Unterschiedliche Erziehung

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von jenny133 23.02.11 - 21:47 Uhr

Hallo

mir fällt immer mehr auf, das mein Mann und ich unterschiedlich erziehen. Ich kenne Nico ja viel besser, weil ich die Hauptbezugsperson bin (auch wenn ich mittlerweile ebenfalls wieder 3 Tage die Woche arbeite) und wahrscheinlich erziehe ich deshalb mehr mit weitsicht und hab mir bei ihm Respekt erarbeitet. Bei mir läuft das so ab, das ich ihn ein bis zweimal ermahne. Er kennt den bestimmten Ton von mir und hört oftmals da schon. Wenn nicht fang ich laut an zu schimpfen und falls er da noch nicht hören sollte nehme ich ihn an der Hand und ziehe ihn aus der Situation raus was zum Glück nicht oft sein muss.

Nun, mein Mann kennt das einfach so nicht. Dh. er redet normal mit Nico - Nico macht irgendwas was er nicht soll oder darf und mein Mann schreit gleich los. Unser Sohn fängt gleich an zu heulen. Ich nehme nun an, das sich Nico erschreckt, weil er auf das Schimpfen nicht gefasst ist in der Situation. In dem Alter machen sie ja noch nicht absichtlich was falsch oder kaputt nur, damit wir uns ärgern sollen. Also tut er solche Dinge ja nicht mit Vorsatz und weiss damit im ersten Moment gar nicht, DAS er was falsch macht?!

Andererseits sagt mein Mann - hab ich allerdings so noch nicht beobachtet - das unser Sohn nicht auf ihn hört, wenn er es "normal" ohne zu schimpfen zu ihm sagt.

Was haltet ihr davon? Soll ich nochmal mit meinem Mann reden, damit wir da was ändern oder muss Nico einfach unsere unterschiedlichen Erziehungsstile in der Form akzeptieren und sich daran gewöhnen, das sein Papa ihm eben gleich die Meinung geigt, während ich ihn vorwarne?!

LG
Melanie mit Nico (3 Jahre)

Beitrag von perserkater 23.02.11 - 21:57 Uhr

Hallo

Also grundsätzlich akzeptieren Kinder ohne weiteres die unterschiedlichen Vorgehensweisen der Eltern/anderer Erziehungspartner solange das grobe Ziel das gleiche ist.
Aber den Jungen direkt anzuschreien ist sicher kein richtiger Weg. Dein Mann sollte darauf achten, dass ihn sein Sohn auch hört. Manchmal träumen die Kleinen vor sich hin und überhören die Worte ihrer Eltern. Wenn sie dann direkt angeschrien werden erschreckt sie das natürlich. Auch in Hinblick für die Zukunft ist es ja nicht gerade förderlich. Wie lange will dein Mann denn schreien? Bis euer Sohn zurück schreit? Er sollte da jetzt einen Weg wählen der auch noch in 10 Jahren begehbar ist.

LG

Beitrag von jenny133 23.02.11 - 22:06 Uhr

Hm aber letztenendes schimpfe ich ja auch, nur das er eben bei mir dann auch sofort weiss warum. Mit den Regeln halten wir es ja gleich mein Mann und ich. Also bei Dingen, bei denen Nico weiss, das er es nicht darf und es trotzdem macht, schimpft sein Papa ja auch und trotzdem weint er gleich los.

Eine Freundin von mir macht das bei ihrem Sohn genauso wie mein Mann eben bei unserem. Der ist das anscheinend gewohnt #kratz . Nun kam es schon zweimal vor, das auch sie mit Nico schimpfte und da lief es genauso ab. Er fing gleich an zu weinen.

Ich hab mit meinem Mann schonmal drüber gesprochen. Wenn er beim nächsten Gespräch wieder ja und Amen sagt und es dann anders macht werde ich wohl aus Spass in Zukunft auch mal laut mit ihm schimpfen. Er wird sich als Erwachsener wohl auch blöd vorkommen, wenn ich mit ihm schreie. Wieso tut er es dann gleich mit einem Kind...

LG
Melanie

Beitrag von twins 23.02.11 - 22:22 Uhr

Hi,
wenn er nicht auf Papa hört, dann sollte er sich vielleicht in Augenhöhe mit ihm unterhalten und nicht "zurufen". Hilft oftmals ungemein!!!!

Aber irgendwie hört es sich an, das Du Deinen Jungen "vorwahrnen" willst, weil Papa gleich was sagt. Das ist doch ein abwerten des papas. Und sei ehrlich, mit 3 Jahren weiß ein Kind oftmals mehr als man es ihn zumuten möchte.

Mein Mann macht auch nicht "meinen "Erziehungsstil" weil er zu wenig zu Hause ist und trotzdem klappt es super. Ich bin eher strenger und er der nachgiebige. Die Kinder haben das schon immer ausgenutzt, bis zum Gewissen Grad.

Grüße
Lisa

Beitrag von jenny133 23.02.11 - 22:30 Uhr

Hallo Lisa

ich glaub du verstehst da was falsch, denn ich will Nico ganz sicher nicht vorwarnen. Bin am überlegen, ob ich mit meinem Mann nochmals reden soll, das ich gerne möchte, das er nicht gleich losschreit sondern es erstmal in ernstem Ton probiert. Oder ob ich es so belasse, dann muss sich Nico einfach dran gewöhnen.

Allerdings stimmt es schon: ICH warne Nico vor, bevor ICH schimpfe. Im ersten Moment sag ich was nicht einfach so locker daher sondern im ernsten Tonfall und es klappt ziemlich oft, das er dann schon anständig ist und ich gar nicht erst schimpfen muss. Wenn mein Mann sich grade mit ihm beschäftigt mische ich mich da gar nicht ein. Aber ich beobachte es eben, das er sofort losschimpft.

LG
Melanie

Beitrag von juni78 23.02.11 - 22:27 Uhr

Hallo,

gleich losschreien geht für mich gar nicht.

Es wird immer eine Konsequenz genannt und die dann auch angewandt.
Da waren und sind wir uns einig.

Rede mit deinem Mann, es ist viel zu schwer für den Kleinen diese Unterschiede zu erkennen und zu verarbeiten.

Grüße
Tanja

Beitrag von jenny133 23.02.11 - 22:36 Uhr

Hallo Tanja

bin da allerdings etwas zu doof für #hicks. Mir fällt keine Konsequenz ein bei vielen Dingen. Bei mir ist die letzte Konsequenz immer, das ich ihn aus der Situation rausnehme. Also grad wenn er irgendwas macht an einer bestimmten Stelle und es nicht soll, nehme ich ihn wenn alles nichts nützt an der Hand und ziehe ihn da weg. Sage ihm nochmal normal und deutlich, das er das nicht darf und sich da jetzt fern halten muss. Das ich ihn da weg ziehe sage ich vorher nicht. Aber er weiss es schon wie es abläuft.

LG
Melanie

Beitrag von juni78 23.02.11 - 22:51 Uhr

Hallo,

ich glaube doof ist nicht das richtige Wort.

Setz dich mit deinem Mann hin und überlegt zusammen logische Konsequenzen.

Bsp. Muss ich aufräumen, kommt danach betreffendes Spielzeug auf den Schrank.

Kaspern beim Abendessen, kein Nachtisch

Trödeln beim abendlichen fertigmachen, kürzere oder gar keine Gute-Nacht Geschichte

Wenig bis gar nichts essen, keine Süssigkeiten

Dies sind nur ein paar Beispiele. Sucht für eure Familie passende Konsequenzen. Das ist zwar die ersten Male hart aber es wird leichter.
Und ihr müsst euch beide daran halten, dies ist meinem Mann auch erstmal schwerer gefallen als mir.

Lg
Tanja

Beitrag von grinsekatze85 24.02.11 - 08:50 Uhr

Hallo!

Hallo!

Also mein Mann und ich versuchen schon immer zusammen zuhalten bzw. sprechen wir auch vieles ab, was bestimmte Dinge/Situationen betrifft.
So stehen wir auch gemeinsam hinter unseren Entscheidungen.

Aber auch bei uns ist es so, das ich ebenfalls 1-2 meinen Sohn ermahne und dann auch etwas lauter und mit ernergischer Stimme dann spreche, das zieht dann schon ;-)
Mein Mann ist eher der jenige, der erstmal anfängt zu #bla und zu Diskutieren und das geht meist schief.
Dann kommt ein Redeaustausch#augen und das bringt garnichts.

Wenn mein Mann dann mal sofort lauter wird, weil unser Sohn was gemacht hat, was wirklich garnicht geht. Weint er auch direkt los, aber das muss er auch lernen, das gewisse Dinge einfach nicht gehen.
Aber er weint auch, wenn ich mit ihm richtig schimpfen würde.

Vielleicht mal deinem Mann sagen, er soll vielleicht auch 1x Vorwahnen damit dein Sohn sich drauf einstellen kann. Aber manchmal geht das auch in einer Situation einfach nicht!!!

LG
grinse#katze

Beitrag von jenny133 24.02.11 - 11:34 Uhr

Hallo

hast schon recht, das es manchmal einfach nicht immer geht. Wenn er in einer gefährlichen Situation ist schimpfe ich auch gleich (zb. sich an der Strasse von der Hand reisst) aber ich habs bisher immer gleich unter Kontrolle bekommen #schwitz und dann sag ich im Nachhinein, warum ich laut wurde. Da weint er dann allerdings nicht.

Problem von meinem Mann ist denke ich auch mal, das er einfach zu wenig Zeit mit dem Kind hat um es richtig zu kennen. Oftmals weiss ich, was Nico vor hat und dann kann ich schon rechtzeitig vorwahrnen bevor er überhaupt den Blödsinn veranstaltet. Soweit kann sich mein Mann noch nicht in ihn reinversetzen.

An sich muss ich vielleicht noch sagen, das bei uns schon die gleichen Regeln gelten, somit ziehen wir ganz sicher an einem Strick. Wir haben nur unterschiedliche Strategien, wie wir diese Regeln durchsetzen...

LG
Melanie

Beitrag von nele27 24.02.11 - 11:42 Uhr

Hi,

unterschiedliche Erziehungsstile sind kein Problem, das sollte man tolerieren. Allerdings wäre für mich (und meinen Mann) da die Grenze, wo es dem Kind schadet.
Und gleich losbrüllen schadet dem Kind definitiv. Da würde ich mal mit ihm drüber reden und die Vorschläge der anderen hier (sicherstellen, dass das Kind es auch gehört hat etc.) aufgreifen.

Schreien bedeutet, dem Kind Angst einzujagen, sodass es dann hört. Aber nicht, weil es irgendwas kapiert hat, sondern, weil es eingeschüchtert ist. Ich denke nicht, dass das der richtige Weg ist, ihr wollt dem Kind ja was beibringen und es nicht in Angst versetzen.
Und was macht er in einigen Jahren, wenn sich Euer Sohn nicht mehr einschüchtern lässt?

Über all das würde ich mit ihm mal reden und vll ändert er ja seine Sichtweise.

Wir handhaben es übrigens auch unterschiedlich: Ich meckere schneller los, ziehe Konsequenten, bin aber insgesamt berechenbarer und beziehe insgesamt mehr Antons Alter und Verfassung mit ein.
Bei meinem Mann kommt es mehr auf seine eigene Tagesform an. Manchmal erlaubt er viel mehr als ich und ist lustiger und weniger verkniffen mit ihm als ich. Dann aber kriegt er n Rappel und will schnell bei Antons Unarten "aufräumen" mit tw. übertriebenen Sanktionen.

Jeder hat also Kritikpunkte am Stil des anderen (obwohl wir grundsätzlich die gleichen Erziehungsansichen haben, aber in der Praxis siehts ja manchmal anders aus) und wir sind daher immer miteinander im Gespräch darüber. Da fallen keine bösen Worte, es ist eher eine Anregung zur Selbstkritik. Natürlich nie vor Anton, da sprechen wir mit einer Zunge.

LG, Nele

Beitrag von jenny133 24.02.11 - 23:10 Uhr

Danke

ich werde dann auch mal das Gespräch mit meinem Mann suchen.
Eigentlich hab ich ihm das schonmal gesagt, das es mich stört, wenn er gleich schimpft. Aber das hat wohl nicht gefruchtet...

LG
Melanie