Einschränkung des Kontakts zum Stiefopa SILOPO

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Tochter meiner Mutter 25.02.11 - 14:58 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich hatte zu dem Thema vor einigen Monaten schon mal gepostet, nun gab es neue Entwicklungen. Ich muss mir das alles mal von der Seele schreiben.

Meine Eltern haben sich scheiden lassen, als ich 8 war. Meine beiden Brüder und ich sind bei meiner Mutter geblieben. Die hat dann ein, zwei Jahre später meinen Stiefvater zu uns geholt. Es entstanden zwei weitere Kinder.
Mit meinem Stiefvater hatten wir drei älteren es nie leicht. Er hat uns geschlagen, war unfair, ungerecht, übertrieben streng. Nach aussen prahlte er immer mit uns, daheim machte er uns nieder. Oft gab es Krach zwischen ihm und meiner Mutter, nie zog sie Konsequenzen.
Dann wurde sie ziemlich krank. Sie war oft im KH und die Situation bei uns daheim eskalierte... Mein älterer Bruder war schon nicht mehr im Haus. Ich hab viel auf meine jüngsten Geschwister aufgepasst und im Haushalt gemacht. Mein jüngerer leiblicher Bruder kam auf die schiefe Bahn. Und da er meinem Stiefvater eh ein Dorn im Auge war, ging bei uns in dieser Zeit richtig die Post ab. Ende vom Lied war, dass mein Bruder ins Heim kam.
Ich war dann die einzige der Stiefkinder, die noch daheim war. Und spätestens ab diesem Zeitpunkt hat er alles getan, um mir das Leben schwer zu machen. Er beachtete meine Privatsphäre nicht, ich durfte nicht duschen oder telefonieren, wie ich es wollte/brauchte, er machte mich bei jeder Gelegenheit rund. Er hat mich auch bespannt. Außerdem hat er so Klöpse gebracht, dass er mir das Gas abgestellt hat, als ich unter der Dusche stand.
Kurzum, der Typ ist echt krank! Ich vermute, er hat das alles gemacht, weil er uns raushaben wollte.
Als meine Mutter wieder heim kam und absehbar war, dass sie auch nicht nochmal ins KH musste, bin ich Hals über Kopf ausgezogen. Da war ich 18 und noch in der Ausbildung. Unterhalt hat mein Vater nie bezahlt, meine Mutter konnte nicht. Staatlich stand mir nur BAB zu und das waren damals knapp 100 DM monatlich. Ein Witz! Damit ich über die Runden kam, bin ich kellnern gegangen. Ich habe drei Jahre lang 80 Stunden die Woche gearbeitet.
Mit meiner Mutter hatte ich damals noch viele, viele Gespräche. Ich konnte einfach nicht verstehen, wie sie das alles zulassen konnte. Man erwartet doch, dass eine Mutter sich schützend vor ihre Kinder stellt und notfalls auch trennt. Irgendwann wurde mir klar, dass meine Mutter das nicht konnte. Sie hatte einfach Existenzängste. Vor allem nach ihren schweren Erkrankung. Nachdem mir das bewusst wurde, besserte sich unser Verhältnis allmählich wieder. Da aber die Dinge nie geklärt wurden, blieb ich distanziert. Ich hatte einfach Angst, dass es zu einem Streit kommt, wenn ich zuviel sage.
Mit meinem Stiefvater habe ich nach meinem Auszug 2 Jahre lang garnicht gesprochen. Danach gab es immer mal wieder Annäherungen. Doch immer wieder kam es doch wieder zum Riesen-Zoff. Nach langen Jahren bin ich dazu übergegangen, ihn freundlich-distanziert zu behandeln. Das klappt mittlerweile ganz gut und damit komme ich auch gut klar.

Seit drei Jahren bin ich verheiratet. Ich habe zwei Töchter. Die Große wird bald drei, die Kleine ist ein knappes halbes Jahr alt. Vergangenes Jahr bin ich vorübergehend nochmal Vollzeit arbeiten gegangen, bevor die Kleine auf die Welt kam. Da unsere Große noch nicht in den Kiga geht, hatten wir mit meinen Eltern und meiner Schwiegermutter gesprochen. Die freuten sich, sich die Betreuung in dieser Zeit zu teilen. Das hat auch gut geklappt.
An dieser Stelle sei erwähnt: So schlecht mein Stiefvater mich und meine Brüder behandelt hat, so sehr ist er in seiner Rolle als Großvater aufgeblüht. Er ist wirklich ein toller Opa und sehr stolz!
Damals war es so, dass unsere Große an zwei Tagen nach dem Abholen Ausfluß in der Windel hatte... Beim ersten mal dachte ich noch "Ok, das ist jetzt aber neu... Vielleicht wurde sie nicht richtig sauber gemacht." Beim zweiten mal bekam ich Bauchweh. Sie war beide male bei meinen Eltern daheim. Und beim zweiten mal war sie definitiv mit meinem Stiefvater allein. (Beim ersten mal weiss ich es nicht mehr.) Ich trau mich ja garnicht, wirklich was zu unterstellen. Aber ich konnte halt auch nicht komplett ausschließen, dass er nix getan hat. Was also machen? Ich hab drei Tage lang nur gegrübelt... Wir konnten unsere Tochter ja nicht auf Verdacht nochmal dorthin geben. Sie fragen war auch nicht der richtige Weg für uns. Da die Betreuung durch jemand anderen nicht machbar war, hab ich mich die verbliebenen zwei Wochen bis zum Mutterschutz krankschreiben lassen. Damit war das Thema vorerst für uns erledigt. Mit meiner Mutter konnte und wollte ich nicht sprechen. Sie ist einfach für mich zu schwer berechenbar, aber es hätte unter Garantie Streit gegeben und sie hätte angenommen, ich bilde mir was ein.

Nun ist also ein halbes Jahr ins Land gegangen. Meine Eltern wollten natürlich in der Zeit unsere Große auch mal allein sehen. Sie haben
einige Ausflüge mit ihr gemacht, was für mich ok war, da meine Mutter auf jeden Fall dabei war und sie sich in der Öffentlichkeit befanden.
Allerdings bekniete meine Mutter mich vor zwei, drei Wochen quasi, mal wieder einen Tag mit dem Enkelkind zu bekommen. Und sie fing auch an, dass sie mal bei ihnen schlafen könnte. Es war also absehbar, dass es mit Schweigen nicht mehr getan ist. Es ist einfach nicht gewährleistet, dass meine Mutter auf jeden Fall da ist, wenn unsere Tochter bei ihnen ist. Wir haben also hin und her überlegt. Letztendlich hatte ich mir auch noch Rat bei der besten Freundin meiner Mutter eingeholt. Sie bestätigte mir, was ich auch schon dachte: Ich muss meiner Mutter sagen, dass wir nicht mehr wollen, dass unsere Kinder mit meinem Stiefvater allein sind. Die Freundin meiner Mutter empfahl mir, es ggf. einfach mit meinen Gefühl, das aus meinen Erfahrungen mit meinem Stiefvater rührte, zu begründen. Die Vorfälle vom letzten Jahr sollte ich besser aussen vor lassen, da es Spekulationen seien.

Mit viel Überwindung habe ich letzten Freitag meiner Mutter Bescheid gesagt. Ich konnte es zum Glück sehr ruhig und sachlich sagen. Meine Mutter meinte, sie wäre der Meinung, das von damals hätte längst mal aufgearbeitet werden müssen. Auf die Frage, was sie meinte, antwortete sie, dass er mich damals "beobachtet" haben soll. Ich liess das im Raum stehen. Gestritten hatten wir uns schon genug darüber. Dann meinte sie, man müsse mal sehen, wie man damit umgeht und sie würde es richtig finden, wenn wir es ihm auch sagen, damit es nicht noch mehr komische Situationen gibt. Das hab ich auch kurz danach erledigt. Seine Reaktion war nur "Deine Entscheidung!", dann ist er beleidigt abgezogen.
Samstag morgen rief mich meine Mutter an um mir mitzuteilen, sie habe sich das die ganze Nacht durch den Kopf gehen lassen. Da sie nicht gewährleisten kann/will, immer da zu sein, wenn unsere Kinder da sind, möchte sie, dass der Kontakt auf gemeinsame Besuche beschränkt wird. Dann legte sie auf.
Montag Abend rief mich die Freundin meiner Mutter an. Meine Mutter hätte sie angerufen. Sie wäre fix und fertig und würde das alles nicht verstehen. Warum das jetzt so plötzlich kommt (da hätte ich vielleicht doch besser das letzte Jahr erwähnt...). Und es fiel auch sowas wie, ich würde den Kontakt zu den Kindern einschränken. Was ja auch stimmt. Aber nur für meinen Stiefvater! Jedenfalls hat meine Mutter vorgeschlagen, dass wir zu einer Mediatorin gehen um das zu klären. Ob mein Stiefvater dabei sein sollte oder um was es denn nun genau gehen soll, konnte sie mir nicht sagen. Ich antwortete ihr, dass ich da auf jeden Fall auch ein Interesse dran hätte. Immerhin will ich ja Kontakt und nach Möglichkeit auch einen guten. Allerdings hätte ich auch Angst davor, da ich mir nicht allzu viel Hoffnung mache, dass wir dort wirklich was klären können. Meine Mutter hat mir immer schon an den Haaren herbeigezogene, hanebüschene Vorwürfe gemacht (u.a. will sie mich, als ich 12 war, gefragt haben, ob sie sich von meinen Stiefvater trennen soll. Meine Antwort war wohl, dass es mir peinlich sei, wenn meine Mutter zweimal geschieden wäre...), hat ihre eigene Realität. Unter anderem hat sie vieles hinterher einfach nicht gesagt. Aus diesen Gründen bin ich einer Konfrontation in den letzten Jahren aus dem Weg gegangen. Es sind zwischen uns einfach zu viele Dinge ungeklärt geblieben.
Die Freundin meiner Mutter sprach mir Mut zu. Sie meinte, es ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Im schlimmsten Fall gehen wir dort getrennt raus. Dann brauch ich mir aber nicht vorwerfen zu lassen, dass ich nicht alles versucht hätte. Wir verblieben so, dass ich meine Mutter selber anrufen wollte, um ihr mitzuteilen, dass ich dabei bin.
Dienstags hab ich dann den Anruf in Angriff genommen. Erst abends ging sie ran. Sie grüßte schon garnicht, meinte nur "Ja". Ich sagte hallo und dass mich ihre Freundin angerufen hätte. Ihren Vorschlag fände ich gut und ich würde gern mit ihr dahin gehen. "Das hab ich schon gehört." war ihre Reaktion. Und weiter: "Ist ja toll, dass du meinen Vorschlag gut findest." Ich war ziemlich perplex, wusste erst mal nicht, was ich sagen sollte. Sie fuhr fort: "Wenn das so ne tolle Idee ist, hättest du ja auch selber drauf kommen können, mir deinen Entschluß dort mitzuteilen." Ich warf ein, dass ich durchaus schon mal vorgeschlagen hatte, dass wir uns professionelle Hilfe holen und sie nicht gerade angetan war von der Idee. (Sie meinte damals, dass sie ja wohl die einzige wäre, die keine Hilfe bräuchte.) Sie meinte, das wäre ja toll, was ich alles von anderen hören würde. Etwas irritiert antwortete ich, dass sie es gewesen wäre, die es abgelehnt hätte. Daraufhin würgte sie mich ab, meinte, sie meldet sich, wenn sie einen Termin hat und legte auf.
Zwischenzeitlich bekam mein Mann sonntags eine SMS, er möchte das dort stehende Reisebett abholen. Das hat er gestern erledigt. Und bekam prompt auch die dort deponierten Windeln mitgegeben.

Ich trau mich jetzt schon garnicht mehr, überhaupt Kontakt mit denen aufzunehmen. Ist ja offenbar nicht gewünscht. Andererseits kommt hier quasi täglich was neues. Ich hab schon richtig Bauchschmerzen darüber.
Ich für mich würde mir wünschen, der Kontakt reißt darüber endlich richtig ab. Meine Mutter hat mich dermaßen unter der Fuchtel, das ist unglaublich! Der Einwurf beim letzten Telefonat, ich hätte sie ja zum Mediator einladen können, hat mich gleich wieder getroffen. Dabei finde ich nicht, dass ich ein schlechtes Gewissen haben brauche, nur weil ich dachte, in einer Familie ist der direkte Weg angebracht. Im Grunde genommen weiß ich auch, ich hätte es nicht richtig machen können.
Andererseits sind da meine Kinder und die Große hat diese Woche schon mehrfach nach der Oma gefragt...
Ich versteh's nicht, warum sich meine Mutter so selber das Leben schwer macht.
Meine Mutter hatte wohl gestern ein Vorgespräch mit der Mediatorin. Mein Termin ist jetzt erst in 2 Wochen. Vorher kamen wir nicht zusammen.

Das ganze ist ein SILOPO, ich weiß. Und das Ende ist auch noch offen. Dennoch hoffe ich, der ein oder andere hat es vielleicht gelesen.

So, und jetzt geh ich noch ne Runde weinen... #heul

LG
Tochter meiner Mutter

Beitrag von xxtanja18xx 25.02.11 - 15:16 Uhr

Sorry, aber wenn mein BABY ausfluss in der Windel hätte, wäre ich zum Kiarzt....Dein Gedanke ist doch, das der Typ an deinem Kind war?? oder??

Beitrag von DieGeschockte 26.02.11 - 09:47 Uhr

Ja, warum bist du nicht SOFORT zum Arzt. Und bei Bestätigung zur Polizei. Ich würde meiner Mutter das sagen. Schrecklich. Mein Kind würde ich dort nicht mehr hingeben. NIEMALS. Und ja, deine Mutter hätte sich trennen müssen von diesem Mann. Das Kind sollte immer an erster Stelle stehen. Sie hatte Verantwortung für dich. Wenn sie das nicht will, würde ich den Kontakt lassen in deinem eigenen Interesse und im Interesse deiner Kinder. Mit dieser Konsequenz muss sie dann leben. Mir wird übel bei dem was du schreibst. Babys haben doch keinen Ausfluss. Bitte gib die Kinder nie wieder zu deinem Stiefvater, auch nicht wenn deine Mutter dabei ist.

Beitrag von asimbonanga 25.02.11 - 15:30 Uhr

Hallo,
ausschlaggebend ist, das du kein gutes Gefühl dabei hast wenn eure Tochter bei deiner Mutter und deinem Stiefvater ( der das Wort Stief wohl wirklich verdient ) ist.
Diesem Gefühl solltest du auch weiterhin vertrauen und sie nicht alleine dort hingeben.

Erstaunlich und positiv finde ich die späte Bereitschaft deiner Mutter euer Verhältnis mit fachlicher Hilfe aufzuarbeiten-dies würde ich schon in deinem eigenen Interesse auch durchziehen, da dich die Sache belastet-auch die Verfehlungen deiner Mutter in der Vergangenheit.
Du kannst dort alles ansprechen was du jahrelang hinuntergeschluckt hast, vielleicht ist es dann auch leichter möglich einen Umgangsmodus zu finden.
Ich würde auch ohne Mediatorin nur ab und an meine Mutter einladen-aber nicht jeder ist in der Lage sich weitgehend von seinen Eltern zu lösen.

<<<Andererseits kommt hier quasi täglich was neues. Ich hab schon richtig Bauchschmerzen darüber. <<<<
Was meinst du damit ?

Ich würde auch möglichst nicht mehr über die Freundin deiner Mutter kommunizieren, da sind Ärger und Missverständnisse vorprogrammiert.

Ich hoffe du kannst das Verhältnis zu deiner Mutter klären.
Was deinen Stiefvater angeht, würde ich eher zum Kontaktabbruch raten.
Aber ich denke du bist emotional noch sehr verstrickt in die Vergangenheit, was auch nicht verwundert.


L.G.

Beitrag von Tochter meiner Mutter 25.02.11 - 19:48 Uhr

Dank dir für deine Antwort!

Ich tippe drauf, die jetzige Bereitschaft meiner Mutter rührt weniger daher, dass sie mich verlieren könnte, als dass es um ihre Enkelkinder geht. Es sind die einzigen beiden und sie liebt sie abgöttisch.

Ich werde auf jeden Fall den Schritt mit der Mediation jetzt wagen. Vielleicht werde ich ja wirklich überrascht...
Es ist noch nicht mal so, dass ich meine Mutter einlade. Meine Mutter läßt ihre Kinder kommen. Lange habe ich den Kontakt zu ihr gebraucht. Vor ein paar Jahren gab es dann schon mal einen heftigen Streit und ich hatte mich eigentlich damit abgefunden, den Kontakt abzubrechen oder gar einzudämmen. Mit Kindern wird dann aber vieles nochmal anders.

Mit den Bauchschmerzen ist gemeint, dass es mir lieber wäre, bis zum Termin mit der Mediatorin nix mehr von meiner Mutter zu hören. Stattdessen kommt jeden Tag irgendeine neue Meldung. Heute kam ein Brief per Post von ihr an meine Tochter. Es war nix schlimmes, mir ist aber erst mal das Herz in die Hose gerutscht, als ich ihn aus dem Briefkasten nahm.

Die Freundin ist für mich jetzt eh raus. Deswegen hatte ich auch schon selber meiner Mutter Bescheid geben wollen, dass ich mit ihrem Vorschlag einverstanden bin. Ich fand den direkten Weg besser und eigentlich dachte ich, dass ich meiner Mutter damit auch ein positives Zeichen gebe.

Ein Kontaktabbruch zum Stiefvater ist schwer, wenn ich auch ihn quasi mitbesuche. Und meine Kleinen wachsen halt so auf, dass er der Opa ist. Auch wenn die Ehe der beiden eher eine Zweckgemeinschaft ist. Mit Liebe, Anstand, Respekt hat es bei ihnen wenig auf sich.

LG
Tochter meiner Mutter

Beitrag von nana141080 25.02.11 - 20:08 Uhr

"Ein Kontaktabbruch zum Stiefvater ist schwer, wenn ich auch ihn quasi mitbesuche"

du hast einen Verdacht...den nicht nur einmal. Was soll passieren damit DU den Kontakt abbrichst zu IHM?
Soll deine Mutter doch DICH besuchen.

Nie und nimmer dürfte er jemals wieder mein Kind alleine sehen.

Verständnislose Grüße
nana

Beitrag von frieda05 25.02.11 - 16:52 Uhr

"es sind die Töchter, die gefressen werden"... (Quelle vergessen)

Du lebst ein komplexes Schuldgefühl und versuchst dies mit Deinem jetzigen Dasein und vor allem dem Wohl Deiner Kinder in Einklang zu bringen.

Das geht in die Hose.

Starke Eltern oder solche die uns uns schuldig fühlen lassen, beeinträchtigen unser Leben nachhaltig.

Du suggestierst eine Missbrauchssituation. Das will Deine Mutter nicht hören. Du kannst nichts belegen, bist jedoch chronisch mißtrauisch. Ob berechtigt, oder nicht... - sei dahingestellt - Du scheinst selbst unsicher. Einerseits willst Du "Friede, Freude, Eierkuchen" andererseits ist die Abneigung gegen den Stiefvater latent vorhanden. Jeder falsche Pups dieses Knaben ruft Dich auf den Plan - kein Wunder bei Eurer Historie.

Du vergißt. Deine Mutter scheint diesen Menschen zu lieben und vor allem lebt sie mit ihm. Jeden Tag. Du möchtest die "liebe Oma" für Deine Tochter und versuchst aus dem Gesamtpaket herauszukommen. Damit bringst Du Deine Mutter in echte Schwierigkeiten. Sie bekommt ein Loyalitätsproblem.

Wenn Du die Kuh vom Eis haben willst, muß die mit Hilfe von Dritten (vorzugsweise fachlich kompetenter) geschehen.

Es wäre noch interessant zu erfahren, was Dein Mann (ich nehme an der Vater der Kinder) dazu zu sagen hat und inwiefern er eine Hilfe darstellt.

Schlussendlich wirst Du es nicht allen Recht machen können.


GzG
Irmi

Beitrag von Tochter meiner Mutter 25.02.11 - 21:14 Uhr

Hallo Irmi,

dank auch dir für die Antwort!

Ich habe gerade gegoogelt. Das Zitat ist ein Buchtitel. Muß mich bei Gelegenheit mal schlaumachen, ob das wirklich mich anspricht. Vielleicht ist es ja was.

Ja, einen Schuldkomplex scheine ich wirklich zu haben.

Wie weiter oben geschrieben ist übrigens von Liebe bei meinen Eltern keine Spur... Die beiden leben eine reine Zweckgemeinschaft und gehen dabei noch nicht einmal sonderlich respektvoll miteinander um. Allerdings haben sie als Großeltern tatsächlich nochmal eine gemeinsame Ebene gefunden, auf der sie auch ganz gut miteinander können.

Dass ich meine Mutter in einen Loyalitätskonflikt bringe, ist für mich schwer nachvollziehbar. Immerhin hat sie nie klar Stellung bezogen, wenn er uns niedergemacht hat oder es Streit gab. Als ich dann vor einigen Jahren meinen Weg vorläufig mit ihm gefunden habe - eben freundlich-distanziert - warf sie mir im Konflikt vor, ich würde sie ja zwischen allen Stühlen setzen mit meinem Verhalten. Warum? Keine Ahnung! Immerhin hatte ich akzeptiert, dass sie sich nicht trennen würde und versucht, ihn irgendwie zu respektieren. Und nun gibt es da diese Sache, ich gebe eine Regel vor und schon sitzt sie wieder zwischen den Stühlen. Dabei könnte sie sich doch einfach raushalten.
Ganz ehrlich, wäre er meiner und meine Tochter würde mir sowas sagen, würde ich das hinnehmen. Wenn er mich anspräche, bekäme er von mir zu hören, dass er sich das doch hart erarbeitet hat. Stattdessen bricht sie jetzt erst mal den Kontakt ab und bestraft sich im Prinzip selber. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen...

Die Mediation nehme ich jetzt auf jeden Fall in Angriff. Unabhängig davon bin ich seit letztem Jahr schon auf der Suche nach professioneller Hilfe für mich allein. Wegen Schwangerschaft brannte es aber nicht sonderlich für mich. Mit dickem Bauch wollte ich gewisse Dinge nicht aufarbeiten.

Mein Mann sieht das übrigens so wie ich. Er ist der Meinung, dass über die Jahre zwischen meiner Mutter und mir etwas gewachsen ist, was nicht einfach so aus der Welt zu schaffen ist. Das ganze ist zu komplex und die Beseitigung bedarf professioneller Hilfe, Ausdauer und Arbeit. Er sieht auch, dass meine Mutter eine schwierige Persönlichkeit mit eigener Wahrheit ist. Daher ist die Wahrscheinlichkeit auch für ihn eher gering, dass es zu einer Einigung/Klärung kommt.
Was meinen Stiefvater angeht, ist er ebenfalls auf meinem Kurs. Wir sind die Eltern, wir müssen unsere Kinder schützen, wenn wir es für nötig halten.

Bist du vom Fach!

LG
Tochter meiner Mutter

Beitrag von scrollan01 26.02.11 - 19:21 Uhr

Ich würde ganz einfach die Nabelschnur zu deiner Mutter durchtrennen und damit einen Cut machen!

Ich weiß nicht, warum Du so auf Krampf versuchst, Liebe zu bekommen die nicht da ist!?

Du hast es damals durch, wozu deine Kinder ins selbe Loch stoßen?!

Gönn ihnen und Dir endlich Ruhe und melde dich nicht mehr dort und reagiere auch gar nicht mehr!
Leider hast du es versäumt zum KA zu gehen - das wäre mein 1. Weg gewesen! Mir ist eigentlich völlig klar, dass er an deinem Kind dran war - ich habe da schon zu viel gesehen ...
Beweisen geht leider nun nicht mehr, aber alleine schon DAS ist ein Grund, der Bagage alle familiäen Gefühle und Kontakte abzusprechen!

DU solltest endlich erwachsen werden!

D.h. KEIN Mediator sondern Psychotherapie für DICH!

LG




Beitrag von Tochter meiner Mutter 26.02.11 - 20:58 Uhr

Hi,

die Nabelschnur zu kappen ist nicht so einfach für mich. Selbst wenn ich das machen sollte... Ich habe vier Geschwister, der Kontakt wäre auch indirekt irgendwie gegeben. Außerdem habe ich dunkel das Gefühl, dass meine Mutter mich nicht loslassen würde. Und da scheint auch der Knackpunkt zu sein: Ich habe wohl wirklich Schuldgefühle und du hast bestimmt auch Recht damit, dass ich noch immer versuche, Dinge von meiner Mutter zu bekommen, die sie mir nicht geben kann/will.

Die Psychotherapie für mich steht definitiv an. Fehlt nur ein Termin. Ich warte... Das Vorgespräch zur Mediation ist abgemacht. Das werde ich mir vorerst antun. Darin kann ich mich ja noch immer dazu entscheiden, den Kontakt abzubrechen. Wie praktisch - die Mediatorin könnte das anschließend meiner Mutter verklickern.

Übrigens will ich zu dem KA auch noch was sagen, weil es hier dreimal fiel: Ich glaube, in der Situation muss man erst mal sein um zu beurteilen, was man wirklich machen würde. Es war ein langer Tag, ich hab ihr abends daheim die Windel gemacht, sie war müde, aber ansonsten gut drauf. Ich wollte ihr keine Angst machen, musste erst mal klar kriegen, was mein Gefühl mir da sagt. Erst nach drei Tagen war ich gedanklich soweit, dass ich dachte "Merde, du hättest an dem Abend noch in die Notfallpraxis fahren müssen!". Da war es schon zu spät. Klar kann ich mich dafür in den Hintern beißen.
Und um Klartext zu sprechen: Ich glaube nicht, dass er sie penetriert hat. Aber ich zweifle, ob es tatsächlich ihr Ausfluss war - wenn ihr wisst, was ich meine.

LG
Tochter meiner Mutter

Beitrag von DieGeschockte 27.02.11 - 00:08 Uhr

Ich glaube, dir ist nicht zu helfen!!! Er muss sie nicht penetrieren um sie zu missbrauchen. DU bist für DEINE Kinder verantwortlich verdammt noch mal. Deine Mutter hat IHRE Verantwortung für DICH offentsichtlich nicht wirklich wahrgenommen. Tu du es bitte für deine Kinder!!! Dieser Stiefopa DARF diese Kinder nicht mehr sehen, weder alleine noch in Begleitung. WAch endlich auf. Abgesehen davon solltest du dich erkundigen ob deine Kleine einen Psychologen benötigt, weil er das getan hat.
Sorry, ich fasse das einfach nicht.

Beitrag von na ja 25.02.11 - 17:03 Uhr

wenn du, oder besser ihr, in der kindheit so von dem stiefvater behandelt wurdet, würde ich nie und nimmer mein kind zu ihm lassen.

da kann ich dich schon mal gar nicht verstehen. er sei ein super opa schreibst du. das kann er nicht sein, wenn er als "vater" so mit euch umgegangen ist.

und eine mutter, die das alles deckt, ist für mich keine mutter, die das wohl ihrer kinder im auge hat. krankheit hin oder her.

Beitrag von manavgat 27.02.11 - 15:50 Uhr

Manche Frauen sind so blöd, dass es brummt.

Niemals nie nicht hätte ich mein Kind jemand überlassen, der mich so behandelt und ich glaube auch nicht, dass der Typ bei Dir nur gespannt hat!

Warum bist Du mit Deiner Tochter nicht zum Arzt gegangen?!

unglaublich.

Manavgat

Beitrag von DieGeschockte 27.02.11 - 19:55 Uhr

Ich kann das auch nicht fassen! Echt total bescheuert und dazu noch unverantwortlich!!!!