Warum wird einem das Arbeiten als Mama nur so schwer gemacht?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von dezemberbaby2009 23.02.11 - 13:44 Uhr

Hallo,

ich bin im Moment wirklich am Verzweifeln. Ich habe zwei Kinder (5 und 2). Z.Zt. befinde ich mich noch in Elternzeit bis Dezember 2011. Leider kann ich nicht mehr bei meinem alten Arbeitgeber anfangen, da wir vor zwei Jahren umgezogen sind. Mein Mann kommt nur am Wochenende nach Hause, Verwandtschaft haben wir hier nicht. Mein Großer kommt nächstes Jahr in die Schule. Den Kleinen habe ich bereits im Frühjahr letztes Jahr für einen Kindergartenplatz nach den Sommerferien in diesem Jahr angemeldet. Ich möchte gern ab Oktober wieder arbeiten gehen. Ich habe Abitur und eine Ausbildung als Versicherungskauffrau. Ich habe auch schon ein Unternehmen im Auge, wo m.E. nach die Chancen für eine Anstellung gut sind. Jetzt erfahre ich von der Stadt, dass der Kiga Platz nicht genehmigt wird. Ich muss eine Bescheinigung einreichen, dass ich ab dem 01.10. anfange zu arbeiten. Die Tatsache, dass ich im Moment noch angestellt bin reicht nicht aus. So muss ich bis Dezember warten, bis mein Sohn 3 Jahre alt ist und definitiv mit Rechtsanspruch in den Kindergarten kommt. Wobei zu erwähnen ist, dass es letztendlich um 10 Wochen geht, die mein Sohn "eher" in den KiGa kommt, da die Sommerferien erst Mitte September enden. Wenn ich mir so Stellenanzeigen durchlese, ist natürlich keine Firma dabei, die jetzt schon für Oktober sucht. D.h. ich bin dann erstmal arbeitslos, da ich mich erst ab 01.01. bewerben kann. Tja aber als ob das nicht schon schlimm genug ist, habe ich erfahren, dass die Anmeldung für die Schulbetreuung (Schuljahr 2012/2013) bereits in diesem Jahr im Herbst erfolgen muss. Ja richtig, damit ich einen Betreuungsplatz bekomme muss ich eine Arbeitsstelle nachweisen. Da beißt sich doch die Katze in den Schwanz. Im Herbst kann ich nicht arbeiten, weil die Kleine nicht untergebracht ist und nächstes Jahr hat meine Große dann keinen Betreuungsplatz und kommt um 11.45 Uhr nach Hause. Tagesmütter mit freien (bezahlbaren Plätzen) gibt es hier nicht am Ort und ich möchte dem Kleinen auch nicht ne Eingewöhnung bei der Tagesmutter zumuten, wo er doch dann 10 Wochen später in den Kindergarten wechselt.
Vielleicht hat ja von Euch noch jemand eine zündende Idee.
Ich bin im Moment wirklich verzweifelt.

LG Dezemberbaby 2009

Beitrag von goldie99999 23.02.11 - 14:20 Uhr

Wende Dich mit Deinem Anliegen ans Jugendamt oder die städtische Gleichstellungsbeauftragte! Die Kennen sowohl die regionalen Möglichkeiten als auch Dein Dilemma im Hinblick auf die formellen Vorschriften.

Beitrag von dezemberbaby2009 23.02.11 - 14:37 Uhr

Danke für den Tipp mit der Gleichstellungsbeauftragten. Das werde ich noch versuchen. Beim Jugendamt brauche ich nicht nachzufragen, denn da hat man mir klar zu verstehen gegeben, dass man auf meine persönlichen Belange keine Rücksicht nehmen kann.

Beitrag von nobility 23.02.11 - 16:38 Uhr

Da wurde ich hier im Forum tatsächlich gefragt, woran sich Kinderfeindlichkeit festmachen läßt.

Genau an deiner Schilderung !

Das erinnert mich an den alten Film " Der Hauptmann von Köpenick "

Haste keene Arbet, kriegste keene Wohnung. Haste keene Wohnung, kriegste keene Arbet. An dieser verkorksten Bürokratie hat sich offensichtlich bis heute nichts geändert. Statt weniger Bürokratie wie die Hocherotische Frau Angela Merkel vor der Wahl meinte, hat die Bürokratie nach der Wahl zugenommen.

LG
Nobility

Beitrag von romance 23.02.11 - 20:09 Uhr

Toller Film;-)

Haste aber Recht. Seit die an der Macht ist auch einiges schwerer geworden.

LG Netti
die nun auch Schimmel an den Fenster hat, blindes Fenster und es überall muffig ist. Die Schreiberrei hat ein Ende.
Die dir mal eben erzählen wollte, was in den der letzten Zeit passiert ist.

Beitrag von engel_1979 23.02.11 - 17:20 Uhr

Hallo Du,

ich weiß genau was Du meins - es is ein Kreislauf und kein Ende is in Sicht...

Mit ging es auch lange so. Habe während der Elternzeit meinen Job verloren, musste aber finanziel arbeien gehen. Habe keinen Kita-Platz bekommen, weil ich keinen Job hatte, egal zu wem ich gerannt bin bei der Stad, es interessiert keinen, sie haben da Vorschriften. Dann habe ich endlich einen Job gefunden Halbtags als meine Tochter 2 1/4 war musste aber gleich unterschreiben, dass ich sechs Stunden arbeite sobald ich einen Kita-Plstz habe. (ist ka dann kein Problem) Damals konnte meine Muter die kleine nehmen, weil die erst ab Mittags arbeitet. Ab September hatte ich einen Kita-Platz und habe 6 Sunden gearbeitet. Im Oktober (parr Tage vor meinem Geburtstag) habe ich die Kündigung wegen Auftragsmangel bekommen. Dann war ich 1 Jahr arbeitslos, weil ich nicht gefunden habe. Jetzt arbeie ich jeden Tag vier Stunden 2 Jahre bfristet noch bis August als Elternzeitvertretung...

Es ist echt schlimm, wie einem das Leben schwer gemacht wird - man möchte gerne arbeien - aber niemand gibt einem die Chance....

Und glaub mir, das ganze geht weiter, wenn Du was gefunden hast, dann regt sich nämlich jeder auf, dass Du nur Halbtags kommst und jeder hat n Problem damit, wenn Du zur Pflege Deines kranken Kindes zu Hause bleiben musst geschweigedenn Du bidt selbst krank.....

In diesem Sinne, wünsche ich Dir ganz viel Glück bei Deiner Suche und dass Du einen Tollen Job findest...

LG Engel

Beitrag von fancy82 24.02.11 - 08:40 Uhr

aha... du wohnst in viersen... da scheint es in der tat etwas komisch zuzugehen. meine schwester lebt dort auch und sie erzählte, dass - wenn man dann einen solchen betreuungsplatz bekommen hat - das kind immer bis 16 uhr in der schulbetreuung hocken muss, selbst wenn die eltern eher frei hätten oder z.b. immer um 15 uhr abholen könnten. sie hatte darum nur die betreuung bis 13 uhr gewählt.

ich hingegen wohne in voerde (ca. 60 km nördlich) und hier ist es ganz anders. ich bekam sofort einen ganztageskindergartenplatz (bin im april dorthin gezogen, im juni konnte meine tochter bereits in den kiga), obwohl ich damals noch studierte und nur nebenjobs machte, es wurde gar nicht nach arbeitsvertrag o.ä. gefragt. (wo ich vorher wohnte, in neukirchen-vlyun, war das so, dass ganztagsbetreuung nur mit arbeitsvertrag gewährt wurde) und jetzt kann sie in der schule bis 16 uhr bleiben, muss sie aber nicht, man kann jederzeit früher abholen, wie man gerade möchte. darüber hinaus gibt es auch viele tagesmütter, es wäre auch kein problem, eine soche zu finden. die meisten hausfrauen machen hier diese qualifikation, da sie sonst keinen job finden.

vielleicht solltest du noch einmal umziehen? oder du wirst selbst tagesmutter, wo es in viersen anscheinend zu wenige gibt ;-)

alles gute #klee

Beitrag von docmartin 24.02.11 - 09:40 Uhr

Wende dich doch einfach mal an die örtliche Presse. da kannst du das Problem schildern, die können einen Artikel machen und über diesen Weg öffnen sich häufig ganz andere Türen als wenn man alleine versucht gegen die bürokratischen Mühlen anzugehen!
viel Glück! dm