Ab wann ist das Kind überlasstet?

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Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von kingfuse 23.02.11 - 16:59 Uhr

Hallöchen,

mache mir etwas sorgen um die Tochter meines Bruders (9 Jahre alt).
Ist sie nicht zu verwöhnt und wird sie zu sehr belasstet?

- Sie ist von Montag bis Freitag in der Schule, bis um 12-14 Uhr.
- 1x Woche: Pfadfinder
- 1x Englisch
- 1x Weitere Fremdsprache
- 1x Judo
- 1x Tanzen

Hinzu kommt, dass sie noch ihre regulären Hausaufgaben erledigen muss.

Wird sie nicht zu sehr belasstet?

Auf der anderen Seite stelle ich mir die Frage: Ist sie nicht zu sehr "verwöhnt"?
-Ihr wird erlaubt direkt nach dem Aufstehen, vor der Schule, Fernseher zu schauen
-Nach der Schule, während der Pause die sie dann noch hat, bis zu der Nachmittagsaktivität
-Nach dem ganzen Tag vor dem schlafen gehen

Insg. kommen wir da auf ca. 3 Stunden Fernseher pro Tag...

- Außerdem bekommt sie alles was sie haben möchte (Sie hat eine Playstation, ein Wii, ein Nintendo DS, einen PC...)
- Wenn "gejammert" wird, wird immer von der Seite der Eltern nachgelassen
- Niemand (Großeltern, Familienmitglieder...) dürfen sie konstruktiv auf irgendetwas hinweisen - Mutter stellt sich sofort wie eine Schutzwand auf
Dementsprechend kann sie sich sehr schlecht (verbal) wehren, wenn Kinder sie aus der Schule dumm anpöpeln, da sie diesen "Kontakt mit der schlimmen Seite der Realität" noch nicht hatte..

Sie schläft immer noch manchmal bei der Mutter, weil die Bindung einfach zu groß ist...

Ich glaube sie hat weder die Chance, noch die Möglichkeit die Realität zu genießen, da sie immer von falschen Reizen überschwemmt wird (Fernseher, PC...) und sobald sie Kontakt mit negativen Reizen hat (Die man haben sollte), wird sie zum größten Teil von der Mutter beschützt...

Würde mich um eure Meinung freuen

Danke im Voraus

Grüße

Julia

PS.: Auch ist mir aufgefallen, dass wenn die Mutter nicht in der Nähe ist, und man sie mit etwas "konfrontiert", sie sich nicht immer "gescheit" wehren kann und sich in die Arme pickst..
Außerdem wird sie ziemlich schnell sauer...

Beitrag von leiahenny 23.02.11 - 18:37 Uhr

Denke diese Frage ist bei Kids & Schule besser aufgehoben.
Wobei wohl eher zuviel Fernsehen,

Beitrag von nochmal 23.02.11 - 20:39 Uhr

Hallo,

für meine Söhne möchte ich nciht täglich ein solches Programm haben, da ich möchte das sie auch freie Zeit für sich haben sollten, die sie selber einteilen können.

Allerdings schlafen auch meine Kinder ab und an noch bei uns im Bett und mein Grosser ist schon 8 jahre alt. ICh habe kein Problem damit, wenn die Bindung zwischen den Eltern und Kindern sehr gut ist - ich bin eher froh, das er NOCH mit mir kuscheln möchte und mir alles anvertraut. Irgendwann hört das kuscheln auf :-(

Der Fernseher läuft bei uns nicht so oft, aber öfter als im Frühling,Sommer oder Herbst.

Und nun bin ich auch noch der Meinung, das Eltern ihren Kindern schenken können was sie wollen, ob das nun jemand anderes gut findet oder nicht. Du kannst es bei deinen Kindern entscheiden - so einfach ist das.
Jedes Elternpaar mit dem Ergebnis seiner Erziehung an seinen Kindern leben.

Womit konfrontierst du ein 9jähriges Kind, wenn die Mutter nicht dabei ist?

Gruß

Beitrag von kingfuse 23.02.11 - 21:12 Uhr

"Und nun bin ich auch noch der Meinung, das Eltern ihren Kindern schenken können was sie wollen"

Klar, ist deine Meinung. Ich bin jedoch der Meinung, dass das Kind die Wertigkeit und die "Besonderheit" eines Geschenkes verliert, wenn es eh schon weiß, dass es alles bekommen kann. Außerdem muss, auch wieder meiner Meinung nach, eine klare Grenze gezogen werden, denn spätestens in der "offenen Welt" wird das Kind Probleme haben, weil es nicht einfach alles bekommt, was es haben will.


"Womit "konfrontierst" du ein 9jähriges Kind, wenn die Mutter nicht dabei ist? "

Hier habe ich vielleicht ein zu aggressives Wort ausgewählt. Es geht einfach nur darum, dass wenn man zum Beispiel ein Kind auf eine schlechte Schulnote anspricht, und man sagt, dass es viel schöner ist, wenn man gute Noten hat und etwas mehr lernt, weil man später dann einen schöneren Beruf deswegen ausüben kann und das es nicht so gut sei, wenn man erst einen Tag vor der Arbeit anfängt zu lernen. Das habe ich mit "konfrontieren" gemeint, wobei, wie gesagt, das Wort hier nicht so richtig rein passt..
Es geht ja hier nur um das Prinzip, dass das Kind sofort in sich geht und sich an den Händen piekst, weil es einfach kein starkes Selbstbewusstsein hat. Und das basiert darauf, dass bei sowas normalerweise immer die Mutter eingesprungen wäre und das Kind vor dieser Frage geschützt hätte.... Nur leider beschützt sie niemand in der Schule, wo die Mutter mal nicht dabei ist und das Kind auf sich alleine gestellt ist.

Beitrag von nochmal 24.02.11 - 13:32 Uhr

Nun da hat eben bei euch jeder eine andere Meinung zu schenken gewisser Dinge.

Bei uns ist es eventuell noch ganz anders, als bei vielen.
Ich beschenke meine Jungs auch sehr gerne und dennoch wissen sie, das man sich etwas wünschen kann, aber eben nicht alles bekommt.

Noch dazu kommt, viele verschenken hier einen Buddelkasten, Bettwäsche, Bücher, die Zimmereinrichtung, einen Ranzen usw - das sind für mich z.B. keine geschenke, das ist so etwas wie eine Grundausstattung, die ein Kind haben sollte.

Hast du Kinder?

Mein Sohn (8) würde sich auch unwohl fühlen, wenn ihn jemand anderes als seine Eltern oder die Lehrerin auf eine schlechte Note ansprechen würde.
Kinder in diesem Alter fangen an sich zu genieren und wenn sie jemanden etwas sagen, heisst das nicht das alle es wissen sollen.
Das hat aus meiner Sicht nichts mit einem zu kleinem Selbstbewusstsein zu tun.
IN der Schule Schule benehmen sich Kinder auch meist anders als zuhause.

Gruß

Beitrag von zaubertroll1972 23.02.11 - 20:47 Uhr

Hallo,

hast Du keine eigenen Probleme?
Sprich doch mal mit der Mutter über Deine Beobachtungen. Sie wird Dir sicher am besten was dazu sagen können.

Z.

Beitrag von kingfuse 23.02.11 - 21:17 Uhr

"hast Du keine eigenen Probleme? "

Ich weiß ehrlich nicht, wieso man sowas schreiben muss.
Klar hat jeder Mensch Probleme, auch ich! Nur es ist doch auch schön, wenn man Probleme von anderen erkennt und sie gemeinsam behandelt.
Sowas nenne ich Familiere-Souveränität..

"Sprich doch mal mit der Mutter über Deine Beobachtungen. Sie wird Dir sicher am besten was dazu sagen können. "

Naja, nicht nur ich habe es versucht. Aber es bringt nicht so viel, da sich die Person nichts sagen lässt. Wohin gegen der Vater Verständnis aufweist und auch zu spüren gibt, dass er das genau so sieht. Er versucht das gleiche seiner Frau zu sagen, jedoch hört sie nicht drauf oder sie wendet eine andere Methode an, aber kehrt bald wieder zu der eigenen zurück...
Eine sehr schwierige Situation....

Beitrag von zaubertroll1972 23.02.11 - 21:25 Uhr

Ja und wenn Dir jetzt hier 10 Frauen zustimmen so wird es doch nichts an der Situation ändern.
Wenn der Vater die Dinge richtig einschätzt dann sollte er doch in der Lage sein etwas an der ganzen Situation zu ändern.

Ich frage mich überhaupt wer oder was Du bist? Dein Name stimmt ja mit dem bischen Deines Profils nicht überein.

Beitrag von loonis 24.02.11 - 09:06 Uhr




Kinder sind verschieden....
Warum sprichst Du es nicht direkt an???

Also ,unser Großer geht in d.2.Klasse ...Schule geht bis 13 Uhr ...
anschl. geht er bis 16 Uhr in d.Hort ,ausser freitags ,da kommt
Luca direkt nach d.Schule heim....
Er schwimmt im Verein ,er trainiert 2-3x die Woche ....
mittwochs geht er momentan vom Hort aus schwimmen.
Seine Hausaufgaben erledigt Luca meist zu Hause ,selten im Hort ,
weil er dort nach der Schule & Mittagessen lieber erst einmal spielt ...
ist auch völlig o.k. für mich.

Wir haben auch Wii,PSP ,Nintendo ,Laptop ...Luca darf es in Maßen
nutzen ....unter der Wo hat er nur abends ein wenig Zeit dazu ,PC gibt
es eh nur manchmal am WE ....
Jeder kennt sein Kind am besten u. sollte da einen Rahmen stecken...

Unsere Kids kommen auch regelmäßig zu uns noch ins Bett ,nämlich dann ,wenn ich meine Nachtschichtwoche alle 14 Tage habe ...da schlafen sie
gern abwechselnd bei uns (die Kleine ist 4 geworden) ..
Finde ich nicht schlimm.

LG Kerstin

Beitrag von scotland 24.02.11 - 21:40 Uhr

Hallo,

mit den Terminen würde ich sagen, dass das sehr auf das Kind ankommt.

Meine Tochter ist total verrückt nach Musik, sie ist nun fast 9 und spielt zwei Instrumente und singt im Kirchenkinderchor = drei Termine in der Woche. Dann ist sie noch in einer Jugendgruppe und geht ins Schwimmen. Das macht sie seit Jahren und kommt gut klar. 2x die Woche kommt fest eine Freundin, 1x die Woche ist sie mittags bei ihren Großeltern. Oft hüpft sie noch über die Straße in die Bibliothek (da ist oft Vorlesen) und hört da zu und bringt sich ein Buch/Hörbuch mit. Sie ist ein Selbstläufer, schon immer gewesen und braucht immer sehr viel Programm.

Mein Sohn (5) ist völlig anders. Er hat eigentlich einen Ganztagesplatz in einem Regelkindergarten ABER er ist nach vier Stunden erledigt. Daher bezahlen wir seit zwei Jahren den Ganztagesplatz, schicken ihn aber nur von 8.00 - 12.00. Er geht noch 1x in den Musikunterricht - er braucht ganz viel Zeit für sich! So ist es eben.

Medienkonsum beschränke ich. Meine Tochter hat ein Nintendo DSi, spielt aber viel lieber auf ihren Instrumenten oder malt. Sie schaut abends vorm ins Bettgehen auf KIKA die Nachrichten an (... und fühlt sich dabei herrlich erwachsen). Bei meinem Sohn muss ich eher die Bremse ziehen, er schaut 30 Minuten KIKA am Tag = eine Sendung. Hätte er das Sagen, wäre er den gesamten Tag da.

Kinder sind sehr sehr verschieden. Bei meiner Tochter gibt es auch Freundinnen, die sehr viel vor der Glotze sitzen - meins wäre das nicht!
Aber ich mag es nicht, wenn mir jemand ungefragt reinredet, daher versuche ich das auch nicht zu machen.

GLG
Scotland