Latein oder Französisch?

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Beitrag von haarerauf 23.02.11 - 16:19 Uhr

Servus,


mein Kind (10) geht in die 5. Klasse in Bayern aufs Gymnasium.

Wir sollen uns noch bis zum Ende des Schuljahres für L oder F entscheiden.

Das ist dann die zweite Fremdsprache. (Englisch ist die erste).

Wonach habt ihr entschieden und warum?

Haarerauf



Beitrag von risala 23.02.11 - 16:29 Uhr

Hi,

ich habe mich damals für Französich entschieden, weil mir Latein einfach zu langweilig erschien und französisch eine "gelebte" Sprache ist. Und ich hätte in der 9. Klasse eine 3. Fremdsprache dazunehmen können (das wäre bei mir dann Latein gewesen).

Für die meisten Studiengänge reicht später auch das kleine Latinum - deshalb war mir das nicht sooo wichtig.

Gruß
Kim

Beitrag von oberhuhnprillan 23.02.11 - 16:36 Uhr

Ich denke, das kommt auch darauf an, ob das Kind eher sprachbegabt ist oder nicht. Wenn es weniger mit Sprachen am Hut hat (das kann man ja an Englisch und auch an Deutsch schon einigermaßen erkennen), würde ich eher Latein wählen. Ansonsten kann man mit Französisch natürlich erstmal mehr anfangen, die Sprache anwenden und so, was mit Latein ja nicht so direkt funktioniert.

Beitrag von haarerauf 23.02.11 - 16:53 Uhr

Danke für Deinen Link. Nur bin ich Dank parzifal nicht wirklich schlauer. #heul
LG Haarerauf

Beitrag von ayshe 24.02.11 - 09:45 Uhr

Du meinst, wofür Latein Voraussetzung ist?

Also wenn man wirklich Latein nur deshalb wählen würde, weil man später einmal ein Studium machen möchte, bei dem das kleine oder große Latinum eine Voraussetzung, also ein Zwang ist, dann muß man sich tatsächlich je nach Bundesland erkundigen.

Das war das Fazit. Es ist bei einigen Studiengängen in den Ländern unterschiedlich. Bei Medizin ist es sicher überall ein MUss, aber eben nicht bei allen Fächern (Lehramt war hier ein abweichendes Beipspiel).

Andererseits ist auch die Frage, ob man unbedingt in dem Bundesland studiert, wo man nun als Kind lebt.
und außerdem weiß man doch nun wirklich noch nicht, was das Kind später ernsthaft machen wird.



Ich persönlich würde wohl danach wählen, was dem Kind liegt,.

Beitrag von dodo0405 23.02.11 - 17:38 Uhr

Ich hatte Latein und habe es stets bereut

Beitrag von familienoberhaupt 23.02.11 - 17:51 Uhr

hallo,
unsere geht auch in die 5 Klasse Gym. /Bayern und wir oder Sie hat sich für
Französisch entschieden.

Latein findet Sie" doof ", so ihre Aussage damals.

Sie hatte auch in der Grundschule 2 Jahre lang Nachmittags Französisch und fand es toll.
Es war damals so ein Angebot für Kids gewesen.

Der Infoabend steht bei uns Ende März an.

Lg Marion

Beitrag von meraluna1975 23.02.11 - 18:58 Uhr

Latein!

Ich hatte Franz in der Schule, und weiß davon...gar nichts mehr!

Latein musste ich während des Studiums nachhole (und zwar das latinum, also ganz un gar!) und war total begeistert.

latein ist logisch, gut lernbar (wenn man nciht stinkefaul ist) und Übersetzungen machen richtig Spaß, wenn man es als Detektivspiel aufzieht.

Auch wenn man oft hört, dass man Latein nicht fürs Studium braucht, bringt es einem unheimlich viel in der Schule. Und zwar in Deutsch - Grammatik ist dann ein Klacks!
Dass es dir grundsätzlich im Leben hilft, ist sowieso klar. Man kann vieles ableiten, und auch andere Fremdsprachen lernen sich wesentlich leichter!

Ich werde meine Kinder (sofern sie ins Gymnasium gehen werden), definitiv davon überzeugen, dass sie Latein wählen!

Beitrag von marathoni 23.02.11 - 19:23 Uhr

Bei uns war es so:
Mein Großer war schon immer ein Tüfftler und Denker. D.h. hat er mal Probleme gehabt eine Aufgabe zu lösen, hat er nie nach Mama gerufen, sondern solange rumprobiert bis er es hatte. Er kann auch unheimlich gut logisch denken und hat ein photographisches Gedächnis.
Ganz klare Entscheidung: Latein.
Er hat es auch nie bereut. Er macht nächstes Jahr Abi, zur Zeit steht er in Latein da mit 14,5 Punkten. Gibt 4 mal die Woche selbst Nachhilfe in Latein an andere Kinder.
Er hat dann noch Italienisch und Spanisch dazugenommen. Er ist also auch sehr sprachbegabt. Durch das Latein ist es ihm ein leichtes andere Sprachen ( gerade die romanischen ) zu erlernen. Und er hat enorme Vorteile in Deutsch.
Meine Tochter ist eher die bequemere, gibt schnell auf, logisches Denken...naja...ist zwar da aber nicht extrem ausgeprägt. Sie wählte Französisch. Sie meistert das Ganze nicht so leicht. Sie ist heilfroh, wenn sie es nächstes Jahr abwählen kann.
Lernen muß er beide Sprachen. Latein hat eben eine Menge Grammatik und ist recht schwer. Wenn dein Kind aber o.g. Züge aufweist, dann immer Latein!!!

Beitrag von kleinemimi 23.02.11 - 19:59 Uhr

Hallo Haarerauf,

hab vor kurzem auch erst hier gepostet, nur hiess es bei mir Französisch oder Russisch.

Bei uns bieten sie alle drei Sprachen an, Russisch Französisch und Latein. Latein fiel von mir gleich vom vorn herein raus. Ich spreche da aus Erfahrung, denn ich habe selbst in der Schule Französisch und Latein gehabt, und bei Latein ist es wirklich so, das entweder man kann es oder man kann es nicht. Nicht das Vokabellernen das ist überall gleich und mit Fleiss verbunden aber der Satzbau, ein einzelner Buchstabe kann eine Bedeutung verändern, es ist wirklich eine Gabe. Ich weiss ja nicht wie es bei Euch ist, aber er hängt sich ja damit fest, auf Deutsch er muss das dann durchziehen bis zur zwölf! Es ist mir auch wieder von Lehrern jetzt bestätigt worden, das es Kids gab die nicht damit klar kamen, klar es ist reineweg ne Logische Sprache und da muss man erst dahinter kommen! Dann sehe ich es noch so, das es grad im Französischen Bereich viele Übungsmöglichkeiten ausserhalb der Schulen gibt, also Lernprogramme ec. und es ist nicht nur eine Sprache sondern eine Lebensphilosophie. Was für uns noch ausschlaggebend war, das er eine Sprachenklasse besucht und ab der achten Spanisch haben wird und da diese beiden Sprachen sind sich ähnlich und somit ist Spanisch später einfacher.

LG und viel Glück bei der Wahl der richtigen Sprache und bitte niemals danach entscheiden, was sein Freund macht!

Mimi

Beitrag von shorty23 23.02.11 - 20:19 Uhr

Hallo Haareauf,

was sagt denn dein Kind? Gab es eine Probestunde und haben sich die Lehrer vorgestellt? Gab es schon einen Elternabend? Ich würde mich da auch ein bisschen nach deinem Kind richten, denn sie muss es ja schließlich auch lernen. Dann würde ich ein bisschen schauen, ob es ihr Spaß macht Englisch zu sprechen, wenn nicht, wäre Franz. ja ein bisschen doof. Wenn sie Spaß an Grammatik und ein bisschen Interesse an Geschichte hat, ist Latein eine Option. Ist aber schwer, das so per Ferndiagnose zu machen. Was sagt denn die Klassenlehrerin / Englischlehrerin?

Ich selbst hatte in der Schule Franz und das fand ich auch gut, wir waren oft in F im Urlaub und mir hat es viel Spaß gemacht, die Sprache zu sprechen, Schüleraustausch usw das gab es ja alles für die Lateiner nicht. An der Uni habe ich es dann bitter bereut, denn ich musste das Latinum nachmachen und das war der absolute Horror!!! Und von dem Crashkurs Latein weiß ich natürlich nichts mehr, schade. Für mich wäre es insofern gut gewesen, wenn ich 3 Sprache hätte machen können. Aber das habe ich auch erst im Nachhinein gewusst!

LG

Beitrag von sarahjane 23.02.11 - 20:55 Uhr

Französisch, wenn ein Kind schon relativ problemlos Englisch lernt, und allgemein als "sprachbegabt" gilt.

Latein, wenn ein Kind eine naturwissenschaftliche Ader hat und gut logisch denken kann.

Beitrag von comiso76 23.02.11 - 21:01 Uhr

ich würde immer Latein empfehlen...wegen der vielen beruflichen Möglichkeiten...

LG
Rina

Beitrag von wasteline 23.02.11 - 21:58 Uhr

Welche beruflichen Möglichkeiten meinst Du?

Beitrag von himbeere_11 25.02.11 - 14:04 Uhr

un die wären???

Beitrag von marion0689 23.02.11 - 21:45 Uhr

Hallo!

Ich hatte Latein. Man muss zwar schon relativ viel lernen, viel deklinieren usw aber mir hat es Spaß gemacht.

Zumal ich eher der naturwissenschaftliche Typ bin/war. Englisch war zwar ok, aber auch nicht mein Lieblingsfach. Und somit war Latein die perfekte Wahl für mich. Und fürs Studium wars auch ganz praktisch.
Außerdem war Deutsch Grammatik für mich dadruch ein Klacks.

LG

Beitrag von wasteline 23.02.11 - 22:05 Uhr

Kann Dein Kind gut logischen denken, dann Latein.

Ist es sprachlich begabt, dann Französisch.

Wobei Latein den Vorteil hat, dass das spätere Erlernen romanischer Sprachen leichter fällt.

Beitrag von christine1983 24.02.11 - 06:43 Uhr

Ich würde immer wieder Latein empfehlen, wenn einem Kind das zugetraut werden kann. Es ist mehr Stoff zu lernen und man muss ggf. mehr Zeit zum Üben investieren.
Es ist keine leicht zu erlernende Sprache und man muss sich ein bisschen durchbeißen, aber diese Sprache bietet die Grundlage für viele weitere Sprachen und vermittelt ein großes Gefühl für Grammatik und Sprachaufbau auch im Deutschen. Ich hatte seit der 5. Klasse Latein, es war nicht immer leicht, aber ich habe es nie bereut.
Und man muss bedenken, dass Kinder die Schwierigkeit einer Sprache meiner Meinung nach anders einschätzen bzw. nicht so mitbekommen, weil sie wenig Vergleiche haben. Für mich war Lateinlernen nichts Besonderes in dem Sinne, dass es ein schierigeres Fach war als andere Fächer. Und wenn ich jetzt sehe, wie einige meiner Kommilitonen sich in der Uni in Lateinkursen abstrampeln ... es ist später nicht mehr in dem Maße nachzuholen.

LG Christine

Beitrag von delfinchen 24.02.11 - 07:01 Uhr

Hallo,

Vorteil Französisch:
+ lebendige Sprache
+ Spanisch leicht erlernbar, wobei auch die Gefahr der Verwechslunge besteht

Nachteil Französisch:
- Unmengen Ausnahmen
- sehr viele verschiedene Zeiten
- wachsender Wortschatz
- Diktate
- andere Schreibweise als Sprechweise
- schwierige Aussprache

Vorteil Latein:
+ klarer Aufbau
+ wenig Ausnahmen (Beispiel: Wörter auf -us sind männlich, außer manus, domus, porticus)
+ erleichtert das Elernen romanischer Sprachen (ich musste in Spanisch und Französisch wenig Vokabeln lernen)
+ vermittelt viel Allgemeinwissen und geschichtliches Wissen, Philosophie
+ man bekommt ein ausgezeichnetes Sprachgefühl auch für die deutsche Grammatik (Satzglieder etc. werden ein Kinderspiel)
+ limitierter Wortschatz
+ Latinum wird bei neinigen Studiengängen (Theologie, Germanistik, Medizin vorausgesetzt, es nachzuholen ist extrem aufwändig)
+ einfache Aussprache

Nachteil Latein:
- wird nicht gesprochen und kann daher nicht im Urlaub etc. angewandt werden

Fazit:
Ich würde Latein wählen und ggf. später mal Französisch in einem VHS-Kurs lernen. Ds erlernt man dann wirklich den Wortschatz, den man im Urlaubsalltag so braucht und das Schreiben ist auch seeeeehr im Hintergrund.
Für meinen Neffen (5. Klasse) hab ich Latein empfohlen. Lernen muss man bei beiden Sprachen, Latein vielleicht etwas mehr wiederholen, weil man es ja nicht spricht/ anwendet und so der Wortschatz nicht ganz so leicht "hängen bleibt".

Hoffe, die Übersicht hat dir geholfen.

LG,
delfinchen (Mit Latein-Leistungskurs und 3 Jahren Französisch-Unterricht, der mich in minen Augen endlos gequält hat)

Beitrag von connie36 24.02.11 - 07:51 Uhr

hi
bei uns in bw, muss man sich schon vor der 5. klasse entscheiden, welche der beiden sprachen. da sie ab der 5. gleich mit zwei fremdsprachen anfangen. meine hat sich für latein entschieden und ist glücklich mit.
sie findet die franz. sprache nicht sonderlich toll, und ist, wenn sie die tests und ihren noten der franz. klasse sieht, immer wieder begeistert über ihre lateinwahl.
klar ist es keine gesprochene sprache, aber der unterricht wird auf deutsch abgehalten, im gegensatz zu unserer franz. klasse, und sie findet es super, das es geschrieben wie gesprochen wird. kein `und die unteren häckchen....die falsch gesetzt werden können.....
sie sagt, sie würde immer wieder latein wählen. ausserdem kann die zweite sprache ab ende der 10. klasse abgewählt werden.
lg conny

Beitrag von h-m 24.02.11 - 08:51 Uhr

Ich habe beides im Gymnasium gehabt, Latein ab Kl. 7 und Französisch ab Kl. 9.

Ich würde immer Französisch empfehlen! Es ist eine "lebendige" Sprache, man kann einen besseren Bezug zu Kindern/Jugendlichen herstellen - Brieffreundschaft, Schüleraustausch, vllt. Urlaub in Frankreich, französische Jugendzeitschriften/Bücher besorgen (Buchhandlungen an großen Bahnhöfen führen auch fremdsprachige Zeitschriften und Zeitungen).

Die "Behaltensrate" von gelernten Vokabeln ist bei Französisch höher, da man sie ja auch selbst im beim Sprechen/Schreiben verwendet. Lateinische Vokabeln müssen intensiver gelernt (öfter wiederholt) werden, da es sich um einen rein passiv angewandten Wortschatz handelt.

Die Argumente, die für Latein ins Feld geführt werden, kann man in meinen Augen entkräften:

- man kann die Bedeutung von Fremdwörtern ableiten:
es wäre bedeutend effizienter, einfach ein Fremdwörterlexikon zu kaufen und die Fremdwörter bei Bedarf nachzuschlagen und dann ebenso wie Vokabeln zu lernen. Dann lernt man wenigstens das, was man wirklich braucht. Im Übrigen kenne ich auch diverse Fremdwörter griechischen Ursprungs, ohne jemals (Alt-)Griechisch gelernt zu haben. Dir geht es sicher ebenso.

- Latein ist eine gute Grundlage, um andere romanische Sprachen zu lernen:
die modernen romanischen Sprachen weisen untereinander mehr Ähnlichkeiten auf, als sie dem Lateinischen ähnlich sind. Französisch ist zwar die Sprache, die sich am Weitesten von Latein "entfernt hat", dennoch erleichtern Französischkenntnisse das Erlernen weiterer romanischer Sprachen ebenso wie Lateinkenntnisse. Man entdeckt mindestens ebenso viele Wortverwandtschaften, wie auch Ähnlichkeiten in den grammatischen Strukturen.

- man braucht für manche Studiengänge das Latinum:
Für welche denn? So viele sind es gar nicht mehr. Zum jetzigen Zeitpunkt kann man nicht mal sagen, ob das Kind überhaupt studieren will, ja nicht einmal, ob es überhaupt wirklich das Abitur macht. Sollte es tatsächlich ein Studienfach wählen, für das das Latinum Voraussetzung ist, kann man es an der Uni immer noch nachholen. Dann weiß man wenigstens, WOFÜR man sich das antut - die Motivation ist also ungleich höher, als in der Schule, was dann wiederum auch zu besseren und schnelleren Lernerfolgen führt.

Beitrag von katzeleonie 25.02.11 - 08:26 Uhr

Hallo,

meine Tochter ist in der 6. und hat sich für Franz entschieden. Erstens wohnen wir ziemlich nah der der Grenze und lieben Frankreich, gehen auch oft dort hin in Urlaub und sie fand Latein außerdem zu tot.

lg
Anja

Beitrag von climber 27.02.11 - 14:40 Uhr

Hallo,

ich selber hatte Englisch, Latein und Französisch.
Als naturwissenschaftlich/mathematisch sehr begabte Schülerin denke ich immer noch mit Graus an meinen Lateinunterricht zurück, weil man da nichts, aber auch gar nichts anwenden kann.

Lateinische Vokabeln konnte ich mir dann z.T. merken, nachdem ich sie in Französisch gelernt und angewendet habe.

Fazit: Latein habe ich sofort wieder vergessen (der Prozeß hat nicht nach der Schule angefangen, sondern schon während der Schulzeit). Französisch ist durch die Anwendung aus meiner Sicht sinnvoller und einfacher.

climber