fühle mich sooo einsam :-(

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von ichwillliebe 24.02.11 - 16:29 Uhr

ihr lieben,
heute wähle ich mal das anonyme gesicht und möchte einfach mal mein herz ausschütten. ich danke schonmal allen, die sich "durchkämpfen". vielleicht weiß ja jemand ein hilfreiches oder tröstendes wort? #schmoll

ich fühle mich einfach fürchterlich einsam und kriege es nicht so richtig in den griff. ich weiß nicht genau, wo ich anfangen soll.
anfang letzten jahres bin ich von meinem mann nach sechs jahren ehe und fast zehn jahren beziehung von heute auf morgen für eine andere frau verlassen worden. er hatte eine affaire mit ihr, seit unser kind ein paar monate alt war. wir hatten immer eine wunderschöne, harmonische beziehung. nur irgendwann lief es sexuell nicht mehr gut und wir haben beide den fehler gemacht, das thema tot zu schweigen. unsere partnerschaft war ansonsten so erfüllend, dass wohl beide dachten, der sex wäre nicht so wichtig... naja, egal.
ich habe viel gelernt in folge dieser trennung, auch über mich. und über meinen mann. er ist inzwischen wie ein wildfremder für mich, hat sich von heute auf morgen komplett von mir abgewendet. für mich war das eine der härtesten erfahrungen meines lebens: wie aus so viel liebe so wenig werden kann.
tja, leider ist es so, dass das irgendwie meine sonstigen erfahrungen vom leben bestätigt. eigentlich habe ich gute mitbringsel: ich habe viele und auch wirklich gute freunde, ich habe einen wundervollen kleinen jungen, ich bin, glaube ich, nicht hässlich, ich bin nicht dumm, ich habe schon einiges von der welt gesehen. ich habe für alles gekämpft, was ich erreicht habe, zugeflogen ist mir nichts. das ist auch okay.
aber manchmal merke ich, dass ich einfach keine kraft mehr habe, dass ich manchmal alles so ungerecht finde. zum beispiel habe ich ein sehr schwieriges elternhaus, eine kindheit, in der ich (bis heute) meine mutter stützen muss(te). mein vater früh abgehauen und ohne kontakt verstorben. die probleme meiner mutter sind latent präsent und rauben mir bis heute manchmal den schlaf. der kontakt zu meiner schwester ist quasi im eimer, weil sie sich inzwischen in eine völlig andere richtung entwickelt hat, ich erkenne sie nicht mehr wieder.
beziehungen zu männern waren für mich immer irgendwie enttäuschend. mein mann war wirklich eine ausnahme.

ich habe inzwischen starke antriebsschwierigkeiten, komme mit einem größeren abschlussprojekt seit jahren nicht mehr voran. zudem zeigt sich, dass ich dieses für die arbeitslosigkeit mache, denn in meinem beruf habe ich mit meiner (durch die trennung) relativen orts-/landesgebundenheit (umgang mit dem papa) kaum perspektiven. finanziell knabbere ich am unteren limit und weiß nicht, wie ich es meistern soll. ich habe die vielen jahre in meine ausbildung gesteckt und komme nun nicht weiter.
es kommt mir so vor, dass um mich herum alle glücklicher sind, alle haben einen job, bekommen ihre zweiten kinder und fahren in den sommerurlaub... wenn ihr versteht, was ich meine. kaum einer (in meinem bekanntenkreis 1 person) ist alleinerziehend wie ich oder bringt gar noch so ein paket an sorgen und lasten mit, für die er nichts kann.
im september letzten jahres hatte ich kurz hoffnung geschöpft, denn ich hatte mich in jemanden neues verliebt und fühlte mich plötzlich wie wiederbelebt. doch leider stellte sich nach kurzer zeit heraus, dass derjenige nicht frei war für mich in kopf und herz, obwohl es sich erst so anließ. er ist jetzt wieder glücklich mit seiner frau.

tja, lange rede, kurzer sinn: ich bin so unglücklich. ich sehne mich so nach jemandem, dem ich viel bedeute, für den ich die eine bin, für den ich da sein kann. ich dachte, ich hätte das schon gefunden und habe mich doch so getäuscht. ich bin total traurig und es kommt mir so vor, als lägen meine glücklichsten tage schon hinter mir. dabei bin ich gerade mal 36 jahre alt.
manchmal habe ich phasen, in denen ich versuche, meine "wiedergewonnene" eigenständigkeit zu genießen. ich gönne mir mal was, kleide mich schick, trink einen kaffee in der sonne usw. aber jedes mal, und zwar ziemlich schnell, kommt wieder der einbruch. es ist überhaupt nicht so, dass ich unselbständig bin. aber offenbar gelingt es mir einfach nicht, mir selbst zu genügen, auch mal einfach nur mit mir zufrieden zu sein.
was soll ich bloß machen? wie komme ich raus aus dieser lage? wie baue ich die hoffnung wieder auf, eines tages wieder wirklich glücklich sein zu können? mir fehlen so die sorgenlosen zeiten. nun kommt bald der frühling und mir graut schon vor den "verliebten pärchen", die man ja scheinbar in selektiver wahrnehmung nur noch sieht in so einem zustand. #zitter

danke euch vielmals fürs lesen. ich freue mich über antworten, wenn ihr welche habt ;-). #liebdrueck

einen schönen tag wünscht *ichwillliebe* :-(

Beitrag von 77ena 24.02.11 - 19:15 Uhr

Hey Du,

zunächst mal: Ich kann dich verstehen.. Man stellt sich sein Leben mit Ende 20/Anfang 30 NIEMALS alleinerziehend vor. UNd es ist alles andere als einfach..

ich bin im Sommer seit 3 Jahren allein, habe mich allerdings von meinem damaligen Partner und Papa meiner Kiods getrennt. Die beiden Muckl sind heute 3 und 4.

Das erste halbe Jahr alleine ging es mir auch sehr sehr schlcht. Nicht aus Liebeskummer (ich war froh, dass es endlich vorbei war.. er ist allerdings ein sehr guter Papa und wir verstehen uns jetzt sehr gut), sondern weil die ganze "aufgebaute Welt2 zusammengebrochen ist.
Man fühlte sich allein.. alle um einen herum hatten jemanden, hatten Hilfe, hatten tolle Jobs, hatten Partner...

Nach ca. 6 Monaten hatte ich genug vom Traurig Sein.. Ich habe mein DEnken geändert, ich habe "gelernt" positiv zu denken, denn ich glaube an das Credo: Du bist, was Du denkst!
Ich habe gelernt, dass ich mich im Zweifelsfall nur auf mich SELBST verlassen kann, das ich stark bin, dass ich vor allem auch SELBST für meine Situation verantwortlich bin..

Jetzt - über 2 Jahre später - bin ich viel weiter, gewachsen irgendwie.. Wenn mir andere von ihrem "Stress im Leben" erzählen, lächele ich manchmal in mich hinein.. Nicht, weil ich sie BElächeln will, sondern weil vieles für mich Kinderkacke :-p ist, weil ich weiß, wie es ist, wenn man ganz von vorne beginnt..

Ich habe nach 4 Jahren Elternzeit einen guten Job gefunden, meine beiden Girlies begeistern mich jeden Tag (ja, sie stressen mich auch, aber sie sind die größte Bereicherung, die ich mir jemals vorstellen konnte..), meine Eltern helfen mir ab und an und verschaffen mir so auch mal Zeit für mich, ich habe einen lieben Freund seit einigen Monaten...

Aber: Auch wenn der Job mal wegbrechen würde, der Freund ginge und meine Eltern und ich Stress hätten: Ich habe keine Angst mehr! (Außer, dass den Kidnern mal was zustoßen könnte, aber das hat wohl jede Mama..).
Ich habe schon mal ganz von vorn begonnen, ich habe die richtig große Scheiße schon erlebt! Was soll mir noch passieren?
Ich fühle mich stark - innerlich udn auch äußerlich..

Nimm dir kleine Projekte vor, setz dir Highlights, das muss nichts großes sein..
2010 waren meine Perspektiven: Halbmarathon schaffen und einen guten Job finden. Ich habe NIE daran gezweifelt, beides zu schaffen! Und ich habe beides geschafft..

GLAUB an dich.. an deinen kleinen Muckl, daran, dass wieder jemand kommen wird, der dein herz berührt, ein Job, der dich fordert und stützt.. Lass deine Freunde an deinen Gedanken teilhaben, setz dir Ziele.. Hab keine Angst vorm Frühling/Sommer - NUTZE ihn! Fahr mit dem KKleinen mal weg, wenn ein großer Urlaub nicht drin ist, macht euch schöne Tage im Grünen..

Halt den Kppf hoch und sei SZOLZ auf dich. Wenn man es ganz allein wieder auf die Beine schafft.. das muss einem das einer aus der nächsten Umgebung erstmal nachmachen...

Ich wünsche Dir Kraft.. die Du ganz sicher in dir hast, so reflektiert, wie Du dein Posting geschrieben hast!

Ganz viel #klee

77ena

Beitrag von asimbonanga 24.02.11 - 20:06 Uhr

Schön geschrieben .

<<<ch habe schon mal ganz von vorn begonnen, ich habe die richtig große Scheiße schon erlebt! Was soll mir noch passieren?
Ich fühle mich stark - innerlich udn auch äußerlich.. <<<

Das empfinde ich auch so.:-)


L.G.

Beitrag von "ichwillliebe" 25.02.11 - 00:59 Uhr

Das ist schön. #blume
Ich hoffe, ich schaffe es auch irgendwann und kann wieder mehr Vertrauen ins Leben aufbauen.
"Was mich nicht umbringt, macht mich stark." heißt es ja mit anderen Worten. Ich müsste quasi inzwischen als Hulk Hogan durchgehen, wenn das stimmt. ;-)

Beitrag von babylona 25.02.11 - 00:55 Uhr

Liebe 77ena,

hab ganz lieben Dank für deinen ausführlichen Beitrag. Es ist doch immer wieder eine Hilfe, ein paar einfühlsame Worte und einen Schulterklopfer zu erfahren, selbst wenn er "nur" virtuell ist.

Ich finde es toll, was du geschafft hast und ich kenne auch das schöne Gefühl, stolz auf sich sein zu können. Ich bin es auch manchmal. Nur manchmal fehlt mir eben einfach die Kraft, immer nur zu kämpfen. Die Kraft und die Hoffnung, an mich zu glauben. Ich weiß auch, es geht immer wieder aufwärts.

Allerdings ist es bei mir so, dass das hier: "Ich habe schon mal ganz von vorn begonnen, ich habe die richtig große Scheiße schon erlebt! Was soll mir noch passieren?"
nicht so ganz auf mich zutrifft. In meinem Leben ist schon so viel (große) Scheiße passiert. Ich habe mich immer wieder heraus gerudert. Wieder aufgestanden, Rotz abgewischt, weitergemacht. Und doch hielt das Leben immer wieder eine andere Katastrophe für mich bereit. Ich möchte wirklich nicht jammern. Ich weiß auch, dass es vielen schlechter geht als mir, die krank sind, oder gar - das schlimmste, was ich mir vorstellen kann - (schwer) kranke Kinder haben. Vor diesem Hintergrund schäme ich mich auch herumzujammern. Aber die Erlebnisse und Herausforderungen in meinem Leben waren auch keine peanuts. Und anstelle daraus Selbstsicherheit zu gewinnen, treibt mich eher die Angst um, was mir wohl noch alles passieren wird. Besonders die Ängste um mein Kind machen mich manchmal bald wahnsinnig. Ich hoffe und bete, dass es gesund aufwachsen kann mit einer Mama, die ihm alles geben kann, was es braucht für ein glückliches Leben.

Aber du hast auch etwas anderes Wichtiges geschrieben, nämlich:

"Ich habe gelernt, dass ich mich im Zweifelsfall nur auf mich SELBST verlassen kann, das ich stark bin, dass ich vor allem auch SELBST für meine Situation verantwortlich bin.."

Daran möchte ich auch arbeiten. Es ist auch wichtig, um selbstsicherer durchs Leben zu gehen. Eigentlich hätte ich Grund genug dafür, denn ich habe es auch immer irgendwie geschafft. Aber wie gesagt, manchmal lässt die Kraft nach... Und vor allem die Hoffnung.

Also: Ganz lieben Dank nochmal! Und auch dir alles Gute für deine und eure Zukunft!

#liebdrueck

Beitrag von babylona 25.02.11 - 01:03 Uhr

Huch, soviel zum schwarz Schreiben #rofl
Naja, ist jetzt auch egal. Also, ich wars #ole#hicks

Beitrag von kleinemimi 24.02.11 - 19:20 Uhr

Hey,

sei mal gedrückt, ich habe gedacht ich lese von mir, erschreckend so den Spiegel vorgehalten zu bekommen ;=).

Auch mein Mann verliess mich für eine andere, auch ich alleinerziehend mit zwei Kindern verliebte mich irgendwann, natürlich den Falschen, verheiratet. Daran hab ich mich anderthalb Jahre gehalten, er hat mir Hoffnung gemacht doch ich kann und will nicht mehr. Ich bin einsam, obwohl ich zwei tolle Jungs habe und wünsche mir nichts sehnlichster als jemand zu haben und doch wenn jemand kommt, kann ich nicht aus meiner Haut, weil mir mein Herz immer noch im Weg steht, wegen dem verheirateten Mann. Ich hasse mich sogar mittlerweile dafür weil ich genau das getan habe, was ich nie machen wollte.

Einen Rat kann ich Dir leider nicht geben, danach suche ich schon lang. Wir können nur versuchen uns an den Kleinigkeiten des Tages erfreuen, die Freude unserer Kinder, Deines Kindes. Die Fortschritte usw. Klar ist es nicht erfüllend. Aber ich versuche mir dann immer einzureden, hey Du hast es doch eigentlich ganz gut, wir sind gesund, keiner redet uns in die Erziehung rein, keiner will TV bestimmen, keiner hat ne andere Meinung was es zu essen gibt, ich kann meine Wände streichen wie ich will usw.

Vielleicht hilft Dir das auch ein wenig ;=)

LG Mimi

Beitrag von ichwillliebe 25.02.11 - 01:10 Uhr

Hey, danke dir! #liebdrueck
Ich muss sagen, ich bin immer wieder betroffen, wie viele das Schicksal teilen, einen Menschen auf diese Weise zu verlieren. Und jedes mal schockt es mich neu, dass die Menschen so sein können. Ehrlich, ich verstehe es nicht.
Aus diesem Grund wäre ein verheirateter Mann auch Tabu für mich. Aber andererseits weiß ich ja nun auch, wie schlimm Einsamkeit sein kann und man soll niemals nie sagen. Aber als sich bei meinem Freund herausstellte, dass er noch, zumindest im Geiste "gebunden" ist, da habe ich mich ganz schnell höflich verabschiedet. Obwohl es mir wirklich das Herz nochmal gebrochen hat, denn er wäre ein toller Mann für mich gewesen. Aber solche Geschichten bergen einfach so viel Potenzial, noch viel mehr verletzt zu werden, je länger sie andauern... Siehe bei dir... Und auch das kann ich nachvollziehen, denn ich trauere noch immer diesem Mann hinerher, obwohl wir nichtmal wirklich zusammen waren...
Tja, da ist wohl auch wieder die Einsamkeit im Spiel... #schmoll

Trotzdem kann ich dir im Gegenzug auch nur raten, diesen Mann loszulassen. Erst wenn man abschließen kann, ist man auch offen für Neues. Aber das weißt du bestimmt alles selbst.

Ich wünsche dir alles Liebe und auf dass die Sonne bald wieder scheint!

LG #herzlich

Beitrag von mama-lina 24.02.11 - 22:02 Uhr

Hallo du,
bitte schreibe mich mal "privat" an.

LG
mama-lina

Beitrag von ichwillliebe 25.02.11 - 21:24 Uhr

Hi, hab ich gemacht ;-). LG