Wer kennt sich aus aus? Kündigungsfrist

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Beitrag von mrs.xy 22.02.11 - 20:04 Uhr

Hallo!

Ich komme mir gerade etwas blöd vor, aber in meinem Arbeitsvertag ist das leider ein bißchen seltsam geschrieben.
Und zwar steht drin:"Das Arbeitsverhältnis kann durch Kündigung enden. Eine Kündigung bedarf der Schriftforf, sie ist auch bei Befristung des Arbeitsverhältnisses möglich. Die Fristen Regln sich nach dem Gesetz. Hat die Firma bis einschließlich 20 Arbeitnehmer, beträgt die Kündigungsfrist vier Wochen. Beim Ausspruch einer ordentlichen Kündigung durch die Firma..."

So jetzt zu meinen Fragen

1.) Zählen auch Azubis, 400€ Jobber, Minijobber und Teilzeitkräfte sowie der Chef selbst zu den 20 Leuten? Wie ist es mit Freiberuflichen Mitarbeitern?

2.) Wie ist die Frist, wenn wir mehr als 20 Mitarbeiter bei uns haben? Was bedeute, die Fristen regeln sich nach dem Gesetz? Nach welchem Gesetz?

Wir aber keine Tarifverträge und ich bin in keiner Gewerkschaft oder ähnlichem.

Wer kann mir weiterhelfen?

LG Mrs. XY



Beitrag von goldtaube 22.02.11 - 20:16 Uhr

Das Gesetz ist folgendes:
http://dejure.org/gesetze/BGB/622.html

Wegen den 20 Mitarbeitern: Unter der Tabelle mit den Fristen:
Zitat:
Eine Verlängerung der Kündigungsfristen – auch für den Arbeitnehmer – ist möglich. Die Kündigungsfrist für den Arbeitnehmer darf jedoch nicht länger sein als die für den Arbeitgeber. Eine Verkürzung der Kündigungsfristen ist nur durch Tarifvertrag möglich – oder durch Einzelvertrag, wenn es sich lediglich um eine bis zu dreimonatige Aushilfstätigkeit handelt. Eine weitere Verkürzungsmöglichkeit durch Einzelvertrag besteht, wenn in dem Betrieb nicht mehr als 20 Arbeitnehmer beschäftigt sind und die Kündigungsfrist vier Wochen nicht unterschreitet.
Zitatende Quelle: http://www.rechtsanwaltdrpalm.de/fristen.htm

Beitrag von goldtaube 22.02.11 - 20:18 Uhr

Das mit den 20 Mitarbeitern steht auch im BGB. Dort steht auch welche Arbeitnehmer wie berücksichtigt werden:

Zitat:
(5) Einzelvertraglich kann eine kürzere als die in Absatz 1 genannte Kündigungsfrist nur vereinbart werden,
1. wenn ein Arbeitnehmer zur vorübergehenden Aushilfe eingestellt ist; dies gilt nicht, wenn das Arbeitsverhältnis über die Zeit von drei Monaten hinaus fortgesetzt wird;
2. wenn der Arbeitgeber in der Regel nicht mehr als 20 Arbeitnehmer ausschließlich der zu ihrer Berufsbildung Beschäftigten beschäftigt und die Kündigungsfrist vier Wochen nicht unterschreitet.

Bei der Feststellung der Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer sind teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer mit einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von nicht mehr als 20 Stunden mit 0,5 und nicht mehr als 30 Stunden mit 0,75 zu berücksichtigen. Die einzelvertragliche Vereinbarung längerer als der in den Absätzen 1 bis 3 genannten Kündigungsfristen bleibt hiervon unberührt.
Zitatende
Quelle: http://dejure.org/gesetze/BGB/622.html

Beitrag von kati543 22.02.11 - 20:29 Uhr

Azubis zählen nicht dazu. Der Chef zählt nur dazu, wenn er selber angestellt ist. Freiberufliche Mitarbeiter zählen nicht dazu. Die sind ja nicht angestellt, sondern freiberuflich tätig.