Die vernachlässigte Freundin meiner Tochter (8)

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Wastun? 24.02.11 - 00:00 Uhr

Hallo,

ich weiß, dass da nicht hergehört, aber ich will schwarz schreiben (da es um ein anderes Kind geht, nicht um meins).

Meine Tochter (jetzt 8) hat im Kindergarten ein (damals) ganz nettes Mädchen kennengelernt. Nennen wir sie L. Die Eltern von L waren gewöhnungsbedürftig und auch immer darauf aus, ihre Vorteile aus einer Sache zu ziehen. L durfte uns so oft besuchen, wie sie wollte - Gegeneinladungen gab es kaum. Ls Mama war zuhause, ich arbeitete Vollzeit und habe oft Überstunden genommen, da meine Tochter wollte, dass L zu Besuch kommt. Mit dem Abholen waren sie total unzuverlässig oder riefen oft an, mit der Bitte, sie zu bringen (der Vater fährt nach der Arbeit aber direkt an unserem Haus vorbei ???).

Dann haben Ls Eltern mehrfach total seltsame Aktionen gefahren. Eine z.B. war, dass meine Tochter Kindergeburtstag hatte - damals wurden die Mädels 5. Wir luden vier Kinder ein und vermerkten auf der Karte, dass der Geburtstag von 3 - 6 ginge. Ls Mutter sagte noch, sie käme eventuell ein paar Minuten nach 6- sie kam letztendlich um 20:45! L hatte schon geweint und Angst gehabt, dass sie nicht geholt wird und wir konnten auch auf dem Handy niemand erreichen. Schließlich war sie auf dem Sofa eingeschlafen. Wie auch immer - wir haben damals gesagt, dass wir sowas unter aller Kanone finden. Ich war auch echt total sauer damals, weil ich morgens um 5 aufgestanden war, um alles hinzubekommen und dann meinen Feierabend damit verbrachte, die verstörte L zu trösten.

Ich muss ehrlich zugeben - ich wurde mit dem 3. Kind schwanger und mir wurden die wöchentlichen Besuche zuviel, die Eltern haben mich total genervt .... Ich habe es angesprochen, aber stieß auf taube Ohren. Meine Tochter lernte noch ein paar andere Kinder kennen, bei denen die Einladungen gegenseitig erfolgten. Das habe ich als Entlastung empfunden und der Kontakt zu L schlief ein. Allerdings tat sie mir auch Leid - da die Eltern überall diese Nummer abzogen, war sie isoliert.

Nun ist sie in der gleichen Jugendgruppe wie meine Tochter und erzählt immer, dass sie in der Schule keine Freunde hat (sie hat auch immer unglaublich miese Klamotten an - ich kaufe auch viel gebraucht, aber das, was sie anhat, kommt wirklich aus der 70er Jahre Kleiderkiste - knallorange mit pink kombiniert. etc, da wird sie wohl sehr oft geärgert). Es sieht einfach so aus, als ob sich die Eltern null Mühe geben. In dieser Gruppe fällt sie nun hin und wieder sehr negativ auf (Vulgärausdrücke, etc.)

Am Samstag war es wieder soweit - es war ausgemacht, dass die Jugendgruppe + jeweils ein Elternteil in ein Spaßbad in der Nähe gehen. Da meine Tochter total gut schwimmen kann, nahm mein Mann noch unseren Mittleren (4) mit. Der ist Nichtschwimmer. Vor dem Bad tauchte der Vater von L auf, drückte sie meinem verdutzten Mann in die Hand und sagte, dass sei mit mir so abgesprochen. So schnell konnte mein Mann überhaupt nicht reagieren - auf dem Handy war niemand mehr zu erreichen. Meinem Mann war es superunangenehm, für ein "fremdes" 8 Jähriges Mädchen im Bad verantwortlich zu sein - sie konnte auch überhaupt nicht schwimmen und er hatte mit zwei Nichtschwimmern den totalen Stress. Mein Mann ist leider nicht der, der dann ein Fass aufmacht, hat zwar gesagt, er fand das total unverschämt, der Vater von L sagte dann was von einem "Missverständnis".

Wir wissen keine Lösung. Einerseits tut mir das Mädchen total Leid und ich möchte ihr eigentlich helfen, zumindest den Kontakt mit meiner Tochter aufrecht zu erhalten, weil sie sonst keine Freunde hat.

Andererseits werden wir total ausgenutzt von den Eltern. L. hat auch inzwischen einige Verhaltesweisen, die mich sehr befremden (sie rülpst am Tisch, einmal war sie zum Essen, mochte das Essen nicht und spukte es über den ganzen Tisch). Wir haben versucht, mit den Eltern zu reden - mehrfach - und stoßen auf sehr taube Ohren. Ich könnte mich ständig aufregen, wie man so sein kann. :-[

Was würdet ihr machen? Ich muss sagen, dass ich selbst Vollzeit arbeite (oft nehme ich mittags frei und gehe abends nochmals von 18.00 - 22.00, damit ich was von meinen Kindern habe) und drei Kinder und einen Haushalt habe - also habe ich ein sehr begrenztes Zeitkontingent und fühle machmal, dass ich mein Limit erreicht habe. Mir tut aber das Kind so Leid.

GLG

Beitrag von protest 1999 24.02.11 - 01:38 Uhr

hallo,
also das geht ja echt nicht. ich kann dir nur vorschlagen, besuch die eltern direkt mal bei ihnen daheim. sie werden entweder nicht aufmachen oder dich an der tür abwimmeln. eins von beiden.
aber vielleicht kannst du ja ein blick durch ein fenster werfen, wie es überhaupt bei denen aussieht.
ok, ist spionage. aber wie willst du sonst erfahren, was bei denen daheim schiefläuft, dass sie sich so halbherzig um ihre tochter kümmern!

die andere und eher wahrscheinlichere variante wäre du gehst zum jugendamt und schilderst denen alles, was du erlebt hast und so weiter. ob es was bringt? keine ahnung. aber ich denke die vom jugendamt werden bestimmt mal vorbei schauen, was da los ist.

tja sonst kann ich dir da nicht wirklich weiterhelfen. denn die eltern von l scheinen euch ja aus den weg zu gehen. also hilft eine konfrontation ja auch nicht wirklich weiter.

aber versuch mal mit dem mädchen zu reden. bau etwas kontakt zu ihr auf. gut, du müsstest sie halt mehr einladen etc.
aber vielleicht vertraut sie dir dann was an, was dir weiterhelfen könnte!

aber ich find es echt klasse, dass du dir solche gedanken machst und ihr helfen willst.

Beitrag von Wastun? 24.02.11 - 10:37 Uhr

Hallo,

wir waren schon im Haus - ist ein normales Reihenhaus in einer ärmeren Gegend, aber alles -im Rahmen- aufgeräumt, etc. Das Problem ist, dass das Jugendamt sich sicher nicht für den Fall interessiert - was die Schule angeht (glaub ich) läuft alles gut.

Die Eltern haben einfach keinen Bock, etwas mit L. zu machen. Sie ist auch (abgesehen von der Jugendgruppe) in keinem Verein oder so, ist denen alles "zu stressig".

Liebe Grüße

Beitrag von protest 1999 24.02.11 - 19:52 Uhr

hi,
ach wenigstens etwas, wenn es zuhause ordentlich ist. ok, nur weil man arm ist, ist es ja kein verbrechen. man kann ja trotzdem was mit dem kind machen,.
aber vielleicht sind sie überfordert. haben viel um die ohren. das kann ich mir jetzt nur so vorstellen.
oder fühlen sich hilflos in ihrer situation (wenn sie wirklich geldsorgen und nöte haben)

tja, das einzigste ist wirklich, du kannst sie nur auffangen, wo es geht. natürlich alles im rahmen des möglichen.
dass eben deine tochter mit l weiterhin spielt oder gemeinsam in irgend ein verein gehen (wenn es nichts kostet) oder keine ahnung.

viel mehr kannst du ja nicht machen.

Beitrag von f.anni 25.02.11 - 15:08 Uhr

"Das Problem ist, dass das Jugendamt sich sicher nicht für den Fall interessiert"

^^wie kommst du darauf???

Das Kind scheint (emotional) vernachlässigt zu werden, trägt evtl. abetragene und alte Klamotten, die Eltern sind über Notfallnummern nicht zu erreichen, ....

Wenn du etwas meldest, dann MUSS sich das Jugendamt für den Fall interessieren. Wie soll das JA etwas von L erfahren und ihr helfen, wenn keiner was sagt und alle die Situation nur aushalten und evtl. stützen???

Das Mädchen geht mit 8 Jahren zur Schule, vermutlich 1. oder 2. Klasse. Wenn die Eltern sich sonst auch nicht für die Bedürfnisse ihrer Tochter interessieren, wieso dann für die Schule? Woher weißt du, dass dort alles ok ist?

Du bist nicht in der Pflicht das Mädchen zu erziehen oder die Eltern zu entlasten!!! Klar kannst du das Mädchen unterstützen und ihr als Ansprechpartnerin dienen. Allerdings hälst du so eine Situation in der Familie von L aufrecht, die eigentlich nicht geht und an der sich etwas ändern muss.

Beitrag von mindgames 24.02.11 - 06:53 Uhr

Hallo

Zuerst mal Hut ab, wie Du das meisterst mit 3 Kindern, Arbeit ausserhalb und HH!

Ich wuerde keine Zeit investieren, dieser Familie einen Besuch abzustatten.

Hingegen wuerde ich einen Brief schreiben, in welchem Du ausdrueckst, wie Du die Situation momentan empfindest. Auch wuerde ich diesen Eltern mitteilen, dass sie ab sofort aufhoeren sollen, ihr Kind an Euch "anzuhaengen", um dann fuer mehrere Std. unerreichbar zu sein, usw.! Ansonsten wuerdest Du leider das JA einschalten muessen, da Du Dir Sorgen um ihr Kind machen wuerdest #bla

LG Mindgames

Beitrag von schnee-weisschen 24.02.11 - 07:26 Uhr

Hey,

für das Mädchen ist es ohne Frage schade, aber ich würde absolut gar nix mehr machen und den Kontakt (erneut) einschlafen lassen.
Ich würde gucken, dass meine Tochter so wenig wie möglich mit ihr zu tun hat, denn schlechtes Beispiel verdirbt gute Gewohnheiten.

Ja, schlimm, aber das Mädchen wird dauerhaft nicht zu retten sein.

LG

sw

Beitrag von manavgat 24.02.11 - 09:56 Uhr

Na ja, die Eltern sind "asozial" und Du wirst sie nicht ändern. Jetzt ist die Frage, ob Du trotzdem dem Kind eine Chance gibst.

Ich würde das Verhalten, was mir nicht gefällt sanktionieren. Wenn sie sich so, wie von Dir geschildert verhält, dann geht sie sofort nach Hause und darf eine Woche nicht kommen. Kinder sind ja nicht blöd, das wird sie sich merken.

Gruß

Manavgat

Beitrag von redrose123 24.02.11 - 09:57 Uhr

Die kleine kann einem leid tun, Eltern die sie nicht wirklich wollen....Und das benehmen, da weisste was die Eltern vorleben zum kotzen sorry

Beitrag von scrollan01 24.02.11 - 11:55 Uhr

Ich persönlich würde mich sehr wohl weiter um das Kind kümmern, denn es braucht einfach IRGENDJEMANDEN!

Den Kontakt wieder einschlafen lassen fände ich ganz bitter für das Kind - versetzt euch doch mal in ihre Lage!!!!
Sie muss doch tief drinnen kreuzeinsam sein.

Sie kann aber durchaus lernen, sich in eurem Haushalt anzupassen!
Hält sie eine Regel nicht ein, dann hat sie Besuchsverbot.
Sie wird sich ganz schnell dran gewöhnen.
Ich würde aber dennoch dem JA eine Info geben - denn scheinbar wird das Kind vernachlässigt!

LG

Beitrag von mausen71 24.02.11 - 12:49 Uhr

Wie ist denn so dein Eindruck von den Eltern?
Sind sie gepflegt?
Wie ist der Umgang untereinander?

Beitrag von Was tun? 27.02.11 - 21:59 Uhr

Hallo,

danke erst einmal für eurere Antworten, Es ist echt schwierig. Das letzte Mal, als sie da war, habe ich erst einmal eine klare Ansage gemacht als sie wieder begann zu rülpsen.

Die Eltern sind etwas "einfach strukturiert", nciht super gepflegt, aber auch nicht vernachlässigt. Wie die beiden miteinander umgehen weiß ich nicht, da ich sie immer nur einzeln erlebe.

Fallen lassen will ich das Mädchen nicht, aber mich kotzt es so an, dass sie genau einplanen, dass wir uns kümmern, weil die Kleine uns Leid tut. Ich werde vermutlich die beiden mal konfrontieren und sagen, dass ich das unter aller Sau finde!

Euch lieben Dank!