Bildungshaus 3-10

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von franka.f 23.02.11 - 23:39 Uhr

Hi miteinander,

hab mal so allgemein die Frage an alle Betroffenen, was Ihr über das Projekt Bildungshaus 3-10 denkt und wie Ihr damit klar kommt bzw. wie gut oder schlecht es funktioniert.

Bei uns wurde das nun neu eingeführt und es gibt erhebliche organisatorische Schwierigkeiten, zumindest im Kindergarten. Da ich EB-Vorsitzende bin, muß ich mir jetzt die Superlösung einfallen lassen.

Auch in der Schule hab ich schon mitbekommen, dass es zwei gespaltene Lager gibt.

Klar hat alles seine Vor- und Nachteile, aber in meinen Augen überwiegen im Kindergarten die Nachteile haushoch. Andere im EB wollen aber unbedingt an der Sache festhalten und die Erzieherinnen meinen, selbst wenn man vom Projekt zurücktreten möchte, geht das nicht so einfach.

Wie kommt Ihr klar mit dem Bildungshaus? Speziell interessiert mich, was habt Ihr für Aktionen bzw. Angebote, was ist Pflicht und was freiwillig und wer trägt bei Euch die zusätzlichen Kosten (Personal, Busfahrten.....)?

Vielen Dank für Eure Antworten!

LG Franka

Beitrag von a79 24.02.11 - 07:32 Uhr

Helfen kann ich Dir bei Deiner Frage leider nicht, wüßte aber gern, was ein "Bildungshaus 3-10" überhaupt ist -Spiel- und Förderangebote für 3-10jährige???

Danke schonmal für die Antwort!

LG

Andrea

Beitrag von franka.f 24.02.11 - 12:07 Uhr

Hallo Andrea,

es würde hier den Rahmen sprengen, alles genau zu erklären, deshalb gebe ich Dir hier den Link www.znl-bildungshaus.de .

Grob gesagt, Ziel ist es, den Kindergartenkindern die Angst vor der Schule zu nehmen, indem viele Projekte zwischen Kindergarten und Schule stattfinden, wo die Kinder gemeinsam spielen und lernen. Momentan betrifft es bei uns nur die Vorschüler und die Klassen 1 und 2, was aber bis in zwei Jahren ausgeweitet sein soll von 3-bis 10 jährige Kinder, sprich, die Kleinen im Kindi bis 4. Klasse. Die Kleinen werden dann schon am Unterricht in der Schule teilnehmen ( je nach Auswahl durch Schule/Kindergarten) und die Schüler werden wieder in den Kindergarten kommen, um irgendwelche Projekte zu machen.

Ich persönlich finde das totalen Quatsch, weil nach meiner Befürchtung (und da hab ich auch schon erste nörgelige Aussagen von Zweitklässlern) die Unterrichtsqualität darunter leiden wird, wenn so viel Zeit zum Spielen abgeht. Und wie bitte soll ein vierjähriges Kind es spannend finden, Geometrie zu lernen in der 3. Klasse? Nach meiner Erfahrung mit meiner großen Tochter und anderen älteren Kindern von Freunden weiß ich, dass die Kinder ab der 3. Klasse heftig drangenommen werden. Durch das G8 wurde viel Stoff, der zu unseren Zeiten noch in Klasse 5 bis 8 unterrichtet wurde, mittlerweile in die Grundschule verlegt, die Schüler haben hier wirklich genug zu tun, den Stoff durchzukriegen. Und jetzt soll noch so viel Unterrichtszeit geopfert werden, damit die Kinder dort mit Kindergartenkindern gemeinsam turnen, singen usw. können? Meine Tochter kommt dreimal die Woche um 13.15 Uhr von der Schule, hat zweimal Mittagsschule, ich finde, das reicht in der 3. Klasse vollkommen!

Ich habe schon viele Kinder zur Einschulung gehen sehen, da hatte noch keines Angst davor, und wenn das so ist, sind dies sicher Einzelfälle und es wird den Kindern von außen Angst gemacht. Jeder Vorschüler freut sich doch wie blöd auf die Schule, oder? Stolz, endlich groß! Jeder Erstklässler hat in der Regel die Möglichkeit, in seinem Kindergarten noch Besuchstage zu machen, außerdem gab es bei uns auch bisher viele Aktionen zwischen Vorschüler und Erstklässler, das war gut und aber auch im Rahmen und so war es okay.

In unserem Kindergarten haben wir noch speziell das Problem, dass die Kinder mit dem Bus zur Schule müssen, was ein Riesenheckmeck ist mit dem Kindergartenkindern. Zwei Erzieherinnen müssen dafür den ganzen Vormittag abgezogen werden, damit die paar Vorschüler sicher mit dem Bus an die Schule kommen, um dort eine Schulstunde irgendwas mitzumachen. Da die Busse recht doof fahren und sich wirklich nicht an den Bildungshaus-Zeiten ausrichten können, bleibt die meiste Zeit des Vormittags auf der Wegstrecke liegen (warten....warten....). Dafür haben die anderen Kinder im Kindi nur noch eine Erzieherin in der Zeit (zwei Gruppen) und diese kann mit den Kindern keine Angebote und nichts mehr machen, sie muß zusehen, dass der Laden einigermaßen aufrecht erhalten werden kann. Da leidet die Qualität im Kindergarten durch Personalmangel! Vor kurzem war eine Erzieherin krank, da mußte eine Mutter einspringen wegen diesem Bildungshaus. Aber sich regelmäßig zu engagieren, das lehnen die Eltern ab.

So, wie nun raus aus dem Dilemma? Jeder will alles haben, aber keiner ist bereit, etwas dafür zu opfern. Meiner Meinung nach hat das Kindergarten- und Schulsystem bisher sehr gut funktioniert, ich weiß nicht, wieso man jetzt plötzlich alles zusammenwirft. Im Turnverein gab es einen jahrelangen Kampf, dass man die Gruppe der 3-bis 6jährigen noch einmal unterteilt, weil man nicht richtig altersentsprechend turnen konnte (entweder waren die Kleinen überfordert oder die Großen unterfordert), und jetzt endlich konnte man die Gruppe teilen in 3+4 Jahre sowie 5+6 Jahre, und alle sind zufrieden, aber in der Schule wirft man sie dann wieder zusammen und keiner hat wirklich was davon. Ich habe auch mit einem Lehrer darüber gesprochen, der lachte und meinte, die Grundschüler seien ja nun wirklich keine Sportskanonen, da kann man eh nicht viel erwarten, so eine blöde Aussage! Ich habe das Gefühl, die Kinder werden nur noch mehr demotiviert, da sie mit Aussagen kommen wie: Grr, heute im Sport kommen wieder die Kindergartenkinder, so was doofes, dann können wir wieder nichts Gescheites aufbauen und müssen nur die ganze Zeit im Kreis herumrennen!

So, das ist meine Meinung dazu, und es würde mich brennend interssieren, wie es woanders läuft!

LG Franka

Beitrag von a79 24.02.11 - 13:27 Uhr

Hm, davon habe ich in dieser Form noch nie gehört...
Bei uns gibt es das wohl , dass die Vorschulkinder mal in die Schule gucken gehen und auch schonmal im Unterricht vorbeischauen -wohlgemerkt im Unterricht der ersten Klasse! -alles andere finde ich auch zuviel und gebe Dir vollkommen Recht, dass ein vierjähriger/vierjährige sich in Drittklässlerunterricht wohl langweilen würde...und dann eher stört.
Ich finde es gut, wenn vor der Einschulung sowas mal projektartig stattfindet, auch wenn Schüller aus der 1. oder 2. Klasse nochmal in den Kindergarten gehen und dort z.B. was vorlesen...dann sehen die Vorschüler, was man in der Schule lernt und sind motiviert für den SChulstart und der Vorleser wächst ein gutes Stück und ist stolz, was erschon alles kann...gibt es so in der Art auch bei uns...
Findet dieser Austausch bei Euch jeden Tag statt?#zitter oder wochenweise?
Wrüde mich mal interessieren...

LG

Andrea