2tes Kind unterwegs, Vorbereitung auf Geschwistereifersucht etc.

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von patricia2 25.02.11 - 14:53 Uhr

Hallo,

meine Große ist 2,5 und wird in einem halben Jahr eine große Schwester.
Damit kommt zwangsläufig das Thema Geschwistereifersucht auf uns zu.
Ich würde gern bei Euch fragen, welche Strategien Ihr habt. Wann habt ihr angefangen Euer Erstgeborenes in das Thema einzuführen? Ich finde es gibt tolle Kinderbücher dazu, da mache ich mir weniger Sorgen.
Ich würde mir einen gelungenen Erziehungsratgeber zu dem Thema wünschen, denn leider haben wir nirgends im Umfeld "Vorbilder"... Ich bin ein Einzelkind, mein Mann Zweitgeborener. In der Familie gibts sonst nur Einzelkinder, und da wir im Freundeskreis so ziemlich die "Ersten" mit Kind waren, haben wir hier auch keine Ratgeber.
Hat jemand nen Buchtip?
Wie sind Eure Strategien? Ich denke einerseits will man das Neugeborene schützen (denn 3-jährige sind nicht immer vorsichtig), die Große wird das aber als Zurückweisung empfinden. Und das Schlechteste was man machen kann, ist der Großen dann permanent zu erzählen: Du tust dem Baby weh! Du bist doch schon groß!
Ich danke Euch für alle Tips!
LG Patricia

Beitrag von reni-2020 25.02.11 - 15:59 Uhr

Also wir hatten einen Abstand von28 Monaten. Ich habe unserem "Großen" angefangen zu erzählen, dass er einen Bruder bekommt, als der Bauch unübersehbar wurde - so im 5. oder 6. Monat. Man sollte wahrscheinlich nicht zu früh anfangen, denn 9 Monate sind für ein Kind eine unvorstellbar lange Zeit. Wir haben Bücher gelesen (wieso, weshalb, warum und ein seeeehr lustiges: "Was macht das Baby in Mamas bauch") und hin und wieder (nicht zu oft) darüber gesprochen wie es wohl so wird und welche Vorteile ein Bruder so hat (Spielgefährte!). Als der Kleine da war, hat der dem Großen erst mal aus dem Krankenhaus ein Geschenk mitgebracht - gute Stimmung gemacht. Zuhause haben wir versucht, dass nicht nur das Baby alles bestimmt, sondern dass auch der Grosse nach wie vor "seine" Zeit bekommt. Also wenn möglich nicht sofort hochspringen und alles stehen und liegen lassen, wenn der Kleine mal kräht, sondern erst mal noch Dinge mit dem Großen zu Ende bringen, etc... Damit hat er glaube ich nicht das Gefühl bekommen, dass er nicht mehr zählt. Außerdem habe ich mich bemüht, dass ich nicht immer panisch dazwischen gegangen bin, wenn sich der Große um das Baby "gekümmert" hat. Ich habe ihn so gut es ging machen lassen - denn dadurch blieb die Neugier und das positive Interesse erhalten. Ein Baby hält ja dann doch auch einiges aus ;-). Regel war: Wenn das Baby weint, dann mag es irgend etwas nicht, dann läßt du es besser in Ruhe oder tröstest es. Es gibt natürlich eine klassische "Eifersuchtszeit" - nämlich beim Stillen (oder FÜttern). Beim Stillen habe ich dann verscuht in eine freie Hand ein Buch zu nehmen und vorzulesen. Mit Flasche geht das schlecht - da durfte der Große halt dann auch mal neben mir auf dem Sofa DVD gucken...
Zusammenfassend: In der ersten Zeit, wenn Babies eh viel schlafen, sich einfach viel um das große Kind kümmern, Interesse zulassen und fördern, und dann nach und nach muss man dem großen Kind dann auch klar machen, dass es halt jetzt 2 kleine Menschen mit Bedürfnissen gibt... Aber wenn es das Baby erst mal lieb gewonnen hat, geht auch das....
Alles Gute!

Beitrag von sabrina1980 25.02.11 - 18:11 Uhr

#pro

Beitrag von tauchmaus01 25.02.11 - 17:23 Uhr

Unsere Strategier.....nichts!
Es kommt ein Baby auf die Welt, ein neues Familienmitlgied, kein Zombie.
Meine Große war 2 1/2 und wußte vor mir dass ich ein Baby im Bauch habe ("Mama, Babybauch!"#schock), eine Woche später wußte ich es dann auch......#kratzegal.
Auf jeden Fall war das eben so, ein Baby sollte kommen und Jule war von Beginn an mit dabei. Babysachen aussuchen, Bettchen herrichten usw. Sie war die allererste, neben meinem Mann, die ihre Schwester sehen durfte, alle anderen mußten solange draussen warten.
Aber es war alles zwanglos und eben..absolut normal! Wir haben da gar keine weitere Vorbereitung gemacht. Einzig allein ein Buch kam dazu (Ein Baby für uns alle), aber das auch eher weil alles passte, die Mama hatte meine Haarfarbe, das Kind Jules usw.)

Ich selber hab mir das Buch "Wenn das zweite kommt" gekauft...aber auch eher weil ich dachte das wäre nötig.

Mach Dir einfach keinen Stress, umso normaler und entspannter ihr an die Sache rangeht, umso normaler wird es auch für Euer erstes Kind sein.

Mona

Beitrag von sternchen730 26.02.11 - 07:59 Uhr

Huah, super formuliert! Vor allem das mit dem Zombie!:-p
Bei uns gabs auch keine Eifersucht, es kam halt ein neuer in die Gruppe, den galt es zu versorgen und zu beschützen...
Wenn man den "großen" vermittelt, dass das "kleine" keine Konkurrenz sondern ein Teil vom Ganzen ist, wäre das optimal.
Schön beschrieben ist das übrigens im Buch von Anna Wahlgren, das Buch mögen aber nicht alle.
Manchmal stehen aber auch gute Sachen drin, wie die Geschwisterankunft zum Besipiel.
Gruß, sternchen#stern

Beitrag von sillysilly 25.02.11 - 17:38 Uhr

Hallo

habe drei Kinder - die jeweils Größeren waren keinen einzigen Tag, keine einzige Situation eifersüchtig.
Bis jetzt nicht - klar fühlen sie sich mal ungerecht behandelt - aber das hat immer nichts mit den Geschwistern zu tun, sondern mit der Mama die best. Sachen verbietet.

Meine Kinder lieben sich heiß und innig.
Und wenn wir Tage machen wo nur einer von uns etwas mit einem Kind unternimmt, wollen die oft gar nicht ohne ihre Geschwister los ziehen, weil sie die sonst so vermissen.

Unsere Strategie:
ich habe schon in den Schwangerschaften immer von "ihrem" Baby gesprochen ..... oder von unserem Baby
Das sich das Baby ja schon soooo auf sie freut, ect.

Ihren Stellenwert als Bezugsperson für das Baby hervor gehoben.
Wie wichtig sie für das Baby sein werden #verliebt

und als das Baby da war halt so weiter gemacht
auch mal gesagt schau mal wie sie dich anlächelt weil sie dich so liebe hat

..... und mensch, kann das Baby froh sein, dich als Schwester zu haben.



so hatten sie immer das Gefühl, daß es auch ihr Baby ist und haben sich so selbst sehr emotional an das Baby gebunden gefühlt.


Und sie waren immer vorsichtig und haben nie dem Baby weh getan.

Streitereien, Machtkämpfe gab es immer erst wenn die Babys Laufen konnten - angefangen haben aktiv sie im Spiel zu stören ..... #zitter



Vielleicht haben wir aber auch nur einfach Glück gehabt.

Aber ehrlich gesagt habe ich mir da auch nie Gedanken gemacht
ob sie wirklich krass eifersüchtig sein könnten .... kam irgendwie nicht so in meiner Gedankenwelt vor


Allerdings habe ich auch vorher schon immer gewußt, daß meine Kinder keine Einzelkinder bleiben und sie auch von dem her so erzogen.
So wurden sie auch von keinem Thron verstoßen - da sie von vornherein auf keinem Thron saßen #rofl
d.h. wurden nicht immer bespielt, mußten Warten lerne, die Treppen auch selber hoch laufen, auch mal zurück stecken, nicht alles ist möglich ect.

Grüße Silly

Beitrag von wemauchimmer 25.02.11 - 17:54 Uhr

Damit eins von vorneweg klar ist: Du darfst die Kinder am Anfang niemals alleine zusammen lassen, nichtmal für fünf Sekunden. Das Große muß ja erst lernen, wie es mit dem Baby umgehen muß, und das Kleine ist noch soo empfindlich.
---
Jedenfalls, bereite das Große so früh es geht vor. das heißt, sobald die Schwangerschaft kein Geheimnis mehr ist, da Kleinkinder ja bekanntlich alles ausplaudern. Aber sie ist ein Familienmitglied und als solches zu behandeln.

Wir haben es halt so gehandhabt (16 Mon Abstand), daß wir es immer ganz positiv rübergebracht haben. Du bekommst ein Geschwister, das ist das beste auf der Welt, da hast Du immer jemand zum Spielen usw. Die Große durfte dann auch die Kindsbewegungen im Bauch spüren und so sachen.

Nach der Geburt wäre es gut, wenn Dein Partner Elternzeit nimmt und sich um die Große kümmert, denn Du hast nicht die Zeit und nicht die Kraft, um ihr weiterhin voll gerecht zu werden. Dafür gibts ja schließlich diese Partnermonate.
Zeig der Großen weiterhin, daß sie auch wichtig ist. Das schließt ein, daß das Baby auch mal warten muß und nicht immer die erste Geige spielt. Natürlich im Rahmen des Vertretbaren.

Wir hatten keine Eifersuchtsprobleme. Aber man sagt, bei dem Abstand ca. 3 Jahre ist es meist schwieriger, weil sich die Große halt schon sehr an ihre Prinzessinnenrolle gewöhnt hat.

Mit Erziehungsrategebern haben wir es nicht so. Bei uns geht's mehr nach Herz, Verstand und Bauchgefühl.
LG und alles Gute!

Beitrag von sillysilly 25.02.11 - 18:03 Uhr

Hallo

ja stimmt gutes Argument

wir hatten auch immer mindestens 3 gemeinsame Monate mit dem neuen Baby
auch bei Kind 2 und Nr. 3

Grüße Silly

Beitrag von sabrina1980 25.02.11 - 18:10 Uhr

#sonne

Ich versuche mich kurz zufassen...

* kein großes Tamtam machen #bla(a´la >Bald bekommst du ein Geschwisterchen,oder >Bald bist du die große Schwester<)

* nicht ständig&jeden Tag betonen das Mama ein Baby im Bauch hat

* wenn das Kleine geboren ist...ein Geschenk für das große Kind mitbringen

* nach der Geburt des Kindes den Besuchern sagen das sie zuerst die Große begrüssen

* und ganz viel Zeit,Zuwendung für die Große aufbringen (Papa ist ja auch noch da) das Kleine schläft ja zu anfangs eh viel.

Habe es mal so grob versucht zuschildern wie wir das gemacht haben...damit sind wir recht gut gefahren...heute würde ich sogar sagen, das unsere Große ganz schön betätschelt wurde#schein

lg
Sabrina

Beitrag von tauchmaus01 25.02.11 - 19:07 Uhr

Hallo,
zu dem Geschenk! Das würde ich lassen. Meine hätte mit 2 1/2 schon gemeint ich will sie veräppeln. Manche lassen das Baby ja das Geschenk mitbringen und halten damit ihr Erstgeborenes für blöd!

Meine Tochter hat ihr geliebtes Schmusetuch. Und weil sie es so liebt, durfte sie das Schmusetuch für ihre kleine Schwester aussuchen. Sie war echt ne Stunde im Laden beschäfitgt das passende Tuch für das Baby auszusuchen. ALs die Kleine geboren war, durfte sie als erste zum Baby und sie hat dann ganz stolz ihr Geschenk mitgebracht und es voller Liebe ihrer Schwester geschenkt.

Das Geschenk für meine Große war kein Buch, keine Puppe, kein anderes Geschenk sondern ihre kleine Schwester und die erste halbe Stunde die nur uns vieren gehörte.

Mona

Beitrag von sabrina1980 25.02.11 - 20:16 Uhr

#sonne

Das Geschenk kam ja von uns , nicht von dem Geschwisterchen, aber ich verstehe was du meinst.

So wie ihr es jedoch gemacht habt... ist auch toll...süss, war bestimmt lustig&anstrengend zugleich:-)

lg
Sabrina

Beitrag von brausepulver 26.02.11 - 13:53 Uhr

Hallo

ich denke eher, das der Schuss nach hinten losgeht, wenn das Geschwisterchen so dermaßen thematisiert wird #schwitz

Es kommt ein Baby, das ist im Bauch - fertig

Nachfragen hab ich beantwortet und fertig war. Meine Tochter wurde auch in der Schwangerschaft nicht eingeschränkt.

Baby kam, Schwester war glücklich. Hier gab es nie Eifersucht oder Gemeinheiten zwischen den Beiden. Die Große ist soo lieb zu ihrer Schwester und kümmert sich um sie und gibt ihr ständig Essen und trinken. Ich komme mir manchmal total nutzlos vor #rofl

Liebe Grüße

Beitrag von marion2 26.02.11 - 19:46 Uhr

Hallo,

du weißt wie Babys für gewöhnlich das Licht der Welt erblicken?
Jo, sie quetschen sich durch einen viel zu engen Kanal.
Sie sind NICHT sonderlich empfindlich, dürfen also ordentlich gedrückt und geknuddelt werden.
Babys vertragen es auch, mit Sandhänden gestreichelt zu werden.

Es schadet großen Geschwistern auch nicht, wenn sie ein Fläschchen bekommen und auch manchmal wie Babys behandelt werden.

Gruß Marion

Beitrag von kleindiva 27.02.11 - 16:12 Uhr

hallo...

also meine große ist 2,5 jahre...ihre schwester ist jetz knapp 4 monate...
damit diese eifersucht nicht aufkommt habe ich josie(die große) von anfang an einbezogen...baden, wickeln, umziehen, eincremen, füttern ect.
so hab ich vermieden das sie eifersüchtig wird...sie liebt ihre kleine schwester über alles und kuschelt sehr oft mit ihr...sie nimmt sie auch gerne mal in den arm...natürlich wenn ein erwachsener dabei ist...und mit einbeziehen hab ich im kh angefangen... hab sie mit in das babyzimmer genommen und sie durfte ihre schwester auch in dem bettchen schieben...es klappt wunderbar mit den beiden...also immer einbeziehen...josie will auch zu jeder flasche von joleen auch eine flasche haben...da bekommt sie die auch...und sie will auch immer auf dem arm die flasche trinken und gefüttert werden...geht natürlich nur wenn ein zweiter erwachsener dabei ist...ansonsten daneben legen und mit der anderen hand füttern...frauen sind multitasking :D