wissenschaftlicher Erkenntnisse über die aufhellende Wirkung von Hypericum perforatum verordne ich nur relativ selten Johanniskraut gegen Depressionen und meist auch nur als Begleitmittel. Zweifelsohne ist Hypericum eine wunderbare Sonnenpflanze für die Seele, aber die lichtsensibilisierenden Eigenschaften hypericinhaltiger Zubereitungen wie auch die unbefriedigenden Effekte bei speziellen Formen von Depressionen zwingen einen eben oft, andere Wege zu beschreiten.
Bevor ich nun einige Möglichkeiten der Stimmungsaufhellung durch Hormonregulation vorstelle, möchte ich ein bewährtes Antidepressivum nennen, das ich als Begleitmittel bei vielen Arten von Depressionen nicht oft genug empfehlen kann: Aurum/Apis regina comp. (Wala). Im Gegensatz zu den üblichen Johanniskraut-Präparaten beruht die Wirkung dieses anthroposophischen Komplexpräparates eben nicht nur auf den Inhaltsstoffen, sondern vielmehr auf dem Synergismus sich ergänzender Sonnenheilmittel; Hypericum ist in D2 enthalten, so daß auch bei Dauereinnahme keine Lichtsensibilisierung erfolgt. Immer wieder verblüfft der rasche Wirkungseintritt. Besonders nach subkutanen Injektionen (KG 17 / M 36) konnte ich erstaunliche Sekundeneffekte beobachten: Gemobbte Frauen, die wegen Nervenzusammenbruch gekommen waren, verließen lachend die Praxis, frisch Getrennte gingen mit neuem Lebensmut zu ihren Anwaltsterminen und eine Patientin bemerkte kürzlich, daß ihr Aurum/Apis regina comp. schon in der ersten Einnahmewoche spürbar besser geholfen hätte als drei Jahre Psychotherapie. Die stimmungsaufhellende, entkrampfende und kraftspendende Wirkung wird von sensiblen Frauen oft schon nach Einzeldosen von 10 bis 20 Globuli wahrgenommen. Die besten Effekte lassen sich aber erzielen, wenn man diese Sonnenmedizin "im Aufgang der Sonne und bei Morgenröte oder in der Morgendämmerung" (Paracelsus) einnimmt, während die mondhaften Heilmittel zur Anregung der Keimdrüsen (z.B. Ovaria comp. von Wala) ihre beste Wirkung bei abendlicher Einnahme entfalten.

PMS und die Krisenzeit vor der Regel
Ein häufiges Frauenproblem stellt das prämenstruelle Syndrom (PMS) dar, das eigentlich immer mit mehr oder weniger ausgeprägten psychischen Beschwerden einhergeht. Am häufigsten berichten betroffene Frauen über verstärkte Aggressivität oder Empfindsamkeit, über Depressionen, Lebensangst oder Stimmungslabilität, über Weinerlichkeit oder Streitsucht in den Tagen vor den Tagen. Das PMS belastet aber nicht nur die Betroffene selbst, es kann auch im sozialen Umfeld Verwirrung stiften. Aber auch Eßstörungen verschlimmern sich in auffälliger Weise vor der Regel, so daß der Gelbkörperregulation durchaus eine weitreichende psychosoziale Bedeutung zukommt. Mit Hilfe von gestagenartig wirkenden Naturheilmitteln lassen sich zyklisch wiederkehrende Seelenkrisen oder auch prämenstruelle Heißhungerattacken beseitigen oder zumindest abmildern. Doch ebenso individuell wie das Beschwerdebild sind auch die heilkundlichen Lösungsansätze.
Mönchspfeffer mach keusch wie ein Lamm
Agnus-castus-Darstellung aus dem Kreuterbuch von Adamo Lonicero, 1679:
"Der Same genützt/ benimmt die Wassersucht/ legt die Unkeuschheit"
Bei prämenstruellen Beschwerden aller Art denken die meisten Phytotherapeuten wohl zuerst an den Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus). Seine gestagenartigen und prolaktinsenkenden Eigenschaften konnten schließlich in zahlreichen wissenschaftlichen Studien belegt werden und erweisen sich auch in der Praxis immer wieder als hilfreich. So, wie sich aber nicht jede Depression mit Johanniskraut heilen läßt, wird auch der Mönchspfeffer nicht allen Frauen mit prämenstruellen Beschwerden helfen.
Relativ oft berichteten mir Frauen, die wegen PMS ein Agnus-castus-Präparat verordnet bekommen haben, daß sie während der Einnahme eine allgemeine oder auch sexuelle Unlust verspürten. Insbesondere Frauen, die wegen Kinderwunsch Mönchspfeffer bekamen, berichteten immer wieder über eine Verstärkung psychischer Beschwerden. Bei Paaren mit längerwährendem Kinderwunsch ist das Sexualleben ohnehin schon gestört und erfährt durch triebdämpfende Pflanzen noch eine zusätzliche Belastung. In solchen Fällen ist es sicher eleganter, auf niedrigdosierte Agnus-castus-Komplexe mit gestagenregulierender Wirkung auszuweichen (z.B. Mastodynon von Bionorica oder Melissa/Phosphorus comp. von Weleda) und lieber das Sexualleben wieder in Schwung zu bringen (z.B. Massagen, östrogenisierende Arzneien).

Zwar sind solche Nebenwirkungen nicht in den Beipackzetteln erwähnt, aber sie lassen sich leicht aus der traditionellen Verwendung des Mönchspfeffers ableiten. Agnus castus ist mindestens seit der Antike als Anaphrodisiakum für beide Geschlechter in Gebrauch: "Keusch heißt der Strauch, weil ihn die Frauen an den Thesmophorien, den alljährlichen Festen zu Ehren der Demeter, als Lager benutzten, um ihre Keuschheit zu bewahren. Hera, die Hüterin der Ehe, soll unter einem Keuschlammstrauch geboren worden sein (Baumann)". Alle alten Kräuterkundigen kannten die anaphrodisierende Wirkung, so schrieb beispielsweise Lonicerus in seinem Kreuterbuch von 1679 über den Keuschbaum: "Wer dieser Blätter undersich in sein Bettstatt legt / dem vertreibt es alle Fleischliche Anfechtung. Ist vielleicht deß Strohes /darauf die Barfüsser Münch liegen. Diser Beerlin eins Quintlins schwer mit Wein getruncken / zuvor gestossen / (...) / löschet die Begierde der Ehelichen Wercke aus."
Wer einmal in mediteranen Flußtälern dem Mönchspfeffer begegnet, kann seine dämpfende Wirkung leicht selbst wahrnehmen: Reibt man ein wenig an den Blättern, so entströmt diesen erst ein balsamischer und dann ein betäubender Duft, der bestimmt nichts Erhellendes an sich hat. Das heißt natürlich nicht, daß diese alte Kultpflanze nicht auch ihre heilkundlichen Einsatzgebiete hätte. Agnus castus wirkt zum Beispiel bei Frauen, die unter Dauerstreß stehen, zuverlässig prolaktinsenkend und reguliert in solchen Fällen auch Zyklusstörungen oder lindert prämenstruelle Begleiterscheinungen wie Brustschmerzen. Auch bei Nymphomanie leistet diese Pflanze gute Dienste. So rief mich einmal eine Patientin verzweifelt an, weil sie während einer Prüfung einen Orgasmus hatte und sich vor den kommenden Prüfungen fürchtete. Ich entschied mich für eine "weiß-blaue" Mischung aus Lavendel, Mönchspfeffer und Passionsblume, die ihre Erregung zügelte und ihr innere Ruhe verlieh.
Dennoch sollten meiner Ansicht nach Mönchspfeffer-Präparate nur dann hochdosiert verordnet werden, wenn bestimmte Symptomen-Komplexe vorliegen, zum Beispiel:
• Gelbkörperinsuffizienz + Neigung zu Polymenorrhoe + erhöhter Sexualtrieb
• Hyperprolaktinämie + Mastodynie oder Mastopathie + Zyklusschwankungen (hier auch bei A- und Oligomenorrhoe indiziert).

Alchemilla - ein Schutzmantel für die Frau
Wesentlich sanfter als der Mönchspfeffer, aber ebenso zuverlässig gelbkörperregulierend wirkt der Frauenmantel (Alchemilla vulgaris; vergleiche auch "Alchemilla - die Allhelferin unter den Frauenkräutern", Naturheilpraxis 10/98). Die besten Wirkungen lassen sich mit der langfristigen Einnahme von Zubereitungen aus der Frischpflanze erzielen (z.B. frisch gesammeltes Teekraut oder Urtinktur). Während die gestagenbedingten Symptome nach Absetzen von Mönchspfeffer-Präparaten oft schon nach kurzer Zeit wiederkehren, harmonisiert Alchemilla die hormonelle Achse dauerhafter und ohne Nebenwirkungen.

Bei prämenstrueller Stimmungslabilität wirkt Alchemilla wie ein Schutzmantel für die Psyche
Insbesondere die regelmäßige Einnahme von Alchemilla Urtinktur (Ceres/Staufen-Pharma) vermag prämenstruelle Stimmungsschwankungen auszugleichen. Das einhüllende Wesen des Frauenmantels macht in den kritischen Tagen vor der Regel spürbar gelassener und auch friedfertiger. So kam es sogar schon vor, daß sich der Ehemann einer PMS-Patientin bedankte, weil seine Frau durch die gelungene Gelbkörperregulation wie ausgewechselt war. Statt wie sonst vor der Regel nach Haaren in der Suppe zu suchen, zu mäkeln oder zu keifen, zeigte sie sich dank Alchemilla wesentlich ausgeglichener und zufriedener als sonst. Dieser wie auch andere Erfahrungsberichte lassen vermuten, daß so manche Ehe, die in aller Regelmäßigkeit prämenstruellen Krisen ausgesetzt ist, vielleicht durch eine entsprechende Hormonregulation gerettet werden könnte.
Inzwischen bin ich dazu übergegangen, die Alchemilla, die astrologisch Mond und Venus zugeordnet wird, durch andere venusische Heilmittel zu ergänzen, um die weibliche Gelassenheit zu verstärken. Am häufigsten kommen dafür homöopathische Kupferverbindungen (Kupfer = Venusmetall) zur Entkrampfung von Körper und Seele in Frage, aber auch kupferspeichernde Pflanzen wie Gänsefingerkraut, Ignatia oder Nux vomica ergänzen die ausgleichende Wirkung der Alchemilla. Dabei erweist sich Ignatia als ideales Begleitmittel bei prämenstruellen Stimmungstiefs und Gänsefingerkraut wie auch Nux vomica beheben zusammen mit Alchemilla eher die Krampfneigung. Der Frauenmantel reguliert die Gelbkörperschwäche und deren körperliche wie auch seelische Begleiterscheinungen zwar oft auch im Alleingang, aber bei der bereits erwähnten Verschlimmerung von Eßstörungen vor der Regel lohnt es sich ebenfalls, sie zu ergänzen. Mit folgender Rezeptur ließ sich beispielsweise die Frequenz von prämenstruellen Heißhungeranfällen reduzieren und steigendes Wohlbefinden erreichen:
Alchemilla Urtinktur
Corpus luteum dil. D6 aa 20,0
Ambra dil. D4
Antimonium crudum dil. D6
Cuprum metallicum dil. D6
Ignatia dil. D4
Magnesium carbonicum dil. D6
Pulsatilla dil. D12 aa 10,0
Von Staufen-Pharma mischen lassen.
D.S.: 3 mal täglich 20 gtt.

Neben dem Frauenmantel gibt es nur wenige gelbkörperregulierende Pflanzen. Madaus führte zum Beispiel Sonnenblumenblüten und die Brutknospen der Tigerlilie auf (Lilium tigrinum ist auch in Mastodynon enthalten). Aber auch das Stigmasterol von Soja zeigte in Versuchen eine gestagenartige Wirkung und die Schafgarbe beeinflusst die Gelbkörperphase ebenfalls (Réquena). Doch die wichtigste Begleitung und Vertiefung zur Alchemilla ist und bleibt Pulsatilla.


Pulsatilla - Hilfe für Tränentiere
Küchenschellenblüte auf dem Beckerbichl bei Andechs (Foto: M. Madejsky):
Pulsatilla glättet Stimmungsschwankungen vor der Regel und zeigt stets einen ausgleichenden Effekt auf die Gelbkörperphase.
Die Küchenschelle (Pulsatilla) zählt zu den wichtigsten Frauenheilpflanzen der Homöopathie. Was die Gelbkörperregulation angeht, so führt Righetti einen interessanten Versuch aus den Siebziger Jahren auf: Ratten bekamen entweder Pulsatilla C30 oder C200 oder das Progesteronpräparat Lutocyclin. "Die statistisch signifikanten Veränderungen verschiedener Parameter der Eierstöcke, Gebärmutter und Schilddrüse unter Pulsatilla glichen jenen von Lutocyclin und ließen eine Progesteronwirkung vermuten (Righetti)."
Die Progesteronwirkung darf aber nicht nur vermutet werden, Homöopathen nutzen sie längst schon bei der Behandlung des PMS. Es sind aber keineswegs nur die Hochpotenzen hilfreich. In der einen oder anderen Form hilft Pulsatilla fast allen Frauen, die unter dem PMS leiden. Angaben über Bauchauftreibung und Völlegefühl vor den Tagen sowie eine Neigung zu eher spärlicher Blutung führen zu den Tiefpotenzen (D4 - D6). Bei Ödemen im Gesicht oder in den Beinen, Brustschwellung und Stimmungsschwankungen vor der Regel sind dagegen oft mittlere Potenzen (D12) angezeigt, während man die höheren Potenzen meist den "echten" Pulsatilla-Frauen vorbehält, die gerne blond und blauäugig sind und unter heftigen Stimmungsschwankungen leiden, die an den raschen Wetterwechsel an einem Apriltag erinnern. Frauen, für die Hochpotenzen in Frage kommen, sind zum Teil in der ganzen zweiten Zyklushälfte anlehnungsbedürftig, aufgeschwemmt, leiden vermehrt unter Heißhungeranfällen mit anschließendem schlechtem Gewissen und sind extrem leicht zu Tränen geneigt. Für meine Pulsatilla-Patientinnen halte ich daher stets ein Tempodepot vorrätig, denn allein die Frage "Wie geht's" bringt - besonders im Prämenstruum - Sturzbäche von Tränen ins Fließen. Die echte Pulsatilla ist eben unser "Tränchen im Knopfloch". Wir erkennen sie auch daran, daß sie in Frauen den Mutterinstinkt und in Männern den Beschützerinstinkt weckt.
In solchen Fällen sind manchmal Potenzakkorde angezeigt, die auf seelischer wie auch hormoneller Ebene gleichermaßen angreifen. Am liebsten bediene ich mich aber der mittleren Potenzen, die stets einen ausgleichenden Effekt auf die zweite Zyklushälfte zeigen und auch die Seelenwogen glätten.
Während Alchemilla und Kupfer aggressive Frauen sanftmütiger und weiblicher machen, bringt die Kombination von Alchemilla und Pulsatilla einen hormonellen Reifungsprozess in Gang, weshalb man damit auch Eßstörungen, Launenhaftigkeit oder Schüchternheit in der Pubertät mitbehandeln kann. Bei ausgeprägter prämenstrueller Symptomatik ist es aber manchmal sinnvoll, den weiblichen Rhythmen entsprechend in zwei Phasen vorzugehen:
1.) In der ersten Zyklushälfte, vom Ende der Blutung bis zum Eisprung, regt man die Östrogene an. Als östrogenisierende Arzneien bewähren sich zum Beispiel Beifuß-, Damianablättertee, Basilikum-Extrakte und/oder Ovaria comp. (Wala).
2.) In der zweiten Zyklushälfte, vom Eisprung bis zur folgenden Blutung, regt man die Gelbkörperbildung an. Hierzu eignen sich beispielsweise Agnus castus (Ø - D4), Alchemilla (Ø), Pulsatilla (D4 - D30) und Corpus luteum (D6).
Eine solche biphasische Vorgehensweise ist vor allem nach langjähriger Einnahme der Antibabypille angebracht. Je nachdem wie lange die Beschwerden vorhanden waren, kann man schon im ersten Zyklus mit deutlicher Linderung rechnen und wird die Mittel nach drei bis vier Monaten vielleicht ganz absetzen können; wobei es sich zur Stabilisierung des Therapieerfolges natürlich immer lohnt, ein bis zwei Zyklen über die Beschwerdefreiheit hinaus zu behandeln.


Mit den Östrogenen sinkt die Laune
Mit Beifuß bekränzte Kräuterhexe (Foto: M. Madejsky):
Das Gürtlerkraut ist eine altbayerische Entgiftungspflanze für Frauen. Beifußkuren regen Hypophyse sowie Keimdrüsen an und hellen die Stimmung auch auf hormonellem Weg auf.
Nicht nur Gestagenmangel, sondern auch Östrogenmangel kann zu psychischen Beschwerden führen. Wenn ab den Wechseljahren die Östrogenproduktion sinkt, dann sinkt die Lebenslust im allgemeinen gleich mit. Oft höre ich von Frauen, daß sie beinah von heute auf morgen keine sexuelle Lust mehr verspüren, unter Antriebslosigkeit leiden und in Depressionen rutschen. Aufgrund der Antibabypille wird die östrogenabhängige Depression leider auch bei jüngeren Frauen immer häufiger (siehe "Post-Pill-Syndrom" Naturheilpraxis 6/95).
Doch Östrogene oder östrogenartig wirkende Substanzen sind im Pflanzenreich weit verbreitet. Nur ist es nicht immer angebracht, gleich zu substituieren. Vor allem beim Klimakterium praecox relativ junger Frauen und nach Antibabypille lohnt es sich, die körpereigene Hormonproduktion so lange wie möglich anzuregen, statt dem Hormonsystem durch Substitution die Arbeit abzunehmen. Hierzu kommen viele keimdrüsenanregende Heilpflanzen in Frage, zum Beispiel: Angelika, Basilikum, Beifuß, Damiana, Raute oder Rosmarin.
Gerade beim Post-Pill-Syndrom, bei dem die gesamte hormonelle Achse ausgebremst ist, zählt Beifuß (Artemisia vulgaris) zu den Kardinalheilpflanzen. Réquena wies darauf hin, daß Beifuß gleichermaßen östrogenisierend wie auch gestagenregulierend wirkt. Von den Frauen werden Teekuren als tiefgehende Reinigung für Körper und Seele empfunden. Die Wirkung dieser alten Frauenheilpflanze läßt sich knapp beschreiben: Beifuß öffnet und bringt ins Fließen. Das Kraut der Mondgöttin Artemis regt nicht nur Kreislauf, Hypophyse und Keimdrüsen an, es öffnet auch alle körpereigenen Entgiftungswege, so daß Giftstoffe über Urin, Stuhl, Schweiß und Menstruationsblut ausgeschieden werden können. Im Laufe einer Teekur zeigt sich der universell entgiftende Effekt gerne durch stark riechende Ausscheidungen bei gleichzeitig steigendem Wohlbefinden. Besonders hilfreich sind Beifuß-Kuren, wenn die Menstruation zunehmend schwächer geworden oder gar für einige Monate ausgeblieben ist, was meist mit einer mehr oder weniger starken Depression einhergeht.
Rhapontik-Rharbarber im Botanischen Garten, München (Foto: M. Madejsky):
Das enthaltene Diäthylstilöstrol Rhaponticin eignet sich zur sanften Hormonsubstitution im Klimakterium.
Eine Schizophrene erzählte mir einmal ihre Geschichte: Sie hatte wieder Stimmen gehört und vertraute sich mir an, weil sie sich nicht schon wieder schneiden wollte - ihre Arme waren bereits mit zahllosen Narben übersät. Als ich sie fragte, warum sie sich denn schneiden müsse, sagte sie, daß die Stimmen aufhören sobald das Blut fließt. Also fragte ich, ob sie während der Regelblutung auch Stimmen hört. Sie antwortete, daß die Stimmen noch nicht da waren, als sie noch eine Regel hatte. Ihre Krankheit brach nämlich erst dann richtig aus, als ihre Menstruation allmählich versiegte. Wenn dies auch ein extremes Beispiel ist, so begegnet uns dieses Phänomen in ähnlicher und natürlich stark abgeschwächter Form doch relativ oft in der Praxis. Durch die Anregung von Eisprung und Menstruation könnten viele Depressionen und andere psychische Leiden gelindert oder auch geheilt werden. Neben den genannten hormomimetischen Pflanzen sei daher noch auf Ovaria comp. (siehe "Bewährte Firmenmittel bei psycho-hormonellen Störungen") als Ergänzung zu Beifuß hingewiesen. Egal ob PMS, Unfruchtbarkeit oder Zyklusstörungen - Ovaria comp. regt die Keimdrüsen an, wirkt östrogenisierend und bringt dadurch meist auch die Seele sowie das Sexualleben wieder ins Lot. Im Beginn der Wechseljahre wirkt dieser mondhafte Komplex vitalisierend auf die Keimdrüsen, so daß eine Hormonsubstitution damit in vielen Fällen umgangen werden kann. Weil es in den Wechseljahren nicht selten auf allen Ebenen gleichzeitig zu kriseln beginnt, verordne ich gerne morgens Aurum/Apis regina comp., um Sonnenkraft in die Seele zu bringen, und abends Ovaria comp., um die Hormone anzuregen.

Pflanzliche Östrogene
Die östrogenartige Wirkung wurde schon von Tabernaemontanus beschrieben: "Weinrauten gessen oder getruncken/ (...)/ und vertreibet die unmäßige Unkeuschheit/ ist eine heilsame un gesunde Artzney vor die Geistlichen/ und diejenigen/ so Keuschheit zu halten gelobet haben/ sonderlich aber den Mannspersohne/ (...)/ den Weibern aber mehret es die Lust zur Unkeuschheit/ (...)/ derowegen die geistlichen Weibspersohnen/ Jungfrauen und Wittiben/ den Gebrauch der Rauten fliehen und vermeiden sollen."
Erst wenn sich die körpereigene Hormonproduktion nicht mehr ausreichend anregen läßt, ist eine Hormonsubstitution angesagt. Hierzu stehen uns zahlreiche Präparate mit pflanzlichen Hormonen oder hormonartig wirkenden Pflanzen zur Verfügung (siehe "Hormonell wirksame Pflanzen"). Am bekanntesten sind wohl Zubereitungen aus Silberkerze (Cimicifuga racemosa) und Rhapontik-Rhabarber (Rheum rhaponticum). Während Rheum rhaponticum (z.B. in Form von Phytoestrol) Erfahrungsberichten zufolge mehr den körperlichen Wechseljahrsbeschwerden wie Schweißausbrüchen oder Hitzewallungen entgegenwirkt, scheint Cimicifuga tiefer auf seelische Prozesse einzuwirken. Die Signaturen der Silberkerze - ihre weißen, duftenden Blüten und die schlanke Gestalt - weisen auf Mond- und Merkurkräfte hin, weshalb die Pflanze besonders bei Stimmungslabilität in Frage kommt. Die Stimmungsschwankungen können bei Cimicifuga ebenso heftig sein wie bei Pulsatilla (Merkurpflanze), wobei sich Cimicifuga-Damen weitaus schwatzhafter zeigen. Ständig wechselnde Beschwerden, vor allem der Wechsel zwischen körperlichen (Migräne, Nackenschmerz, Rheuma) und psychischen Symptomen wie Jammerstimmung oder Depressionen seit Ausbleiben der Menstruationsblutung können zu Cimicifuga leiten, die schon in allen Potenzen östrogenartige Wirkung zeigte. Cimicifuga (D4/6 - D12) bewährte sich aber nicht nur zur Stimmungsaufhellung in den Wechseljahren, sondern auch bei Wochenbettdepressionen, die ebenfalls auf einen Östrogenabfall zurückgehen.
Doch Hopfen, Raute oder Salbei übernehmen ebenfalls Teilfunktionen der Östrogene und hellen dementsprechend auch die Stimmung auf. Ein typischer Effekt von östrogenähnlich wirkenden Pflanzen ist, daß sie den Geschlechtstrieb der Männer dämpfen und den der Frauen steigern. So war beispielsweise die Raute im Mittelalter verpönt, weil sie bei Frauen "unkeusche Begier weckt". Ähnliches weiß man aus Hopfenanbaugebieten: Während die männlichen Hopfenpflücker abends der Schlafsucht anheimfielen, strömten die Hopfenpflückerinnen in die Nachbarorte aus, um sich zu amüsieren. Aber nicht nur das Triebleben erfährt durch östrogenartige Pflanzen wie Hopfen oder Raute neuen Aufschwung, das ganze Lebensgefühl wird einfach besser, etwa vergleichbar mit dem hormonell bedingten Stimmungshoch rund um den Eisprung herum.

Bei Wechseljahresbeschwerden wirkt Salbei östrogenähnlich, schweißhemmend und nervenstärkend.
Nur wenige Pflanzen bilden aber Hormone, die mit den körpereigenen Östrogenen identisch sind. Der Granatapfel (Punica granatum), Baum der Aphrodite und Symbol der ewigen Jugend, gehört zu den altbekannten Östrogenbildnern. Vor allem in arabischen Ländern verzehrt man Granatapfelkerne seit Urzeiten, "um jung zu bleiben". Die Signatur ist eindeutig: Schneidet man einen Granatapfel in der Mitte durch, dann gleicht die samenreiche Frucht dem Eierstock mit seinen zahlreichen Keimzellen. In den Granatapfelsamen fand man schon vor Jahrzehnten Östron, ein schwach wirksames Östrogen, das mit den in den Keimdrüsen gebildeten weiblichen Hormonen völlig identisch ist und sich durchaus zur Hormonsubstitution eignen würde - bislang werden diese Phytoöstrogene jedoch nicht naturheilkundlich genutzt. Dafür liegen uns inzwischen zahlreiche Berichte von experimentierfreudigen Frauen vor, die aus den frisch zerquetschten Samen einen alkoholischen Auszug angefertigt und diesen dann eingenommen haben. Ergebnis: In der Regel genügen ein- bis zweimal täglich 20 Tropfen der Samentinktur (nicht im Handel!), um psychische Wechseljahrsbeschwerden wie zum Beispiel Stimmungstiefs auszugleichen und nebenbei verschwinden auch körperliche Beschwerden wie Hitzewallungen, sexuelle Unlust oder Scheidentrockenheit.


Der samenreiche Granatapfel, Symbol der Fruchtbarkeit und der ewigen Jugend, erinnert an einen Eierstock mit Keimzellen. Der Apfel der Aphrodite ist eine reichhaltige Quelle pflanzlicher Östrogene - in den Samen fand man reines Östron.

Wenn die Schilddrüse entgleist

Besonders bei heftigen Wechseljahrsbeschwerden lohnt es sich, bei der Therapie auch die Schilddrüse mitzubeachten. Eine latente
Schilddrüsenfehlfunktion geht ab dem Wechsel gerne in manifeste Formen über. Während die Hormonwerte vielleicht noch in der Norm sind,
weist eher die Symptomatik auf die Schilddrüse: Betroffene Frauen klagen vielleicht über spontane Erregungszuständen, Schlafstörungen,
nächtliche Wallungen oder über allgemeine Hitzeempfindlichkeit. Sie leiden gerne unter Beengungsgefühlen und meiden zum Beispiel enge
Räume, enge Kleidung, Aufzüge, usw. Man erkennt die Schilddrüsenpatientin allerdings oft auch an hektischen Flecken, die spontan am Hals
auftauchen. In solchen Fällen zeigt die Schilddrüsenregulation gewöhnlich bessere Wirkung als die Östrogensubstitution. Nicht selten reagieren
Frauen mit Schilddrüsenüberfunktion sogar mit verstärkter Reizbarkeit auf schulmedizinische Östrogengaben. Auch starke Düfte, besonders von
Hopfen, Baldrian und Knoblauch oder auch östrogenisierende Aromaessenzen (z.B. Muskatellersalbei) werden bei Hyperthyreose fast immer
als unangenehm empfunden.
Nun wäre es aber falsch, die Schilddrüse einfach nur zu dämpfen. Das unliebsame Rebound-Phänomen, d.h. die Verstärkung der Symptomatik
nach Absetzen des Mittels, ist von antithyreotropen Heilpflanzen wie dem Wolfstrapp (Lycopus europaeus u. virginicus) lange schon bekannt
und für mich ein Argument, es wiederum zuerst auf anderem Weg zu versuchen. Mit Wolfstrapp behandle ich die Überfunktion nur dann und
meist auch nur vorübergehend, wenn die Patientin derart hormonell entgleist und verwirrt ist, daß sie den therapeutischen Anweisungen nicht
mehr folgen könnte. Beste Heilergebnisse lassen sich dagegen mit dem Schierling (Conium maculatum) erzielen, der sich geradezu als ideale
Unterstützung zur homöopathischen Konstitutionstherapie erwies. Insbesondere die übernervösen Schilddrüsen-Patientinnen, für die vielleicht
Apis mellifica (D12 - D30) oder Lachesis (D12 - D30) in Frage kommt, lassen sich mit Conium-Salbe N (DHU) besänftigen. Die abendliche
Einreibung der Schilddrüse mit Conium-Salbe dämpft die Schilddrüse nicht, sie reguliert sie vielmehr und konnte, langfristig angewandt, auch
schon von jeglicher Schilddrüsen-Medikation befreien. So erlebe es immer wieder, dass Frauen, die solche Einreibungen durchführen,
besser schlafen, viel ruhiger werden und tagsüber konzentrierter sind.

Einige bewährte Firmenmittel für psycho-hormonelle Störungen

Übersicht: Einige hormonell wirksame Pflanzen

• Angelika (Angelica archangelica u. A. sinensis): Erwärmt den ganzen unteren Menschen; v.a. die chinesische Art regt Eisprung und Östrogenproduktion an (Bestandteil chinesischer Frauentees).
• Basilikum (Ocimum basilicum): Mild östrogenartig, regt Eisprung und Libido an. Wurde schon von Paracelsus zur Fruchtbarkeitssteigerung junger Frauen empfohlen.
• Beifuß (Artemisia vulgaris): Regt Östrogen- und Gestagenproduktion an. Teekuren fördern Eisprung, Entschlackung und Menstruation (siehe Text).
• Damiana (Turnera aphrodisiaca): Allgemeines und sexuelles Tonikum der Maya; Tee oder Extrakte regen Eisprung und Libido an (östrogenähnliche Wirkung).
• Färberginster (Genista tinctoria): Genistein wirkt schwach östrogenartig.
• Frauenmantel (Alchemilla vulgaris): Wirkt gestagenartig (siehe Text).
• Ginseng (Panax ginseng): Allg. und sexuelles Tonikum mit leicht östrogenartiger Wirkung.
• Granatapfel (Punica granatum): Enthält im Samen Östron (siehe Text).
• Hopfen (Humulus lupulus): Zubereitungen aus frischen Hopfenzapfen wirken östrogenähnlich; dämpfen den Geschlechtstrieb von Männern und steigern die Libido bei Frauen.
• Koriander (Coriandrum sativum): Eine östrogenartige Wirkung wird schon lange vermutet, bislang fand man noch keine verantwortlichen Stoffe.
• Küchenschelle (Pulsatilla pratensis): Das Füttern von Pulsatilla an Tiere führte laut Madaus zu verfrühter Brunst. Pulsatilla C30 zeigte im Tierversuch progesteronartige Wirkung (siehe Text).
• Leguminosen (Pueraria mirifica): Thailänd. Sexualtonikum; enthält Miröstrol.
• Melisse (Melissa officinalis): Wirkt mild östrogenartig und antithyreotrop.
• Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus): Aufgrund der dopaminergen und prolaktinsenkenden Wirkung tritt ein relativer Gestageneffekt ein (siehe Text).
• Raute (Ruta graveolens): Die östrogenartige Wirkung; dämpft ähnlich wie Hopfen den Geschlechtstrieb der Männer und steigert den der Frauen.
• Rhapontik-Rhabarber (Rheum rhaponticum): Bei Wechseljahrsbeschwerden in Form von Phytoestrol bewährt (enthält Diäthylstilböstrol Rhaponticin; teilsynthetisch; rezeptpflichtig).
• Rosmarin (Rosmarinus officinalis): Regt die Keimdrüsentätigkeit an, wirkt mild aphrodisierend, fördert Eisprung (= östrogenisierend) und Menstruation.
• Salbei (Salvia officinalis): Wirkt östrogenartig und schweißhemmend.
• Schierling (Conium maculatum): Hemmt die Aktivität endokriner Drüsen (siehe Text).
• Silberkerze (Cimicifuga racemosa): Meistgebrauchte Heilpflanze mit östrogenartiger Wirkung.
• Schafgarbe (Achillea millefolium): Wirkt laut Réquena gestagenartig.
• Sonnenblume (Helianthus annuus): In den Blüten fand man östrogenartige wie auch gestagenartig wirkende Substanzen (Madaus).
• Steinsame (Lithospermum officinale): Indianisches Verhütungsmittel; enthält antigonadotrope und prolaktinsenkende Lithospermsäure.
• Tigerlilie (Lilium tigrinum): Die frischen Brutknospen zeigten antiöstrogene Wirkung (Madaus); die relative Gestagenwirkung wird in Form von Mastodynon z.B. bei PMS genutzt.
• Wolfstrapp (Lycopus europaeus u. L. virginicus): Enthält Lithospermsäure mit antithyreotroper und prolaktinsenkender Wirkung (z.B. in Form von Mutellon von Klein).
• Yamswurz (Dioscorea macrostachya): Enthält das Steroidsaponin Diosgenin, das früher für die Pille isoliert wurde. Dioscorea zählt zu den ayurvedischen Heilmitteln bei Sexual- und Hormonproblemen. Bei durch Gelbkörpermangel bedingten Leiden (z.B. Dysmenorrhoe) wird Natural Progesteron Salbe empfohlen (halbsynthetisch; verschreibungspflichtig).
• Agnolyt (Madaus; Agni casti fruct.): Bei Regeltempoanomalien, Mastodynie und PMS. Eignet sich v.a. zur

Beitrag von lockenschopf 22.02.11 - 12:17 Uhr

.....TEIL 2.....

Natürliche Hilfe bei unerfülltem Kinderwunsch
von Margret Madejsky


Bei Unfruchtbarkeit ein Stein der Weisen: das Frauenmänteli ist ein altbewährtes Gebärmuttertonikum der Volksmedizin. Das Kraut regt den Eisprung an, reguliert die Hormone und hilft bei Neigung zu Fehlgeburt.
Schätzungen zufolge bleibt etwa jedes sechste Paar ungewollt kinderlos. Für betroffene Paare wird der unerfüllte Kinderwunsch mitunter zur Zerreißprobe. Von Monat zu Monat wird dem freudigen Ereignis entgegengefiebert, bis das Regelblut zeigt, dass es wieder nicht geklappt hat. Nicht selten wird jahrelang die Lebensplanung auf den Eisprung ausgerichtet. Früher oder später sind Frust, Tränen, Selbstwertmangel und Zweifel an der Partnerschaft die Folge. 2001 mündete der Weg von etwa 3100 Schweizer Paaren in die Reproduktionsmedizin - Tendenz steigend. Viele glauben, dass Ihnen nur noch die modernste Medizin helfen könne, doch für Körper und Seele erweist sich die Reproduktionsmedizin als sehr belastend. Die Hormone, etwa Clomifen zur Auslösung des Eisprungs, können in Einzelfällen nicht nur die Eizellen zur Reifung bringen, sondern auch Myome oder Zysten wachsen lassen. So erging es zum Beispiel jener Frau, die ein kleines Myom hatte, und sich auf ärztliches Anraten hin auf eine Hormontherapie einließ. Durch die hormonelle Stimulation wuchs das Myom und musste einige Wochen später entfernt werden - inzwischen wog es 1,7 kg!
Abgesehen von den gesundheitlichen Risiken für die Frau, bleiben die Hormontherapien auch für deren Kinder nicht ohne Folgen: Wissenschaftler fanden heraus, dass durch In-Vitro-Fertilisation (IVF) erzeugte Kinder häufiger an Netzhauttumoren, an Skelettwachstumsstörungen und an Fehlbildungen innerer Organe leiden. Auch kommt es im Rahmen solcher Therapien häufiger zu Mehrlings- und Frühgeburten. Das heißt im Klartext: Die Reproduktionsmedizin steckt noch in den Kinderschuhen und Paare, die sich darauf einlassen, sind bessere Versuchskaninchen. Man bedenke, dass die Reproduktionsmedizin erst wenige Jahrzehnte alt ist. Das erste IVF- Kind ist heute gerade mal 25 Jahre alt.

Als Osterblume kündigt die Küchenschelle die Rückkehr der Vegetationsgeister an, in der Homöopathie gilt Pulsatilla als eines der besten Fruchtbarkeitsmittel.
Dagegen begleiten Heilpflanzen den Menschen seit Jahrtausenden. Im Gegensatz zur schulmedizinischen Hormonbehandlung, macht eine naturheilkundliche Fruchtbarkeitssteigerung, etwa mit pflanzlichen und homöopathischen Arzneien in jedem Fall gesünder und auch die Erfolge sprechen für sich. Selbst bei jahrelangem Kinderwunsch haben sich Entgiftungskuren, Entsäuerung sowie die gezielte Anwendung hormonell regulierender Heilpflanzen und homöopathischer Arzneien bewährt.
Einen Hauptgrund für die sinkende Fruchtbarkeit sehen Fachleute in dem steigenden Alter der Frauen mit Kinderwunsch. Immer mehr Frauen machen erst Karriere und wollen dann schwanger werden. Doch mit zunehmendem Alter werden die Eisprünge seltener, so dass die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis stetig sinkt: Statistisch gesehen muss es eine 20-Jährige, die schwanger werden will, im Durchschnitt fünf Zyklen lang probieren, eine 40-Jährige braucht bereits 20 Zyklen. Doch in vielen Fällen lässt sich der Eisprung mit Naturarzneien anregen. Bewährt haben sich zum Beispiel Teekuren mit Beifuss (Artemisia vulgaris). Beifusstee regt die hormonelle Achse an und ist angezeigt, wenn etwa nach Antibabypille die Regelblutung ins Stocken geraten ist. Am besten kombiniert man das Kraut der Mondgöttin Artemis mit anderen hormonell stimulierenden Heilpflanzen wie Damiana und Rosmarin und trinkt ab Ausklingen der Monatsblutung bis zum Eisprung täglich einen halben Liter. Der Erfolg solcher Teekuren macht sich nicht selten durch ein gesteigertes Wohlbefinden und vermehrte Lust bemerkbar.
Auch der Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) gilt seit Urzeiten als Symbolpflanze der Fruchtbarkeit. Das becherförmige Blatt mit der glitzernden Wasserperle in der Mitte wurde stets mit dem Geburtsschoß verglichen und dieser Signatur wegen unterstellte man die Pflanze den Fruchtbarkeitsgöttinnen: Bei den Germanen war sie das Attribut der Frigga, bei den Römern hieß das Kraut Venusmantel und im Christentum wurde es als Marienmantel zur Symbolpflanze der unbefleckten Empfängnis. Kräuterkundige schätzen das Frauenmänteli bis heute als Gebärmuttertonikum und Universalmittel bei Frauenleiden. Vor allem Zubereitungen aus der frischen, blühenden Pflanze (z.B. Alchemilla Urtinktur von Alcea) regen den Eisprung an, kräftigen die Gebärmutter, verbessern die Gelbkörperhormonproduktion und lindern Regelkrämpfe. Der Schweizer Kräuterpfarrer Künzli lobte das edle Rosengewächs einst bei Neigung zu Fehlgeburt wie auch zur Verhütung des Wochenbettfiebers.

Agnus castus (Mönchspfeffer) wurde einst von Nonnen und Mönchen als triebdämpfender Pfefferersatz in die Speisen getan. Heute reguliert man mit der Symbolpflanze der Keuschheit den Gelbkörperspiegel.
Die Homöopathie verfügt ebenfalls über zahlreiche Arzneien für die Fruchtbarkeit. Mit dem rechten Mittel kann man das Clomifen der Reproduktionsmedizin, in der Schweiz besser unter den Namen "Clomid" oder "Serophene" bekannt, durchaus ersetzen. Zum Beispiel lässt sich der Eisprung mit Hilfe von homöopathisch aufbereitetem Kupfer anregen. Der Trick stammt aus der Tiermedizin: Wenn die Kuh nicht stierig werden wollte, dann gaben die Bauern den Tieren einst Storchschnabelkraut zusammen mit Kupferfeile ins Futter - und, was der Kuh hilft, das hilft dem Menschen oftmals auch ... Heute ist gefeiltes Kupfer wegen des giftigen Grünspans nicht mehr empfehlenswert, aber das homöopathische Kupfer ist eines der wichtigsten Mittel in der Frauenheilkunde. Es regt die Nieren an und verbessert die Eisenverwertung. Außerdem ordnet man Kupfer astrologisch der Venus zu. Daher steigert eine mehrwöchige Kur, etwa mit Cuprum metallicum D6 nicht nur die Fruchtbarkeit, sondern auch die Lust und wirkt nebenbei noch krampflösend.
Ein weiteres Wundermittel für die Fruchtbarkeit ist Pulsatilla. In der Homöopathie zählt Pulsatilla, die Küchenschelle, zu den wichtigsten Frauenmitteln. Als Typenmittel passt es besonders gut zu blonden, blauäugigen und sanftmütigen Frauen, die tränenreich sind und vor der Regel unter Brustspannen, Bauchauftreibung und Stimmungsschwankungen leiden. Aber egal ob blond oder brünett: Pulsatilla D6 kann, in der ersten Zyklushälfte eingenommen den Eisprung anregen. Die homöopathisch aufbereitete Küchenschelle wirkt auch einer weiteren häufigen Ursache der Unfruchtbarkeit entgegen: dem Gelbkörpermangel. Hinweise auf eine Gelbkörperschwäche sind prämenstruelle Beschwerden wie Brustspannen oder Stimmungsschwankungen, Regelkrämpfe bei fetzig-klumpigem Blut sowie ein zögerlicher Temperaturanstieg nach dem Eisprung und eine kurze Gelbkörperphase.
Zweifelsohne haben die von Schulmedizinern verordneten Medikamente, etwa Progesteron, vielen Frauen geholfen. Doch für manche Frauen sind solche Hormonpräparate eine Tortur: Zu den häufig genannten Nebenwirkungen gehören Gewichtszunahme, Brustschmerzen, Depressionen und sexuelle Unlust. Pflanzliche Arzneien können mitunter ebenfalls zu Unlust führen, aber meistens sind sie weit verträglicher als schulmedizinische Hormone. Daher weichen Gynäkologen bei Gelbkörpermangel immer häufiger auf Agnus castus aus, ein Eisenkrautgewächs, das auch Mönchspfeffer oder Keuschlamm heißt, weil es einst als triebdämpfendes Mittel von Mönchen wie Nonnen gebraucht wurde. Untersuchungen zufolge reguliert das alte Mönchsmittel den Gelbkörperspiegel und senkt auch das erhöhte Prolaktin. Mönchspfeffer sollte jedoch nur gezielt angewendet werden bei Frauen, die zu häufig oder zu stark bluten, und die nachweislich unter Gelbkörpermangel oder erhöhtem Prolaktin leiden. Denn eine schwache oder seltene Regel kann durch Agnus castus unterdrückt werden.
Damit sind wir mit dem Kräuterlatein noch lange nicht am Ende, denn auch das Frauenmänteli und die Schafgarbe regulieren, zum Beispiel als Tee getrunken, die Gelbkörperhormone und fördern somit Empfängnis und Einnistung der befruchteten Eizelle. Doch die beste Arznei kann nicht helfen, wenn man durch falsche Lebensweise der Fruchtbarkeit den Boden nimmt. Vor allem Genussgifte wie Kaffee, Nikotin oder Alkohol sowie Dauerstress sind Gift für den Gelbkörper!
Meist ist die Unfruchtbarkeit jedoch ein multifaktorielles Geschehen, das heißt, bei vielen Paaren wirken sich drei bis vier Ursachen gleichzeitig hemmend auf die Empfängnis aus. Nicht selten treffen ein verfrühter Eisprung bei unreifer Eizelle mit einem Gelbkörpermangel und einem spermienfeindlichen Scheidenmilieu zusammen. In vielen Fällen kommen noch erschwerende Faktoren von Seiten des Mannes hinzu.



Weil der Stinkende Storchschnabel die Fruchtbarkeit steigert, nennt man ihn im Volksmund "Kindsmacher". Die Schafgarbe gehört zu den hormonell regulierenden Frauenkräutern.
Entgegen der landläufigen Meinung tickt die biologische Uhr nämlich auch für Männer, denn mit dem Alter sinken Spermienzahl und Qualität. Wissenschaftler fanden heraus, dass die Samenzellen ab dem 35. Lebensjahr häufiger Defekte aufweisen und führen dies auf ein Nachlassen des Immunsystems zurück, das funktionsuntüchtige Samenzellen normalerweise beseitigen würde. Neben dem natürlichen Alterungsprozess können sich wiederum Stress, Genuss- oder Umweltgifte oder eine sitzende Lebensweise negativ auswirken.
Wenn Anzahl und Beweglichkeit der Spermien gesteigert werden sollen, dann empfehlen sich zunächst Kuren mit Vitamin E und Zink sowie der tägliche Genuss von Brennnesselsamen. In den Alpenländern weiß man(n) das schon lange: Die alten Leute, die etwas von den Pflanzen verstehen, essen täglich Brennnesselsamen, um ihre Gesundheit und Potenz zu erhalten. Eine Pflanze, die derart fruchtbar und zäh ist wie die Brennnessel, überträgt ihre Heilkräfte eben auch auf den Menschen. Auch Kürbiskerne oder Pastinakwurzel sollten auf den Speiseplan, denn diese Nahrungspflanzen wirken sich günstig auf Fruchtbarkeit und Potenz aus.
Immerhin gehen Gynäkologen davon aus, dass die Ursachen der Unfruchtbarkeit in etwa 40 Prozent beim Mann liegen. Bei Männern tauchen in der Krankengeschichte vielleicht Mumps, Hodenkrampfadern, latente Amalgam-, Blei- oder Pestizidvergiftungen auf, welche die Fruchtbarkeit einschränken. In vielen Fällen kann hier jedoch eine gezielte Anwendung von Heilpflanzen und Homöopathie durch erfahrene Naturheilpraktiker oder Umweltmediziner helfen. Auf keinen Fall sollten sich die betroffenen Paare und deren Therapeuten damit zufrieden geben, wenn es heißt, gynäkologisch sei alles in Ordnung oder die Ursache liege klar bei der Frau oder beim Mann. Denn Erfolg hat nur die Behandlung, die auf alle Ursachen abgestimmt ist!

Storchschnabelwein für die Fruchtbarkeit
Weil der Storchschnabel die Fruchtbarkeit von Mensch und Tier zu steigern vermag, heißt das Kraut im Volksmund "Kindsmacher". Damit einem der Storch ins Bein beißt, sollte man aus dem Kraut einen Wein zubereiten.
So wirds gemacht:
Zwei Handvoll blühendes Storchschnabelkraut gesäubert und grob zerkleinert in einen Topf geben und mit 0,7 Liter Weißwein übergießen. Das Ganze auf dem Herd erhitzen und etwa drei Minuten köcheln, dann vom Herd nehmen und abgedeckt abkühlen lassen. Im lauwarmen Zustand noch einen Esslöffel Bienenhonig unterrühren, den Heilwein in die saubere Flasche zurückfüllen und kühl aufbewahren. Zwei Mal täglich ein Glas (ca. 100 ml) vor dem Essen.

Der Nestreinigungstee
2 Teile Brennnesselblätter
2 Teile Goldrutenkraut
3 Teile Gundelrebenkraut
3 Teile Frauenmantelkraut
2 Teile Schafgarbenblüten
1 Teil Stiefmütterchen
2 Teile Storchschnabel
3 Teile Taubnesselkraut mit Blüten
Alle Kräuter mischen und zwei Teelöffel der Mischung mit etwa 200 ml kochendem Wasser überbrühen, cirka 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und mindestens vier Wochen lang täglich drei Tassen trinken.
(Rezept aus "ALCHEMILLA - Eine ganzheitliche Kräuterheilkunde für Frauen" Margret Madejsky, Goldmann Verlag, München 2000)

Bewährte Naturarzneien bei Kinderwunsch:
Bei Neigung zu Fehlgeburt:
Folsäure: Einen Folsäuremangel sollte man unbedingt vor der Schwangerschaft beheben. Alchemilla Urtinktur von ALCEA: Zwei Mal täglich 7 Tropfen bis zum Abstillen.
Corpus luteum D6 von Staufen-Pharma: Zwei Mal täglich 5 bis 10 Globuli; bei erfolgter Empfängnis sollte das Mittel die gesamte Schwangerschaft über eingenommen werden.
Kalium carbonicum D6: Zwei Mal täglich 5 bis 10 Globuli. Das Mittel ist bei ziehenden Rückenschmerzen sowie bei Neigung zu Fehlgeburt in den ersten drei Monaten angezeigt.
Bryophyllum 50% Pulver von Weleda: Bewährt sind zwei Mal täglich eine Messerspitze, um frühzeitiger Wehentätigkeit entgegenzuwirken.
Bei Gelbkörperschwäche:
Agnus castus: Bewährt hat sich kurmäßige Einnahme von Agnus castus-Präparaten über zwei bis drei Monate hinweg (weiteres siehe Text).
Alchemilla Urtinktur von Alcea: Zwei Mal täglich 7 Tropfen (siehe oben).
Corpus luteum D6 von Staufen-Pharma: Zwei Mal täglich 5 bis 10 Globuli (siehe oben).
Pulsatilla D12: Zwei Mal täglich 5 Globuli; das Mittel ist vor allem bei Gelbkörperschwäche mit Brustschwellung und Stimmungsschwankungen vor der Regel angezeigt.
Zur Anregung des Eisprungs:
Alchemilla Urtinktur von ALCEA: Bewährtes Frauentonikum; zwei Mal täglich 7 Tropfen.
Argentum metallicum D6: Zwei Mal täglich 10 Globuli in der ersten Zyklushälfte. Das Mittel kann bei frühzeitig eingetretenen Wechseljahren sowie bei Unterfunktion der Eierstöcke hilfreich sein. Achtung: Nicht bei Myom oder Zysten einnehmen!
Cuprum metallicum D6: Zwei Mal täglich 10 Globuli in der ersten Zyklushälfte (siehe Text).
Follikelhormon synth. D12 von Staufen-Pharma: Bewährt hat sich die gezielte Einnahme zur Anregung des Eisprungs am 8., 10. und 12. Zyklustag morgens nüchtern 10 Globuli.
Jodum D6: Zwei Mal täglich 10 Globuli. Nicht bei Schilddrüsenüberfunktion einnehmen!
Pulsatilla D6: Zwei Mal täglich 10 Globuli rund um den errechneten Eisprungstermin.
Bei Sperma-Allergie:
Urtica Urtinktur von Alcea: Zwei Mal täglich 5 Tropfen. Das Mittel sollte bei Allergien viele Wochen lang eingenommen werden; eine billigere Alternative wäre frischer Brennnesseltee.
Calcium carbonicum D6: Zwei Mal täglich 10 bis 15 Globuli. Das Mittel kann prinzipiell jede Allergiebehandlung unterstützen, es sollte jedoch lange Zeit eingenommen werden.
Histaminum D12 von Staufen-Pharma: Längerfristig ein bis zwei Mal täglich 5 Globuli.
Außerdem ist es bei Allergien sinnvoll, Stress zu reduzieren, den Körper zu entgiften (z.B. Frühjahrskur), eine Eigenblutbehandlung durchzuführen und sich eiweißarm zu ernähren.
Bei Entzündungen:
Lokaltherapie mit Knoblauch: 7 bis 14 Tage lang jeden Abend eine geschälte Knoblauchzehe in die Scheide einführen und morgens wieder entfernen.
Medorrhinum D30: Zunächst nur einmalig morgens nüchtern 10 Globuli im Mund zergehen lassen - sehr reaktionsfreudige Arznei, sollte daher nur in Absprache mit erfahrenen Homöopathen eingenommen werden.
Siehe Teemischung zur Nestsäuberung!
Bei Übersäuerung:
Alkala N Pulver von Sanum: Bewährt hat sich die sechs bis acht Wochen-Kur, wobei morgens nüchtern ein Messlöffel in Wasser eingenommen wird. Während dieser Kur sollten säuernde Nahrungsmittel wie Zucker, Fleisch, Alkohol und Kaffee reduziert werden.
Natriumbikarbonat: Bei saurem Scheidenmilieu kann man einen Teelöffel Natriumbikarbonat in 100 ml Wasser auflösen und mit Hilfe einer Einmalspritze kurz vor dem Geschlechtsverkehr zur Scheidenspülung gebraucht werden. Achtung: Nicht bei Entzündungen anwenden!
Zur Anregung der Spermienbildung:
Argentum metallicum D6: Zwei Mal täglich 10 Globuli zur Anregung der Keimdrüsen.
Brennnesselsamen: Zwei Mal täglich ein Esslöffel auf Brot, im Salat oder pur einnehmen.
Vitamin E: Lassen Sie sich vom Apotheker ein Präparat empfehlen.
Zink: Ein Mangel führt zu verminderter Spermienproduktion, betroffen sind vor allem Diabetiker und Vegetarier. Lassen Sie sich vom Apotheker ein Präparat empfehlen.
Außerdem sollten Genussgifte wie Alkohol, Kaffee oder Nikotin reduziert werden. Ferner hilft viel Bewegung, da die Hoden bei sitzender Lebensweise überwärmt werden und weniger Spermien bilden. Die gezielte naturheilkundliche Behandlung von Verdauungs-, Leber- oder Nierenschwäche kann ebenfalls die Spermienbildung verbessern.
Außerdem kann folgende Teemischung förderlich sein: Angelika-, Brennnessel- und Liebstöckelwurzel mit Männertreu und Pastinakwurzel zu gleichen Teilen mischen. Zwei Teelöffel pro Tasse heiß überbrühen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen; mindestens sechs Wochen lang täglich zwei Tassen.

Checkliste Fruchtbarkeit

Folgende Untersuchungen sind anzuraten, um den Ursachen von ungewollter Kinderlosigkeit auf den Grund zu gehen:

Temperaturkurven:
Die täglich zum gleichen Zeitpunkt gemessene Temperatur zeigt, ob ein Eisprung stattgefunden hat und ob die Gelbkörperhormone stimmen. Wenn die Temperatur in der zweiten Zyklushälfte nicht ansteigt, spricht man von einem anovulatorischen Zyklus, was bedeutet, dass der Eisprung angeregt werden muss. Wenn die Temperatur nur acht oder zehn Tage über 36,9 Grad bleibt, kann dies auf einen Gelbkörpermangel hinweisen.
Gynäkologische Untersuchung:
Eine Untersuchung auf Bakterien, Pilze und Entzündungen sollte stets erfolgen, da bereits geringe entzündliche Prozesse ein spermienfeindliches Milieu schaffen. Wenn es heißt, gynäkologisch sei alles in Ordnung, dann bedeutet das leider nicht, dass nicht doch eine Entzündung vorliegt. Bestimmte Infektionen (z.B. Chlamydien oder Gardnerellen) werden oft nicht ernst genommen oder können nur durch Anlegen einer Kultur nachgewiesen werden. Erschwerend auf die Empfängnis wirken sich auch Eileiterverklebungen, Gebärmutterverlagerung, Myome oder Zysten aus.
Hormonstatus:
Neben den Schilddrüsen- (TSH, T3) und Hypophysenwerten (FSH, LH) sind folgende Hormone für die Fruchtbarkeit wichtig:
Progesteron = Gelbkörperhormon; eine Gelbkörperschwäche erschwert das Einnisten der befruchteten Eizelle und erhöht die Neigung zu Fehlgeburt.
Östrogen = weibliche Sexualhormone; ein Mangel kommt unter anderem bei älteren Frauen, bei frühzeitigem Klimakterium oder bei Unterfunktion der Eierstöcke vor.
Testosteron = männliche Sexualhormone; ein erhöhter Wert spricht für eine Unterfunktion der Eierstöcke und kommt unter anderen bei Zysten vor (z.B. PCO-Syndrom).
Prolaktin = Milchbildungshormon; kann durch Stress oder bei Unterfunktion der Schilddrüse erhöht sein und bringt Zyklus sowie Eisprung durcheinander.
Postcoital-Test:
Dieser Test heißt auch Sims-Huhner-Test. Er wird rund um den Eisprung und bis zu 12 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr durchgeführt. Dabei wird Schleim vom Muttermund genommen und mikroskopisch untersucht, ob und wie viele bewegliche Spermien vorhanden sind. Der Test liefert Hinweise auf Unfruchtbarkeit des Mannes oder auf ein ungesundes Scheidenmilieu oder erhärtet den Verdacht auf eine mögliche Sperma-Allergie.
Spermiogramm:
Nach zwei bis sieben Tagen Karenz wird das Ejakulat des Mannes mikroskopisch untersucht. Normal wäre ein Volumen von mehr als 2 ml, bei einem pH-Wert von ca. 7,2, bei einer Gesamtspermienzahl von mehr als 40 Millionen, wobei mehr als 50 Prozent der Spermien beweglich sein sollten. Die Ergebnisse unterliegen Schwankungen, bspw. durch Stress, Genussmittel, Umweltgifte oder Medikamente. Nebenbei liefert ein Spermiogramm Hinweise auf Entzündungen oder Erkrankungen von Hoden und Prostata.

Unterstützende Homöopathie Für die Frau

Alchimella Urtinktur - regt Eisprung und Gelbkörperhormonproduktion an
beugt gegen Wochenbettfieber vor, Bei Neigung zu Fehlgeburt - 2 mal tägl. 7 Tropfen bis zum Abstillen

Beifuß - Als Tee z.B. bei Ungleichgewicht nach Pillen Einnahme

Bryophyllum50 %- regt die Gelbkörperhormonproduktion an , wirkt Fehlgeburten entgegen , unterdrückt vorzeitige Wehen
Bei Kinderwunsch in der zweiten Zykluhälfte 1 mal tägl. 1 MSP
Bei Neigung zu Fehlgebuten - bis zur 15. Woche 2 mal tägl. 1 Msp .

Cuprum Metallicum D6 - Homöopathisches Kupfer steigert die Fruchtbarkeit und die Lust , 2 mal tägl. 10 Globuli in der ersten Zyklushälfte

Corpus Luteum D6- 2 mal tägl. . 5 - 10 Globuli bis zur 15 .Woche , bei Gelbkörperhormonschwäche

Frauenmäntli und Scharfgarbe - Als Tee fördert Empfängnis und Einnistung des befruchteten Eis

Folikelhormon Synth D 12.- am 8 . 10. 12 . Zyklustag nüchtern 10 Globuli , Nicht bei Schilddrüsenüberfunktion !!

Mönchspfeffer - nur bei Frauen mit nachgewiesener Gelbkörperhormonschwäche , also bei Häufiger oder Starker Blutung

Pulsatilla D 12 - regt den Eisprung an , hilft bei der Gerlbkörperhomonproduktion 2 mal tägl. 5 Globuli

Storchschnabel - 2 hand voll blühender Storchschnabel , gesäubert und zerkleinert mit 0,7 l Weißwein 3 min aufkochen , abkühlen lassen , 1 EL Bienenhonig zugeben , vor dem Essen 2 mal tägl. 100 ml trinken . Kühl aufbewahren . Wirkt sehr Fruchtbarkeitsfördernd .( siehe Foto )

Der Nestreinigungstee
• 2 Teile Brennesselblätter
• 2 Teile Goldrutenkraut
• 3 Teile Gundelrebenkraut
• 3 Teile Frauenmantelkraut
• 2 Teile Schafgarbenblüten
• 1 Teil Stiefmütterchen
• 2 Teile Storchschnabel
• 3 Teile Taubnesselkraut mit Blüten
Alle Kräuter mischen und zwei Teelöffel der Mischung mit etwa 200 ml kochendem Wasser überbrühen, cirka 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und mindestens vier Wochen lang täglich drei Tassen trinken.

Für Männer
Vitamin E , Zink , Selen als Kur fördern die Spermineproduktion
Brennesselsamen - tägl. genommen regt die Produktion von Spermien an
Teemischung
Angelika-, Brennessel- und Liebstöckelwurzel mit Männertreu und Pastinakwurzel zu gleichen Teilen mischen. Zwei Teelöffel pro Tasse heiß überbrühen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen; mindestens sechs Wochen lang täglich zwei Tassen

Post-Pill-Syndrom Anregungen zur Behandlung von Folgeschäden der Antibabypille von Margret Madejsky

Der Siegeszug der Antibabypille
Der erste Ovulationshemmer, "Anovular", eroberte Anfang der siebziger Jahre den europäischen Markt und führte trotz der damals noch weitreichenden Nebenwirkungen zu einer wahren Reformation der Kontrazeptionspraxis. Die Frau, die vor der "Pillen-Ära" noch die Folgen von vorehelichem Geschlechtsverkehr weitgehend alleine tragen mußte, hatte nun ein Kontrazeptivum an der Hand, das sie mit großer Sicherheit vor ungewollter Schwangerschaft und vor dem damit verbundenen sozialen Abstieg oder den gesundheitlichen Risiken einer Abtreibung bewahrte.
In wenigen Jahrzehnten verdrängte die Pille zunehmend die anderen, bis dahin üblichen Verhütungsmethoden. Bereits 1984 haben in der ehemaligen BRD schätzungsweise vier Millionen Frauen, d.h. ca. 32% aller Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter die Pille eingenommen und heute geht man von knapp 50% aus.
Der Preis der Freiheit
Daß die hormonellen Kontrazeptiva mit Nebenwirkungen behaftet sind, wußte man schon immer. Die Antibabypille wurde daher stetig weiterentwickelt. Durch geringere Dosierungen und zyklusgerechtere Zusammensetzung wurden Pillenpausen, die dem Hormonsystem eine Regeneration von den hochdosierten synthetischen Hormonen ermöglichen sollten, schließlich scheinbar überflüssig.
Doch trotz aller Bemühungen ist die Liste der Nebenwirkungen lang geblieben. Aber selbst auf den zwei DIN A 4 Seiten, die diese in der "Roten Liste" (O 10) in Anspruch nimmt, bleiben Folgeschäden, die auch nach Absetzen der Pille noch weiterbestehen könnten, unerwähnt.
Nach Absetzen der modernen Ovulationshemmer kommt es laut den Statistiken nur noch in 1-2 Prozent (= von vielen Millionen Frauen!) zu einer länger als sechs Monate dauernden Amenorrhoe und diese soll auch nur bei entsprechender Disposition mit der Pille in Verbindung gebracht werden können. Als prädisponiert für eine sogenannte "Post-pill-Amenorrhoe" (=Over-Suppression-Syndrom) gelten vor allem Frauen mit verzögerter Menarche, Oligomenorrhoe, Corpus-luteum-Insuffizienz, anovulatorischen Zyklen und untergewichtige Frauen oder solche, die unter Anorexia nervosa leiden.
Gewiß ist die monatelange Amenorrhoe nach Pillen-Abusus als besonders schwerwiegende Folgeerscheinung relativ selten. Bei einer gesunden Frau normalisiert sich der Zyklus nach Absetzen der Pille im Allgemeinen nach ein bis drei Monaten wieder.
Da aber der höchste Prozentsatz der Pillenkonsumentinnen mit bis zu 75% in der Altersgruppe unter 20 Jahren liegt, sind entsprechend viele "für Folgeschäden Prädisponierte" darunter. Die meisten Fälle von Anorexia nervosa treten in der Altersgruppe unter 20 Jahren auf. Und viele junge Frauen steigen schon im 16. Lebensjahr in den "hormonellen Teufelskreis" ein, ohne bis dahin einen eingespielten Zyklus zu haben.
Am häufigsten suchen Frauen naturheilkundliche Hilfe, die nach Pillenabusus ungewollt kinderlos bleiben oder unter Zyklusstörungen (bspw. A-, Hypo-, Oligomenorrhoe oder prämenstruelles Syndrom) leiden. Gerade bei der ungewollten Kinderlosigkeit - bei der es sich meist um ein multifaktorielles Geschehen handelt - taucht erstaunlich häufig der frühzeitige und oft langfristige Pillen-Abusus als eine mögliche Ursache in der Anamnese auf.
Nach Döring (s. Literaturverzeichnis) werden rund 80% der Frauen mit Kinderwunsch innerhalb von sechs Monaten nach Absetzen der Pille schwanger. Allerdings werden ca. 10% auch ein Jahr nach Absetzen der Pille noch nicht schwanger und die Frauen, die zu diesen 10% gehören, berichten dann nicht selten, daß sich ihr Zyklus nach der Pille nie wieder richtig erholt habe.

Ein ganzheitliches Behandlungskonzept
Wenn das weibliche Hormonsystem nach der Pille wieder aus dem Tiefschlaf erweckt werden soll, dann muß die kausale Therapie genau dort angreifen, wo die Pille den Organismus beeinflußt hat: auf allen Ebenen gleichzeitig!
Nicht alle Patientinnen zeigen das Vollbild des Post-pill-Syndroms mit hypophysär bedingten Zyklusschwankungen, prämenstruellen Beschwerden, geschädigter Leber und chronisch-rezidivierenden Schleimhautinfektionen (Soor, Trichomoniasis).
Daher müssen auch nicht alle Frauen mit allen Mitteln behandelt werden.
Aber es lohnt sich, für einige chronische Fälle ein umfassendes Therapieprogramm zu erstellen, das im Einzelfall dem individuellen Beschwerdebild angepaßt werden kann.
Isopathie: "Gleiches mit Gleichem"
Nach diesem isopathischen Grundsatz erfolgt die Verordnung von krankheitsauslösenden Erregern oder auch Stoffen. In unserem Fall ist die Antibabypille, die sich aus synthetischen Östrogenen und Gestagenen zusammensetzt, die Ursache und die Nosode "Oestro/Gesta.-Comb." (von Staufen-Pharma) folglich das Mittel der Wahl.
Ähnlich wie in der Homöopathie wird also eine Arznei verabreicht, die in "größeren Mengen" die Beschwerden verursachen könnte, die sie in "homöopathischen Dosen" beheben soll. Man sollte aber unbedingt beachten, daß die physiologischen Hormonkonzentrationen im Körper sich im Bereich einer zwölften Dezimalpotenz bewegen, so daß nur die Hochpotenzen für die Behandlung von Folge-schäden der Antibabypille von Interesse sein können.
Am häufigsten habe ich die D30 über mehrere Wochen hinweg verordnet und je nach Reaktionslage der Patientin ein bis drei Mal pro Woche eine Dosis verabreicht.
Die Nosode Oestro-Gesta ist in ihrer Wirkung ein sanftes Hormonregulans, das man prinzipiell bei allen Beschwerden versuchen kann, die sich auf die Pille zurückführen lassen. Zum Beispiel empfiehlt Schlüren (s. Literaturverzeichnis) bei "Frigidität durch Antibabypille" alle 14 Tage eine Injektion von Oestro-Gesta D30. Aber auch bei vaginaler Candidose wird es von einigen Gynäkologen neben der antibiotischen Lokaltherapie mit Knoblauchzehen verordnet.
In mittleren Potenzen und häufigeren Gaben hat sich Östro-Gesta auch bei klimakterischen Hitzewallungen bewährt. Auch das verfrühte oder erschwerte Klimakterium ist ein Problem, das unter den Frauen, die jahrelang mit der Pille verhütet haben, häufiger zu sein scheint.
Interessant ist in diesem Zusammenhang der Fall eines Heilpraktikers (!), der, als er unter nervösen Schweißausbrüchen litt, die Nosode Östro-Gesta sozusagen als "Simile" einnahm. Eine einmalige Dosis der Hochpotenz verschaffte ihm sofortige und anhaltende Erleichterung!
Es bleibt abzuwarten, ob nicht gerade diese Nosode noch einmal zu einem Konstitutionsmittel avancieren wird. Noch ist die Antibabypille mit 35 Jahren relativ "jung" und es existieren folglich auch keine Studien über Langzeitfolgen, die auch die "Post-pill-Generation" erfassen würden. Die meisten Studien erstrecken sich nur über einige Jahre, so daß wir es im Grunde mit einem der größten laufenden Arzneiversuche zu tun haben, dessen endgültige Ergebnisse noch ausstehen.

Homöopathie: "Ähnliches mit Ähnlichem"
Wenn Frauen nach Absetzen der Pille Zyklusstörungen haben und ungewollt kinderlos bleiben, dann werden ihnen meist Präparate mit Mönchspfefferfrüchten (= Keuschlamm, Agnus castus) verordnet.
Bei der Verordnung von Agnus castus sollte man aber sein genaues Wirkungsbild beachten!
Der Mönchspfeffer wurde Jahrhunderte lang von Mönchen zur Dämpfung ihres Geschlechtstriebes gebraucht, denn er machte sie "keusch" wie ein "Lamm". Diese geschlechtstriebdämpfende Wirkung haben die meist recht hochdosierten Mönchspfeffer-Präparate allerdings auch auf die Frau, was als unerwünschte Nebenwirkung insbesondere bei unerfülltem Kinderwunsch ein zusätzliches Hindernis darstellen kann.
Weniger bekannt ist die Tatsache, daß Mönchspfeffer eine der am stärksten die Menstruation verzögernden Pflanzen ist. Nach Madaus (s. Literaturverzeichnis) kann es durch Mönchspfeffer zu einer Verzögerung der Menstruation um bis zu fünf Tage kommen. Mit der üblichen phytotherapeutischen Anwendung kann eine Zyklusregulierung folglich nur bei der Polymenorrhoe erreicht werden, wohingegen die nach der Pille häufiger zu beobachtende Oligomenorrhoe eine Kontraindikation darstellt.
Beim Post-pill-Syndrom wird die Verordnung homöopathischer Tiefpotenzen, die bereits einen gewissen Umkehreffekt zeigen, daher zweifelsohne erfolgreicher sein.
Mit der sechsten Dezimalpotenz konnte ich eine schnellere und deutlichere Zyklusregulierung erreichen, als sie mit der in einigen Fällen vorangegangenen Einnahme der üblichen Mönchspfefferextrakte zu erzielen war. Auf diese Weise ließen sich auch die Nebenwirkungen (Libidoverlust, Urtikaria) vermeiden. Erfahrungsgemäß zeigt auch Agnus castus D6 noch die zyklusregulierende Wirkung, so daß sich die Verordnung beim Prämenstruellen Syndrom mit Brustschwellung, Depression und Akne vor der Periode bewährt hat.
Ein ebenso wertvolles und viel gebrauchtes Homöopathikum ist auch Pulsatilla, die Kuhschelle. Den meisten dürfte Pulsatilla als Polychrest bei Frauenleiden mit starken Stimmungsschwankungen bekannt sein. Die Launen und die Beschwerden der Frau, für die Pulsatilla als Konstitutionsmittel in Frage kommt, wechseln entsprechend ihrer Blütezeit so, wie man es vom typischen Aprilwetter erwartet.
Pulsatilla hat dieselbe Macht wie die Pille, denn sie kann unfruchtbar machen. Schon der Volksmund sagte von ihr, man dürfe sie nicht über die Schwelle ins Haus bringen, weil sonst die Hühner keine Eier mehr legen würden und das, obwohl sie zu den ansonsten im Volke hochverehrten allerersten Blütenpflanzen des Frühlings gehört. Nach Rhighetti (s. Literaturverzeichnis) wurde Pulsatilla C1000 an trächtigen Albinoratten als Interzeptivum, d.h. als homöopathische "Morning-After-Pille" getestet. Das Ergebnis der Untersuchung läßt auf eine Revolutionierung der Geburtenregelung hoffen: ausnahmslos bei allen Ratten, die ihre Dosis rechtzeitig bekamen, wurden die Embryonen von der Schleimhaut resorbiert.
Die homöopathische Pulsatilla ist vor allem in den Fällen von Unfruchtbarkeit angezeigt, wo eine ausgeprägte Verschlimmerung der meisten Beschwerden vor der Regel imponiert, also meist eine Gelbköperinsuffizienz vorliegt. Man hat in wissenschaftlichen Untersuchungen Pulsatilla C30 oder C200 mit einem allopathischen Progesteronpräparat verglichen und konnte bei der Pulsatilla-Gruppe ähnliche Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut und an den Eierstöcken der getesteten Ratten registrieren, wie sie unter der Medikation von dem Gelbkörperhormon beobachtet worden war.
Darüberhinaus ist sie ein wichtiges Emmenagogum. Im homöopathischen Arzneimittelbild finden sich A-, Hypo- und Oligomenorrhoe, die in den meisten Fällen von "Steingefühl" im Unterleib und "Drang, als ob die Regel kommen wolle" begleitet wird. Vor allem die Tiefpotenzen sind menstruationsfördernd und werden in der Geburtshilfe auch zur Wehenförderung gebraucht. Stauffer empfiehlt zur Menstruationsförderung die Hochpotenz, doch dann muß die Konstitution unbedingt übereinstimmen.
Aber auch, wenn das richtige Simile gewählt wurde, kann man nach der Antibabypille oft eine außerordentliche hormonelle Reaktionsstarre beobachten. Hier führen, wie so oft, mehrere Wege zum Ziel.
Zum einen wirken die subkutan injizierten Homöopathika weit intensiver als die oral verabreichten, weshalb die Eingangsbehandlung eines Post-Pill-Syndroms in der Regel mit topographischen Injektionen beginnt. Der gesamte Beckenbereich bietet sich als Reflexzone für den Unterleib an, aber wirksamer ist die gezielte Injektion in bestimmte Akupunkturpunkte: KG 4, KG 6, KG 7; B 24, B 32, B 31. Wenn sich die geschulte Patientin die Spritzen selbst verabreichen will, dann kann sie den gesamten KG vom Nabel bis zur Schamhaargrenze gut selbst erreichen.
Zum anderen kann man die bestehende Blockaden mit Phytotherapie lösen.


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Unterstützung aus dem Pflanzenreich
Da die meisten Frauen, die nach Absetzen der Pille die Praxis aufsuchen, eine zu schwache und/oder zu seltene Menstruation haben, ist man versucht, diese Störung mit den üblichen Emmenagoga, wie z.B. Aloe, Liebstöckel, Petersilie, Poleiminze oder Senna zu behandeln. Doch die meisten der genannten Pflanzen fördern die Menstruation vor allem durch eine Steigerung der Beckendurchblutung. Aloe und Senna können darüberhinaus den Darm reizen und bei Überdosierung zu Darmblutungen führen. Aber die Ursache der Zyklusstörung wäre mit diesen Pflanzen nicht behoben und der Erfolg einer solchen Behandlung ist dann meist nur von kurzer Dauer.
Als die wichtigsten Adjuvantien seien hier daher Basilicum (Ocimum basilicum), Beifuß (Artemisia vulgaris), und Rosmarin (Rosmarinus officinalis) genannt.
Basilicum: Das Prämenstruelle Syndrom, meist von einer schmerzhaften Brustschwellung begleitet, ist wohl eine der häufigsten Leiden, über die nach der Pille geklagt wird. Das volksmedizinisch als Galaktagogum verwendete Basilikum kann vor allem in Form der homöopathischen Tiefpotenz eben diese Brustschwellung lindern, den Zyklus regulieren und die Stimmung aufhellen.
Auch soll Basilikum das berühmte Aphrodisiakum der Mme Pompadour gewesen sein. Sie hat an-geblich vor jedem Schäferstündchen ein Blatt davon zu sich genommen und soll - ohne Basilikum versteht sich - sonst so frigide wie eine Trauerente gewesen sein.
Basilikum ist als mildes Emmenagogum und Aphrodisiakum ein bedeutsames Begleitmittel für die sexuell eher unterkühlten "Graphites-, Natrium muriaticum- und Sepia-Damen".
Das Prämenstruelle Syndrom ist meines Wissens nach die bedeutendste Ursache für die sogenannte Frigidität. Daß die Luststeigerung der Frau - ein östrogenähnlicher Effekt - auch für ihre Fruchtbarkeit wichtig ist, wußten alle bedeutenden Heilkundigen, so daß sie nie versäumten, jeder Rezeptur ein Aphrodisiakum hinzuzufügen!
Schon Paracelsus soll Frauen zur Fruchtbarkeitssteigerung Basilikum verordnet haben. Ich persönlich verabreiche vom 5. Zyklustag bis zum Eisprung Basilicum Urtinktur und nach demselben Basilicum D4, weil das erstere die Lust und die Fruchtbarkeit auf östrogen-ähnliche Weise fördert und Basilicum D4 die Gelbkörper-Phase eher reguliert.
Beifuß: Eine der wichtigsten Pflanzen zur Anregung des Zyklus ist der Beifuß. Er ist nach der griech. Göttin Artemis benannt, die als Hebamme und "Große Mutter" verehrt wurde. Der Beifuß hat als Heilpflanze eine Jahrtausende lange Tradition und ist heute noch für die die Menstruationsförderung unentbehrlich. In der Französischen Literatur findet man Hinweise darauf, daß Beifuß die Hypophyse anregt und gerade das ist das Ziel unseres Bestrebens, wenn wir Folgeschäden der Pille beheben wollen.
Bei einer hartnäckigen Amenorrhoe wird die Teekur allerdings zu sanft sein, so daß Tinkturen oder Fluidextrakte vorzuziehen sind. Aber auch ein Beifuß-Wein kann eine angenehme Applikationsform sein. Schon Tabernaemontanus schreibt: "Wann ein Weibsperson ihre Zeit nicht recht hat / die nehm ein Handvoll Beyfuß / laß den in einer halben Elsasser Maßs Weins den dritten Theil einsieden / und trinke davon Abends und Morgens / jedesmal ein guten Becher voll warm / ..."
Rosmarin: Auch Rosmarin hat einen guten Ruf als Frauenpflanze und ist oft Bestandteil von sog. "Frauentees". Sein Name soll sich auch von der keltischen "Rosmerta" ableiten, die als weiblicher Hermes gesehen wurde. Der Begriff Hormon leitet sich von Hermes ab, denn Hermes hatte in der Götterwelt eine ähnliche Funktion wie die Hormone im Körper: beide sind "Boten" oder "Antreiber".
Rosmarin, der eine von Pfarrer Kneipps Lieblingspflanzen gewesen sein soll, ist nicht nur ein allgemeines Tonikum, sondern auch ein Frauentonikum, da es die Eierstöcke anregt. Madaus führt Rosmarin daher als eine wichtiges Emmenagogum auf. Die Kombination der Fluidextrakte von Beifuß und Rosmarin sind bei der Therapie von der Post-pill-Amenorrhoe unschlagbar, wenn man sie lange genug gibt und je nach Patientin eine ausreichende Dosis (2-3x tägl. 20-50 gtt). Wenn der Rosmarin wegen Bluthochdruck oder Nervosität umgangen werden soll, kann die ebenfalls menstruationsfördernde Melisse (Melissa officinalis) eine Alternative sein.

TABELLE DIE ZWEITE

Unerläßlich ist es, die geschädigten Organe direkt zu erreichen
Die Hypophyse (HVL) und die Eierstöcke waren während der Pilleneinnahme in einem hormonellen Zwangskorsett und müssen erst wieder zur eigenständigen Hormonproduktion angeregt werden. Neben der hormonellen Aktivierung durch Homöopathie und Phytotherapie hat sich auch die Organtherapie bewährt. Schon Hildegard von Bingen (s. Literaturverzeichnis) hat sie gewissermaßen empfohlen, in dem sie unfruchtbaren Frauen riet, "die Gebärmutter eines Schafes oder einer Kuh" zu kochen und zu essen. Wenn wir heute die homöopathischen Zubereitungen von Hypophysis oder Ovarium verordnen, gehen wir nicht viel anders vor, nur etwas fortschrittlicher.
Wir zeigen dem Körper auf sanfte Weise, welches Organ er regulieren, bzw. anregen soll. Die tiefpotenzierten Organpräparate (D4-6) gehören hierbei noch in den Bereich der Substitutionstherapie, während die mittleren Potenzen (D12) regulierend in den Zyklus eingreifen und das betreffende Organ anregen. Nach der Pille wird in den meisten Fällen Hypophysis D12 benötigt, das auch eines der besten Begleitmittel für Pulsatilla und Graphites darstellt, die nach der Pille oft das Bild einer hypophysär bedingten Fettsucht und Amenorrhoe zeigen.
Hepar, eine weitere Organzubereitung, in diesem Falle aus der Schweineleber, soll aber auf keinen Fall unerwähnt bleiben. Die künstlichen Hormone der Pille wurden während der Einnahme von der Leber abgebaut und belasteten die Leber auch, weshalb die Pille bei Leberschäden kontraindiziert ist. Nach jahrelangem Pillen-Abusus ist daher häufig eine regenerierende Lebertherapie angezeigt, die man unter anderem mit Zubereitungen aus den Mariendistelsamen (Tinct. Cardui Mariae / "Rademacher" Stechkörnertinktur EB 6 von Caelo) und Hepar D6 gestalten kann.

Soll man Prophylaxe betreiben?
Eine Frage, die mir oft gestellt wird, ist die, was man tun kann, um sofort nach Absetzen der Pille einen regulären Zyklus zu erhalten.
Natürlich kann sich die gezielte Behandlung nur am individuellen Symptomenbild der Patientin orientieren. Bevor die Menstruation mit allen Mitteln gefördert wird, sollte man daher einen Zyklus nur beobachten, um zu sehen wie der Körper von selbst reagiert. Oft fehlt den Patientinnen nach jahrelanger Pilleneinnahme die Erinnerung an ihre ursprüngliche Menstruation, so daß man im Voraus nur schlecht einschätzen kann, mit welchen Folgeschäden konkret gerechnet werden muß. Wenn die Patientinnen dennoch das dringende Bedürfnis nach einer vorbeugenden Therapie verspüren, verordne ich für gewöhnlich Oestro-Gesta-Comb. D30 gemeinsam mit Hypophysis D12 und einem individuell erstellten Teerezept.


#winke

Beitrag von kesha-baby 22.02.11 - 12:39 Uhr

Huhu Süsse #winke

Alle Achtung da hast du dir echt mühe gemacht #blume echt krass #liebdrueck

Beitrag von honeybunny71 22.02.11 - 18:10 Uhr

Hut ab...echt toll was Du da zusammengestellt hast....riesen dickes Lob