an wen wenden? arbeitsamtärger

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von exzellence 24.02.11 - 10:09 Uhr

hallo, ich soll hier einmal für meinen bruder fragen.

am besten fange ich ganz von vorn an:

mein bruder ist kraftfahrer (LKW) und wird betriebsbedingt weil eben wenig zu tun ist über die wintermonate gekündigt.
dann, sofern wieder genug arbeit da ist werden nach und nach alle wieder eingestellt (eben erst die mit familie etc).

nun musste mein bruder sich eben damals beim aa arbeitslos melden, gab aber gleich die situation so mit an.
er bekam trotzdem 3 bewerbungen wo er sich eben hinbewerben sollte, warum auch immer....

bei 2 beworb er sich und bekam bei einem auch gleich eine einladung zum vorstellungsgespräch. doch wie sich rausstellte müsste er fürs selbe geld den betrieb wechseln (klar), nachts um 2:00 uhr anfangen und würde eben ins ungewisse gehn.
da fiel die entscheidung nicht schwer die paar monate noch arbeitslos zu bleiben und zu warten bis er wieder in den alten betrieb aufgenommen wird.

auf die 3. bewerbung beworb er sich dann gar nicht erst. warum auch? er hat ja seiner bearbeitungstante da geschildert dass er wieder zu 100% in seinen alten betrieb kommt.

nun wollen sie ihm das geld entweder extrem kürzen oder gar streichen.

nun meine frage:

an wen kann er sich schon vor dem nächsten gespräch oder schriftverkehr wenden?

ich meine mal im tv gesehn zu haben dass es da sowas wie "beratungsstellen" gibt die man aufsuchen oder anrufen kann - finde aber im netz nix.

einen anwalt will er sich jetzt nicht extra nehmen. noch weiß er ja nicht genau was bei rum kommt, möchte sich nur eben vorher schon über seine rechte schlau machen.


wäre echt toll hier ein paar hilfreiche antworten zu finden.

lg ex#winke

Beitrag von manavgat 24.02.11 - 10:13 Uhr

bei 2 beworb er sich und bekam bei einem auch gleich eine einladung zum vorstellungsgespräch. doch wie sich rausstellte müsste er fürs selbe geld den betrieb wechseln (klar), nachts um 2:00 uhr anfangen und würde eben ins ungewisse gehn.
da fiel die entscheidung nicht schwer die paar monate noch arbeitslos zu bleiben und zu warten bis er wieder in den alten betrieb aufgenommen wird.

auf die 3. bewerbung beworb er sich dann gar nicht erst. warum auch? er hat ja seiner bearbeitungstante da geschildert dass er wieder zu 100% in seinen alten betrieb kommt.


Meine Frage: Wo kann ich mich beschweren über Schmarotzer (sowohl AG als auch AN) die die Solidargemeinschaft der Versicherten ausnutzen?


er kann gerne entscheiden, arbeitslos zu bleiben. Dann bitte ohne Geld.

oder er bewegt seinen Arsch und fängt da an.


im übrigen ist das auf dem Amt keine

(Kindergarten-) Tante

sondern die Sachbearbeiterin, die - glücklicherweise - das Gesetz anwendet.

Gruß und Ende der Durchsage

Manavgat

Beitrag von exzellence 24.02.11 - 10:21 Uhr

wenn du in einem dir bekannten, festen betrieb bist. und du weist zu 1000000000% dass du da wieder nach den wintermonaten aufgenommen wirst, würdest DU mit sicherheit in ein dir völlig unbekanntes unternehmen wechseln wo die bedingungen auf deutsch gesagt scheiße sind.


*schon klar*


ab märz bzw april darf er ja wieder in der alten firma und z.z. ist er da auf 165€ basis auch angestellt.

und er hat selbst lange genug in die kasse eingezahlt sodass er jetzt KEIN schmarotzer ist.

er hatte IMMER arbeit. also bleib mal aufm teppich

Beitrag von thea21 24.02.11 - 10:28 Uhr

Das was ER eingezahlt hat, hat er mit Sicherheit schon verlebt, oder es ist bald soweit.

Lächerlich.

Beitrag von elofant 24.02.11 - 10:46 Uhr

Dann hätte er das Ganze "schlauer" anfangen sollen und jetzt nicht jammern!

Beitrag von lieblingstristan 24.02.11 - 11:43 Uhr

"er hatte IMMER arbeit. also bleib mal aufm teppich "

...also bis auf die Wintermonate meinst Du wohl. Wie lange geht denn so ein Winterloch in seinem Betrieb?

Wenn ich weiss, dass ich im Winter über mehrere Wochen, vielleicht Monate keine Arbeit habe, dann versuche ich doch, auf lange Sicht diese Situation zu verändern und damit zu verbessern, oder? Schon weil es für mich selbst unbefriedigend wäre, keine Planungssicherheit zu haben und immer im Hinterkopf, dass ich einen längeren Zeitraum pro Jahr drohe in Arbeitslosigkeit zu fallen.

Ich habe eben schon geschrieben, dass ich dem Arbeitgeber mal auf die Füße treten würde.
Diese Methode, sich auch als AG dieses Sozialsystems zu bedienen indem man seine Angestellten in die Arbeitslosigkeit, hilfsweise in Kurzarbeit schickt und nebenher aushilfsweise anstellt (leider kann man diese Aushilfsjobs schwer überprüfen) und sich damit saniert, greift immer weiter um sich.

Beitrag von windsbraut69 24.02.11 - 11:58 Uhr

Rechne mal durch, wieviel noch übrig ist von dem, was er "einbezahlt" hat....und überleg dann, ob er es sich erlauben kann, Jobs abzulehnen.

Die Arbeitslosenversicherung ist kein Bausparvertrag.

Gruß,

W

Beitrag von kathi.net 24.02.11 - 12:02 Uhr

"er hatte IMMER arbeit. also bleib mal aufm teppich"

Kann ja nicht sein, wenn er in den Wintermonaten auf ALG angewiesen ist.

Beitrag von thea21 24.02.11 - 12:11 Uhr

Er hatte IMMER arbeit ...von März bis Oktober...also bleib mal aufm teppich"

Ich hab mal berichtigt ;-)

Beitrag von exzellence 24.02.11 - 12:59 Uhr

er ist erst seit 1,5 jahren fernfahrer, war vorher in einem anderen beruf tätig, hat also IMMER durchgearbeitet - bis eben auf den urlaub welcher ihm zustand!

Beitrag von kathi.net 24.02.11 - 13:24 Uhr

Aber was wäre so schlimm daran, die Scheuklappen mal abzunehmen und sich mal anderweitig umzusehen?
Die Aussicht, jeden Winter oder bei mangelnder Auftragslage jedesmal gekündigt zu werden, fände ich persönlich nicht gerade als erbauend.

Ich hoffe ja, dass er die Wiedereinstellung schriftlich vorliegen hat?!

Beitrag von nadeschka 24.02.11 - 12:42 Uhr

Hi,
ich glaube, so 100000000%ig ist es doch gar nicht. Du schriebst weiter oben ja:

"sofern wieder genug arbeit da ist werden nach und nach alle wieder eingestellt."

Klingt eher nach "vielleicht wird er wieder eingestellt"....

LG

Beitrag von manavgat 24.02.11 - 12:45 Uhr

Das hätte ich auch gern.

Die Allgemeinheit zahlt meinen Sommerurlaub.


Ich koooooomeeeeeee


.... schon mal wegduck


Manavgat

Beitrag von harveypet 24.02.11 - 12:49 Uhr

Mist aber auch...ich will auch bezahlten Urlaub! Hmmm, sollte ich einfach mal in die Arbeitslosenversicherung einzahlen und mich jedes Jahr in den Schulferien arbeitslos melden??

Beitrag von manavgat 24.02.11 - 12:51 Uhr

Das probieren wir mal.

und über die diesbezüglichen Bemühungen schreiben wir dann einen Bestseller und lümmeln uns dann

bei Stern-TV im Sessel...

Beitrag von harveypet 24.02.11 - 12:55 Uhr

blöd nur das ich denke wenn wir uns beim Nürnberger melden ernten wir nur schallendes Gelächter!? Btw. ab Montag muß ich wieder einen Eingliederungskurs führen für 6 Wochen.........#schmoll

Beitrag von king.with.deckchair 24.02.11 - 17:48 Uhr

Aha. Und nun auch noch der ach so berühmte 165,- €-Job (der von SCHMAROTZERN gern 165€ basis genannt wird, obwohl es sowas offiziell gar nicht gibt). Damit auch nur nichts aufs ALG I angerechnet wird, gell? Und inoffiziell machen solche Leute dann gerne auch ein paar Stunden mehr, nicht wahr?

"und er hat selbst lange genug in die kasse eingezahlt sodass er jetzt KEIN schmarotzer ist."

Doch ist er. Wenn ich lange Jahre auf mein Sparkonto einzahle und dann hergehe und eine Bank überfalle, bin ich dennoch: Ein Bankräuber!

Beitrag von josephine2003 24.02.11 - 10:17 Uhr

Es soll Menschen geben die aus Bedürftigkeiten raus wollen und das bedeutet auch, dass wenn ich weiß, dass ich nahezu jedes Jahr ein paar Monate arbeitslos bin, ich mir einen andren Job suche.

Wenn ich das nicht kann oder will, dann sollte ich auch in der Lage sein meine Ausfälle selbst zu kompensieren und nicht erwarten mich auf die faule Haut setzen zu können und andre für mich aufkommen zu lassen.

Ich stehe voll zu unserem Sozialstaat - wenn ich sowas höre verstehe ich, dass so vielen der Kamm schwillt

Beitrag von valerita 24.02.11 - 11:23 Uhr

....na, wer würde dann denn den JOb machen?

Ich komme aus dem Gastgewerbe, und kenne es teilweise auch so. von März bis Oktober wird durchgeschuftet (keine netten 40 Stunden die Wochen, eher an das doppelte grenzend), und dann ist von nov - feber nix. Teilweise Urlaub, teilweise meldet man sich arbeitslos.
oder 2-saison-betriebe, wo man von mai - oktober, und dez - März arbeitet.
und die zwischensaisonen, wenn zu ist, dann gehn die Leute auch aufs AA.


Schmarotzer sind Leute, die GAR NICHT arbeiten wollen, und das ganze Jahr durch vom AA leben.

Beitrag von josephine2003 24.02.11 - 11:50 Uhr

Schmarotzer, wenn man denn dieses Wort benutzen will, bleibt Schmarotzer - egal ob in Voll- oder in Teilzeit.

Und ja wenn ich solche Schichten und solche saisonalen Arbeiten haben möchte/brauche dann muss ich es mir auch leisten können oder mir ne Alternative für zwischendurch bzw. für die Zeit Rücklagen schaffen. Es wird immer Branchen geben in denen das von Nöten ist und es gibt andre Länder - welche ohne solch beträchtliche Sozialsysteme in denen dies auch funktioniert - weil es dort fuktionieren muss, will man sich und ggf eine Familie ernähren.

Beitrag von lena1309 24.02.11 - 10:19 Uhr

Hallo,

dein Bruder bekommt zu Recht das Geld gekürzt, denn er hat die Pflicht, sich während des Bezuges von ALG I aktiv zu bewerben.
Und wenn er dann eine Stelle angeboten bekommt und er sie ablehnt, weil er viel lieber wieder in seinem alten Betrieb arbeiten will, drückt das für die Agentur aus, dass er nicht gewillt ist, seine Lage zu ändern.
Er hat zur Zeit keine Arbeit, also muss er sich welche suchen. Und die Sachbearbeiter in der Agentur können nicht einfach in die Akte schreiben: Der Herr XY bekommt jetzt Geld, solange bis sich sein alter Betrieb es sich wieder leisten kann, ihn anzustellen.
Er bekommt Geld, dass aus unseren Steuern finanziert wird, da muss die Agentur sehen, dass dieses Geld nicht verschwendet wird.

Und er ist ja nicht saisonbedingt arbeitslos, so wie ein Erntehelfer oder ein Angestellter einer Eisdiele. Da kann er nicht erwarten, dass er einfach mal den Winter zu Hause bleiben darf. Denn auch als LKW-Fahrer kann man im Winter fahren.

Und dann auch noch meckern, ist eigentlich schon der Gipfel der Frechheit.

LG
M.

Beitrag von sunshine1176 24.02.11 - 10:21 Uhr

Also an wen er sich wenden kann, weiß ich nicht. Ich sehe aber auch keinen Grund für ihn sich zu beschweren.

Wenn man sich arbeitslos meldet, dann bekommt man Geld mit der Auflage sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen. Ein Teufelskreis für die, die das nicht wollen oder meinen zu können.

Aber ich frage mich ernsthaft wie man auf die Idee kommt, dass der Staat einen in so einem Fall auffängt.

Ich kann ja verstehen, dass er wieder seinen alten Job haben möchte, aber gleichzeitig möchte ich als Steuerzahler dafür nicht jedes Jahr aufkommen müssen. Vielleicht hat er dieses Problem nicht mehr, wenn er eine andere Stelle annimmt.

Beitrag von exzellence 24.02.11 - 10:23 Uhr

vielleicht sollte ich noch dazu schreiben dass er ja nicht nicht gewillt ist zu arbeiten.

er "darf" ja jetzt schon wieder auf 165€ basis in seinem alten betrieb arbeiten.

nur für mehr ist noch nicht genug zu tun.

Beitrag von sunshine1176 24.02.11 - 10:27 Uhr

Naja, das sehe ich anders. Wenn er eine Unterstützung vom Amt haben möchte, dann muss er gewillt sein auch woanders zu arbeiten. Ist er aber nicht.
Und warum soll die Allgemeinheit dafür aufkommen, wenn in seiner Firma nicht genug zu tun ist?

Beitrag von josephine2003 24.02.11 - 10:42 Uhr

Dann wird es Zeit für einen AG der ihn -gazjährig- voll sozialversicherungspflichtig einstellen kann und will.

Wir leben doch nicht auf dem Ponyhof