Wie bring ich das meiner Tochter bei?

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von bald-dreifachmama 22.02.11 - 17:11 Uhr

Heute kam eine schlechte Nachricht. Meine Schwiegermutter liegt im Sterben. Wir wollten nächsten Monat zu ihr fahren (sie wohnt weiter weg) und ihr unsere jüngste Tochter (5 Wochen alt) vorstellen.
Meine grosse Tochter (5 Jahre) hat sich schon darauf gefreut und fragt immer, wann wir denn endlich zur Oma fahren. Nun wollen wir so bald wie möglich fahren. Ich weiss aber nicht, wie ich das meiner Grossen beibringen soll. Sie weiss, dass Menschen mal sterben müssen, aber es andelt sich nun um die geliebte Oma. Sie hat sie zwar nur einmal gesehen, als wir unsere zweite Tochter vorgestellt haben, durfte aber regelmässig mit iht telefonieren.
Meine Grosse ist sehr sensiebel und nah am Wasser gebaut, ich hab schon angst vor ihrer Reaktion. Im Moment bin ich damit einfach nur überfordert. Hat mir jemand eine Idee, wie ich sie darauf vorbeireiten kann?

Beitrag von muffin357 22.02.11 - 17:22 Uhr

gar nicht.

ich halte nicht viel davon, jetzt schon "vorzubereiten" --

fahrt sie einfach besuchen und gut is ...

wenn sei dann irgendwann im sterben liegt und ihr sie nicht mehr sehen kann oder sie sogar schon tot ist, DANN könnt ihr mit ihr drüber sprechen, dass oma gestorben ist usw...

aber VORHER ? nein. -- das schürt doch mega-Ängste, oder?

klar, - es ist die Wahrheit, aber ich finde, mit sowas sollte man Kinder, die so klein sind im Vorhinein aus Vorbereitung oder so nicht belasten bzw. sie können damit nicht wirklich umgehen ... -- das holt doch den Tod in Leben oder? -- also ich würde befüchten, dass mein Junior dann auch Angst bekommt, dass alle möglichen lebenden menschen sterben könnten. Klar, - das tun sie auch irgendwann -- aber deshalb schon "vorarbeiten" ? -hm..... seh ich psychologisch arg zwiespältig...

ich würde einfach hinfahren -- und wenn sie krank aussieht / bettlägerig ist oder sowas, kann man immer noch sagen: sie ist krank. - es stimmt ja auch ... -- aber ich würde jezt keinesfalls sagen: "du, pass mal auf, - das ist das letzte Mal, dass du deine Oma siehst, denn sie stirbt bald" ... genau das ist nämlich die Quintessenz JEDER noch so behutsamen Aussage, die du diesbezgülich sagen könntest ... der sinn dahinter wird immer dieser sein ... -- würd ich lassen.

ich wünsche euch alles gute - und viel Kraft!
#winke Tanja

Beitrag von diebina 22.02.11 - 17:36 Uhr

ich würde sie nur dann darauf vorbereiten, wenn der Zustand der Oma sie ohne Vorbereitung beunruhigen/ängstigen könnte..

mein Sohn war zwar erst 4 als meine Schwiegeroma im Sterben lag und ihren einzige Urenkel nochmal sehen wollte, wir haben ihm erklärt, dass seine Oma sehr krank und alt ist. mehr nicht.

sag ihr, wie es ist - ohne zu sehr besorgt oder ängstlich zu wirken. ich denke, in ihrem ALter wird sie schon fragen, wenn ihr etwas komisch vorkommt.

liebe grüße
die bina

Beitrag von criseldis2006 22.02.11 - 18:21 Uhr

Hallo,

mein Onkel (für Laura und Helena war er Ersatzopa) starb letztes Jahr innerhalb von 4 Wochen an Krebs.

Als er ins KH musste, fuhr Laura regelmäßig mit, um ihn zu besuchen. Wir haben ihr gesagt, dass er krank ist und deshalb im KH ist.

Als dann gestorben ist, habe ich Laura es so erklärt:

Vom Himmel kam ein Regenbogen und der M. ist über diesen Regenbogen in den Himmel gegangen zu den Engeln und passt jetzt vom Himmel aus auf uns alle auf.

Sie hat aus Bügelperlen einen Regenbogen gemacht, den haben wir mit in die Urnenkammer getan. Laura war nicht mit zur Beerdigung.

Von Laura kamen noch einige Fragen, die ich so gut ich konnte beantwortet habe.

Ich würde sie jetzt auch nicht im Vorfeld auf den Tod der Oma vorbereiten. Erklär es ihr, wenn sie gestorben ist.

LG Heike

Beitrag von sillysilly 22.02.11 - 18:23 Uhr

Hallo

meine Mutter war auch lange krank und wir wußten daß sie ( bald ) mal sterben wird.
So haben wir den Kindern das auch gesagt, daß die Oma schon alt ist, sie noch dazu eine Krankheit hat und es sein kann, daß sie sterben wird.

Wir haben sie mind. einmal die Woche besucht ....... und für die Kinder war es halt die Oma ..... die Krankheit an sich haben sie nicht so wahrgenommen, weil sie sie ja so immer schon kannten.

Sie haben sie auch im Krankenhaus besucht und mit bekommen wenn es mal wieder ganz schlecht war.

Dann ist sie ganz plötzlich gestorben ....... die Kinder haben es unmittelbar mitbekommen, weil sie da waren als ich den Anruf bekam #schwitz

Wir haben zusammen geweint, die Oma verabschiedet, für die Oma gebastelt und gemalt,
sind zur Beerdigung - waren halt zusammen in der Trauer

Meine Große ist auch sehr, sehr sensibel - es war hart für sie ..... aber das gehört auch zum Leben
wir haben uns gegenseitig gestärkt, getrauert und geweint.

Meine Mittlere hat jetzt ein bißchen Angst, daß wir auch sterben könnten, aber auch das gehört zum Leben


Ich würde sie schon ein bißchen darauf vorbereiten, daß die Oma krank ist ..... und sie eventuell daran versterben wird.
Sonst ist sie ja noch erschrockener, wenn sie sich persönlich sehen und kurz danach ist sie dann weg.....

Grüße Silly

Beitrag von kati543 23.02.11 - 08:56 Uhr

Wieso willst du sie vorbereiten? Ich würde nichts vorbereiten. Alles einfach auf einen zukommen lassen. Und dann, wenn der Fall eingetreten ist, vielleicht mit einem schönen Buch erklären. Aber auf keinen Fall vorher.

Beitrag von meandco 23.02.11 - 09:45 Uhr

ich würd mit ihr erst mal nicht drüber reden dass sie stirbt.

beginn mal damit, was sie erwartet wenn ihr da ankommt. wie geht es der oma, wie schaut sie aus (abgemagert, bettlägrig, was weiß ich), kann sie reden, hat sie schmerzen etc.
und dabei würde ich ihr eben erklären, dass es ihrem körper sehr sehr schlecht geht und und und (hab ja keine ahnung was die gute frau hat, da musst du entscheiden was sie braucht um das verstehen zu können).

danach würde ich mich auf das gefühl verlassen. aber VOR dem kontakt zur großmutter würd ich sowieso nichts zum sterben sagen, außer sie fragt direkt danach. und auch dort nicht unbedingt. eben gut erklären wie das mit der krankheit ist und wie es der oma geht - was kann sie noch und was nicht mehr (eventuell vorher auch mal erkundigen was euch erwartet ...).

über den tod und dass sie sterben wird, würde ich erst mit ihr reden wenn es soweit ist. und dann auch wieder genau erklären, was passiert und warum es passiert ...

ich hatte bei der großen auch schon öfter situationen wo ich so unschöne dinge näherbringen musste. tod des opas (mit 2) und dann mit 3 jahren ihr papa mit bandscheiben-op im kh. ich hab ihr dann genau erklärt, was sie erwartet wenn wir jetzt ihren papa besuchen fahren - das er eben müde ist, wahrscheinlich noch liegen muss, ein großes pflaster am hals haben wird der auch noch ganz orange sein wird, etc.
beim reingehen hab ich dann gemerkt wie sie erst mal sich an mir festgehalten hat und den papa genau angeschaut hat. allerdings hat alles weitgehend meiner beschreibung entsprochen und das erste was kam war: das ist aber ein großes pflaster das der papa da hat! ;-) sie konnte dann also ganz gut damit umgehen ...

mein rat also:
alles zu seiner zeit!

lg
me

Beitrag von nudelmaus27 23.02.11 - 12:59 Uhr

Hallo!

Also von vorbereiten halte ich auch garnichts.

Auch ist die Frage wenn sie im Sterben liegt, wie ist ihr Zustand? Also wenn sie z. B. niemand mehr erkennt, dann würde ich den Anblick deinem Kind garnicht mehr zumuten. Ehrlich sowas vergißt ein Kind nie, dann soll sie sie lieber so in Erinnerung behalten wie sie war.

Mein Opa ist auch kürzlich verstorben. Bei uns halt der Ticktack - Opa, den meine Große (4 1/2) natürlich kannte und auch regelmäßig gesehen hat. Ich habe ihr gesagt, dass er jetzt im Himmel ist (also seine Seele) und der Körper nun eben auf dem Friedhof wohnt. Auch habe ich ihr gesagt, dass es ihm schlecht ging und er nun keine Schmerzen mehr hat.
Neulich als wir bei der Ticktack-Oma waren meinte sie nur, der "Opa" bräuchte ja die Stöcke nun nicht mehr, da könnte sie ja die "Oma" nehmen. Nunja Kinder...

Mach dir nicht zu viele Sorgen, es wird sich alles finden.

Gruß, Nudelmaus