Ja... Studiengebühren in NRW abgeschafft.

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Beitrag von schwarzesetwas 24.02.11 - 23:53 Uhr

Endlich.
Ich hoffe, andere ziehen nach.

Lg
SE


Beitrag von ninnifee2000 25.02.11 - 06:49 Uhr

Für Studierende und deren Eltern auf dem ersten Blick mit Sicherheit positiv.

Leider könnte darunter auch die Qualität der Unis und deren Lehrveranstaltungen leiden.

Mit Studiengebühren können Unis investieren - sei es in bessere Lehrkräfte, bessere Forschungseinrichtungen oder in die allgemeine Instandhaltung. Das wird in der deutschen Geiz-ist-Geil-Gesellschaft meist nicht verstanden.

Als ehemalige Studentin bin ich für Studiengebühren, solange sie noch bezahlbar sind. Für mich sind das max. 200 € pro Semester.

Man muss sich dazu mal anschauen, auf welchem Rang deutsche Hochschulen im internationalen Vergleich stehen. Nämlich sehr weit unten. Je höher die Studiengebühren, desto höher die Studienqualität. Leider ist es so...

Beitrag von lieblingstristan 25.02.11 - 08:41 Uhr

Quatsch...Sorry!

Es hätte nur ein entsprechender Finanzausgleich für die Hochschulen gleichzeitig mitbeschlossen werden müssen.

Dies ist aber, wieder mal, an RosaRot-Grün gescheiter.

Beitrag von gretchens.armee 25.02.11 - 09:37 Uhr

Hallo,

"Je höher die Studiengebühren, desto höher die Studienqualität"
mit diesem Argument hat meine ehemalige Universität auch "geworben" und dann durften sich die "normalen" Studiengänge anschauen, wie die Studiengebühren in die Elitestudiengänge geflossen sind. Ich meine, ich habe ja nichts gegen ein bisschen Elite in Deutschland, aber dann bitte nicht unter dem Deckmäntelchen, dass die Studiengebühren fast ausschließlich dazu verwendet werden- nö, während nebenan die 25 Auserwählten Mol.Biomediziner im eigenes eingerichteten Hightech-Labor rumwerkelten, mussten wir aufpassen, dass uns wortwörtlich nicht die Decke auf den Kopf fällt... Dann möchte ich bitte auch selbst entscheiden, ob ich bereit bin, mit meinem Geld die Elite zu bezahlen!

Beitrag von adalgisa 25.02.11 - 11:33 Uhr

"Mit Studiengebühren können Unis investieren - sei es in bessere Lehrkräfte, bessere Forschungseinrichtungen oder in die allgemeine Instandhaltung. Das wird in der deutschen Geiz-ist-Geil-Gesellschaft meist nicht verstanden."

Guck: http://www.express.de/news/politik-wirtschaft/nrw-schafft-studiengebuehren-ab/-/2184/7405318/-/index.html

"In ihrem „Gesetz zur Verbesserung der Chancengleichheit beim Hochschulzugang in NRW“ verpflichtet sich die Landesregierung, den Hochschulen mindestens 249 Millionen Euro jährlich als Ausgleich für die wegfallenden Gebühren zu zahlen. Über die Anpassung des Betrags soll künftig jährlich im Landtag entschieden werden."

Hochschulen bekommen ja trotzdem weiter ihr Geld ;-)

Beitrag von sneakypie 25.02.11 - 15:43 Uhr

Ach bitte. Als ob die Unis so wahnsinnig mehr Geld zur Verfügung hätten. Als in Hessen kurzzeitig die Studiengebühren eingeführt wurden, wurde ebenso kurzzeitig der Landeszuschuss an die Unis um exakt die Summe gekürzt, die die Studiengebühren geschätzterweise bringen sollten. Das war für Koch&Co(rts) nichts weiter als ein bequemes Mittel, die eigenen Ausgaben zu senken. Da man ja nunmal weiß, dass Studenten nur so um sich schmeißen mit dem fetten Bafög...

Und: solange es weder ein ausgereiftes Stipendiatssystem noch ausreichend Seminarplätze gibt, sind Studiengebühren automatisch unfair. Weil man im Fall des Falles sogar für nichts bezahlen muss.

Wie die skandinavischen Länder es schaffen, ohne Studiengebühren gute Unis auf die Beine zu stellen, könnte man sie ja einfach mal direkt fragen.

Auf der anderen Seite würden die und die Schweiz wohl kaum um deutsche Akademiker werben, wenn die universitäre Ausbildung in Deutschland so schlecht wäre.

Gruß
Sneak

Beitrag von syldine 25.02.11 - 21:55 Uhr

Blödsinn - auch mit Studiengebühren ist sind innerhalb der letzten 12 Jahre die deutschen Unis immer schlechter geworden. Einst Land der Dichter oder zumindestens Denker sind Schul- und Unisystem so vermurkst worden, dass Schüler und Studenten nur noch lernen, brav nachzuplappern was man ihnen vorkaut!
Weiter so - dann können wir unseren wissenschaftlichen Nachwuchs nicht mehr der Allgemeinheit präsentieren!!!

Beitrag von syldine 25.02.11 - 21:59 Uhr

Blöd ausgedrückt ;) Das kommt, wenn ich zwei Sätze auf einmal loswerden will!
Innerhalb der letzten 12 Jahre sind die Unis immer schlechter geworden.
Die vor nicht allzulanger Zeit eingeführten Studiengebühren haben nicht zu einer Verbesserung beigetragen: immer noch überfüllte Hörsäle, Studis haben nicht die Betreuung, die vielleicht nötig wäre und von der Ausstattung der Unis mal ganz zu schweigen.
Achso - der Effekt: es gibt genug Familien, die ihren Familien ein Studium nicht ermöglichen können. Und kommt mir nicht mit Bafög - welcher Student kann rein mit Bafög Miete und Lebenskosten und Studiengebühren zahlen? Kaum einer - und deshalb ist Nebenjob angesagt, was natürlich wieder das Studium verlängert und somit zu höheren Kosten führt....

Beitrag von nobility 25.02.11 - 14:32 Uhr

Die Abschaffung von Studiengebühren finde ich eher schädlich.

Beitrag von grafzahl 25.02.11 - 22:54 Uhr

Dafür werden im Gegenzug sicher wieder die Rentner um ihre Rente beschissen...

Beitrag von nobility 26.02.11 - 11:58 Uhr

Die Rentner haben die allerschwächste Lobby. Die Rentner werden grundsätzlich als erste gerupft. Noch kann derjenige lästern, der noch kein Rentner ist. Das hört spätestens dann auf, wenn derjenige selbst Rentner geworden ist. Wart´s ab.

Beitrag von grafzahl 26.02.11 - 13:11 Uhr

> Die Rentner haben die allerschwächste Lobby.

Die Renter stellen zunehmend die größte Wählergruppe und notfalls werden sie sich mittels Stimmzettel zu helfen wissen. Aber wie können sich die 0 - 17jährigen wehren? Die haben keine Stimme.

Und wer würde denn eine heutige Rentenerhöhung bezahlen? Vermutlich die Beitragszahler. Die zahlen bereits hohe Beiträge. Können aber wahrscheinlich nicht mit 58 in den wohlverdienten Ruhestand wechseln. Eher mit 68.

Und so zu tun, als seien die Rentner "beklaut" worden, zeugt von wenig Sachverstand. Die Rentenversicherung ist kein Kapitalstock. Die Renten werden von den Beitragszahlern bezahlt. Blöd nur, dass die Annahme, Kinder bekämen die Leute immer, unzutreffend ist. Und so fährt die Rentenversicherung in ihrer jetzigen Form an die Wand.

Von einer Massenverarmung der Rentner habe ich noch nicht viel gelesen. Eher davon, dass es der heutigen Rentnergeneration besser geht, als den Rentengeneration zuvor und ich bin sicher, dass sich diese Richtung umkehren wird. Den nachfolgenden Rentnergenerationen wird es schlechter gehen. Und es ist doch völlig klar, dass jede Rentenreform darauf hinaus läuft, die Renten zu vermindern um die Beiträge bezahlbar zu halten.

Für die Zukunft sehe ich folgendes Szenario:

* Verlängerung der Lebensarbeitszeit
* deutlich höhere Besteuerung von Renten, die über eine Grundsicherung hinausgehen
* deutlich höhere Besteuerung von Kapitalerträgen

Als vermögender Rentner wird man wahrscheinlich auf die gesetzliche (Einheits-)Rente verzichten und mit seinem Vermögen dorthin gehen, wo die Steuerlast geringer ist.

Beitrag von renate63 25.02.11 - 17:48 Uhr

und woher kommt das Geld dazu? aus BW durch den Länder Finanzausgleich. Und in BW kostet ein Semester 580 Euro.Ich würde mich schämen solche Aussagen zu machen auf Kosten von andern.

Beitrag von adalgisa 25.02.11 - 18:09 Uhr

"Länderfinanzausgleich" ist ein gutes Stichwort.

"Seit 1950 hat Nordrhein-Westfalen über 17 Milliarden Euro in den Finanzausgleich eingezahlt."

Ich habe Verständnis dafür, wenn sich NRW jetzt auch mal etwas zurückgeben lässt... ;-)
Bayern z.B. hat sich jahrelang nur geben lassen.

http://www.wdr.de/themen/politik/laenderfinanzausgleich/index.jhtml

Beitrag von delfinchen 25.02.11 - 21:40 Uhr

und dafür hat bayern in den paar jahren seit 1989 rund 24 milliarden euro "gegeben".

würde sagen, da ist genug "vergolten" worden.

delfinchen

Beitrag von adalgisa 25.02.11 - 23:36 Uhr

"würde sagen, da ist genug "vergolten" worden. "


... und das gilt auch für NRW ;-)

Beitrag von delfinchen 26.02.11 - 07:28 Uhr

genau :-).

Beitrag von renate63 26.02.11 - 08:24 Uhr

Ich spreche hier nicht von Bayern sondern Baden Württemberg. Und wir haben seit 1950 immer gezahlt!

http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A4nderfinanzausgleich.

Und bei uns waren es 44 Milliarden in den Topf.