Warum eigentlich züchtet man Tiere?

Archiv des urbia-Forums Mein Tier & ich.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Mein Tier & ich

Welches Haustier passt zu unserer Familie? Wie oft muss ein Hund geimpft werden? Woher bekommen wir Rennmäuse? Tierliebhaber finden in diesem Forum Antworten auf alle Fragen rund um die Tierhaltung. Achtung: Über unser Forum dürfen keine Tiere weitergegeben werden.

Beitrag von tauchmaus01 22.02.11 - 18:56 Uhr

Hallo,
ich möchte keine Streitdiskussion auslösen, aber mich beschäftigt diese Frage.

Aus welchem Grund züchtet man eigentlich Tiere? Klar, zur Rasseerhaltung kann ich mir denken. Aber warum tut man sich das an daheim seine Hunde, Katzen, Meerschweinchen oder sonstwas decken zu lassen, unheimlich viel Geld in Untersuchungen reinzustecken und dann noch das Risiko einzugehen, dass das Muttertier und die Jungen auch noch bei draufgehen?

Ich möchte einen gezüchteten Hund nicht schlecht machen, sicher ist es gut wenn Erbkrankheiten ausgeschlossen werden können, die Elterntiere gesund sind, HD frei usw.
Aber dennoch....warum spielt man den Herrscher über das Leben der Tiere?

Reines Hobby? Der Drang danach Jungtiere um sich zu haben?
Etwa echt Liebe zum Tier?

Klar, ich frage wegen der Diskússion weiter unten.

Ich selber halte Meerschweinchen und Kaninchen. Einmal bekam ich leider ein trächtiges Meerschwein geschenkt. Ich bin irre geworden aus Sorge um das Tier und war erst erleichtert als alle Baby gesund auf der Welt waren.
Niemals würde ich bewußt solch ein Risiko eingehen, zumal es ja nun echt genug Tiere gibt die kein gutes Heim haben.

Also, bitte mal eine ernshafte Diskussion....ich möchte es tatsächlich nachvollziehen können.

Danke
Mona

Beitrag von minimoeller 22.02.11 - 19:39 Uhr

Die sogenannten "Vermehrer" wittern das schnell und einfach verdiente Geld. Leider bekommen sie es oft genug und der Teufelskreis nimmt seinen Lauf.

Der VDH Züchter will natürlich auch Geld verdienen. Aus reiner Nächstenliebe nimmt wohl niemand die ganzen Strapazen und Kosten auf sich, gesunde und sozialisierte Welpen abzugeben.

Wie bei allem im Leben steckt das liebe Geld dahinter. Das ist der einzig wahre Grund. PUNKT.

Bei so manch einem steckt evtl. noch ein bisschen Idealismus dahinter, eine besondere Rasse zu erhalten oder einmal Jungtiere aufzuziehen.

Aber alles in einem sind Welpen nun mal niedlich und Angebot und Nachfrage reagieren den Markt.

LG

Beitrag von simone_2403 23.02.11 - 10:12 Uhr

>>>Wie bei allem im Leben steckt das liebe Geld dahinter. Das ist der einzig wahre Grund. PUNKT. <<<

Is klar.

Es wäre mir ein leichtes dir nachzuweisen das ein seriöser Züchter damit sicherlich kein Geld verdienen kann.

Kleiner Auszug aus den Kosten gefällig?

Regelmäßiges checken der Mutterhündin auch schon vor der Aufnahme beim TA auch wenn der Hund nur alle 2 Jahre belegt werden sollte.
Regelmäßige Entwurmung,Impfung und Desinfektion.

Belegungshäufigkeit,Wurfstärke,Fremddeckdaxe.

Futterkosten der Mutterhündin,Kosten für die Welpenaufzucht.

Summasumarum bei einer Wurfstärke von 5-7 Welpen ein 0 auf 0 rauskommen.

Angebot und Nachfrage regieren den Markt...ja,bei Vermehrern aber nicht bei seriösen Züchtern denen der Hund am Herzen liegt.

Beitrag von cherymuffin80 22.02.11 - 19:43 Uhr

Huhu,

guuute Frage!

Ich würde nie auf die Idee kommen meinen Hund decken zu lassen, wenn ich auch fast immer Rassehunde habe die auch Papiere haben, sicher, die hat jemand mal gezüchtet, aber ich habe sie persöhnlich nie bei diesen Züchtern gekauft da ich fast nur Hunde aus 2. oder 3. Hand habe und hatte.

Meine jetzige Hündin (Malteser) war ein paar Jahre Zuchtmaschienchen und dann wurde sie an mich weiterverkauft. Habe nun gesehen das ihr Ex-Frauchen schonwieder 1 Wurf Malteser und 1 Wurf Maltesermixe im Internet anbietet, also klassische vermehrerin.

Bei vielen würde ich sagen sie machen es wegen dem Geld wenn es sich um ebend solche "Zuchten" handelt wo kein Zuchtverband im Spiel ist, denn ich denke mal mit 100 € pro Welpe eigenkosten in der halbherzigen Aufzucht, macht man doch einen prima Gewinn wenn man einen ohne Pap. aus solchen Vermehrungen für 400 € verkauft.

Bei Züchtern die es über Verbände machen und auch jede menge Kohle in ihre Tiere investieren ist es warscheinlich Idealissmus, freude am Welpen? Keine Ahnung!

Ich habe mir auch mal selbst ein Pferd gezüchtet, aber nur weil ich eine sehr gute Mutterstute hattezu der ich den passenden Hengst suchte und dieses Fohlen auch selbst ausgebildet habe nach meinen Vorstellungen, ich bin aber auch gelernte Pferdewirtin und habe auch da Ahnung von der ganzen Genetik und allem was zur Zucht dazu gehört. Das Pferd hab ich auch heute noch, war also Eigenbedarf, sonst würde ich nix züchten da auch der Pferdemarkt absolut übervoll ist und nur all zu oft die Schlachthäuser davon profetieren.

LG

Beitrag von ungeheuerlich 22.02.11 - 19:54 Uhr

Hm, warum bekommen Frauen Kinder?
Wegen dem Kindergeld, um nicht alleine zu sein, wegen dem Ansehen in der Gesellschaft o. doch echt aus Liebe zu Kindern?

Warum das Risiko einer Schwangerschaft eingehen? 9 Monate verrückt um Sorge zu sein.

Genauso eine Frage, die nur jeder einzelne beantworten kann.

Verstehst Du?

Da gibt es keine konkrete Antwort drauf.

LG

Kerstin

Beitrag von tauchmaus01 22.02.11 - 20:30 Uhr

Warum bekommen Menschen Kinder...Selbsterhaltungstrieb. Kenne aber keine Giraffe die einen Hamster züchtet.

Wir haben Kinder weil das für uns Teil unseres Lebens ist, Lebewesen vermehren sich eben weiter. Ich denke das Thema Tierzucht mit Menschenkindern zu vergleichen ist nicht möglich.

Mona;-)

Beitrag von ungeheuerlich 23.02.11 - 08:12 Uhr

Guten Morgen Mona,

doch, finde ich schon.

Es gibt Leute die lehnen Kinder komplett ab, Frauen die aus Angst keine bekommen. Dann wieder Familien die ein Kind nach dem anderen bekommen ohne sich über die Folgen Gedanken zu machen.
Dann Paare die sich ein Kind zur Erfüllung ihrer Beziehung wünschen.
Über Leute die Kinder bekommen um nicht arbeiten gehen zu brauchen ect., lasse ich mal aus.

Und genauso ist es bei der "Tierzucht". Es gibt solche und solche.
Um einmal Nachwuchs aufwachsen zu sehen, aus Freude an diesen Tieren, um neue Mutationen heran zuziehen, eine Rasse zu "verfeinern", dann gibt es genug denen es einfach egal ist weil sie die Kosten der Kastration nicht haben, keine Lust auf Einzelhatung und damit mehr Arbeit haben wollen und natürlich auch genug die sich damit das große Geld erhoffen.

LG

Kerstin

Beitrag von alkesh 23.02.11 - 13:49 Uhr

Du vergleichst Äpfel mit Birnen!

Beitrag von ungeheuerlich 24.02.11 - 15:47 Uhr

Das macht nichts, das Endergebnis ist das gleiche.

Beitrag von pechawa 22.02.11 - 20:03 Uhr

Hallo,

vorneweg: ich habe/hatte immer Tiere, habe aber immer dafür gesorgt, dass sie sich nicht vermehren.
Am Beispiel Hund bin ich der Meinung, wenn es keine Züchter gäbe, würde es auch keine bestimmten Rassen geben, die zu einem bestimmten Zweck gezüchtet werden: z.B. Bernhardiner in der Bergrettung, Shepherds oder Collies für's Schafe hüten, Dackel, Terrier, Deutsch-Drahthaar, Labrador usw. für die Jagd, Huskies zum Schlitten ziehen....
Früher und auch noch heute sind bestimmte Hunderassen Nutzhunde und jeder, der sich eine bestimmte Rasse anschafft sollte Wissen, zu welchem Zweck der Hund gezüchtet wurde. In einer echten Zucht wird versucht, das BEste aus einer Rasse herauszuholen, was in der Vergangenheit aber zu vielen Fehlzuchten führte. Es wurde daraus gelernt und so langsam wissen gute Züchter, worauf es ankommt! Bei Hobbyzüchtern ist das so eine Sache. Sie lieben meistens Tiere, sind aber zu bequem, bestimmte Auflagen zu erfüllen usw.
Vermehrern kommt es nur auf das Geld an, wobei die Geldfrage bei allen Züchtern ein Grund ist, denn wer lässt sich nicht gerne seine Arbeit bezahlen?
Gehen wir weiter zu den Kleintieren, wie Kaninchen und Meerschweinchen. Echte Züchter züchten, um zu verkaufen. Dem Rest "passiert" einfach ein Wurf, sei es, dass er zu wenig informiert ist, oder sei es, weil es niedlich ist oder weil man es einmal erleben möchte :-(
Aber in Einem hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel geändert, obwohl es lange noch nicht genug ist und es immer noch Tierquälerei gibt: die Achtung vor dem Lebewesen Tier ist gestiegen und das ist auch gut so!

Liebe Grüße
Petra

Beitrag von minimal2006 22.02.11 - 20:31 Uhr

Hallo

Nun, ich gehe dann mal davon aus, das du mich angesprochen hast (evt. auch noch hunaro).
Wir sind (soweit ich weiß) die einzigsten VDH Züchter hier ;-).

Warum ich züchte...
Ich möchte diese für mich tolle Rasse gerne nach dem Standart erhalten.
Es macht mir Freude mit meinen Hunden zu arbeiten.
Ich investiere sehr viel Zeit in meine Hunde.
Der Vormittag gehört fast ausschlie0lich ihnen.
Die Aufzucht der Welpen ist wunderschön und ich habe Spaß an den Rassehundeausstellungen gefunden.

Minimoellers Ausführung ist teilweise gewiss richtig.
Aber überwiegend ist es Pille Palle!

Ich stimme zu, das ein "Groß"-Züchter richtig Geld mit seiner Hundezucht verdienen kann, wozu aber sicherlich kein kleiner Züchter gehört.
Würde ich das tun, um mir eine goldene Nase zu verdienen, müsste ich ein paar Hündinnen mehr in der Zucht haben und könnte meinem normalen Berufsleben auch nicht mehr folgen!

Bei meiner Rasse gibt es leider viele erbliche Erkrankungen.
Wir können durch einen Großteil an Untersuchungen schon vieles ausschließen.
Es gibt Untersuchungen, die nun vom Verband nicht mehr verlangt werden.
Für mich spielen sie aber eine sehr wichtige Rolle, denn ich habe mir vorgenommen nur mit gesunden, rassetypischen Hunden zu züchten, eben um einen gesunden Standart zu erhalten.

Angst bei der ganzen Sache..
Ja, die habe ich natürlich auch. Ich liebe meine Hunde und möchte, das es ihnen gut geht!
Ich hoffe und bete, das immer alles gut geht.
Aber auch hier versuche ich mich im Vorfeld abzusichern (röntgen), das ich weiß, wieviele Welpen zu erwarten sind ect. um mögliche Geburtskomplikationen vorzubeugen.

Weißt du was ich viel schlimmer finde?!
leute, die ihre Hündin decken lassen, weil sie unbedingt einen Nachkommen haben möchten.. Leute, die ohne Sinn und Verstand vermehren.. die den schönen, süßen Rüden X drauf lassen (weil er so lieb und so schön ist) ohne erbliche Erkrankungen abzuchecken...
DAS finde ich schlimm und erschreckend!

Bei meinem letzen Wurf hatte ich zwei Welpen.
Ich bin zwei mal 250 km hin und zurück ( das war dann noch in der Nähe, i.d. R. muss man weiter fahren) zum decken gefahren.. habe 500 € Decktaxe bezahlt, die Welpen ab der 14. Lebenswoche entwurmt, mit fünf Wochen gegen Parvo impfen lassen, mit acht Wochen Grundimunisieren lassen, chipen lassen, durch den Zuchtwart abnehmen lassen ... Futter, Spielsachen, Futterpaket zusammengestellt (und bestimmt kein Pedigree)...
Ein Welpe kostet 1000 €...
Ich lebe noch heute von diesen dicken Verdiensten :-P *Ironieoff*

Mein Urgroßvater hatte eine Boxerzucht, mein Vater hat einen Deckrüden, ich habe Spaß mit meinen Parson's.
Kannst du das einfach so annehmen? Das es Menschen gibt, die das aus Überzeugung machen, aus Freude an der Rasse und an der Aufzucht mit Welpen?
Dann wäre deine Frage eigentlich auch schon beantwortet ;-)

LG minimal

Beitrag von tauchmaus01 22.02.11 - 20:38 Uhr

Hallo,
ich kann es vollkommen annehmen wenn jemand zur Arterhaltung mit soviel Energie und Liebe an das Thema rangeht. :-)
Und ich denke auch dass es durchaus wichtig ist reinrassige Hunde, Katzen usw. zu erhalten.

Wenn jemand das also aus Überzeugung macht, aus Freude an der Rasse usw. dann ist das sogar für mich verständlich.

Die Leute die dann, von Dir z.B., sich einen Hund kaufen, haben sich das auch sicher reiflich überlegt.

Mona#winke

Beitrag von minimal2006 23.02.11 - 10:09 Uhr

;-)

"Die Leute die dann, von Dir z.B., sich einen Hund kaufen, haben sich das auch sicher reiflich überlegt. "
> davon gehe ich aus... aber auch überlege reiflich, ob ich jemandem einen Hund verkaufe oder lieber nicht!

#winke
Tanja

Beitrag von olivia2008 23.02.11 - 05:52 Uhr

Man könnte auch fragen, warum hält man Tiere? Das Halten allein ist auch nicht risikofrei. Freiläuferkatzen sind ständig der Gefahr vorbei fahrender Autos ausgesetzt und alte Hunde können ebenso krank werden.

Ich selbst gehöre auch zu den Züchtern. Allerdings nicht von Hund, katze oder Meerschwein, sondern von Schildkröten. Ich züchte nicht, weil ich das Geld brauche, denn die Kosten des Kaufpreises decken nicht die Kosten der Zucht. Alle meine Nachzuchten habe ich bisher behalten. Ich züchte nur, wenn ich weiß, dass ich den Platz bieten kann (sie haben ein großes Freigehege im garten). Hätte ich keinen Platz, würde ich die Eier entsorgen bzw. nur auf Vorbestellung inkubieren. Ich würde nicht wahllos Tiere züchten, ohne zu wissen, dass sie in gute Hände kommen.

Warum züchte ich? Zum einen sind Schildkröten mein Hobby. Man kann auch andere nach den Gründen des Hobbys fragen. Warum sammelt man Briefmarken, warum Schallplatten, warum baut man Modelleisenbahnen? Zum Anderen ist die erfolgreiche Zucht ein "Beweis" für gute Haltung. Im Gegensatz zu Legehennen legen Schildkröten nur erfolgreich, wenn die Bedingungen stimmen. Stress, Unwohlsein, fehlender Eiablageplatz, fehlende Winterstarre o.ä. würde die Eiproduktion oder Aböage behindern. Oft kommt es dabei zur Legenot oder die Eier bleiben unbefruchtet bzw. bei falscher Ernährung auch unbeschalt oder werden einfach so "fallen gelassen" statt eingebuddelt.

Kannst ja mal mein Hobby ansehen
http://www.landschildkroeten-haltung.com/haltung/zucht/

Meinen Kater hingegen habe ich kastrieren lassen, damit er nicht andere Katzen deckt, dessen Besitzer zu geizig sind, diese zu kastrieren. Der Katzenmarkt ist viel zu überfüllt, weshalb ich diese Tierart nicht züchten würde. Auch wenn die Kleinen sooooo süß sind ;-)


lg

Beitrag von simone_2403 23.02.11 - 09:23 Uhr

Hallo Mona

Warum züchte ich Hunde.

In erster Linie aus Liebe zu unserer Rasse und zum Rasseerhalt.

>>Reines Hobby?<<

Jein.Viele unserer Hunde sind Arbeitshunde die man beim BGS,THW und auch bei ROHT zu finden sind.Vorarbeit hierfür leisteten schon meine Eltern,denn solchen Hunden wird viel abverlangt.

>>>Der Drang danach Jungtiere um sich zu haben? <<<

Nein.Auch wenn Welpen noch so süß sind,es steckt sehr viel Arbeit und manchmal auch viele Tränen dahinter.

>>Etwa echt Liebe zum Tier?<<

Ganz klares ja.Und unbändiger Stolz wenn ich sehe was aus diesem kleinen Bündel Fell das nicht größer als mein Handteller war,geworden ist.Ob als Familienbegleithund oder aber im Dienst,völlig egal.Es macht mir freude zu sehen was aus diesen tollen "Babys" geworden ist.

#winke

Beitrag von frosch1982 23.02.11 - 18:07 Uhr

Finde ich super geschrieben!!!